Lesetreff – Tertúlia wieder am 2. Dezember

Seit 2014 findet bei uns in der Buchhandlung in regelmäßigen Abständen von 4-6 Wochen ein portugiesischsprachiger Lesekreis statt.

Die letzte Tertúlia in diesem Jahr trifft sich 2. Dezember, 19.00 Uhr hier in der Buchhandlung. Um 19.00 Uhr sprechen wir über den Roman Perdeu-se relógio de senhora der portugiesischen Autorin Alice Brito.

Die Handlung spielt in Portugal während der Salazardiktatur. Wir begleiten drei Frauen in einer farblosen Zeit, unter dem wachsamen Blick der politischen Polizei und einer repressiven Moral, in einem Land, das im Schatten des Kolonialkriegs steht und die Diktatur bereits satt hat.
Durch eine Fügung des Schicksals werden drei Frauen, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben, sich dasselbe Haus teilen, eine Wohnung in der Rua Duque d’Ávila in Lissabon. Und obwohl das Leben jeder einzelnen bis zu diesem Zufall ihren eigenen Weg gegangen war, leben sie alle unter dem Druck der Diktatur. So erzählt es eine scharfsinnige Erzählerin, die die Erinnerung an diese bedrückende Zeit wiederbelebt.

Anmeldungen für den Lesekreis (falls Sie nicht ohnehin schon regelmäßig teilnehmen) gerne per Mail an info@tfmonline.de

Die Bücher sind bestellt und werden aller Voraussicht im Oktober verfügbar sein (Das Buch ist in Portugal gerade im Nachdruck).

Buchhandlung TFM, Frankfurt

Desde 2014 encontrámo-nos regularmente na TFM para falar sobre livros de autores de língua portuguesa. A última tertúlia deste ano encontra-se no dia 2 de dezembro na livraria. Vamos falar sobre o livro Perdeu-se relógio de senhora da escritora portuguesa Alice Brito.

Portugal, anos de fascismo. As vidas de três mulheres vão-se desvendando, inscritas num tempo com pouca cor, sob o olhar vigilante da polícia política e de uma moral repressiva, num país sob a sombra da guerra colonial e já farto da ditadura.

Por um acaso do destino, estas três mulheres, que tinham tudo para não se cruzar, acabarão a partilhar a mesma casa, um apartamento na Duque d’Ávila, em Lisboa. E, embora a vida de cada uma tenha seguido, até ao momento desse acaso, o seu percurso distinto, sobre todas elas pesou a pata da ditadura. Assim no-lo diz uma narradora sagaz, que vai recuperando a memória de como se vivia, alertando para os perigos de não se saber olhar para trás e lembrando Abril, esse mês em que se matou a sede.

Os livros estarão novamente disponíveis em outubro, atualmente o livro está em reimpressão (foi um tal sucesso que se esgotou a tiragem atual).

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Lesetreff – Tertúlia wieder am 21. Oktober

Seit 2014 findet bei uns in der Buchhandlung in regelmäßigen Abständen von 4-6 Wochen ein portugiesischsprachiger Lesekreis statt.

Weiter geht’s nach der Buchmesse am 21. Oktober hier in der Buchhandlung. Um 19.00 Uhr sprechen wir über den Roman Afrocalipse. A Temível Fraqueza dos Insanos des kapverdischen Autors und Sängers Mario Lúcio Sousa.

In einem Land, das zwar nie namentlich genannt wird, aber durch und durch afrikanisch ist, hält der Diktator seit fast vierzig Jahren die Zügel in der Hand, verweigert Wahlen, schaltet Konkurrenten aus und bereichert sich auf Kosten des Elends seines Volkes in unzumutbarem Maße. Wenn uns dieser Präsident nun an jemanden erinnert, dann deshalb, weil sich der Roman ganz offen am Wahnsinn, an der Kleptokratie und am Missbrauch realer Personen (und davon gibt es viele!) orientiert...

Anmeldungen für den Lesekreis (falls Sie nicht ohnehin schon regelmäßig teilnehmen) gerne per Mail an info@tfmonline.de

Die Bücher sind angekommen und liegen zur Abholung (oder Versand) bereit. Die übernächste Tertúlia findet am 2. Dezember statt.

Buchhandlung TFM, Frankfurt

Desde 2014 encontrámo-nos regularmente na TFM para falar sobre livros de autores de língua portuguesa. A próxima tertúlia encontra-se no dia 21 de outubro às 19h na livraria. Vamos falar sobre o livro Afrocalipse. A Temível Fraqueza dos Insanos do escritor caboverdiano Mário Lúcio Sousa.

Num país nunca nomeado, mas africano de gema, o ditador aquece o lugar por quase quarenta anos, recusando eleições, neutralizando os concorrentes, enriquecendo para lá do aceitável à custa da miséria do seu povo. Ora, se este Presidente nos lembra alguém, é porque o romance se inspira assumidamente na insanidade, na cleptocracia e no abuso de personagens reais (e são muitos!)

Os livros já chegaram a livraria.

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Lesung und Gespräch mit Rafael Gallo am 9. Oktober

Rafael Gallo Copyright_Wilian Olivato
Copyright Wilian Olivato

Der brasilianische Autor Rafael Gallo, der im Oktober ein Literaturstipendium der Portugiesischen Botschaft/Instituto Camões in Berlin erhält, kommt zur Frankfurter Buchmesse, die in diesem Jahr vom 7. bis 11. Oktober stattfindet.

Wir freuen uns auf eine Lesung mit Gespräch mit Rafael Gallo am Freitag, dem 9. Oktober, 20.00 Uhr bei uns in der Buchhandlung.

Moderation und Übersetzung: Michael Kegler. Der Eintritt ist frei. Wir danken der Portugiesischen Botschaft/Instituto Camões für die Unterstützung.

Rafael Gallo: Dor Fantasma

Rafael Gallo wurde 1981 in São Paulo, Brasilien, geboren und lebt derzeit in Lissabon. Er ist Autor des Romans „Dor fantasma“, der 2022 mit dem Prémio Saramago ausgezeichnet wurde (Porto Editora/Biblioteca azul); des Romans „Rebentar“ (Porto Editora/Record), Gewinner des São-Paulo-Literaturpreises und zweier weiterer Erzählbände. Darüber hinaus hat er zahlreiche Texte in Anthologien und Sammelbänden veröffentlicht, unter anderem in Frankreich, den Vereinigten Staaten, Kuba, Ecuador und Mosambik.

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Stipendium in Berlin für Rafael Gallo

Aufgrund von kurzfristigen Hindernissen wird die 11. Literarische Residenz in Berlin an den Zweitplatzierten der Ausschreibung, den brasilianischen Autor Rafael Gallo, erteilt.

Während seines Aufenthalts in Berlin wird der Rafael Gallo den Roman „Os pesadelos herdados“ (Vererbte Alpträume) weiterentwickeln. Die Recherche in Berlin über Menschen, die während des Nazi-Regimes aufgrund ihres psychischen oder kognitiven Zustands verfolgt und getötet wurden, wird ein wichtiger Teil des Schreibprozesses und der Gestaltung der Geschichte sein.

Wir freuen uns sehr, dass Rafael Gallo auch kurzfristig zur Buchmesse nach Frankfurt kommt und auch bei uns in der Buchhandlung lesen wird (Freitag, 9.10., 20.00 Uhr) – nähere Informationen dazu folgen in Kürze.

Rafael Gallo Copyright_Wilian Olivato
Copyright Wilian Olivato

Rafael Gallo wurde 1981 in São Paulo, Brasilien, geboren und lebt derzeit in Lissabon. Er ist Autor des Romans „Dor fantasma“, der mit dem José-Saramago-Literaturpreis 2022 ausgezeichnet wurde (Porto Editora/Biblioteca azul); des Romans „Rebentar“ (Porto Editora/Record), Gewinner des São-Paulo-Literaturpreises; von „Réveillon e outros dias“ (Record, 2012), einem Erzählband, der mit dem SESC-Literaturpreis 2012 ausgezeichnet wurde, sowie von „Cavalos no escuro“, seinem jüngsten Erzählband, der 2024 in Brasilien beim Verlag Record erschien und mit dem Candango-Literaturpreis in der Kategorie „Bestes Cover“ ausgezeichnet wurde. Darüber hinaus hat er zahlreiche Texte in Anthologien und Sammelbänden veröffentlicht, unter anderem in Frankreich, den Vereinigten Staaten, Kuba, Ecuador und Mosambik.

Bisherige Stipendiat*innen waren Patrícia Portela, Rui Cardoso Martins, Isabela Figueiredo, Miguel Cardoso , Afonso Cruz, Judite Canha Fernandes, Cláudia Galhós, Jacinto Lucas Pires, Francisco Sousa Lobo und zuletzt Margarida Vale do Gato.

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Kulinarische Köstlichkeiten aus Portugal und Brasilien

Buchcover von 'Das Lost in Fuseta' von Gil Ribeiro, mit einem Muster aus blauen und weißen Fliesen und einer Illustration von Zitronen und Blumen.

Die letzten Monate haben zwei Neuerscheinungen für unser Kochbuchregal gebracht. Gil Ribeiro alias Holger Karsten Schmidt widmet sich der Küche der Algarve. Das Lost in Fuseta Kochbuch erscheint im Umfeld der sehr erfolgreichen Krimireihe „Lost in Fuseta“ um den autistischen Ermittler Leander Lost. Der Autor nimmt uns mit auf eine Reise durch Fuseta und präsentiert gemeinsam mit zwei Köchen vor Ort eine Auswahl der Lieblingsrezepte seines Ermittlers, beginnend mit leckeren Vorspeisen und fangfrischem Fisch über Meeresfrüchte bis hin zu traditionellen portugiesischen Eintöpfen.

Buchcover mit dem Titel 'FUSÃO', das außergewöhnliche Rezepte mit brasilianischem Flair vorstellt, gezeichnete Landschaft mit bunten Bergen und einem Sonnelement.

Die zweite Neuerscheinung ist das Kochbuch Fusão mit brasilianischen Rezepten oder zumindest mit brasilianisch inspirierten. Die Autorin Ixta Belfrage arbeitet seit langem mit Yotam Ottolenghi zusammen, dessen Kochbücher inzwischen legendär sind.
Ein traditionelles brasilianisches Rezept wie die „Moqueca“ aus Bahia kommt hier z.B. als Fischburger auf den Tisch. Neben schönen Fotos aus Brasilien werden die brasilianischen Zutaten genau erklärt und auch teilweise Ersatzprodukte vorgeschlagen, da natürlich hierzlande nicht immer alles so leicht zu bekommen ist.

Ein auch optisch sehr ansprechendes Kochbuch, das sich für Brasilienliebhaber als tolles Geschenk eignet.

Gil Ribeiro: Das Lost in Fuseta Kochbuch. Eine kulinarische Reise in den Süden Portugals, 34,00 EUR

Ixta Belfrage: Fusão. Außergewöhnliche Rezepte mit brasilianischem Flair, 29,99 EUR

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Patrícia Portela ausgezeichnet – Grande Prémio APE/DGLAB

Der Herbst ist nicht mehr weit und damit beginnt auch die „Literaturpreis-Saison“. Der mit 15.000 Euro dotierte Romanpreis des portugiesischen Schriftstellerverbandes (Grande Prémio APE/DGLAB) geht in diesem Jahr an Patrícia Portela Sie wird für ihren im letzten Jahr erschienenen Roman Manual para Andar Espantada por Existir  (erschienen bei Editorial Caminho) ausgezeichnet und setzte sich in einer knappen Juryentscheidung unter Vorsitz von José Manuel de Vasconcelos gegen durch O Fim dos Estados Unidos da América – Epopeia von Gonçalo M. Tavares durch.

Das Buch knüpft an den Roman „As aventuras de João sem medo“ von José Gomes Ferreira an und lädt den Leser ein, „die Mauer der Realität zu durchbrechen und
die Bedeutung der Fantasie in einer Zeit wiederzuentdecken, in der Denken, Fühlen und Handeln zu Akten des Widerstands geworden sind“, heißt es im Verlagstext.

Der Roman habe eine komplexe, gut durchdachte und überraschendee Struktur und offenbare eine Leichtigkeit, die über die Grenzen der sogenannten klassischen Fiktion hinausgehe, sowie eine außergewöhnliche Fähigkeit, verschiedene literarische Traditionen zu verbinden, so die Jury in ihrer Begründung.

Patricia Portela wurde 1974 geboren und arbeitet sowohl als Schriftstellerin als auch als Regisseurin für Theaterproduktionen. 2016 erhielt sie als erste Autorin das Residenzstipendium der portugiesischen Botschaft/Instituto Camões in Berlin. Zuletzt erschien in diesem Jahr ihr neues Buch Hoje, 3 de Maio.

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Werkschau Pavel Schnabel im Deutschen Filmmuseum

In Kooperation mit den Hessischen Dokumentarfilmtagen LETsDOK widmet das DFF dem Regisseur und Kameramann Pavel Schnabel eine Werkschau.

Im nordböhmischen Liberec aufgewachsen, studierte Schnabel Kamera an der berühmten Prager Film- und Fernsehakademie FAMU, verließ diese jedoch vorzeitig nach dem Einmarsch der Armeen der Warschauer-Pakt-Staaten im August 1968 Richtung Westen. Auf Rat von Alexander Kluge ging er an die HfG in Ulm, wo er mit mehreren Studenten zusammenkam, mit denen er später das Eppelwoi Motion Picture Kollektiv in Frankfurt gründete.

Pavel Schnabel: Lissabon - Hafen der Hoffnung

Zu Schnabels bevorzugten Themen gehören Emigration und Exil, das europäische Judentum, Minderheiten und neueste Geschichte. Das Besondere seiner Filme ist dabei, dass diese Themen nicht abstrakt verhandelt werden, sondern durch Porträts konkreter Menschen, die sich im Spannungsfeld größerer Ereignisse befinden und dem Publikum durch geduldige Beobachtung, einen Blick für sprechende Details und eine Neigung, Widersprüche bestehen zu lassen, nähergebracht werden.

Im Rahmen der Retrospektive wird auch der Film

LISSABON – HAFEN DER HOFFNUNG

gezeigt, am Sonntag, 20.09. 18.30 Uhr

Nach der Besetzung der Beneluxstaaten und der französischen Westküste durch die Nationalsozialisten wurde Lissabon 1940 zu einem der letzten freien Festlandhafen Europas. Salazars Portugal entwickelte sich so zu einer wichtigen Transitstation für tausende Menschen auf der Flucht, darunter prominente Schriftsteller wie Heinrich Mann, Franz Werfel oder Lion Feuchtwanger. In den 1990er Jahren reist Pavel Schnabel nach Portugal, um Spuren der Vergangenheit nachzuspüren. LISSABON – HAFEN DER HOFFNUNG lässt Zeitzeug/innen zu Wort kommen und erzählt so von den Schwierigkeiten der Flucht sowie Gesten der Solidarität und des Widerstands.

Den Film haben wir auch als DVD im Angebot.

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Ilse Losa: Neuauflage von ‚Die Welt in der ich lebte‘

Vor nun fast 10 Jahren haben wir uns über die Neuauflage von Ilse Losas autobiografischem Roman Die Welt in der ich lebte im Bergmann Verlag gefreut. Danach war das Buch wieder einige Jahre vergriffen und wurde jetzt im August bei Wallstein (Imprint Weidle) neu veröffentlicht. Das Buch erschien 1949 mit dem Titel O Mundo em que vivi in portugiesischer Sprache, hat seither in Portugal zahlreiche Auflagen erlebt hat und gehört zur Schullektüre. Die deutsche Übersetzung von Maralde Meyer-Minnemann entstand noch unter Mitarbeit von Ilse Losa und erschien erstmals in den 1990 im Beck&Glückler Verlag.

Als Ilse Lieblich wurde Ilse Losa 1913 in Buer geboren und wuchs in Osnabrück auf. 1934 floh sie vor der Gestapo und verließ das von den Nazis regierte Deutschland. Sie gelangte in den Norden Portugals, wo sie 1935 in Porto den Architekten Armênio Losa heiratete und die portugiesische Staatsbürgerschaft annahm. Nach O Mundo em que vivi folgten zahlreiche weitere Bücher, unter anderem Sob Céus Estranhos (Unter fremden Himmeln, leider zur Zeit vergriffen), das sich mit dem Ankommen in Portugal beschäftigt und Kinderbücher wie O Príncipe Nabo, die auch heute noch in Portugal gern gelesen werden.

2013, anlässlich des 100. Geburtstags von Ilse Losa,  hat Deutschland Radio Kultur einen sehr interessanten Beitrag veröffentlicht, den wir unbedingt zur Lektüre empfehlen, ebenso wie natürlich Die Welt in der ich lebte, das sie ab sofort bei uns in der Buchhandlung finden können.

Ilse Losa: Die Welt in der ich lebte, Weidle/Wallstein 2026, 25 EUR

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Stipendium in Berlin für Otildo Justino Guido

Der mosambikanische Schriftsteller Otildo Justino Guido erhält das von der Portugiesischen Botschaft/Instituto Camões in Berlin und dem Instituto Camões initiierte, einmonatige Literaturstipendium in Berlin.

Bisherige Stipendiat*innen waren Patrícia Portela, Rui Cardoso Martins, Isabela Figueiredo, Miguel Cardoso , Afonso Cruz, Judite Canha Fernandes, Cláudia Galhós, Jacinto Lucas Pires, Francisco Sousa Lobo und zuletzt Margarida Vale do Gato.

Während seiner Residenz will Otildo Justino Guido den Roman „Madgermanes“ weiterentwickeln, ein Werk, das von den historischen Erfahrungen der mosambikanischen Arbeiter inspiriert ist, die in die ehemalige Deutsche Demokratische Republik entsandt wurden, sowie von den menschlichen, emotionalen und identitätsstiftenden Spuren, die dieser Prozess hinterlassen hat.

Otildo Guido hat drei Bücher veröffentlicht – „O Silêncio da Pele“, „O Osso de Água“ und „Barca Oblonga“ – außerdem einige Gedichte, die in Anthologien afrikanischer Lyrik erschienen sind.

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Mia Couto: Der blinde Fluss – neu auf Deutsch

Der blinde Fluss (Originaltitel: A Cegueira do Rio) ist der neueste Roman des mosambikanischen Schriftstellers Mia Couto, der jetzt in deutscher Übersetzung von Barbara Mesquita im Unionsverlag erschienen ist.

Im Mittelpunkt stehen zwei Brüder in den Wirren der Weltgeschichte am Beginn des Ersten Weltkriegs. Mia Coutos Roman geht von zwei historischen Ereignissen aus, zum einen dem Maji-Maji-Aufstand 1905-1907, der von deutschen Kolonialtruppen niedergeschlagen wurde. Das andere Ereignis ist der deutsche Überfall auf den portugiesischen Militärposten Madziwa im August 1914, der den Beginn des Ersten Weltkriegs in Afrika markiert.Durch den Krieg und die darauffolgende Hungerkatastrophe starben zwischen zwei- und dreihunderttausend Menschen.

Doch natürlich ist bei Mia Couto die historische Ebene nur der Ausgangspunkt. Der afrikanische Hilfssoldat Nataniel versucht gemeinsam mit seinem Bruder, in den Untiefen zwischen den Kolonialmächten zu navigieren, wo Ungeheuer aller Art lauern. Beinahe unbemerkt geht etwas Seltsames in den Dörfern und Garnisonen vor sich: Aus Berichten, Karten und Büchern verschwinden die Buchstaben, und Stück für Stück scheint sich die Macht der Europäer zu verflüchtigen.

Mia Couto: Der blinde Fluss,Unionsverlag, 24 EUR

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