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Neuerscheinungen aus Brasilien

Eine ganze Reihe von spannenden neuen Büchern sind in dieser Woche aus Brasilien eingetroffen.. Von Itamar Vieira Júnior, dessen Roman Torto Arado in den vergangenen Jahren zahlreiche Preise gewonnen hat, ist ein neuer Erzählband erschienen. In Doramar ou a Odisseia sind insgesamt 12 Erzählungen enthalten, die vor und nach dem Erfolg von Torto Arado geschrieben wurden und thematische Bezüge zum Roman haben.

Drei längere Erzählungen enthält das neue Buch von O Deus das Avencas von Daniel Galera, der 2013 mit dem Roman Flut (Barba ensopada de sangue, übersetzt von Nicolai von Schweder-Schreiner) eines der erfolgreichsten Bücher des Brasilienschwerpunkts der Frankfurter Buchmesse hatte. In der ersten, titelgebenden Erzählung schließt sich ein Ehepaar in Erwartung der Geburt seines ersten Kindes zu Hause ein und stürzt in eine wachsende Ungewissheit, die sowohl die eigene Zukunft als auch das Schicksal des Landes betrifft.

Die Handlung von Tatiana Salem Levys Roman aufrüttelnden Roman Vista Chinesa spielt 2014 in einem euphorisierten Brasilien am Vorabend der Fußballweltmeisterschaft und der Olympischen Spiele. Die Architektin Júlia wird im Wald von Rio de Janeiro Opfer einer Vergewaltigung und schildert in einem langen Brief an ihre Kinder, wie sich das Leben von einen Moment auf den anderen verändert. Eine deutsche Übersetzung ist bereits in Planung.

Corona hat seine Spuren im neuen Roman O último gozo do mundo von Bernardo Carvalho, von dem zuletzt auf Deutsch Berliner Tagebuch erschien. Die Protagonistin des Romans, deren Ehe zerbrochen ist, reist mit ihrem Sohn ins tiefste Landesinnere Brasiliens zu einem Mann, der die Zukunft vorhersagen kann, nachdem er ein bedrohliches Virus überlebt hat.

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Prémio Oceanos geht an Itamar Vieira Junior

Itamar Vieira Júnior: Torto Arado

Itamar Vieira Junior ist erneut für seinen Roman Torto Arado (veröffentlicht in Portugal bei Leya und in Brasilien bei Todavia) ausgezeichnet worden.

Nach dem Prémio Leya 2018 und dem Prêmio Jabuti in diesem Jahr, erhielt er gestern auch noch den Prêmio Oceanos.

Torto Arado erzählt die Geschichte der Schwestern Bibiana e Belonísia, die als Töchter von Arbeitern einer Fazenda im Sertão von Bahia aufwachsen. Im Erwachsenenalter trennen sich ihre Wege. Das Buch besticht durch seine klare Sprache und nimmt Anleihen an großen Vorbildern der brasilianischen Literatur wie Guimarães Rosa oder Raduan Nassar.

Den zweiten Preis erhielt Djaimilia Pereira de Almeida für ihren Roman A Visão das Plantas. Sie war im vorigen Jahr die Hauptpreisträgerin, damals ausgezeichnet für Luanda, Lisboa, Paraíso.

Der dritte Preis erhielt die brasilianische Autorin Maria Valéria Rezende für Carta à rainha louca.

Der Preis ist insgesamt mit ca. 40.000 Euro dotiert, der auf die einzelnen Prämierten verteilt wird.

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Prêmio Jabuti 2020

Der Prêmio Jabuti ist der bedeutendenste brasilianische Literaturpreis und wird in 20 verschiedenen Kategorien vergeben. Die Preisträger wurden gestern Abend im Rahmen einer Onlinepreisverleihung bekanntgegeben.

Itamar Vieira Júnior: Torto Arado

In der Kategorie „Roman“ wurde in diesem Torto Arado von Itamar Vieira Junior ausgezeichnet (Verlag Todavia; in Portugal bei Leya erschienen und auch schon mit dem Prémio Leya prämiert). Er setzte sich unter anderem gegen Essa Gente von Chico Buarque und Marrom e Amarelo von Paulo Scott durch.

Buch des Jahres und gleichzeitig Preisträgerin in Lyrikkategorie wurde Solo para vialejo von Cida Pedrosa.

Weitere Preisträger sind u.a. Raphael Montes für den Krimi Uma mulher no escuro und Otávio Junior für das Kinderbuch Da minha janela.

Alle anderen Preisträger (u.a. für Kinderbuch, Biographie, bestes Cover etc.) lassen sich hier einsehen.

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TFM – im Podcast-Interview

tfm_centro_do_livro_frankfurt, copyright andreas_winter_tfm

copyright TFM

Ziemlich spontan haben wir uns in dieser Woche mit CfFaust von den Podcast-Analphabeten zum Interview hier in der Buchhandlung verabredet. Herausgekommen ist ein gut halbstündiges Gespräch über die Arbeit von TFM, Lesungen und andere geplante Veranstaltungen und aktuelle Buchempfehlungen, von José Eduardo Agualusa und José Luís Peixoto über Dulce Maria Cardoso bis zu João Ubaldo Ribeiro. Wenn Sie ein bisschen Zeit haben, hören Sie doch mal rein, hier geht’s direkt zum Podcast und hier zum Blog der Podcastanalphabeten, die übrigens jede Woche neue interessante Beiträge zu Kultur und Literatur veröffentlichen.

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Prémio LeYa geht an Itamar Vieira Junior

Der mit 100.000 Euro dotierte Prémio LeYa, der von der gleichnamigen portugiesischen Verlagsgruppe für bisher unveröffentlichte Texte verliehen wird, geht in diesem Jahr an denbrasilianischen Autor Itamar Vieira Junior.

Er erhält den Preis für den Roman Torto Arado,  der sich mit der Unterdrückung der Frau auseinandersetzt. Das Buch wird aller Voraussicht nach noch in diesem Jahr erscheinen. Die Jury unter Vorsitz von Manuel Alegre hob besonders hervor, in welch hervorragender Weise das ländliche Umfeld Brasiliens und seine patriarchalen Strukturen beschrieben werden.

Itamar Vieira Junior wurde 1979 in Salvador, Bahia geboren. Er ist Schriftsteller, Geograph und promovierte in Ethnologie (Estudos Étnicos Africanos) an der Universidade Federal de Bahia.  Er hat bisher zwei Bände mit Erzählungen veröffentlicht („Dias“, 2012 und „A oração do carrasco“ 2017).  Für den São Paulo Review schreibt er regelmäßig Kolumnen. Sein 2017 erschienenes Buch A oração do carrasco ist für den diesjährigen Prêmio Jabuti in der Kategorie Erzählung nominiert.

Weitere Informationen zur Preisträgerin in der portugiesischen Presse:

Diário de Notícias

Observador

 

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