Schlagwort-Archive: angola

Druckfrisch – Agualusa: Die Gesellschaft der unfreiwilligen Träumer

Gestern druckfrisch vom Verlag C.H.Beck eingetroffen ist der neue Roman von José Eduardo Agualusa: Die Gesellschaft der unfreiwilligen Träumer (A Sociedade dos Sonhadores Involuntários) in der bewährten Übersetzung von Michael Kegler.

Der Roman hat mehrere Hauptfiguren, eine, den angolanischen Journalist Daniel Benchimol, kennen wir schon aus dem preisgekrönten Roman Eine allgemeine Theorie des Vergessens.

Benchimol, frisch und unschön geschieden, träumt immer wieder von einer aparten, eleganten Frau, dann findet er eine Kamera und entdeckt Fotos, auf denen eben diese Frau zu sehen ist, die Künstlerin Moira, die sich mit der Darstellung von Träumen beschäftigt.
Benchimols Freund, der ehemalige Guerillero und Hotelier Hossi, kann selbst nicht mehr träumen, taucht aber regelmäßig in den Träumen anderer auf, was sogar den kubanischen Geheimdienst auf den Plan ruft, der ihn zeitweilig entführt. Benchimols Tochter Lúcia schließlich träumt von einer freien Gesellschaft, demonstriert mit ihren Freunden gegen die autoritäre Regierung, wandert ins Gefängnis und geht in den Hungerstreik. Ihr Vater setzt alles in Bewegung, um sie zu befreien.

Wie auch schon in früheren Romanen gelingt Agualusa in diesem gut lesbaren, dialogreichen Roman  eine gelungene Verknüpfung aktueller Themen mit phantasievollen, poetischen Handlungssträngen.

 Die Gesellschaft der unfreiwilligen Träumer finden Sie natürlich in unserer Buchhandlung vor Ort und online, ebenso wie viele weitere Romane Agualusas im Original und in deutscher Übersetzung.

José Eduardo Agualusa wird seinen neuen Roman im März auf der Leipziger Buchmesse vorstellen.

José Eduardo Agualusa: Die Gesellschaft der unfreiwilligen Träumer, C.H.Beck 2019, 22,00 EUR

Kommentare deaktiviert für Druckfrisch – Agualusa: Die Gesellschaft der unfreiwilligen Träumer

Eingeordnet unter angolanische literatur

José Eduardo Agualusa und Luiz Ruffato – neu in deutscher Übersetzung

Die Sommerpause hier im Blog ist vorbei. Wir hoffen, Sie hatten erholsame Ferien und freuen sich so wie wir über die ersten Herbstnovitäten.

Ruffato: Ich war in Lissabon und dachte an dichAssoziation A setzt seine Werkreihe mit Titeln von Luiz Ruffato aus Brasilien fort. Eben erschienen ist der Band Ich war in Lissabon und dachte an dich (Original: Estive em Lisboa e lembrei-me de você) in der bewährten Übersetzung von Michael Kegler.

Serginho aus dem brasilianischen Cataguases (übrigens auch die Geburtsstadt des Autors) hat Arbeit und Frau verloren und die Schnapsidee, sich nach Europa abzusetzen. In Lissabon ohne Geld und Papiere angekommen, schlägt er sich durch und entdeckt die portugiesische Hauptstadt mit den Augen eines Einwanderers. In den traditionellen Restaurants der Touristenviertel arbeiten Osteuropäer, Brasilianer, Afrikaner – alle getrieben von der Hoffnung auf ein besseres Leben und mit einer Fluchtgeschichte im Gepäck.  Es wäre kein „Ruffato“, wenn uns nicht auch hier das Lissabon der kleinen Leute, der Mittellosen, Benachteiligten vorgestellt würde, fernab aller touristischen Klischees.

José Eduardo Agualusa: Das Lachen des GeckosDie zweite Neuerscheinung ist eigentlich eine Wiederauflage eines vergriffenen Titels. Mit einem schicken neuen Cover präsentiert uns der A1 Verlag aus München einen der besten Romane von José Eduardo Agualusa Das Lachen des Geckos (O vendedor de passados, ebenfalls in der Übersetzung von Michael Kegler.

Der Protagonist Félix Ventura geht einer ungewöhnlichen Tätigkeit nach: Er handelt mit erfundenen Vergangenheiten. Seine Kunden sind Minister, Landbesitzer und Generäle, Menschen der neuen angolanischen Oberschicht. Sie alle blicken in eine gesicherte Zukunft, was ihnen jedoch fehlt, ist eine glanzvolle Vergangenheit. Ventura erstellt neue Stammbäume für sie, beliefert sie mit Fotografien von Großeltern und Urgroßeltern und stattet sie mit einem makellosen Vorleben aus. Doch dann kommt ein Fremder und beauftragt Ventura, ihm nicht nur eine neue Vergangenheit, sondern eine völlig neue angolanische Identität zu verschaffen. Venturas Schöpfung beginnt den Fremden so sehr zu fesseln, dass er sich zunehmend die gefälschten Identität übernimmt und sich auf die Suche nach den Figuren seiner gekauften Vita begibt.

Agualusas Roman wurde 2007 mit dem britischen Independent Foreign Fiction Award ausgezeichnet und in zahlreiche Sprachen übersetzt. Wenn Sie das Buch noch nicht kennen, sollten Sie die „zweite Chance“ auf keinen Fall verpassen.

Wie immer finden Sie Original und deutsche Übersetzung in unserer Frankfurter Buchhandlung und in unserem Onlineshop.

Luiz Ruffato: Ich war in Lissabon und dachte an dich, Assoziation A, 14,00 EUR

José Eduardo Agualusa Das Lachen des Geckos,A1 Verlag, 17,80 EUR

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter angolanische literatur, brasilianische autoren, brasilianische literatur, portugiesische Autoren, portugiesische Literatur

Mögen Pitangas wachsen – angolanische Literatur zweisprachig

Mögen Pitangas wachsen - Oxalá cresçam pitangas (portugiesisch-deutsch)Fast unbemerkt ist im Leipziger Poetenladen ein neues zweisprachiges Buch erschienen, das sich erstmals der angolanischen Gegenwartsliteratur zuwendet. Mit dem Titel Mögen Pitangas wachsen – Oxalá cresçam pitangas stellt die Herausgeberin Ineke Phaf-Rheinberger bisher unübersetzte Autoren aus Angola vor. Vertreten sind  Zetho Cunha Gonçalves, Tazuary Nkeita, Carmo Neto, Roderick Nehone, Isabel Ferreira, Sónia Gomes, Amélia Dalomba, Arnaldo Santos, João Melo, Agostinho Neto, António Gonçalves, José Luís Mendonça sowie Décio B. Mateus.

Titelgebend ist die Pitanga, eine wohlschmeckende rote Beere, die in den Tropen wächst. Ondjaki, der bekannte angolanische Autor, der allerdings nicht in der Anthologie vertreten ist, hat einen Dokumentarfilm über Luanda mit diesem Titel veröffentlicht (Trailer bei youtube)

Die Anthologie, deren Texte alle von Barbara Mesquita aus dem angolanischen Portugiesisch übersetzt wurden, enthält im ersten Teil neun Erzählungen, im zweiten sieben Gedichte, wobei der deutsche und der portugiesische Text nacheinander abgedruckt sind. Lernende, die ihre Portugiesischkenntnisse ausprobieren möchten, beginnen also am besten mit der zweiten Hälfte des Buches.

Die Herausgeberin  gibt in einer Einleitung und in einem lesenswerten Nachwort einen guten Einblick in die aktuelle Lage der angolanischen Literatur und weiterführende Information zu den ausgewählten Autoren.

Abgerundet wird der Band durch eine Bibliographie, die eine Auswahl der übersetzten Titel angolanischer Autoren ins Deutsche und weiterführende Literaturhinweise.

Ineke Phaf-Rheinberger (Hrsg.): Mögen Pitangas wachsen – Oxalá cresçam pitangas (portugiesisch-deutsch), erhältlich ab sofort bei TFM, 15,80 EUR

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter angolanische literatur

Neu im Sortiment…

Conceição Santos: Sabores de AngolaDie angolanische Küche ist hierzulande nahezu unbekannt. Hier schließt jetzt der Titel Sabores de Angola von Conceição Santos für alle die portugiesisch sprechen eine Lücke. Auf über 190 Seiten, die durchgehend mit farbigen Fotografien versehen sind, gibt die Autorin einen Einblick in Vorspeisen, Fleisch- und Fischgerichte und Nachtische. Sicher ist die eine oder andere Zutat nicht so ohne weiteres zu bekommen. Hier gibt die Autorin Hinweise zu Alternativen, die statt der Originalzutaten verwendet werden können.

Touristisch noch weitgehend unberührt, aber unbedingt zu entdecken, glaubt man Guia Turístico São Tomé e Principeden wenigen Bekannten, die schon dort waren, sind die Inseln São Tomé e Príncipe, in Westafrika am Äquator gelegen. Ein erster kleiner,  aktueller und bebilderter Reiseführer in portugiesischer Sprache ist jetzt in Portugal erschienen und enthält auf fast 300 Seiten alle Informationen, die der Reisende braucht – von Geschichte, Literatur, notwendigen Impfungen und Anreise über ausführliche Beschreibungen der Flora und Fauna und natürlich Tipps zu Unterbringung und Restaurants.

Beide Titel gibt es wie immer bei uns in der Buchhandlung

Guia Turístico São Tomé e Príncipe
Conceição Santos: Sabores de Angola

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter kulinarisches, reise

Ondjaki liest am 9.November bei TFM

Ondjaki stellt am Freitag, dem 9. November um 20.00 Uhr bei uns (Buchhandlung TFM, Große Seestraße 47, 60486 Frankfurt-Bockenheim) seinen druckfrischen Roman Os Transparentes vor, in dessen Mittelpunkt die angolanische Hauptstadt Luanda steht.

Die zweisprachige Lesung moderiert und übersetzt Michael Kegler. Eintritt frei.

Ondjaki ist 1977 in Luanda, der Hauptstadt von Angola, geboren. Er hat 2002 sein Soziologiestudium in Lissabon mit einer Arbeit über den großen angolanischen Schriftsteller Luandino Vieira abgeschlossen.
Ondjaki schreibt nicht nur Gedichte, Kurzgeschichten und Theaterstücke, er tritt auch selbst als Schauspieler auf, arbeitet an verschiedenen Filmprojekten und malt. Für seine Arbeit hat er mehrere Preise erhalten. In deutscher Übersetzung liegt sein Roman Bom dia, camaradas vor. Einige seiner Gedichte liegen in deutscher Übersetzung in der von Michael Kegler herausgegebenen Anthologie hotel ver mar vor.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter angolanische literatur, frankfurt, Veranstaltungen

Poesiefestival III, 06.07.08 – O Mar de África

Das Berliner Poesiefestival wird am Sonntag Abend 20.00 Uhr in der Akademie der Künste mit der Veranstaltung O Mar de África – Das Meer Afrikas fortgesetzt.

Eingeladen sind Dichter aus allen afrikanischen Ländern, in denen portugiesisch gesprochen wird:

Armando Artur (Moçambique) – geboren 1962. Seine schriftstellerische Tätigkeit begann er in den 1980er Jahren. Er war Generalsekretär des mosambikanischen Schriftstellerverbands und Gründungsmitglied der panafrikanischen Schriftstellervereinigung (PAWA), die er derzeit in Moçambique vertritt. Bei uns lieferbar ist der Titel O Hábito das Manhãs, erschienen 1990.

Olinda Beja (São Tomé e Príncipe)
wurde 1946 geboren. Sie studierte Sprachwissenschaften und moderne Literaturwissenschaften in Portugal und lebt derzeit in der Schweiz, wo sie als Lehrerin arbeitet.  Veröffentlicht hat sie unter anderem in Portugal die Gedichtbände Bô Tendê?, Leve, leve und die Romane 15 Dias de Regresso und Água Crioula.

Kalaf (Angola)
wurde 1978 in Angola geboren. Er verschmilzt in seiner Musik vielfältige Einflüsse wie Jazz, Hip-Hop, Worldmusic, und Kuduro. Kalaf lebt in Lissabon und verarbeitet in seinen Texten die Eindrücke der modernen Kultur und der urbanen Realität der portugiesischen Hauptstadt.

Mário Lúcio (Cabo Verde) heißt eigentlich Lúcio Matias de Sousa Mendes
wurde 1964 in Tarrafal geboren. Früh zum Waisen geworden, wuchs er in einer Kaserne auf. Nach seiner Schulausbildung erhielt er 1984 ein Stipendium und studierte Jura in Havana, Kuba, das er 1990 beendete. Nach seiner Rückkehr nach Cabo Verde arbeitete er als Anwalt. Von 1996 bis 2001 war er Abgeordneter des Parlaments.

Bei TFM lieferbare Lyrikbände von Mário Lúcio sind Nascimento de um mundo und Sob os signos da Luz.

João Maimona (Angola)
Geboren 1955 in Quiboclo. Er studierte Humanwissenschaften in Kinshasa (Zaire) und kehrte erst 1976 nach Angola zurück. 1978 beendete er ein Studium der Veterinärmedizin. Seit 1992 ist er Mitglied des angolanischen Parlaments.

Auf von João Maimona haben wir eine Reihe von Titeln vorrätig: Traço de união, Trajectória obliterada, Quando se ouvir o sino das sementes, Idade das palavras und As Abelhas do dia.

Guiné Bissau ist vertreten mit Tony Tcheka
Geboren 1951 in Guiné-Bissau. Seit 1975 ist er als Journalist tätig und gilt als einer der herausragenden Lyriker seines Landes.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter berlin, brasilianische literatur, literatura portuguesa, lusophonie, mosambikanische Literatur, portugiesische Autoren, portugiesische Literatur, Veranstaltungen