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Portugal auf der Leipziger Buchmesse 2024 – Teil 1

Kaum hat man sich’s versehen, ist schon wieder Messezeit, und da die Leipziger Buchmesse in diesem Jahr auf ihren ursprünglichen Termin im März zurückgekehrt ist, kommt das Ereignis noch schneller 😉 und steht quasi vor der Tür.

Portugal ist mit einem eigenen Stand vertreten und bietet ein tolles Programm mit zahlreichen Autorinnen und Autoren, die nach Leipzig reisen werden. Wir sind auch die ganze Zeit vor Ort und beraten Sie gern zu Büchern und Autor*innen.

Hier ein erster Überblick für die ersten beiden Tage – das Programm fürs Wochenende folgt in Kürze.

Donnerstag, 21.03.2024

11.00 – 11:45 Uhr

VORSTELLUNG VON AMADU DAFÉ

Gespräch mit dem Autor über sein Buch Jasmim

Mit Rosa Rodrigues

Das brandneue, prägnante und faszinierende Werk eines der vielversprechendsten Autoren der zeitgenössischen portugiesischsprachigen Literatur. Eine überraschende und fesselnde Geschichte. Eine Erzählung mit Charme, die den Leser in ihren Bann zieht (Sisifo Verlag).

Auszug aus Jasmim:

„Der junge Fé begibt sich auf die Suche nach seiner Mutter, die ihn aus Liebe zu einem Mann auf den Kapverden zurückgelassen hatte, als er noch klein war. Nach einer langen Reise durch den afrikanischen Kontinent landet er im Norden von Guinea-Bissau. Der Ort Ingoré am Ufer des Flusses Jasmim übt auf Fé einen besonderen Zauber aus. Er beschließt sich dort niederzulassen, als ihm Lua, die Besitzerin eines Verkauftsstands, Arbeit anbietet. Alles scheint harmonisch zu sein, bis eines Tages die geheimnisvolle Pipa auftaucht…“

Moderation: Sabine Kieselbach

Halle 4, Stand C300

Amadu Dafé
Jasmim, Sisifo 2024
Übersetzung: Rosa Rodrigues

Donnerstag, 21.03.2024

12:00 – 12:30 Uhr

25. APRIL – POESIE UND MUSIK – PEDRO MATOS

In dem Jahr, in dem sich die Nelkenrevolution zum 50. Mal jährt, möchten wir der Öffentlichkeit die Texte einiger der bekanntesten „canções de intervenção“, wie wir sie in Portugal nennen, vorstellen. Angesichts eines Regimes, das die Zensur befürwortete und praktizierte, waren die Musik und ihre Verse oft ein verschleiertes, aber wirksames Mittel der politischen Kritik.

Die hier von dem in Berlin lebendem portugiesischem Musiker Pedro Matos vorgestellten Gedichte stammen von Zeca Afonso, Symbol der portugiesischen Revolution, der zur Solidarität aufrief, Gerechtigkeit forderte und gegen die Missstände in der Welt protestierte.

Einleitung: Sabine Kieselbach

Halle 4, Stand C300

Texte und Musik von José Afonso

Donnerstag, 21.03.2024

14:30 – 15:15 Uhr

VORSTELLUNG VON YARA NAKAHANDA MONTEIRO

Yara Nakahanda Monteiro ist Künstlerin, Autorin und: Enkelin der Unabhängigkeit. Sie wurde 1979 in der Provinz Huambo, Angola, geboren, wuchs in Nordportugal auf und fing früh damit an, leere Seiten mit Worten zu füllen. Nach zahlreichen Zwischenstopps in Luanda, London, Kopenhagen und Rio de Janeiro lebt die Autorin heute im Alentejo. Sie hat einen Abschluss in Human Resources. Monteiros Sprache ist eindrücklich, klar, intensiv. In ihrem Text zeichnet sie Bilder, die fern und nah zugleich scheinen, die bewegen und Perspektiven eröffnen. Schwerkraft der Tränen lässt uns eine neue Seite an uns selbst entdecken (Haymon Verlag).

Moderation: Michael Kegler

Halle 4, Stand C300

Yara Nakahanda Monteiro
Schwerkraft der Tränen, Haymon Verlag 2022
Übersetzung: Michael Kegler

Donnerstag, 21.03.2024

16:00 – 17:00 Uhr

AMADU DAFÉ & YARA NAKAHANDA MONTEIRO – EIN GESPRÄCH

„Die Poesie in unruhigen Zeiten“

Die hier vorgeschlagene Debatte ruft zum Nachdenken über die Rolle der Poesie in den heutigen unruhigen Zeiten auf.

Es ist wohl richtig, dass Kunst nicht funktional ist, aber interessant ist, ein direktes Zeugnis darüber zu erhalten, was das Werk eines Dichters in Zeiten von Zerrissenheit, Spaltung und Intoleranz darstellen kann. Erwartet er, dass seine Inspiration eine befriedende Wirkung hat, oder drückt er seinen Gemütszustand aus, ohne sich um Aussöhnung zu bemühen – dies ist eines der Themen, die diskutiert werden.

Moderation: Timo Berger

Halle 4, Stand C300

Amadu Dafé
Jasmim, Sisifo 2024
Übersetzung: Rosa Rodrigues

Yara Nakahanda Monteiro
Schwerkraft der Tränen, Haymon Verlag 2022
Übersetzung: Michael Kegler

Freitag, 22.03.2024

10:30 – 11:15 Uhr

VORSTELLUNG VON GONÇALO M. TAVARES

Der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete, 1970 in Angola geborene Autor und Wissenschaftler der Universität Lissabon Gonçalo M. Tavares gilt seit seinem Debüt 2001 als eine der großen Überraschungen der jüngeren portugiesischen Literatur. Seine Bücher wurden in 55 Ländern veröffentlicht und in über 30 Sprachen übersetzt.

Gonçalo M. Tavares stellt in Leipzig seine in deutscher Übersetzung erschienen Bücher vor. Neben dem Werk In Amerika“, sagte Jonathan, einer Entdeckungsreise in die Vereinigten Staaten, in dem der Autor von einem Porträt Kafkas begleitet wird, sind auf Deutsch bisher acht Bände aus seinem zehnteiligen Zyklus »Das Viertel« erschienen, ein umfangreiches literarisches Projekt, bei dem jeder Band einem »Herrn«  gewidmet ist, der jeweils den Namen eines großen Schriftstellers trägt. Im Frühjahr 2024 erscheint Herr Breton und das Interview.

Moderation: Michael Kegler

Halle 4, Stand C300

Gonçalo M. Tavares
In Amerika“, sagte Jonathan, Kupido Verlag, 2021. Übersetzung von Christiane Quandt, Frank Henseleit. Herr Valéry und die Logik, Herr Henri und die Enzyklopädie, Herr Brecht und der Erfolg, Herr Juarroz und das Denken, Herr Kraus und die Politik, Herr Calvino und der Spaziergang, Herr Walser und der Wald, Herr Breton und das Interview, Edition Korrespondenzen, 2020 bis 2024.
Übersetzung: Michael Kegler

Freitag, 22.03.2024

11:30 – 12:15 Uhr

VORSTELLUNG VON FREDERICO PEDREIRA

Frederico Pedreira wurde 1983 in Lissabon geboren, hat ein Studium der Kommunikationswissenschaften absolviert und in Literaturtheorie promoviert. Er veröffentlichte  verschiedene Lyrikbände und für seinen ersten Roman A Lição do Sonâmbulo, erhielt er 2021 den bedeutenden Literaturpreis der Europäischen Union. Es handelt sich um eine Autobiografie in Romanform, in welcher der Autor seine Erinnerungen und Imagination an die eigene Kindheit schildert.

Auszug aus A Lição do Sonâmbulo:

„Ich erinnere mich nicht daran, je unglücklich gewesen zu sein im Haus meiner Großeltern. Ich glaube, in dieser Kinder- und Jugendzeit ist man einfach nicht empfänglich für das Unglücklichsein, zumal es auch fast immer Sommer war und ich noch sehr jung. Die Familie meines Vaters ist zahlreich, und deshalb kam es in diesen gesegneten drei Ferienmonaten selten, um nicht zu sagen nie vor, dass das Haus nicht voll war mit vertrauten Gesichtern oder kurzzeitigen Gästen, die kamen, um meinen Großvater zu besuchen, der im Wohnzimmer neben einem der zahlreichen Bücherregale in dem Sessel saß, den er von jeher als den seinen bezeichnete….“

Moderation: Timo Berger

Halle 4, Stand C300

Frederico Pedreira
Auszüge aus dem Roman A Lição do Sonâmbulo, in der Übersetzung von Marianne Gareis
Auszüge aus dem Lyrikband Coração Lento, in der Übersetzung von Odile Kennel

Freitag, 22.03.2024

14:30 – 15: 15 Uhr

YARA NAKAHANDA MONTEIRO & GONÇALO M. TAVARES – EIN GESPRÄCH

„Wie stellst Du Dir das Schreiben vor der Revolution im April 1974 vor?“

Während ihrer gesamten literarischen Laufbahn haben die Teilnehmer*innen dieses Gesprächs eine große kreative Freiheit genossen. Diese Autonomie des Ausdrucks wurde jedoch erst vor fünf Jahrzehnten erlangt. Die lange Zensur vor der Revolution von 1974 unterwarf jede Veröffentlichung der vorherigen Kontrolle durch die Organe des Regimes. Ihre rücksichtslose Kontrolle verhinderte die Verbreitung von Ideen, die nicht dem herrschenden ästhetischen oder politischen Ideal entsprachen. Wie würden sich Yara und Gonçalo als Schriftsteller in einer Zeit sehen, in der das Denken von den Machthabern analysiert wurde, ist die Frage, die wir ihnen stellen.

Moderation: Benjamin Meisnitzer

Halle 4, Stand C300

Freitag, 22.03.2024

18:00 – 18:50 Uhr

YARA NAKAHANDA MONTEIRO, ROSÁRIO ALÇADA ARAÚJO & AMADU DAFÉ – EIN GESPRÄCH

„Neue Zwänge für das literarische Schaffen”

Die drei Schriftsteller*innen mit sehr unterschiedlichem Hintergrund sprechen über neue Zwänge für das literarische Schaffen. Ausgehend von den – zumindest in der westlichen Welt – selbstverständlichen Rechten, Freiheiten und Garantien, von denen wir glauben, dass sie dem Menschen innewohnen, tauchen nun Beschränkungen auf, die die Autoren daran hindern, sich so auszudrücken, wie sie es wünschen, oder sich mit Themen auseinanderzusetzen, die nicht immer konsensfähig sind. Muss die künstlerische Freiheit angesichts des polemischen Charakters eines Werks weichen oder wie lassen sich Werte, die womöglich das gleiche Gewicht haben, miteinander in Einklang bringen? Das sind die Fragen, die in diesem Gespräch behandelt werden sollen.

Moderation: Benjamin Meisnitzer

NaTo
Karl-Liebknecht-Str. 46
04275 Leipzig

Amadu Dafé
Jasmim, Sisifo 2024
Übersetzung: Rosa Rodrigues

Yara Nakahanda Monteiro
Schwerkraft der Tränen, Haymon Verlag 2022
Übersetzung: Michael Kegler

Rosário Alçada Araújo
Auszüge aus dem Jugendroman O País das Laranjas, in der Übersetzung von Markus Sahr

Alle Bücher gibt es natürlich auch bei uns in Frankfurt in der Buchhandlung oder in unserem Webshop.

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Lesung mit Alexandre Vidal Porto

© Alexia Fidalgo

Wir freuen uns auf die erste Lesung des Jahres. Am Freitag, dem 16. Februar, 19.30 Uhr stellt der brasilianische Autor Alexandre Vidal Porto seinen neuesten Roman Sodomita vor.

Michael Kegler moderiert und übersetzt. Der Eintritt ist frei, wir bitten um Reservierung.

Alexandre Vidal Porto ist Schriftsteller und Diplomat. Er verbrachte seine Kindheit und Jugend in São Paulo und in Fortaleza. Nach Stationen in Brasilia, New York, Santiago de Chile, Cambridge, Washington, Mexiko-Stadt, Tokio und Frankfurt lebt er aktuell mit seinem Mann in Amsterdam.

Er ist Autor von vier Romanen: Matias na cidade (Record, 2005, Companhia das Letras, 2023 – überarbeitete Ausgabe), Sergio Y. vai à América (Companhia das Letras, 2014), Gewinner des Paraná-Literaturpreises, und Cloro (Companhia das Letras, 2018), Finalist für den Jabuti-Preis 2019. Sein neuester Roman Sodomita, aus dem er bei uns lesen wird, führt in das 17. Jahrhundert, als Homosexualität ein Verbrechen war, dessen Strafe manchmal die Verbannung nach Brasilien zur Folge hatte, Der Autor mischt hier historische Fakten mit aktuellen Themen, ohne dabei jemals die Ironie zu verlieren.

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Lesung mit Yara Monteiro (online)

Am 10. Januar 2024, 18h, findet an der Goethe-Universität Frankfurt eine zweisprachige virtuelle Lesung (Portugiesisch/Deutsch) mit der Autorin Yara Nakahanda Monteiro und dem Übersetzer Michael Kegler aus dem Roman Essa dama baté bue! (2018), und der Übersetzung davon, Schwerkraft der Tränen (2022), statt.
Die Professur für Romanische Literaturwissenschaft lädt Interessierte herzlich ein, sich dazuzuschalten, hier der Link für die Zoom-Konferenz.

Yara Nakahanda Monteiro (1979) ist eine portugiesisch-angolanische Schriftstellerin, die sich in ihren Werken mit afro-diasporischen und weiblichen Erfahrungen auseinandersetzt. Ihr Debütroman Essa dama bate bué! (2018, Guerra e Paz Editores) wurde für den Dublin Literary Award 2023 nominiert, wurde in mehrere Sprachen übersetzt und wird an Universitäten auf der ganzen Welt studiert. Memórias Aparições Arritmias (2021, Companhia das Letras) gewann den Glória de Sant’Anna Literaturpreis für den besten Gedichtband 2022. Ihre Kurzgeschichten, Essays und Gedichte sind in verschiedenen Publikationen erschienen. Sie ist Mitautorin des Drehbuchs für die Filme Path to the Stars (2022) und The Island (2022). Sie hat einen Abschluss in Human Resources Management und war 15 Jahre lang in diesem Bereich tätig. Sie studierte Drehbuchschreiben und zeitgenössische Kunst.

Michael Kegler ist Übersetzer portugiesischsprachiger Literatur ins Deutsche, Herausgeber und Literaturkritiker. Er wuchs in Brasilien, Liberien und Deutschland auf. 2014 erhielt er den Straelener Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW und 2016 den Internationalen Hermann-Hesse-Preis, außerdem mehrere Stipendien des Deutschen Übersetzerfonds. 2021 war er World Literature Fellow for Translation am Institut für die Wissenschaften vom Menschen in Wien.
2022 erschien seine Übersetzung von Yara Nakahanda Monteiros Essa dama baté bue! unter dem Titel Schwerkraft der Tränen beim Haymon Verlag.

(Veranstaltungsankündigung der Goethe-Universität, Prof. Romana Radlwimmer)

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Weihnachtspause

In den nächsten Tagen wird es hier wieder etwas ruhiger. Wie jedes Jahr machen wir eine Weihnachtspause, unsere Buchhandlung bleibt vom 24.Dezember bis einschließlich 2. Januar geschlossen.

Ab 3. Januar sind wir zu unseren normalen Öffnungszeiten wieder für Sie. Sollte Ihnen über die Feiertage die Lektüre ausgehen oder Sie nun endlich Zeit zum Stöbern haben, schauen Sie gern in unserem Onlineshop vorbei, Bestellungen liefern wir dann auch erst wieder im Januar aus. Für Ihre Unterstützung möchten wir uns recht herzlich bedanken. Bleiben Sie uns gewogen.

Feliz Natal e um Próspero Ano Novo!

Wir wünschen Ihnen für die kommenden Tage viel Zeit für ein gutes Buch, wir sehen, lesen und hören uns 2024

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Portugiesische Weihnachtsgeschichten

Wie jedes Jahr kommt Weihnachten schneller als gedacht. Eben erschienen ist eine zweisprachige Ausgabe mit portugiesischen Weihnachtsgeschichten, unter anderem von Eça de Queiroz, Fialho de Almeida und Raul Brandão in der Übersetzung von Michael Kegler.
Das Buch ist im Dortmunder Verlag Oxalá erschienen, der auch schon eine ganze Menge anderer zweisprachiger Bücher veröffentlicht hat.

In vielen der Geschichten dieses Buches ist die Vision des traditionellen Weihnachtsfestes der Dörfer im Landesinneren Portugals präsent, die mit ihren Bräuchen und Traditionen das portugiesische Weihnachtsfest prägen.

Besonders geeignet natürlich als Geschenk für alle, die Portugiesisch lernen.

Contos Portugueses de Natal – Portugiesische Weihnachtsmärchen, deutsch von Michael Kegler, Oxalá Editora, 18 EUR

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Luiz Ruffato – Lesung am 4. Dezember

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Luiz Ruffato mit Michael Kegler bei TFM (copyright TFM)

Die Lesung ist ausgebucht – Warteliste noch möglich (Stand 29.11.23)

Wir freuen uns auf einem Abend mit dem brasilianischen Autor Luiz Ruffato. Er liest bei uns in der Buchhandlung am 4. Dezember, 19.30 Uhr. Michael Kegler moderiert und übersetzt. Der Eintritt ist frei, wir bitten um Reservierung.

Nach seinem fünfbändigen, vielstimmigen alltagshistorischen Zyklus „Inferno Provisório“ (Vorläufige Hölle) über das Leben einfacher Leute in Brasilien, Migrationen und (gescheiterten) Aufstiegsversprechen, veröffentlichte Luiz Ruffato 2019 mit O Verão Tardio einen Roman über die Rückkehr nach Hause, wo nichts mehr so ist, wie es in der verklärten Erinnerung war. Gelesen wird aus einer bislang unveröffentlichten Übersetzung von „Verão Tardio“. Das Gespräch ist wie immer auf Deutsch und Portugiesisch.

Ruffato ist ein präziser, schonungsloser Beobachter des Alltags, ein Seismograf von Stimmungen und gesellschaftlichen Situationen, nicht nur in Brasilien.

Sieben seiner Bücher sind in deutscher Übersetzung von Michael Kegler bei Assoziation A erschienen.

Zu Luiz Ruffato muss man vermutlich nicht mehr viel sagen. Seit seiner beeindruckenden Rede zur Eröffnung der Frankfurter Buchmesse 2013 ist er auch hierzulande einem größeren Publikum bekannt und hat schon mehrfach in Frankfurt gelesen. Er wurde 1961 in Cataguases im brasilianischen Bundesstaat Minais Gerais geboren und wuchs  in einer armen Migrantenfamilie auf. Im Jahr 1998 veröffentlichte er einen ersten Band mit Kurzgeschichten. Drei Jahre später folgte der Roman Eles eram muitos cavalos (Es waren viele Pferde), zwischen 2005 und 2011 schrieb er den fünfbändigen Zyklus Inferno Provisório. In Brasilien erschien zuletzt 2022 der Roman O Antigo Futuro.

Die Bücher im Original und in der deutschen Übersetzung können Sie natürlich auch schon vorab bei uns erwerben.

Bereits am Nachmittag des 4. Dezember ist Luiz Ruffato zu Gast an der Frankfurter Goethe Universität. Das Gespräch (öffentliche Veranstaltung) findet statt um 14.00 Uhr im Casino Raum Cas. 1812 am Campus Westend der Universität.

Wir bedanken herzlich uns bei der Professur für Romanische Literaturwissenschaft (Hispanistik/Lusitanistik) der Goethe Universität Frankfurt für die Unterstützung bei der Realisierung dieser Veranstaltung.

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Frankfurter Buchmesse 2023

Morgen startet der Oktober und damit steht traditionell die Frankfurter Buchmesse quasi vor der Tür. Sie findet in diesem Jahr vom 18.-22. Oktober statt und meldet im Vorfeld deutlich mehr Aussteller als im Vorjahr und ein spannendes Rahmenprogramm.

Als Gastland präsentiert sich in diesem Jahr Slowenien mit vielen Neuerscheinungen und Lesungen auf dem Messegelände und in der Stadt.

Wie immer werden wir auch mit einem kleinen Stand vor Ort sein, Sie finden uns mit einer Präsentation unseres Verlagsprogramms und Neuheiten aus der portugiesischsprachigen Verlagswelt in diesem Jahr in der neuen Halle 5.0 Stand B154, wie immer ganz in der Nähe der portugiesischen und brasilianischen Verlage.

Während der Buchmesse bleibt die Buchhandlung von Dienstag Nachmittag bis einschließlich Samstag geschlossen. Bitte nutzen Sie in dieser Zeit unser Onlineangebot.

Am 20. Oktober öffnen wir abends zu der schon hier angekündigten Lesung mit dem portugiesischen Autor Jacinto Lucas Pires.

Darüberhinaus möchten wir Ihnen gern folgende Veranstaltungen empfehlen:

19.10. 15:00 – 16:00 Uhr, Frankfurt International Stage – Fachprogramm (Foyer Halle 5.1 / 6.1 )

Verleger von unabhängigen Imprints in Kolumbien, Chile und Brasilien berichten von ihren Überlebensstrategien durch erfolgreiche Kooperationen sowie Vermarktungs- und Vertriebswegen, die in ihren Märkten und Regionen funktionieren. Mit Marifé Boix García (Frankfurter Buchmesse GmbH, VP Southern Europe, Latinamerica), Gustavo Faraon (Dublinense, Mitbegründer und Verleger), Felipe González Espinosa (Laguna Libros, Gründer und Verleger), Francisca Muñoz Méndez (Sa Cabana, Direktorin

21.10. 15.00-16.00 Uhr Frankfurt International Stage Publikumsprogramm (Foyer Halle 5.1 / 6.1)

Brasilien 2013-2023: Trends, literarische Diskussionen, politische und wirtschaftliche Herausforderungen

Vor genau 10 Jahren – 2013 – war Brasilien Gastland der Frankfurter Buchmesse. Mehrere junge Generationen einer weltgewandten, urbanen, jungen Literatur stellten sich vor; das Land war auf einem Höhepunkt seiner geopolitischen Bedeutung. Welche Kontinuitäten, welche neuen Tendenzen, welche literarischen Diskussionen gibt es in der Literatur Brasiliens, das unmittelbar nach 2013 in mehrere schwere politische und wirtschaftliche Krisen stürzte? Darüber unterhalten sich: Carla Bessa, Schriftstellerin, Übersetzerin deutschsprachiger Literatur, Alexandre Vidal Porto, Schriftsteller, Michael Kegler, Literaturübersetzer portugiesischsprachiger Literatur.

Den kompletten Veranstaltungskalender der Buchmesse finden Sie hier.

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Lesung mit Leonardo Tonus am 7. Juni

Wir laden ein zu einer Lesung bei uns in der Buchhandlung mit dem brasilianischen Autor Leonardo Tonus am Mittwoch, dem 7. Juni um 19.30 Uhr.

Er stellt seinen eben in deutscher Übersetzung von Lilli-Hannah Hoepner erschienenen Lyrikband Aufzeichnungen auf hoher See vor. Die Lesung wird von Michael Kegler moderiert und übersetzt, der Eintritt ist frei.

Leonardo Tonus, geboren in São Paulo, ist Professor für brasilianische Literatur an der Pariser Sorbonne. Er lebt seit 30 Jahren in Frankreich und arbeitet in den Bereichen zeitgenössische brasilianische Literatur, Literaturtheorie und vergleichende Literaturwissenschaft. Er war literarischer Berater der Pariser Buchmesse 2015 und ist Initiator und Organisator des Pariser und internationalen Festivals Printemps Littéraire Brésilien und des Projeto MIGRA.

Copyright: Leonardo Tonus

Als Autor verfasste er die Gedichtbände Agora Vai Ser Assim (2018) und ­Inquietações em tempos de insônia (2019), beide beim Verlag Nós. Sein Gedichtband Diários em mar aberto erschien 2021 beim Verlag Folhas de Relva in Brasilien und jetzt auf Deutsch im Hagebutte Verlag.

Leonardo Tonus ergründet in seiner Lyrik die ­Fluchtbewegungen unserer Zeit und die Migrationsgeschichte der eigenen Familie. Er navigiert durch Erinnerungen, Eindrücke und Emotionen, verflechtet Vertrautes und Verborgenes, eröffnet Frei- und Zwischenräume, sammelt Stimmen und Dokumente. Ein poetisches Kaleidoskop.

Die vielschichtige Sprache der Gedichte wurde von Lilli-Hannah Hoepner nuanciert ins Deutsche übertragen. Im engen Austausch mit dem Autor entstand eine poetisch genaue und zugleich lebendige Übersetzung. Ergänzt wird diese durch die assoziationsreichen Illustrationen von Vítor Rocha, die im Zusammenspiel mit den Fotografien und Dokumenten sowie Typografie und Satz in Dialog mit den Texten treten.

Mit freundlicher Unterstützung des Brasilianischen Generalkonsulats in Frankfurt

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Herr Walser und der Wald

In das vom portugiesischen Autor Gonçalo M. Tavares geschaffene Stadtviertel ist nun auch in der deutschen Übersetzung ein neuer Bewohner eingezogen.

Nach den Herren Henri, Brecht, Kraus, Valéry, Calvino und Juarroz ist jetzt Herr Walser neu dabei.

Kleine bibliophile Schätzchen sind die in Leinen gebundenen Bücher mit witzig-skurrilen Miniaturen von Gonçalo M. Tavares, die in deutscher Übersetzung von Michael Kegler im österreichischen Verlag Edition Korrespondenzen erscheinen.

Der Autor hat jedem Bewohner eines imaginären Stadtviertels (im portugiesischen heißt die Reihe „O Bairro“) ein Buch gewidmet.

Der neue Bewohner, Herr Walser, hält sich vorzugsweise im Wald auf.

Besessen vom Willen, einen Ort zu schaffen, an dem er zwanglos mit anderen Menschen ins Gespräch kommen kann, in einer Atmosphäre des gemütlichen und einträchtigen Miteinanders, abseits vom Getöse der Stadt. Sein Haus steht abgeschieden, schwer zugänglich inmitten des Waldes, als ein Zeichen des Triumphs der Zivilisation über die Barbarei. Überall noch der Geruch von Farbe und Lack, alles ist neu. Herr Walser hegt große Erwartungen.

Doch am Tag des Einzugs, kaum ist das erste Einladungsschreiben aufgesetzt, klingelt es an der Tür und das Haus bevölkert sich immer mehr mit Handwerkern, die da und dort noch etwas zu tun haben.

Alle Bücher der Reihe finden Sie bei uns in der Buchhandlung, die portugiesischen Ausgaben sind aufgrund eines Verlagswechsels des Autors derzeit leider nicht komplett lieferbar

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Portugal auf der Leipziger Buchmesse 2023 – Teil 2

Kaum hat man sich’s versehen, ist schon wieder April, und das heißt in diesem Jahr, die Leipziger Buchmesse steht vor der Tür.

Portugal ist mit einem eigenen Stand vertreten und bietet ein tolles Programm mit zahlreichen Autorinnen und Autoren, die nach Leipzig reisen werden. Wir sind auch die ganze Zeit vor Ort und beraten Sie gern vor Ort zu Büchern und Autor*innen.

Hier folgt Teil 2 des Messeprogramms mit einem Überblick zum Wochenende

Samstag, 29.04.2023

10:30 – 11:15 Uhr

VORSTELLUNG VON LUÍS QUINTAIS

Luís Quintais ist in seinem Heimatland Portugal ein renommierter, preisgekrönter Dichter. In Deutschland sind bisher im APHAIA Verlag seine beiden Gedichtbände Glas / O Vidro und Die reglose Nacht / A Noite Imóvel erschienen, beide in der Übersetzung von Mário Gomes. Im Gespräch unterhalten sich Luís Quintais und sein deutscher Verleger Harald Albrecht über die Poetologie des Dichters sowie die Einordnung seiner Dichtung in die Moderne.

Moderation: Harald Albrecht

Halle 4, Stand D300

Luís Quintais
Die reglose Nacht, Aphaia 2021
Übersetzung: Mário Gomes

Samstag, 29.04.2023

11:30 – 12:15 Uhr

VORSTELLUNG VON ISABELA FIGUEIREDO

Isabela Figueiredo wurde 1963 in Lourenço Marques, dem heutigen Maputo, geboren. 1975, nach der Nelkenrevolution und Mosambiks Unabhängigkeit, verließ sie Afrika allein, ihre Eltern sah sie erst zehn Jahre später in Lissabon wieder. Das Buch über ihre Kindheit in Afrika Roter Staub, erschien 2019 im Weidle Verlag, übersetzt von Markus Sahr. 2021 veröffentlichte der Weidle Verlag auch ihren zweiten Roman Die Dicke in der Übersetzung von Marianne Gareis.

Im Portugal erschien zuletzt 2022 der Roman Um Cão no Meio do Caminho.

Moderation: Benjamin Meisnitzer

Halle 4, Stand D300

Isabela Figueiredo
Die Dicke, Weidle Verlag 2021
Übersetzung: Marianne Gareis

Roter Staub. Mosambik am Ende der Kolonialzeit, Weidle Verlag 2019
Übersetzung: Markus Sahr

Samstag, 29.04.2023

15:00 – 16:30 Uhr

ISABELA FIGUEIREDO & ANA PAULA TAVARES – EIN GESPRÄCH

„Das Licht der Diaspora“

Die auf der Leipziger Buchmesse präsentierte portugiesische Literatur spiegelt eine Diaspora wider, die sich über mehrere Kontinente ausgebreitet und eine Sprache mitgebracht hat, die durch Klänge, Erfahrungen, Wissen und Realitäten bereichert wurde. Isabela Figueiredo (geboren in Mosambik) und Ana Paula Tavares (aus Angola) kommen über dieses umfassende Thema ins Gespräch.

Moderation: Dirk Fuhrig

Halle 4, Stand D300

Isabela Figueiredo
Die Dicke, Weidle Verlag 2021
Übersetzung: Marianne Gareis

Roter Staub Mosambik am Ende der Kolonialzeit, Weidle Verlag 2019
Übersetzung: Markus Sahr

Ana Paula Tavares
Wie feine Adern in der Erde / Wildes Wasser, Edition Delta 2021
Übersetzung: Juana und Tobias Burghardt

Samstag, 29.04.2023
16:45 – 17:30 Uhr

VORSTELLUNG VON ABDULAI SILÁ
Der Schriftsteller Abdulai Silá aus Guinea-Bissau und seine Übersetzerin Renate Heß
sprechen über Silás literarisches Schaffen und sein neuestes Werk, die Erzählung„Die Tage von Kubukaré“. Abdulai Silá ist eine der herausragenden literarischen Stimmen Westafrikas. Sein soeben erschienenes Buch zeichnet das wunderbare Porträt einerwillensstarken jungen Frau.

Moderation: Renate Heß

Halle 4, Stand D300
Abdulai Silá
Die Tage von Kubukaré, Edition Noack & Block 2023
Übersetzung: Renate Heß

Die letzte Tragödie, Leipziger Literaturverlag

Übersetzung: Rosa Rodrigues

Samstag, 29.04.2023

20:15 – 21:45 Uhr

ISABELA FIGUEIREDO, LUÍS QUINTAIS & CRISTINA CARVALHO – EIN GESPRÄCH

„Wir haben keine Sehnsucht; die Sehnsucht ist es, die hat uns“

Die Sehnsucht – Saudade ist in der portugiesischen Seele sehr präsent und prägt in vielen Fällen die literarischen Erzählungen. Die Suche nach jemandem, die Suche nach einer verlorenen Zeit, die Berufung auf etwas, das nicht mehr möglich ist, sind Quelle der Inspiration für verschiedene Werke der Poesie oder der Fiktion. Im Gespräch zwischen den Autoren soll erörtert werden, ob es möglich und wünschenswert ist, uns von diesem Mantel der Nostalgie zu befreien, damit wir nicht zu einem Objekt dieser Nostalgie werden.

Moderation: Benjamin Meisnitzer

Galerie KUB, Kantstraße 18, 04275 Leipzig

Cristina Carvalho
Der Kater aus Uppsala, Leipziger Literaturverlag 2021
Übersetzung: Markus Sahr

Isabela Figueiredo
Die Dicke Weidle Verlag 2021
Übersetzung: Marianne Gareis

Roter Staub. Mosambik am Ende der Kolonialzeit, Weidle Verlag 2019
Übersetzung: Markus Sahr

Luís Quintais
Die reglose Nacht,, Aphaia 2021
Übersetzung: Mário Gomes

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Alle Bücher gibt es natürlich auch bei uns in Frankfurt in der Buchhandlung oder in unserem Webshop.

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