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Buchmesse 2020

Frankfurter Buchmesse - special edition

In anderen Jahren steckten wir in diesen Tagen mitten in den Vorbereitungen für die Frankfurter Buchmesse und unseren jährlichen Messestand – Kisten würden gepackt, Termine vorbereitet und die Buchhandlung für Lesungen aus- und aufgeräumt. Normalerweise herrschte also eine große angespannte Vorfreude auf all die Menschen, die man nur einmal im Jahr im Oktober sieht, aber in diesem Jahr ist nichts so recht normal. Die Buchmesse findet statt – in einer Special Edition, wie es so schön heißt, weitestgehend digital mit einigen Präsenzveranstaltungen wie Bookfest und OpenBooks hier in der Stadt, mit vielen Fernsehübertragungen, Livestreams, Zoomkonferenzen. Das alles kann den persönlichen Kontakt nicht ersetzen, aber Lamentieren hilft nichts, und deshalb möchten wir Sie hier auf zwei Veranstaltungen der nächsten Woche aufmerksam machen, an den portugiesischsprachige Autorinnen und Autoren zumindest virtuell beteiligt sind:

African Perspectives

Anlässlich des 40. Jubiläums von Litprom e.V. veranstalten die KfW Stiftung und Litprom gemeinsam das Symposium African Perspectives — Writers and Literary Experts in Conversation: Autor*innen, Verleger*innen und Expert*innen diskutieren über die Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte und ihre Visionen für die Zukunft.

Die Veranstaltung wird am Montag, dem 12. Oktober ab 14 Uhr auf dem Youtube-Kanal von Litprom sowie den Kanälen der KfW-Stiftung und der Frankfurter Buchmesse in englischer Sprache mit deutschen Untertiteln ausgestrahlt und stehen dann zu Ihrer Verfügung.

Unter anderem gibt es ein Symposium mit renommierten Schriftsteller*innen und Kulturschaffenden:

Podiumsdiskussionen mit Hemley Boum (Kamerun/Frankreich), José Eduardo Agualusa (Angola/Portugal), Colleen Higgs (Südafrika), Nii Parkes (Ghana/GB), Maaza Mengiste (Äthiopien/USA), Yvonne Adhiambo Owuor (Kenia), Petina Gappah (Simbabwe), moderiert von Anna Jäger (Savvy Contemporary in Berlin).

Das vollständige Programm u.a. mit einer Keynote von NGŨGĨ WA THIONG’O finden Sie hier

Anmelden können Sie sich auch zu einem virtuellen Get-together via Zoom.

978859834974997898967155199788582056561

Am Mittwoch, dem 14. Oktober 19.30-21.00 Uhr findet im Instituto Cervantes die Veranstaltung Black Books Matter – Stimmen aus Brasilien organisiert von der Literarischen Agentur Mertin statt.

Etwa die Hälfte der Bevölkerung Brasiliens zählt zu den People of Colour, doch das Bild der scheinbar gleichberechtigt zusammenlebenden Ethnien war schon immer ein Mythos. Auf dem Buchmarkt stellten schwarze AutorInnen bis vor Kurzem eine Ausnahme dar, jetzt stürmen sie die Bestsellerlisten mit Themen, die die Menschen beschäftigen: Ausgrenzung und Benachteiligung aufgrund dunkler Hautfarbe und krausen Haares.Drei AutorInnen aus Brasilien werden uns zugeschaltet und diskutieren über ihre Erfahrungen.

Es diskutieren Paulo Scott, Bianca Santana und Silvio Almeida unter der Moderation von Nicole Witt und Michael Kegler. Die Veranstaltung findet in portugiesischer Sprache statt und wird simultan gedolmetscht. Tickets gibt es hier.

Am Samstag, dem 17. Oktober 21.00-21.15 Uhr sprechen die portugiesischen Schriftstellerinen Dulce Maria Cardoso und Margarida Vale de Gato in einem 15-minütigen Film über weibliches Schreiben in der portugiesischen Literatur. Dieser Film ist bei Bookfest Digital zu sehen.

Im kompletten Veranstaltungskalender der Frankfurter Buchmesse können Sie hier stöbern.

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Neue Bücher im Herbst – Teil 1

Traditionell veröffentlichen die Verlage im Herbst besonders viele Neuerscheinungen, das ist auch in diesem Jahr nicht anders, obwohl die Produktion insgesamt natürlich etwas geringer ausfällt als gewöhnlich. In Lissabon ist vor kurzem die diesjährige Buchmesse zu Ende gegangen, die trotz Corona stattfinden konnte – denn es ist eine Messe im Freien, was alles ein wenig einfacher macht.  Viele Autorinnen und Autoren waren vor Ort.

José Eduardo Agualusa: Os Vivos e os OutrosHier ein erster Überblick über die Titels des Herbstes:

José Eduardo Agualusa: Os vivos e os outros, 24,80 EUR

Wüsste man nicht, dass José Eduardo Agualusas neuer Roman bereits Ende 2019 zu Ende geschrieben wurde, könnte man ihn glatt für einen der ersten neuen „Pandemieromane“ halten, die jetzt vielleicht entstehen.
Auf der mosambikanischen Insel – Ilha de Moçambique findet ein afrikanisches Schriftstellertreffen statt. Am Ende des ersten Tages fallen Telefon und Internet aus, die Verbindung zum Festland ist wegen eines Unwetters gekappt. Es folgen an den nächsten Tagen eine Reihe von merkwürdigen Begebenheiten, die die Grenzen zwischen Realität und Fiktion, Vergangenheit und Zukunft in Frage stellen. Regelmäßige Agualusa- Leser und Leserinnen werden bekannte Figuren wiederentdeckenTeresa Veiga: Cidade Infecta.

Teresa Veiga: Cidade infecta, 19,50 EUR
In einer Kleinstadt im Landesinneren wird eine Frau ermordet. Die Gemächlichkeit des Alltags ist dahin, in den Gassen machen sich nachts verdächtige Schatten breit. Raquel und Anabela, die nicht viel mehr gemeinsam haben als einen Informatikkurs, den sie beide besuchen, freunden sich an. Als sie sich gerade ihre intimsten Geheimnisse anvertrauen wollen, wird die Stadt von einer neuen Tragödie heimgesucht.

Bode Inspiratório/Escape GoatBode Inspirátorio/Escape Goat, 23,80 EUR
Ein Fortsetzungsroman aus der Feder von vierzig portugiesischen Autorinnen und Autoren, entstanden in der Quarantäne am Anfang der Covid-Pandemie. Mit Beiträgen unter anderem von Afonso Cruz, Afonso Reis Cabral, Ana Luísa Amaral, Inês Pedrosa, Gonçalo M. Tavares, Isabela Figueiredo oder Rui Zink.

Manuel Jorge Marmelo: Tropel, 20,50 EURManuel Jorge Marmelo: Tropel
In einem fiktiven Land machen Dorfleute Jagd auf Einwanderer. Die Grausamkeit macht aber auch vor den Einwohnern nicht halt. Eine archaische, hochaktuelle Parabel.

Ondjaki: O livro do deslembramento, 22,30 EUR
Ondjaki: O livro do deslembramentoFast 8 Jahre hat sich Ondjaki für seinen neuen Roman Zeit genommen, der inhaltlich an Titel wie „Bom dia, camaradas“ oder „Avódezanove e o segredo do Soviético“ anknüpft. Das Buch spielt in Luanda am Ende der 1980er, Anfang der 1990er Jahre und speist sich aus den Erinnerungen Ondjakis an seine eigene Kindheit und Jugend. In Luanda entstehen eine Vielzahl von Geschichten, und schon der Titel – etwa „Das Buch des „Nicht-Erinnerns“ lässt auf die große Fabulierlust Ondjakis hoffen.

Miguel Szymanski: O Grande Pagode, 23,30 EUR
Marcelo Silva, Journalist und Ermittler im neuen Roman von Miguel Szymanski, ermitteln in seinem zweiten Fall erneut in Lissabon. Am Tejo ankert die Superjacht eines chinesischen Milliardärs, eine „historische Vereinbarung“ zwischen Portugal und China steht kurz vor der Unterzeichnung, als eine wichtige Ministerin plötzlich zurücktreten muss und ein Mord passiert. Auch der zweite „Politkrimi“ von Miguel Miguel Szymanski: O Grande PagodeSzymanski bietet neben spannender Unterhaltung Denkanstöße zu aktuellen Fragen.

Auch in deutschen Verlagen erscheinen in den nächsten Wochen einige interessante Neuerscheinungen schon im Hinblick auf die Buchmesse in Leipzig im kommenden Jahr, bei der Portugal Gastland sein wird. Die Messe wurde gerade auf Ende Mai verschoben, in der Hoffnung, dass dann bei besserem Wetter gegebenenfalls auch viele Veranstaltungen im Freien werden stattfinden können. Mehr dazu gibt es demnächst hier im Blog, ebenso wie Tipps zu spannenden Novitäten aus Brasilien.

Alle vorgestellten Titel können Sie in unserer Buchhandlung kaufen, sowohl vor Ort als natürlich auch online. Ein Blick auf unsere Webseite lohnt immer, jeden Tag kommen neuen Bücher hinzu.

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José Eduardo Agualusa: Os Vivos e os Outros

José Eduardo Agualusa: Os Vivos e os OutrosWüsste man nicht, dass José Eduardo Agualusas neuer Roman Os Vivos e os Outros bereits Ende 2019 zu Ende geschrieben wurde, könnte man ihn glatt für einen der ersten neuen „Pandemieromane“ halten, die jetzt vielleicht entstehen. Daniel Benchimol, den regelmäßige Agualusa-Leserinnen und Leser schon aus den vorangegangenen Romanen Teoria Geral do Esquecimento und A Sociedade dos Sonhadores Involuntários kennen, lebt zu Beginn des neuen Romans seit einiger Zeit mit Moira auf der kleinen Ilha de Moçambique. Die Insel befindet sich einige Kilometer von der Küste entfernt in der mosambikanischen Provinz Nampula. Moira ist im neunten Monat schwanger und hat ein afrikanisches Literaturfestival organisiert, das auf der Insel stattfindet und zu dem Autorinnen und Autoren unter anderem aus Angola, Moçambique und Nigeria angereist sind. Alle tragen fiktive Namen, Ähnlichkeiten mit lebenden Schriftstellerinnen und Schriftstellern sind aber nicht ganz unbeabsichtigt. Die Handlung erstreckt sich über sieben Tage. Am Ende des ersten Tages fallen alle Telefon- und Internetverbindungen aus und auch die Verbindung über die Brücke zum Festland scheint unterbrochen. Anfangs sieht es so aus, als wäre die daraus folgende Isolation der Insel die Folge eines schweren Unwetters, doch es folgen eine Reihe von merkwürdigen Begebenheiten, die die Grenzen zwischen Realität und Fiktion, Vergangenheit und Zukunft in Frage stellen. Viel mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden

José Eduardo Agualusa: Os Vivos e os Outros ist ab sofort bei uns in der Buchhandlung und online erhältlich.

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Nehmen Sie den Weg nach Süden – zumindest in Gedanken

Nehmen Sie den Weg nach SüdenAuf Reisen gehen ist ja im Augenblick leider nicht möglich, umso besser, dass Bücher uns das Reisen, zumindest in Gedanken derzeit erleichtern.

Eben erschienen ist im Peter Hammer Verlag die Anthologie Nehmen Sie den Weg nach Süden. Eine literarische Reise durch Afrika, die von Anita Djafari und Manfred Loimeier herausgegeben wurde.

Das Buch ist quasi ein Geschenk zum 40. Geburtstag von litprom (gegründet  übrigens wie unsere Buchhandlung 1980). 1980 war also ein besonderes Jahr: Zum ersten Mal präsentierte der afrikanische Kontinent auf der Frankfurter Buchmesse die Vielfalt seiner Literaturen einer internationalen Öffentlichkeit. Mit Litprom – Literaturen der Welt  gründete sich ein Verein, der sich dem Dialog der Kulturen über ihre Literaturen verschrieb und heute vielfältige Aufgaben wahrnimmt, von Übersetzungsförderung über Verlagsberatung bis zur Organisation eines jährlich stattfindenden Literaturfestivals

In der neuen Anthologie sind nun Texte bedeutender afrikanischer Autorinnen und Autoren vereint, und auch das lusophone Afrika ist namhaft vertreten. Freuen Sie sich auf Mia Couto, Paulina Chiziane, Bessie Head, Maaza Mengiste, José Eduardo Agualusa, Jamal Mahjoub, Ngugi wa Thiong`o, Koleka Putuma, Patrice Nganang, Sefi Atta.

Das Buch gibt es ab sofort bei uns in der Buchhandlung – derzeit aus bekannten Gründen nur online,  per telefonischer (069-282647) oder Mailbestellung (info@tfmonline.de)

Anita Djafari/Manfred Loimeier (Hg.):Nehmen Sie den Weg nach Süden. Eine literarische Reise durch Afrika, 22 EUR

 

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Internationales Literaturfestival Berlin

José Eduardo Agualusa: Die Gesellschaft der unfreiwilligen TräumerDas diesjährige internationalen Literaturfestivals in Berlin hat mit Grada Kilomba, Djamila Ribeiro, Márcia Tiburi, José Eduardo Agualusa, Rafael Cardoso und Luiz Ruffato eine ganze Reihe von Gästen aus dem portugiesischen Sprachraum.

Hier die Übersicht der Veranstaltungen:

12.09 um 18 Uhr im Kulturquartier Silent Green Luiz Ruffato stellt  Das Buch der Unmöglichkeiten (Assoziation A)

12.09. 19.30 Uhr Kulturquartier Silent Green José Eduardo Agualusa spricht über Die Gesellschaft der unfreiwilligen Träumer ( C.H. Beck). Beide Veranstaltungen werden von Michael Kegler moderiert.

13.09. 18.00 Uhr Instituto Cervantes,  Brasilien unter Bolsonaro mit Luiz Ruffato und der Philosophin Djamila Ribeiro sowie dem Historiker Perry Anderson, moderiert von Danilo Bartelt.

13.09. 19.30 Uhr, Instituto Cervantes,  Brasilien unter Bolsonaro II mit dem Literaturdozent Leonardo Tonus,  Kunsthistoriker und Schriftsteller Rafael Cardoso und der Philosophin, Politikerin und Schriftstellerin Márcia Tiburi 

14.09  16.00-18.00 Uhr James-Simon-Galerie Dekolonisierung von Genealogien mit Grada Kilomba, José Eduardo Agualusa und Luiz Ruffato

Das komplette Programm finden Sie hier: http://www.literaturfestival.com/festival/programm

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Mia Couto und José Eduardo Agualusa mit gemeinsamem Buch

Zwei der bekanntesten Autoren der portugiesischsprachigen Welt, Mia Couto aus Mosambik und José Eduardo Agualusa aus Angola haben vor kurzem in Brasilien erstmals ein Buch veröffentlicht, das sie gemeinsam geschrieben haben. Der Erzählband O Terrorista Elegante e outras histórias (erschienen bei Tusquets in Brasilien) geht auf mehrere gemeinsam verfasste Theaterstücke zurück, die beide Autoren für die Theater „A Barraca“, Lissabon  bzw. Trigo Limpo – ACERT, Tondela geschrieben haben. Für den vorliegenden Band wurden die Stücke zu Erzählungen adaptiert. An die drei Erzählungen schließt sich ein langes, von der Journalisten Anabela Mota Ribeiro ursprünglich für die Tageszeitung Público geführtes, Interview mit beiden Autoren an, in dem sie unter anderem  über ihre Freundschaft, die Kindheit und Schulzeit, Erfahrungen mit Kolonialismus früher und heute, den Prozess des Schreibens und Geschichten Erfindens sprechen.

Der Band O Terrorista Elegante e outras histórias ist ab sofort bei uns in der Buchhandlung und online erhältlich.

Von beiden Autoren sind in letzter Zeit auch Interviews und Besprechungen auf Deutsch erschienen:

BR2 im Gespräch mit José Eduardo Agualusa

Mia Couto im SRF und in der NZZ

Zuletzt erschienen in deutscher Übersetzung:

José Eduardo Agualusa: Die Gesellschaft der unfreiwilligen Träumer, C.H. Beck (Deutsch von Michael Kegler)

Mia Couto: Imani, Unionsverlag (Deutsch von Karin von Schweder-Schreiner).O Terrorista Elegante e outras histórias

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Presseschau – Mísia, Agualusa, Marcelo d’Salete

Zum Wochenende einige Hör- und Lesetipps.

Katrin Wilke stellt in der Reihe „Tonart“ von Deutschlandfunk Kultur Mísias neues Album Pura Vida vor, das eben erschienen ist und auf dem sie eine schwierige Etappe ihres Lebens verarbeitet.

Die brasilianisches Kolonialgeschichte im Comic ist das Thema von Marcelo D’Saletes eben auf Deutsch erschienenen Buchs Angola Janga. Gesa Ufer spricht im Programm Kompressor von Deutschlandfunk Kultur mit der Übersetzerin Lea Hübner, die bereits 2017 das Comic Cumbe übersetzt hat. Beide Bücher sind bei Bahoe Books erschienen.

José Eduardo Agualusa: Die Gesellschaft der unfreiwilligen TräumerBirgit Koß hat für den Deutschlandfunk den angolanischen Schriftsteller José Eduardo Agualusa getroffen und rezensiert seinen neuen Roman Die Gesellschaft der unfreiwilligen Träumer , der in der Übersetzung von Michael Kegler bei C.H. Beck erschienen ist. Beim ORF kann man einen Auszug des Romans in einer szenischen Lesung hören.

Die besprochenen Bücher und CDs gibt es bei uns in der Buchhandlung (teilweise vorrätig, teilweise bestellbar). Im Falle der Bücher bieten wir neben den deutschen Übersetzungen auch die Originalausgaben an.

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Portugiesischsprachige Literatur auf der Leipziger Buchmesse 2019

 

 

Wir besuchen die Leipziger Buchmesse und haben daher an den kommenden Tagen veränderte Öffnungszeiten:

Donnerstag 21.3. , 9.00-13.00 Uhr
Freitag 22.3., 9.00-13.00 Uhr
Am Samstag, 23.3. bleibt die Buchhandlung geschlossen.

Portugal ist dieses Jahr wieder mit einem Nationalstand auf der Leipziger Buchmesse vertreten und stellt vom 20. bis 23. März ein umfangreiches Programm mit Lesungen vor.

Zu Gast sind 10 Schriftsteller portugiesischer Sprache: José Eduardo Agualusa, Afonso Cruz, Ana Margarida de Carvalho, Joana Bértholo, Valério Romão, João Luís Barreto Guimarães, Raquel Nobre Guerra, Luís Castro Mendes, Lucílio Manjate und Mbate Pedro.

2021 wird Portugal Gastland der Leipziger Buchmesse sein, das Programm wird federführend von der Kulturabteilung der Portugiesischen Botschaft in Berlin/Instituto Camões mit Unterstützung anderer Partner organisiert:

PROGRAMM

 


 

Mittwoch, 20. März

21.10 Uhr
Lyrikbuchhandlung, Tapetenwerk
Lützner Strasse 91,
04177 Leipzig

Lesung aus dem Gedichtband Senhor Roubado von Raquel Nobre Guerra (Portugal), erschienen bei hochroth.

„Das Ende der Welt beginnt immer im Café um die Ecke.”

Übersetzung: Odile Kennel

 


 

Donnerstag, 21. März

10.30 – 11.30 Uhr
Forum International und Übersetzerzentrum, Halle 4, Stand C505

Afonso Cruz (Portugal)

A Boneca de Kokoschka – Ein Roman über den Wert der Freundschaft und die Bedeutung des anderen für unsere Identität.

O Princípio de Karenina – In seinem jüngsten Roman imaginiert Afonso Cruz den Brief eines Mannes an seine Tochter, die er nicht kennen lernte und der er sein Leben von Kindestagen an erzählt.

Übersetzung: Marianne Gareis

Lesung und Gespräch
Moderation: Claudia Kramatschek

10.30 – 11.00 Uhr 
Kinder- und Jugend Literatur
Halle 2, Stand H 320

Joana Bértholo (Portugal)
O Museu do Pensamento„Wo bleiben unsere Gedanken, wenn sie uns durch den Kopf gegangen sind? Und woher kommen sie?“Übersetzung: Barbara Bichler
Illustration: Pedro Semeano und Susana DinizLesung und Gespräch
Moderation: Toby Ashraf

11.30 – 13.00 Uhr
Halle 4, Stand Portugal D400

Generation XXI – Literatur aus Mosambik heute:
Lucílio Manjate und Mbate Pedro 
Für wen und über was schreiben junge Schriftstellerinnen und Schriftsteller in Mosambik?Lucílio ManjateBarcolino oder Die traurige Geschichte des Mannes, der nicht sterben kann
Im Fischerdorf steht auf einmal der Tote da. Als Gerücht und leibhaftig geht er durch die Spelunken.Mbate Pedro –Vakuum / Unter der brennenden Stille
nie war die lüge so groß / wie die eukalyptusbäume / und so kommt die poesie ins gedichtÜbersetzung: Michael KeglerLesung und Gespräch
Moderation: Michael Kegler

13.00 Uhr
Leseinsel Junge Verlage
Halle 5, Stand G200

Raquel Nobre Guerra (Portugal) 
Senhor Roubado„Das Ende der Welt beginnt immer im Café um die Ecke“.Neuerscheinungen bei hochroth, eine Lyriklesung verschiedener Autoren.Übersetzung: Odile Kennel

15.00 – 16.00 Uhr
Halle 4, Stand Portugal D400

José Eduardo Agualusa (Angola)
Die Gesellschaft der unfreiwilligen Träumer, erschienen bei C.H. Beck 2019Wenn wir im Schlaf davon träumen, zu schlafen, wachen wir dann in einer helleren Wirklichkeit auf?Übersetzung: Michael KeglerLesung und Gespräch
Moderation: Michael Kegler

16.00 – 17.00 Uhr
Forum International und Übersetzerzentrum, Halle 4, Stand C505

Gespräch mit Verlegern aus dem deutsch- und portugiesischsprachigen Raum
Wie unterscheidet sich die Arbeit des Verlegers – Beispiele aus der Schweiz, Deutschland, Portugal und Mosambik.Mbate Pedro (Mosambik), Zeferino Coelho (Portugal),
Stefan Weidle (Deutschland), Lucien Leitess (Schweiz)Moderation: Markus Sahr

16.30 – 17.00 Uhr
Kinder- und Jugend Literatur
Halle 2, Stand H 320

Afonso Cruz (Portugal)
A Contradição Humana (Der menschliche Widerspruch) wurde vielfach ausgezeichnet.„Der Nachbar aus dem siebten Stock links spielt Klavier, er singt und trifft immer die richtigen Töne. Er hat ungekämmte Haare, und seine Finger sind länger als eine Mathestunde. Aber was mich wirklich beeindruckt: er spielt traurige Lieder und das macht ihn glücklich.“Übersetzung: Viktoria WenkerLesung und Gespräch
Moderation: Toby Ashraf

17.00 – 18.00 Uhr
Halle 4, Stand Portugal D400

Ausblick auf „Portugal Gastland der Leipziger Buchmesse 2021“
Vorstellung der zweiten deutschsprachigen Ausgabe des Jornal de Letras
Vorstellung des Übersetzungs-Förderprogramms für Verlage
Anschließender Empfang

 


 

Freitag, 22. März

10.15 – 11.00 Uhr 
Forum International und Übersetzerzentrum, Halle 4, Stand C505

Lyrik in portugiesischer Sprache – João Luís Barreto Guimarães (Portugal)
Mediterrâneo In Mediterrâneo lustwandelt João Luís Barreto Guimarães durch die europäische Kultur und Geschichte – der Lyrikband wurde 2017 mit dem Nationalpreis für Lyrik António Ramos Rosa ausgezeichnet.Übersetzung: Melanie P. StrasserLesung und Gespräch
Moderation: Dania Schüürmann

11.30 – 12.30 Uhr
Halle 4, Stand Portugal D400

Portugiesischsprachiges Afrika?
Die Literaturen Angolas und Mosambiks eint eine gemeinsame Sprache, was aber noch?Mitwirkende: José Eduardo Agualusa (Angola), Lucílio Manjate (Mosambik), Zeferino Coelho (Portugal)Lesung und Gespräch
Moderation: Michael Kegler, Margrit Klingler-Clavijo

14.00 – 15.00 Uhr 
Forum International und Übersetzerzentrum, Halle 4, Stand C505

Ana Margarida de Carvalho (Portugal)
Não Se Pode Morar nos Olhos de um GatoÜber die Schwierigkeit, selbst in Extremsituationen Klassen- und Rassenvorurteile zu überwinden.Übersetzung: Marianne GareisLesung und Gespräch
Moderation: Christine Watty

16.00 – 16.30 Uhr
Forum International und Übersetzerzentrum, Halle 4, Stand C505

Joana Bértholo (Portugal)
Ecologia (Ökologie)Tausende Worte gibt es auf der Welt für „gemeinsam“, doch wo man für Worte zahlt, ist man einsam.Übersetzung: Barbara BichlerLesung und Gespräch mit dem Verleger Zeferino Coelho.
Moderation: Michael Kegler

18.00 – 19.00 Uhr 
Alte Nikolai Schule
Nikolaikirchhof 2,
04109 Leipzig

José Eduardo Agualusa bei den Europäischen Autoren-Gesprächen
Eine Veranstaltung von Das Blaue Sofa, Bertelsmann, ZDF, Deutschlandfunk Kultur und  3sat, in Kooperation mit C.H.Beck und Camões BerlimModeration: Michael Kegler

19.00 – 20.00 Uhr
Die naTo Leipzig,
Karl-Liebknecht-Straße 46, 04275 Leipzig

Leipzig Liest – Neue Literatur aus Portugal
Afonso Cruz, Joana Bértholo, Ana Margarida de Carvalho, Valério Romão
Fernando Pessoa, José Saramago und Lobo Antunes sind die 3 Schriftsteller, die in Deutschland für die portugiesische Literatur stehen. Aber eine neue Generation von Autoren hat mit originellen und innovativen Werken einen eigenen Platz erobert. Vier Vertreter dieser Erneuerung stellen die neuen Wege vor, die in der Literatur in Portugal heute beschritten werden.Moderation: Jobst Welge, Ricardo Duarte

 


 

Samstag, 23. März

Halle 4, Stand Portugal, D400

Verleger stellen vor…

11.00 Uhr

Viktor Kalinke (Leipziger Literaturverlag) und Markus Sahr (Übersetzer) stellen die Autorin Yvette Centeno vor

11.30 Uhr

Ingo Držečnik (Elfenbein Verlag) stellt Luís de Camões und das Werk Com que Voz vor

12.00 Uhr

Viktor Kalinke (Leipziger Literaturverlag) stellt den Lyriker Luís Filipe Castro Mendes vor

12.30 Uhr

Martin Hielscher (C.H. Beck Verlag) stellt im Gespräch mit Zeferino Coelho die Schriftstellerin Sophia de Mello Breyner vor, anlässlich ihres Geburtstages, der sich 2019 zum hundertsten Mal jährt

14.00 – 15.00 Uhr
Forum International und Übersetzerzentrum, Halle 4, Stand C505

Valério Romão (Portugal)

O da Joana – Das Buch ist der zweite Band der Trilogie „Paternidades Falhadas“ und erzählt über das körperliche, psychologische und emotionale Leid einer Frau, die nur Mutter sein wollte.

Autismo – Von autobiographischen Erfahrungen ausgehend, erzählt uns der Autor wie die von der Krankheit zerbrochenen Erwartungen eines Paares die eigene Beziehung aushöhlen.

Übersetzung und Moderation: Markus Sahr

19.00 – 21.30 Uhr
Café Tunichtgut, Kolonnadenstraße 5,
04109 Leipzig

Niemerlang Lyrik-Spezial zur Leipziger Buchmesse 

1. Tom Schulz (Hanser Berlin)
2. Alexander Graeff (Verlagshaus Berlin)
3. Raquel Nobre Guerra (hochroth)
4. João Luís Barreto Guimarães (Quetzal)

Übersetzung: Odile Kennel, Melanie P. Strasser, Dania Schüürmann

Lesung und Gespräch
Moderation: Janin Wölke, Sibylla Vričić Hausmann, Carl-Christian Elze, Christian Kreis

20.00 Uhr
Leipziger Literaturverlag, Brockhausstraße 56,
04229 Leipzig

Leipziger Literaturverlag: Übersetzernacht im Verlag
Luís Filipe Castro Mendes (Portugal)
Übersetzung: Ilse PollackModeration: Viktor Kalinke

Das vollständige Programm finde Sie auch  hier zum Herunterladen.

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Druckfrisch – Agualusa: Die Gesellschaft der unfreiwilligen Träumer

Gestern druckfrisch vom Verlag C.H.Beck eingetroffen ist der neue Roman von José Eduardo Agualusa: Die Gesellschaft der unfreiwilligen Träumer (A Sociedade dos Sonhadores Involuntários) in der bewährten Übersetzung von Michael Kegler.

Der Roman hat mehrere Hauptfiguren, eine, den angolanischen Journalist Daniel Benchimol, kennen wir schon aus dem preisgekrönten Roman Eine allgemeine Theorie des Vergessens.

Benchimol, frisch und unschön geschieden, träumt immer wieder von einer aparten, eleganten Frau, dann findet er eine Kamera und entdeckt Fotos, auf denen eben diese Frau zu sehen ist, die Künstlerin Moira, die sich mit der Darstellung von Träumen beschäftigt.
Benchimols Freund, der ehemalige Guerillero und Hotelier Hossi, kann selbst nicht mehr träumen, taucht aber regelmäßig in den Träumen anderer auf, was sogar den kubanischen Geheimdienst auf den Plan ruft, der ihn zeitweilig entführt. Benchimols Tochter Lúcia schließlich träumt von einer freien Gesellschaft, demonstriert mit ihren Freunden gegen die autoritäre Regierung, wandert ins Gefängnis und geht in den Hungerstreik. Ihr Vater setzt alles in Bewegung, um sie zu befreien.

Wie auch schon in früheren Romanen gelingt Agualusa in diesem gut lesbaren, dialogreichen Roman  eine gelungene Verknüpfung aktueller Themen mit phantasievollen, poetischen Handlungssträngen.

 Die Gesellschaft der unfreiwilligen Träumer finden Sie natürlich in unserer Buchhandlung vor Ort und online, ebenso wie viele weitere Romane Agualusas im Original und in deutscher Übersetzung.

José Eduardo Agualusa wird seinen neuen Roman im März auf der Leipziger Buchmesse vorstellen.

José Eduardo Agualusa: Die Gesellschaft der unfreiwilligen Träumer, C.H.Beck 2019, 22,00 EUR

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Neue Taschenbücher im Unionsverlag

Die Romane Das Lachen des Geckos (O vendedor de passados) von José Eduardo Agualusa und Die Stadt mit der roten Pelerine von der derzeit im Frankfurter Exil lebenden türkischen Autorin Aslı Erdoğan sind jetzt wieder lieferbar. Beide Romane wurden vom Schweizer Unionsverlag neu aufgelegt.

Der von Michael Kegler übersetzte Roman Das Lachen des Geckos wurde ursprünglich im A1-Verlag veröffentlicht und hat zahlreiche Preise erhalten. Die Hauptfigur Félix Ventura geht einer ungewöhnlichen Tätigkeit nach: Er handelt mit erfundenen Vergangenheiten. Seine Kunden sind Minister, Landbesitzer und Generäle, Menschen der neuen angolanischen Oberschicht. Sie alle blicken in eine gesicherte Zukunft, was ihnen jedoch fehlt, ist eine glanzvolle Vergangenheit. Ventura erstellt neue Stammbäume für sie  und stattet sie mit einem makellosen Vorleben aus.
Doch dann kommt ein Fremder und beauftragt Ventura, ihm nicht nur eine neue Vergangenheit, sondern eine völlig neue angolanische Identität zu verschaffen. Venturas Schöpfung auf den Namen José Buchmann beginnt den Fremden so sehr zu fesseln, dass er sich zunehmend die gefälschten Identität übernimmt und sich auf die Suche nach den Figuren seiner gekauften Vita begibt.

Aslı Erdoğans Roman Die Stadt mit der roten Pelerine spielt in Rio de Janeiro: Stadt des Karnevals, Meisterin im Spiel der Täuschungsmanöver, der Zufälle und der Maskerade. Özgür, eine introvertierte junge türkische Akademikerin, kann sich von der ebenso faszinierenden wie bedrohlichen Stadt nicht lösen. Weit entfernt hat sich dabei die junge Frau von der traditionellen Frauenrolle, wie sie die türkische Gesellschaft vorsieht. Nicht wie eine Touristin führt Özgür den Leser durch die Labyrinthe dieser Metropole, sondern wie eine Migrantin, die das zunächst Fremde als Vertrautes und Eigenes akzeptiert.

Die hier besprochenen Bücher finden wie Sie wie immer bei TFM in der Buchhandlung und in unserem Online-Shop.

 

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