Der Konzentrationsprozess in der portugiesischen Verlagslandschaft setzt sich fort. Gestern wurde bekannt, dass die im vergangenen Jahr neu entstandene Gruppe LeYa, zu der so renommierte Verlage wie Dom Quixote, Caminho und ASA zählen eine Absichtserklärung über den Kauf der Verlage des Finanzinvestors Explorer Investments unterzeichnet hat. Zu Explorer Investments gehören unter anderem die Verlage Oficina do Livro, Casa das Letras und Teorema mit den Bestsellerautoren Margarida Rebelo Pinto und Miguel Sousa Tavares.
Archiv der Kategorie: literatura portuguesa
José Saramago im Interview
José Saramago hat der portugiesischen Zeitschrift Sol ein langes Interview gegeben. Darin spricht er über seine Krankheit, die ihn über Monate sehr stark geschwächt hat, über seine Arbeit am neuen Roman A viagem do elefante, der im Herbst in Portugal erscheinen soll und auch über die Verfilmung des Romans Ensaio sobre a cegueira (Die Stadt der Blinden) von Fernando Meirelles, die in diesem Jahr in die Kinos kommt.
Nachzulesen ist das Interview (in portugiesischer Sprache) – zumindest im Moment – hier.
04.07.08 – Das Interview ist leider inzwischen nicht mehr online. Aktuelle Informationen über José Saramago finden Sie von Zeit zu Zeit hier im Blog und im neuen Blog der Fundação José Saramago.
Leipzig liest
In dieser Woche findet die Leipziger Buchmesse statt, und einer der wichtigsten Bestandteile der Messe ist immer Leipzig liest ein umfangreiches Begleitprogramm voller Lesungen, Vorträge und Diskussionen, dass die Leipziger Messe einzigartig macht.
Mit dabei ist in diesem Jahr Gonçalo M. Tavares, über den in diesem Blog schon öfter die Rede war. Er wird vom Präsidenten des portugiesischen PEN-Clubs, Casimiro de Brito, in der Reihe Neue Talente der europäischen Literatur vorgestellt. Es handelt sich um ein Projekt des Goethe-Instituts im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft. Die Veranstaltung findet am 13. März 2008 von 17:00 – 18:30 Uhr im Mediencampus, Villa Ida, Poetenweg 28 statt.
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Inês Pedrosa – neue Chefin der Casa Fernando Pessoa
Die Journalistin und Schriftstellerin Inês Pedrosa übernimmt an diesem Freitag die Leitung der Casa Fernando Pessoa von Francisco José Viegas, der als Chefredakteur zur Literaturzeitschrift Ler zurückkehrt. Inês Pedrosa ist eine der bekanntesten zeitgenössischen Autorinnen Portugals und hat darüberhinaus jahrelange journalistische Erfahrung. In Portugal erschien zuletzt der Roman A eternidade e o desejo, in dem sich die Protagonistin Clara in Brasilien auf die Spuren
Padre António Vieiras begibt. Zwei ihrer Romane, Du fehlst mir (Fazes-me falta) und In deinen Händen (Nas tuas mãos) liegen in deutscher Übersetzung von Maralde Meyer-Minnemann im Luchterhand Verlag vor.
Die im Lissabonner Stadtteil Campo de Ourique gelegene Casa Fernando Pessoa ist in den letzten Monaten unter der Leitung von Francisco José Viegas aus ihrem „Dornröschenschlaf“ erwacht und hat sich zu einem Mittelpunkt des literarischen Lebens in der portugiesischen Hauptstadt entwickelt.
Interview mit Gonçalo M. Tavares
Als Nachtrag zum Beitrag von vor einigen Tagen zum neuen Buch von Gonçalo M. Tavares Aprender a rezar na era da técnica möchte ich an dieser Stelle ein Interview mit dem Autor empfehlen (in portugiesischer Sprache), das Gonçalo Mira vom Blog Orgia Literária mit Gonçalo M. Tavares geführt hat. Es gibt einen guten Einblick in das Konzept der livros pretos und auch in das sonstige, schon so umfangreiche literarische Werk.
LuÃs de Camões: Sämtliche Gedichte
Lang erwartet und nun endlich erschienen ist die zweisprachige Ausgabe des lyrischen Werks des portugiesischen Nationaldichters LuÃs de Camões – Sämtliche Gedichte/A Obra LÃrica.
Ein Mammutwerk von über 1000 Seiten, für das man dem Übersetzer Hans-Joachim Schaeffer und dem Berliner Elfenbein Verlag, der auch schon das Epos Die Lusiaden – Os LusÃadas veröffentlicht hat, nur großen Respekt zollen kann.
Bis zum 31.03.08 gilt ein Subskriptionspreis von 65,00 Euro, danach kostet das Buch 75,00 Euro, und bekommen kann man das Buch natürlich auch in unserer Buchhandlung.
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Manuel Alegre erhält Prémio D. Dinis
Der portugiesische Schriftsteller und Politiker Manuel Alegre ist mit dem Prémio D. Dinis ausgezeichnet. Er erhielt den Preis für seinen im letzten Jahr erschienenen Lyrikband Doze Naus. Die Entscheidung wurde einstimmig von einerdreiköpfigen Jury, bestehend aus den bekannten Lyrikern Vasco Graça Moura, Nuno Júdice e Fernando Pinto do Amaral gefällt.
Der Prémio D. Dinis wird von der Fundação Casa Mateus verliehen und gilt als einer der renommiertesten portugiesischen Literaturpreise.
Doze Naus liegt bisher noch nicht in deutscher Übersetzung vor. Veröffentlicht wurden bisher der Roman Rafael, im letzten Jahr bei Edition Erata erschienen und der zweisprachige Lyrikband Letras Portuguesas, erschienen in unserem eigenen Verlag.
Prémio Correntes d’Escritas – Nominierungen
Die Correntes d’Escritas im nordportugiesischen Póvoa de Varzim (übrigens Partnerstadt des hessischen Eschborn) sind inzwischen eine schöne Tradition geworden. In diesem Jahr findet das Literaturfestival vom 13. bis 16. Februar statt und wieder werden eine Vielzahl der bekanntesten portugiesischsprachigen und auch einige spanischsprachige Autoren vor Ort sein. Die beeindruckende Teilnehmerliste kann man hier einsehen.
Seit 2004 stiftet das Casino von Póvoa de Varzim einen Literaturpreis, der abwechselnd an einen Roman oder an eine Lyrikveröffentlichung aus dem portugiesischen oder spanischen Sprachraum verliehen wird. Er ist damit der einzige Preis, der gleichzeitig Werke aus der portugiesch- und der spanischsprachigen Literatur berücksichtigt. Die prämierten Titel müssen jedoch schon in Portugal erschienen veröffentlicht worden sein. Bisherige Preisträger sind LÃdia Jorge, António Franco Alexandre, Carlos RuÃz Zafón und Ana LuÃsa Amaral.
In diesem Jahr wurden folgende Romane für den mit 20.000 Euro dotierten Preis nominiert:
A SÃndrome de Ulisses des kolumbianischen Autors Santiago Gamboa
Camilo Broca des portugiesischen Schriftstellers Mário Cláudio (eben mit dem Prémio VergÃlio Ferreira geehrt), Combateremos a Sombra der portugiesischen Autorin LÃdia Jorge,
Desmedida des angolanischen Schriftstellers Ruy Duarte de Carvalho,
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Prémio VergÃlio Ferreira
Der von der Universität Évora verliehene Literaturpreis Prémio VergÃlio Ferreira geht in diesem Jahr an den Portuenser Schriftsteller Mário Cláudio.
Mário Cláudio wurde 1941 geboren und kann auf ein umfassendes Prosawerk verweisen. Seine Romane wurden in verschiedene Sprachen übersetzt. In deutscher Übersetzung liegt jedoch, meines Wissens, nur eine Erzählung vor, die in der Portugalausgabe der Zeitschrift die horen erschienen ist.
Der Prémio VergÃlio Ferreira ist mit 5000 Euro dotiert und wird am 1.März, dem Todestag von VergÃlio Ferreira verliehen.
Leya II – Presseschau
Die Nachricht von der zunehmenden Konzentration in der portugiesischen Verlagslandschaft, über die an dieser Stelle Anfang Januar zu lesen war, hat heute auch die deutschsprachige Presse erreicht. Thomas Fischer berichtet in einem ausführlichen Artikel in der Neuen Züricher Zeitung über Miguel Pais do Amaral und sein neues Verlagsimperium Leya. Vielen Dank an Gerd Gerhard vom Port-Blog für den Hinweis.
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