Archiv der Kategorie: portugiesische Autoren

Neue Romane von Isabela Figueiredo und João Tordo

Pünktlich zum zweiten Advent erreichte uns frischer Lesestoff aus Portugal, den wir gern vorstellen möchten.

Sehr gespannt sind wir auf den neuen Roman Um Cão no Meio do Caminho von Isabela Figueiredo, die schon bei uns in der Buchhandlung gelesen hat und deren vorherige Bücher Caderno de Memórias Coloniais und A Gorda bereits in in deutscher Übersetzung von Markus Sahr und Marianne Gareis im Weidle Verlag vorliegen. Im neuen Roman, der diesmal nicht so stark von der Biographie der Autorin beeinflusst ist wie die beiden anderen Bücher, ist die Einsamkeit in der modernen Gesellschaft das zentrale Thema. José Viriato, die männliche Hauptfigur, lebt ein Leben abseits gesellschaftlicher Normen, schlägt sich ohne Erwerbsarbeit durch und lebt von den „Resten der Konsumgesellschaft“. Seine Nachbarin Beatriz, als eine Art Gegenpol konzipiert, kann sich von nichts trennen und häuft immer mehr Gegenstände an. Wir sind auf jeden Fall sehr gespannt und freuen uns auf dieses Buch als Lektüre zum Wochenende, bei der wir sicher auch erfahren, was es mit dem titelgebenden Hund auf der Mitte des Wegs auf sich hat.

Auf eine ganz andere Art spannend ist der neue Thriller Cem Anos de Perdão von João Tordo, der in England spielt und nach Águas Passadas der zweite Thriller mit Pilar Benamor in der Rolle der Ermittlerin ist.

Auf der kleinen, abgelegenen Insel St. Dismas vor der Küste Englands erschüttert ein Gewaltverbrechen zwischen Brüdern die Gemeinschaft und bringt die Spannungen zwischen den Inselbewohnern und den Sons of Dismas, einer seit Jahrhunderten bestehenden religiösen Sekte, an die Oberfläche. Die örtliche Polizei steht vor einem schwierigen Fall, die Ermittlungen werden durch den dunklen Fanatismus der Gläubigen behindert. Ob und wie Pilar den Fall lösen kann, wissen wir aller Voraussicht nach am Ende des spannenden Schmökers für kühle Herbst- und Wintertage.

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José Saramago: Das Evangelium nach Jesus Christus

„Es lebten Josef und Maria in einem kleinen Ort mit Namen Nazareth, an einem Fleck von wenig und wenigen, im Lande Galiläa. Sie bewohnten ein Haus, das, fast allen anderen gleich, eher ein ungefüger Würfel aus Lehmziegeln war“ – so beginnt José Saramagos Erzählung von Jesus‘ Leben. Der HR2 sendet in dieser und in der kommenden Woche eine gekürzte Lesung des großen Romans Das Evangelium nach Jesus Christus (O Evangelho segundo Jesus Cristo) – zum 100. Geburtstag des portugiesischen Literaturnobelpreisträgers in einer Bearbeitung von Heide Böwe. Der bekannte österreichische Schauspieler Cornelius Obonya hat den Roman gelesen, die Regie führte Götz Frisch. (Produktion MDR 2006)

In José Saramagos Version der Geschichte Jesu trifft man auf eine Christusfigur, die durch und durch menschliche Züge aufweist: Lebenshungrig und sinnenfroh, aber auch ängstlich und zweifelnd geht sie durch die Welt. Der bedeutende portugiesische Schriftsteller rüttelt in seiner gewagten Interpretation der „Heilandsgeschichte“ an den Fundamenten unserer Kultur und stellt mit beeindruckender Radikalität Geschichte, Religion und Legende in Frage.

Weitere Informationen:

14.11.-2.12.2022 (15 Folgen)
Montag-Freitag 09:05 Uhr, Wiederholung um 14:30 Uhr.
Jede Folge ab Sendedatum für 7 Tage online auf hr2.de und als Komplettangebot vom 14.11. bis 27.12.2022 in der ARD-Audiothek

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Saramago-Kolloquium in Frankfurt

Am 09.-10. November 2022 findet an der Johann-Wolfgang-Goethe Universität in Frankfurt / Main, Campus Westend ein hochkarätig besetztes Kolloquium zum 100. Geburtstag von José Saramago statt.

José Saramago und der deutschsprachige Raum ,organisiert von Orlando Grossegesse, thematisiert Bezüge zum deutschsprachigen Raum: in den Romanen, in Theater, Lyrik, Essay, Tagebuch; Übersetzung deutschsprachiger Literatur, auch in Philosophie und Geschichte (über das Französisch)

Das Werk José Saramagos im deutschsprachigen Raum: kritische Rezeption; Übersetzung / Vermittlung (Verlage; Agentur); kreative Rezeption: Transkreationen (Theater, Oper, Musik, Bild, …).

Ray-Güde Mertin, José Saramago, Frankfurt 2005
Ray Güde Mertin und José Saramago, copyright: TFM

Am 9. November um 16.15 Uhr findet eine Hommage an die Übersetzerin und Literaturvermittlerin Ray-Güde Mertin (1943 – 2007), die auch an der Goethe-Universität Frankfurt als Dozentin gewirkt hat.

Das komplette Programm finden Sie hier.

Wir sind am 9. November mit einem kleinen Büchertisch vor Ort und haben natürlich auch hier in der Buchhandlung eine große Auswahl von Büchern von und über José Saramago vorrätig.

Zuletzt erschienen unter anderem:

Saramago – Os seus nomes – Um album fotográfico

As 7 Vidas de José Saramago von Miguel Real und Filomena Oliveira

A Intuição da Ilha. Os dias de José Saramago em Lanzarote von Pilar del Rio

José Saramago: A escrita infinita und José Saramago: A Literatura e o Mal beide von Carlos Nogueira, der auch an der Tagung teilnehmen wird.

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Stipendium in Berlin für Claúdia Galhós

Der portugiesische Autorin Claúdia Galhós erhält das von der Portugiesischen Botschaft/Instituto Camões in Berlin und dem Instituto Camões initiierte, einmonatige Literaturstipendium in Berlin. Bisherige Stipendiat*innen waren Patrícia Portela, Rui Cardoso Martins, Isabela Figueiredo, Miguel Cardoso, Afonso Cruz und Judite Canha Fernandes.

Während ihres Aufenthalts in Berlin beabsichtigt Cláudia Galhós, einen Teil der Handlung ihres neuen Romans zu entwickeln, der eng mit der Stadt verbunden sein wird. Sie wird das Leben einer der Figuren recherchieren, und zwar das einer ihrer eigenen Großtanten, von der erzählt wurde, dass sie nach einem kurzen Leben als Tänzerin in Berlin in einem Konzentrationslager zu Tode gekommen sein soll.

Cláudia Galhós wurde 1972 in Lissabon geboren. Derzeit schreibt sie für das Feuilleton der Wochenzeitung Expresso. Zuvor war sie unter anderem Redakteurin bei RTP 2 (2004 bis 2006) und arbeitete mit verschiedenen Zeitungen und Radiosendern in Portugal und im Ausland zusammen.

Ihr Debütroman Sensualistas erschien 2001, ist aber leider ebenso nicht mehr lieferbar, wie ihr 2010 erschienenes Buch über Pina Bausch.

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Neu auf Deutsch

Zwei sehr schöne neue Bücher in deutscher Übersetzung sind dieser Tage bei uns eingetroffen. Das von Gonçalo M. Tavares erdachte Stadtviertel O Bairro hat nun auch auf Deutsch einen weiteren Bewohner. Nach den Herren Valéry, Henri, Juarroz, Brecht und Kraus ist nun Herr Calvino einzogen und begibt sich auf lange Spaziergänge, auf denen er sich existentiellen Herausforderungen stellt, wie beispielsweise zehn Kilo Erde mit einem Teelöffel von einem Ort zum anderen zu befördern, um die Geduld zu trainieren.

Die schönen Leinenbände sind bei der Edition Korrespondenzen erschienen und alle von Michael Kegler ins Deutsche übersetzt worden.

Eine ebenfalls wunderschöne bibliophile Ausgabe in Leinen ist der Erzählband Ich und Jimmy von Clarice Lispector, in der Übersetzung von Luis Ruby bei Manesse erschienen. Es handelt sich um eine Anthologie von 30 der besten Erzählungen aus dem Band Todos os Contos in deren Zentrum weibliche Erfahrungen und die Sicht auf die Welt stehen. In Lispectors Kurzprosa lernen wir eine ungeheuer vielseitige Erzählerin kennen. Noch für die widersprüchlichsten Gefühle findet sie ein originelles Bild oder eine aufregende Wendung, eine treffende Charakteristik oder eine kluge Sentenz.

Beide Bücher gibt es natürlich bei uns in der Buchhandlung vor Ort und online:

Gonçalo M. Tavares: Herr Calvino und der Spaziergang, 16 EUR

Clarice Lispector: Ich und Jimmy, 24 EUR

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Lesetreff – Tertúlia Neustart am 18.5.

Seit 2014 findet bei uns in der Buchhandlung in regelmäßigen Abständen von 4-6 Wochen ein portugiesischsprachiger Lesekreis statt. Nach der langen Corona-Pause starten wir jetzt endlich neu.

Wir treffen uns das nächste Mal am Mittwoch, 18. Mai, 19.00 Uhr hier in der Buchhandlung und werden dann über den neuen Roman Naufrágio des portugiesischen Autors  João Tordo sprechen. Anmeldungen für den Lesekreis (falls Sie nicht ohnehin schon regelmäßig teilnehmen) gerne per Mail an info@tfmonline.de

Naufrágio ist in der Buchhandlung erhältlich.

Buchhandlung TFM, Frankfurt

Desde 2014 encontrámo-nos regularmente na TFM para falar sobre livros de autores de língua portuguesa. Após um longo intervalo sem tertúlia devido à pandemia, voltamos aos nossos encontros regulares. Se quiser participar, envie-nos um e-mail para info@tfmonline.de. O próximo encontro será no dia 18 de maio, às 19h00. Vamos falar sobre o livro Naufrágio do autor português João Tordo. Os livros estão disponíveis na livraria.

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Paulo Moura: Ferner Westen

Eine weitere Frühjahrsneuerscheinung ist vor kurzem bei uns eingetroffen. Das Reisereportagen-Buch Ferner Westen von Paulo Moura ist in einer sehr schönen Ausgabe im Hamburger Mare Verlag erschienen und wurde von Kirsten Brandt ins Deutsche übersetzt.

Paulo Moura ist ein bekannter portugiesischer Journalist, der sonst als Kriegsberichterstatter ferne Länder bereist. Für Ferner Westen (Originaltitel: Extremo Ocidental), hat er sich 2016 auf den Weg gemacht, die eigene Heimat zu erkunden: mit dem Motorrad immer an der Küste entlang, von der Costa Verde bis in den Südosten der Algarve. Die Reisereportagen sind zunächst in der portugiesischen Tageszeitung Público erschienen, später dann im Buch Extremo Ocidental.

Er begleitet die Hafenarbeiter von Lissabon und die Fischer von Sesimbra bei ihrer harten Arbeit und erzählt von den portugiesischen Literaten, die im 19. Jahrhundert den vornehmen Badeort Figueira da Foz für sich entdeckten. In Tamera trifft er auf eine Kolonie deutscher Aussteiger, im kleinen Dorf Afife stößt er auf ein verlassenes Tanztheater.

Ferner Westen ist eine interessante Lektüre für Portugalreisende, die sich auch abseits bekannter Pfade bewegen wollen.

Original und Übersetzung gibt es wie immer bei uns in der Buchhandlung.

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Prémio Literário Correntes d’Escritas geht an Luísa Costa Gomes

Das größte Literaturfestival Portugals, die Correntes d’Escritas im nordportugiesischen Póvoa de Varzim wurde heute traditionell mit der Bekanntgabe des Preisträgers des mit 20.000 Euro dotierten Prémio Literário Casino da Póvoa eröffnet.

In diesem Jahr wird der Preis an die portugiesische Autorin Luísa Costa Gomes verliehen. Die Jury (Ana Pereirinha, Carlos Vaz Marques, Isabel Lucas​, Isabel Pires de Lima und Carlos Quiroga) zeichnete sie für ihren Erzählband Afastar-se (erschienen bei Dom Quixote 2021) aus.

Die 13 Erzählungen dieses Buches haben alle mit dem Wasser zu tun und entstanden im Laufe von fünf Jahren. Luísa Costa Gomes (*1954) ist bekannt für die kurze Prosaform, gilt aber gleichzeitig auch als eine der renommiertesten Theaterautorinnen Portugals.

Bücher von Luísa Costa Gomes finden Sie bei uns in der Buchhandlung.

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Leipziger Buchmesse fällt aus

In diesen Tagen der Pandemie liegen Vorfreude (bis gestern) und Enttäuschung (seit heute Mittag) oft dicht beieinander. Objektiv gesehen, war natürlich schon in den letzten Tagen die Ausrichtung der Leipziger Buchmesse sehr unsicher geworden. Zwar hatte der Freistaat Sachsen die Ausrichtung von Messen wieder erlaubt, aber vielen angemeldeten Verlagen war die aktuelle Lage dann doch zu unsicher, sodass sie ihre Teilnahme abgesagt haben.

Wir haben natürlich besonders für Portugal und die portugiesischsprachigen Literaturen bis zuletzt die Daumen gedrückt. Erst gestern gab es noch eine sehr schöne Veranstaltung für Buchhändlerinnen und Buchhändler, auf der die wichtigsten Neuerscheinungen präsentiert wurden.

Auch wenn es im Moment etwas schwer fällt, neue Motivation zu finden, wollen wir versuchen, den neuen Büchern in den nächsten Tage und Wochen, hier Raum zu geben. Es wäre einfach zu schade, wenn die spannenden Titel, die schon erschienen sind und in den nächsten Wochen noch veröffentlicht werden, komplett untergehen.

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Prémio Correntes d’Escritas 2022- Die Finalisten

Alljährlich im Februar findet das größte portugiesische Literaturfestival Correntes d’Escritas in der nordportugiesischen Stadt Póvoa de Varzim statt, in diesem Jahr vom 22. bis 26. Februar. Inwiefern ein „normales“ Festival möglich sein wird, das ja vom Zusammentreffen vieler Autorinnen und Autoren mit dem Publikum lebt, ist noch sehr unsicher.

Dass aber wieder der Literaturpreis Prémio Literário Casino da Póvoa  vergeben wird, steht natürlich fest. Ausgezeichnet wird in diesem Jahr ein Prosawerk, das in den letzten beiden Jahren erschienen ist. Die vierzehn Titel umfassende Shortlist wurde Ende letzter Woche bekannt gegeben und enthält folgende Titel:

A Lição do Sonâmbulo, Frederico Pedreira

A Melhor Máquina Viva, José Gardeazabal

Afastar-se, de Luísa Costa Gomes

Autobiografia, José Luís Peixoto

Chuva Miúda, Luís Landero

Hífen, Patrícia Portela

Livro de Vozes e Sombras, João de Melo

Maremoto, de Djaimilia Pereira de Almeida

Marrom e Amarelo, Paulo Scott

O gesto que fazemos para proteger a cabeça, Ana Margarida Carvalho

O Mapeador de Ausências, Mia Couto

O Osso do Meio, de Gonçalo M. Tavares

Os Doentes do Doutor García, Almudena Grandes

Quartos de Final e Outras Histórias, Cláudia Andrade.

Der Siegertitel des mit 20.000 Euro dotierten Preises wird zur Eröffnungsveranstaltung der Correntes nach einer abschließende Jurysitzung bekanntgegeben. Die Übergabe des Preises erfolgt zum Abschluss des Festivals. Im letzten Jahr wurde Maria Teresa Horta für den Gedichtband Estranhezas geehrt.

Eine ganze Reihe der nominierten Titel haben wir hier in der Buchhandlung vorrätig, und es versteht sich von selbst, dass wir alle anderen bestellen können.

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