Monatsarchiv: September 2021

Auszeichnet: André Carrilho und Sebastião Salgado

Der portugiesische Autor und Illustrator André Carrilho erhält den Prémio Nacional de Ilustração, der in diesem Jahr zum 25.Mal verliehen wird. Ausgezeichnet wird er für das im letzten Jahr erschienene Kinderbuch A Menina dos Olhos Ocupados. Darin geht es um ein Mädchen, das seine Augen nicht vom Bildschirm des Mobiltelefons losreißen kann, bis es eines Tages kaputt geht und sie plötzlich jede Menge Spannendes in der direkten Umgebung entdeckt. Das Buch entstand im Laufe eines Jahres, die Illustrationen bestehen fast ausschließliche aus Aquarellen.

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird von der portugiesischen Direktion für Buch, Bibliotheken und Archive verliehen und ist mit einer Teilnahme an der Kinder- und Jugendbuchmesse in Bologna verbunden.

Ebenfalls heute bekanntgegeben wurden die Preisträger des Kunstpreis Praemium Imperiale. Ihn erhalten in diesem Jahr der brasilianische Fotograf Sebastião Salgado (aus Preisträger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels) und der US-amerikanische Cellist Yo-Yo Ma. Die japanische Auszeichnung geht zudem an den US-Künstler James Turrell und den australischen Architekten Glenn Murcutt. Der Praemium Imperiale wird jährlich von der Japan Art Association verliehen.

Von Sebastião Salgado erschien zuletzt der monumentale Bildband Amazônia.

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Carla Bessa: Urubus – neu auf Deutsch

2020 wurde der Erzählband Urubus der brasilianischen Autorin Carla Bessa mit dem Prêmio Jabuti in der Kategorie „Erzählung“ ausgezeichnet. Nun, schon ein Jahr später, was für eine Übersetzung aus dem Portugiesischen ein sehr kurzer Zeitraum ist, liegt schon die deutsche Übersetzung von Lea Hübner vor.

In Urubus (die deutsche Bedeutung ist „Aasgeier“ und es ist insofern schön, dass der brasilianische Originaltitel beibehalten wurde) geht es um individuelle Geschichten vom Rand der Gesellschaft – Straßenkinder, die auf einer Müllhalde leben, ein Busfahrer, der überfallen wird, ein Transvestit, der sich unglücklich verliebt – und dennoch kreuzen sich die Wege der Figuren immer wieder.

Martina Kopf hat noch für die Originalausgabe eine begeisterte Kritik geschrieben.

Carla Bessa wurde 1967 in Rio geboren, studierte dort Schauspiel und kam schon 1991 nach Deutschland. Heute lebt sie in Berlin Sie übersetzt selbst aus dem Deutschen ins Portugiesische und hat unter anderem Max Frisch und Christa Wolf übertragen.

Lea Hübner übersetzt aus dem Spanischen und Portugiesischen, unter anderem die Graphic Novel Cumbe von Marcelo d’Salete

Carla Bessa: Urubus. Transit 2021, 16 EUR

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