Archiv der Kategorie: livros

Neuer Lesestoff für kühle Novembertage

Wir haben viele neue Herbsttitel aus Portugal, Brasilien und Angola bestellt. Jetzt, da der November so langsam kühl und feucht wird, ist die richtige Zeit, um sich neuen Lesestoff für Tage auf dem Sofa zu besorgen.

Hier ein kurzer Überblick:

Joana Bértholo: A História de Roma

Zwei Menschen, die einst ein Paar waren, treffen sich nach zehn Jahren der Trennung. Sie, eine Lissabonnerin, führt ihn, den Fremden, durch verschiedene Routen in ihrer Stadt, während sie Erinnerungen entwirren.

Dulce Garcia: Olho da Rua

Das Buch, das wir in unserer Tertúlia in dieser Woche Freitag besprechen, ist eine bitterböse und gleichzeitig spannende Geschichte aus dem Arbeitsleben einer PR-Agentur. Da Personal abgebaut werden muss, sollen die Mitarbeiter selbst entscheiden, wer gehen muss. Ein undankbares und gefährliches Spiel, in dem jeder zuerst an sich denkt.

Miguel Szymanski: O Homem mais feliz da África

Nach zwei Krimis aus der Feder vom Miguel Szymanski jetzt ein historischer Roman: Die Geschichte zweier Brüder: anarchistische Typographen, die beide am Ende aus unterschiedlichen Gründen die Regierung „von innen“ verändern und später für ihre Taten in den damaligen Afrika-Feldzügen mit militärischen Orden ausgezeichnet werden.

Ondjaki: Vou mudar a cozinha

Sechs neue Erzählungen von Ondjaki, die in Brasilien, Serbien, Macau und Luanda spielen und wie immer skurril und stimmungsvoll sind.

António Lobo Antunes: O Tamanho do Mundo

Nach wie vor veröffentlicht der portugiesische Autor mit der Genauigkeit eines Uhrwerks jedes Jahr einen neuen Roman, der auch diesmal literarisch überzeugt. Beim Knarren der Möbel in seinem Haus in Lissabon blickt ein älterer Mann über den Tejo, während er sich in Erinnerungen an einen Keller und einen kleinen Garten mit einer Schaukel verliert.

José Rodrigues dos Santos: A Mulher do Dragão Vermelho

Ebenfalls jedes Jahr gibt es ein neues Buch des portugiesischen Nachrichtensprechers José Rodrigues dos Santos, das in der Regel eine spannende Krimihandlung mit aktuellen politischen Entwicklungen verbindet, in diesem Jahr geht es um den zunehmenden wirtschaftlichen und politischen Einfluss von China.

Geovani Martins: Via Apia

Das Leben von fünf jungen Menschen wird zerstört, als die Polizei in die Favela Rocinha eindringt, um ein Hochspannungsnetz zu installieren. Dies ist das zentrale Ereignis des mit Spannung erwarteten ersten Romans des Autors von O sol na cabeça, das vor wenigen Jahren international für Furore sorgte.

Pilar del Rio: A Intuição da Ilha. Os dias de José Saramago em Lanzarote

José Saramago hat viele Jahre zusammen mit seiner Frau Pilar auf der spanischen Insel Lanzarote gelebt. Das Buch lässt die Leser an den einzigartigen Ereignissen auf der Insel teilhaben und erzählt, wie das Leben von José Saramago war, als er seine Werke schrieb.

Alle Bücher sind im Moment bei uns in der Buchhandlung vorrätig und können natürlich, wie viele andere auch, online bestellt werden.

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Prémio Correntes d’Escritas 2022- Die Finalisten

Alljährlich im Februar findet das größte portugiesische Literaturfestival Correntes d’Escritas in der nordportugiesischen Stadt Póvoa de Varzim statt, in diesem Jahr vom 22. bis 26. Februar. Inwiefern ein „normales“ Festival möglich sein wird, das ja vom Zusammentreffen vieler Autorinnen und Autoren mit dem Publikum lebt, ist noch sehr unsicher.

Dass aber wieder der Literaturpreis Prémio Literário Casino da Póvoa  vergeben wird, steht natürlich fest. Ausgezeichnet wird in diesem Jahr ein Prosawerk, das in den letzten beiden Jahren erschienen ist. Die vierzehn Titel umfassende Shortlist wurde Ende letzter Woche bekannt gegeben und enthält folgende Titel:

A Lição do Sonâmbulo, Frederico Pedreira

A Melhor Máquina Viva, José Gardeazabal

Afastar-se, de Luísa Costa Gomes

Autobiografia, José Luís Peixoto

Chuva Miúda, Luís Landero

Hífen, Patrícia Portela

Livro de Vozes e Sombras, João de Melo

Maremoto, de Djaimilia Pereira de Almeida

Marrom e Amarelo, Paulo Scott

O gesto que fazemos para proteger a cabeça, Ana Margarida Carvalho

O Mapeador de Ausências, Mia Couto

O Osso do Meio, de Gonçalo M. Tavares

Os Doentes do Doutor García, Almudena Grandes

Quartos de Final e Outras Histórias, Cláudia Andrade.

Der Siegertitel des mit 20.000 Euro dotierten Preises wird zur Eröffnungsveranstaltung der Correntes nach einer abschließende Jurysitzung bekanntgegeben. Die Übergabe des Preises erfolgt zum Abschluss des Festivals. Im letzten Jahr wurde Maria Teresa Horta für den Gedichtband Estranhezas geehrt.

Eine ganze Reihe der nominierten Titel haben wir hier in der Buchhandlung vorrätig, und es versteht sich von selbst, dass wir alle anderen bestellen können.

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Neue Taschenbücher im Unionsverlag

Die Romane Das Lachen des Geckos (O vendedor de passados) von José Eduardo Agualusa und Die Stadt mit der roten Pelerine von der derzeit im Frankfurter Exil lebenden türkischen Autorin Aslı Erdoğan sind jetzt wieder lieferbar. Beide Romane wurden vom Schweizer Unionsverlag neu aufgelegt.

Der von Michael Kegler übersetzte Roman Das Lachen des Geckos wurde ursprünglich im A1-Verlag veröffentlicht und hat zahlreiche Preise erhalten. Die Hauptfigur Félix Ventura geht einer ungewöhnlichen Tätigkeit nach: Er handelt mit erfundenen Vergangenheiten. Seine Kunden sind Minister, Landbesitzer und Generäle, Menschen der neuen angolanischen Oberschicht. Sie alle blicken in eine gesicherte Zukunft, was ihnen jedoch fehlt, ist eine glanzvolle Vergangenheit. Ventura erstellt neue Stammbäume für sie  und stattet sie mit einem makellosen Vorleben aus.
Doch dann kommt ein Fremder und beauftragt Ventura, ihm nicht nur eine neue Vergangenheit, sondern eine völlig neue angolanische Identität zu verschaffen. Venturas Schöpfung auf den Namen José Buchmann beginnt den Fremden so sehr zu fesseln, dass er sich zunehmend die gefälschten Identität übernimmt und sich auf die Suche nach den Figuren seiner gekauften Vita begibt.

Aslı Erdoğans Roman Die Stadt mit der roten Pelerine spielt in Rio de Janeiro: Stadt des Karnevals, Meisterin im Spiel der Täuschungsmanöver, der Zufälle und der Maskerade. Özgür, eine introvertierte junge türkische Akademikerin, kann sich von der ebenso faszinierenden wie bedrohlichen Stadt nicht lösen. Weit entfernt hat sich dabei die junge Frau von der traditionellen Frauenrolle, wie sie die türkische Gesellschaft vorsieht. Nicht wie eine Touristin führt Özgür den Leser durch die Labyrinthe dieser Metropole, sondern wie eine Migrantin, die das zunächst Fremde als Vertrautes und Eigenes akzeptiert.

Die hier besprochenen Bücher finden wie Sie wie immer bei TFM in der Buchhandlung und in unserem Online-Shop.

 

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