Die Literaturpreis-Saison ist im vollen Gange. Vor wenigen Tagen wurden die Finalisten für den Literaturpreis Prêmio Oceanos (je 5 Titel aus Lyrik und Prosa) bekanntgeben. Insgesamt wurden mehr als 3000 Titel eingereicht. Nominiert sind:
Bei all der Aufregung und Anspannung um den Ausgang der brasilianischen Präsidentschaftswahl haben wir fast aus den Augen verloren, dass jetzt wieder die „Saison der Literaturpreise“ beginnt.
DerPrêmio Jabutiist der bedeutendenste brasilianische Literaturpreis und wird in 20 verschiedenen Kategorien vergeben. Die Preisträger wurden gestern im Rahmen der Preisverleihung bekanntgegeben.
In der Kategorie „literarischer Roman“ wurde in diesem Jahr Meridiana (Companhia das Letras) von Eliane Alves Cruz ausgezeichnet. Der Roman handelt vom sozialen Aufstieg einer schwarzen Familie. Ein kaleidoskopartiger, vielstimmiger Roman, in dem jede Figur – die Mutter, der Vater, die Söhne und die Tochter – ihre eigene Geschichte in der Ich-Form erzählt.
Den Jabuti in der Kategorie Lyrik erhält Alberto Martins für sein neuestes Buch Boris e Mariana (Companhia das Letras). Ausgehend von Briefen, die drei große Dichter des 20. Jahrhunderts miteinander ausgetauscht haben, lässt Alberto Martins in seinem neuen Gedichtband die Stimmen dieser Schriftsteller (Boris Pasternak, Marina Zwetajewa und Rainer Maria Rilke) neu aufleben
Ruy Castro zeichnet darin nach, wie sich die Ereignisse in Europa von 1935-1945 auf den Alltag der Bevölkerung Rio de Janeiros auswirkten. Dazu gehören z. B. die Rationierung lebenswichtiger Güter, die obligatorischen Luftschutzbunker in neuen Gebäuden, Simulationsübungen für Gegenangriffe von U-Booten und das Eindringen nationalsozialistischer und faschistischer Ideen – vielleicht sogar im Nachbarhaus. Fast eine Geschichte des Privatlebens, mit den durch den Krieg hervorgerufenen Veränderungen der Gewohnheiten und der erzwungenen Modernisierung Brasiliens in der Regierungszeit von Getúlio Vargas.
Auch dieses Buch wurde bei Companhia das Letras veröffentlicht.
Alle anderen Preisträger (u.a. für Kinderbuch, Übersetzung, bestes Cover etc.) lassen sich hier einsehen.
Lia Rodrigues Companhia de Danças, Copyright: Sammi Landweer
Unter dem Motto „A Body of Many – Moving Democracy“ laden das Künstler*innenhaus Mousonturm und das Hessische Staatsballett zur 11. Ausgabe des Tanzfestivals Rhein-Main ein. Vom 30. Oktober bis 15. November entfaltet das Festival mit Uraufführungen, gefeierten Gastspielen und starken regionalen Positionen in Darmstadt, Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden ein Panorama tänzerischer Ausdrucksformen.
Als Spotlight Artist des Tanzfestivals Rhein-Main gibt Lia Rodrigues Einblick in ihr Schaffen. Zugleich hat sie weitere brasilianische Künstler*innen eingeladen, mit denen sie sich eng verbunden fühlt. Das Tanzfestival 2026 entfaltet dadurch einen vielschichtigen Einblick in das Werk einer der bekanntesten Choreografinnen Brasiliens, der zugleich über ihr unmittelbares Schaffen hinausgeht.
Atomic Joy Ana Pi / NA MATA LAB So. 1.11. | 18 Uhr & Mo. 2.11. | 20 Uhr Frankfurt LAB — Halle 1
Acht junge Tänzer*innen aus der Pariser Street- und Club-Styles-Szene treffen aufeinander. Mit der Energie von Dance-Battles und Musik von Chassol entsteht eine Choreografie über Freude, Gemeinschaft und die Kraft des Tanzens.
Die brasilianische Performerin und Aktivistin Renata Carvalho erzählt von ihrem Leben als travesti*, von körperlicher Veränderung, gesellschaftlichen Blicken und Diskriminierung. Eine persönliche und politische Performance über Körper, Identität und Selbstbestimmung.
Wo verlaufen Grenzen, und was verbindet uns über sie hinweg? Gemeinsam mit neun Tänzer*innen untersucht die brasilianische Choreografin Lia Rodrigues, wie Grenzen Menschen trennen, aber auch neue Verbindungen entstehen lassen können.
Creation Notebooks (Film) Lia Rodrigues & Companhia de Danças Di. 10.11. | 18 Uhr Künstler*innenhaus Mousonturm — Studio 1
Eine filmische Collage aus Proben, Performances, Fotografien und persönlichen Einblicken. Die Filme erzählen von der künstlerischen Arbeit der brasilianischen Tanzcompagnie und ihrem Leben während der Corona-Pandemie.
Informationen zum Vorverkauf und den Tickets finden Sie hier
Auch in diesem Jahr haben wir bei mainlesen, unserem Frankfurter Netzwerk unabhängiger Buchhandlungen wieder etwas Besonderes vor – den 2.Frankfurter Bookstore Crawl. Die Idee dahinter ist, im Zeitraum vom 31 Oktober. bis 14. November möglichst viele der teilnehmenden Buchhandlungen zu besuchen, insgesamt sind 15 Buchhandlungen dabei. In jeder Buchhandlung gibt es beim Besuch einen Sticker oder Stempel, mindestens 3 davon braucht man, um am Ende an der Verlosung toller Buchpakete teilzunehmen, die von Frankfurter Verlagen, wie z.B. S. Fischer, der Frankfurter Verlagsanstalt oder der Büchergilde zur Verfügung gestellt werden. Wer es schafft, alle 15 Buchhandlungen zu besuchen, nimmt an der Verlosung für eine Büchergutschein in Höhe von 75 EUR teil (einzulösen in einer der teilnehmenden Buchhandlungen).
Der Crawl-Pass liegt ab sofort in allen teilnehmenden Buchhandlungen aus, natürlich auch bei uns. Hier im Blog von mainlesen wird nochmal alles detailliert erklärt. Auf jeden Fall ist das eine tolle Möglichkeit, neben unserer auch einmal andere Frankfurter Buchhandlungen kennenzulernen. Viel Spaß dabei.
Folgende Buchhandlungen sind dabei und freuen sich auf Besuch:
Während der WuB – Woche unabhängiger Buchhandlungen laden wir mal wieder zu einem Buchempfehlungsabend ein. Am Freitag, 6. November, ab 19.30 Uhr verraten wir Ihnen, was es Neues gibt aus dem Buchmarkt, welche Bücher von portugiesischsprachigen Autorinnen und Autoren gerade übersetzt wurden und bei welchen Titeln wir uns eine Übersetzung sehr wünschen würden.
Wir freuen uns auf einen interessanten literarischen Abend mit Ihnen zusammen in entspannter Atmosphäre bei einem Glas Wein. Veranstaltung in deutscher Sprache. Wir stellen übersetzte Bücher und Bücher im portugiesischen Original vor.
Für Ihre Teilnahme bitten wir wegen der begrenzten Teilnehmerzahl um Vorabreservierung per Telefon (069-282647) oder E-mail (info@tfmonline.de) bis zum 03.11.
Den Nobelpreis für Literatur geht in diesem Jahr an die kanadischen Autorin Anne Carson. Das ist natürlich heute, am 13.Oktober, keine Neuigkeit mehr. Aber letzte Woche waren wir auf der Buchmesse und hatten keine Zeit zum Bloggen.
Anne Carson wird ausgezeichnet „für ihr kühnes und erfinderisches Werk, das im spielerischen Dialog mit der klassischen Tradition neue Formen für die zeitgenössische Literatur geschaffen hat“
Das Werk von Anne Carson erscheint in deutscher Übersetzung bei verschiedenen deutschen und österreichischen Verlagen (Matthes&Seitz, Wallstein, Turia+Kant, S. Fischer). Auch in Portugal und Brasilien sind schon zahlreiche Übersetzungen in überwiegend kleinen, unabhängigen Verlagen veröffentlicht worden, die sich jetzt sicher ähnlich freuen wie die Autorin selbst.
Am Samstag, dem 10. Oktober, 15.00 Uhr begrüßen wir Fernando Amado Aymoré an unserem Messestand auf der Frankfurter Buchmesse Halle 3.1 F122.
Fernando Amado Aymoré hat unter dem Pseudonym Sofia Filone vor wenigen Wochen in Brasilien seinen ersten Roman A Letra X. Três Épocas. Um Crime veröffentlicht, den er auf der Buchmesse präsentieren wird.
Letra X ist ein historischer Kriminalroman, der sich über drei Epochen erstreckt vom 16. Jahrhundert über die 1930er Jahre bis in die Gegenwart. Der rote Faden, der die unterschiedlichen Zeitebenen verbindet, ist ein altes, unveröffentlichtes Manuskript, das von Überlebenden des Holocaust an die New Yorker Yeshiva Universität übergeben wurde.
Mitglieder einer extremistischen virtuellen Sekte namens „Para Bellum“ , die über die ganze Welt verstreut sind und auch als „Anhänger des Buchstabens X“ bekannt sind, wollen heute die Veröffentlichung des alten Manuskripts verhindern. Sie verfolgen systematisch alle, die an diesem Projekt an der Yeshiva-Universität beteiligt sind.
Fernando Amado Aymoré, geboren 1969 in Rio de Janeiro, kam zum Studium nach Deutschland und promovierte in Geschichte an der Universität Hamburg. Er ist außerdem vereidigter Übersetzer für die deutsche Sprache. Seit vielen Jahren lebt und arbeitet er in Frankfurt. Aktuell arbeitet Fernando Amado Aymoré am Institut für Romanistik der Goethe-Universität in Frankfurt.
Es passiert nicht allzu oft, leider, dass portugiesische Kinderbücher ihren Weg auf den deutschen Buchmarkt finden. Umso mehr haben wir uns gefreut, jetzt zwei Titel zu entdecken, die einen kleinen Einblick in den sehr innovativen portugiesischen Kinderbuchmarkt geben.
Der Mann mit dem Koffer (Originaltitel: O homem da mala, erschienen bei Tcharan, leider in Portugal vergriffen) von Adélia Carvalho mit Illustrationen von João Vaz de Carvalho wurde von Marianne Gareis ins Deutsche übersetzt und ist im Kraus Verlag erschienen.
Niemand kennt den Namen des Mann oder weiß, woher er kommt oder wohin er gehen wird. Nur ein paar Dinge lassen sich von ihm und seinen Habseligkeiten berichten: er besitzt eine unruhige Uhr, zwei ungleiche Schuhe und einen Hund, der mal groß und dann wieder klein ist. Dazu kommen noch eine sehr lange Nase, ein kaputter Regenschirm sowie ein Buch über Affen. Kurz: seine Welt ist wohltuend schief und wundersam. Das Buch lädt zu einer Bilderbuchreise ein und ist für Kinder ab 3 Jahren geeignet.
Ebenfalls gerade erst entdeckt haben wir Herrn Meer (Original: O Senhor Mar bei Bertrand erschienen), der schon letztes Jahr in deutscher Übersetzung von Annika Klee und Wanda Jakob bei Jupitermond veröffentlicht wurde.
Das Meer – ein Ort voller Abenteuer, Geheimnisse und Wunder. André Carrilho erzählt und illustriert eine berührende Geschichte über die Schönheit und die Zerbrechlichkeit des Ozean -mit eindrucksvollen Bildern und poetischen Worten .
Lissabon war im Sommer 1940 für viele Exilanten und Flüchtlinge die letzte Hoffnung. Viele warteten dort auf eine Fahrt nach Übersee. Doch allein der Weg nach Portugal war schon schwierig bis aussichtslos.
Alexander Smoltzczyk, der seit vielen Jahren hauptsächlich für den Spiegel arbeitet, hat folgt in seiner packenden Erzählung Lissabon 1941 dem Schicksal von Josephine Baker, Otto von Habsburg, Salvador Dali, Heinrich Mann, Hannah Arendt, Marc Chagall, Ian Fleming und vielen anderen.
Ein wichtiges Kapitel widmet sich Aristides de Sousa Mendes, dem portugiesischen Konsul von Bordeaux, der sich über die aus Lissabon kommenden Vorschriften, keine Visa für staatenlos gewordene jüdische Flüchtlinge zu erteilen, hinwegsetzte und somit Tausende vor den Nazis gerettet hat.
Einmal in Lissabon angekommen, treffen die Flüchtlingen aber auch auf sich belauernde britische Spione und deutsche Agenten. Rohstoffeinkäufer suchten große Mengen an Sardinen für Hitlers Heer zu kaufen und wichtiger noch: das seltene und nicht zu ersetzende Wolfram für Granaten, das vor allem in der Serra da Estrela zu finden ist.
Alexander Smoltczyk verwebt die vielen Einzelschicksale zu einem spannenden, chronologisch erzählten Sachbuch – Eine Leseempfehlung!
Die Geschichte vom Grüffelo (auf Portugiesisch je nach Land O Grufalão – in Portugal oder Grufaló– in Brasilien) aus der Feder von Julia Donaldson mit den Illustrationen von Axel Scheffler ist ein absoluter Klassiker der Kinderliteratur. Die erste Geschichte wurde 1999 veröffentlicht und weltweit millionenfach verkauft. 2004 kam der Nachfolger A Filha do Grufalão (Das Grüfello-Kind) auf den Markt und dann passierte mehr als 20 Jahre nichts.
Doch dann hatte Julia Donaldson doch noch eine neue Idee und jetzt ist weltweit der neue Band erschienen und die Grüffelo-Oma kommt zu Besuch. Natürlich ist diese auch sehr hungrig und im Vorfeld des Besuchs sind Grüffelo und Grüffelo-Kind auf der Suche nach Leckerbissen. Die Maus hat natürlich wieder eine Hauptrolle, aber mehr soll hier noch nicht verraten werden.
Es gibt natürlich auch schon eine portugiesische Ausgabe A Avó do Grufalão (in Brasilien: A Vovó Grufaló), die bei uns verfügbar ist bzw. im Falle der brasilianischen Ausgabe bestellt werden kann.
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