Archiv der Kategorie: presseschau

Prémio Camões für Ferreira Gullar

Der brasilianische Lyriker und Dramaturg Ferreira Gullar wird in diesem Jahr mit dem bedeutendsten Literaturpreis der portugiesischsprachigen Welt, dem Prémio Camões,  ausgezeichnet – das gab gestern Abend die portugiesische Kulturministerin Gabriela Canavilhas bekannt.

Der Preis ist mit 100.000 Euro dotiert und wurde 1988 von Portugal und Brasilien ins Leben gerufen, er wird einmal jährlich einer herausragenden Persönlichkeit der lusophonen Literaturwelt verliehen. Die letzten Preisträger waren 2009 der kapverdische Autor Arménio Vieira, 2008 der brasilianische Autor João Ubaldo Ribeiro und 2007 António Lobo Antunes aus Portugal.

Zur Preisverleihung siehe auch die Artikel in nova cultura! (deutsch) und Diário de Notícias (portugiesisch). Die offizielle Seite von Ferreira Gullar findet sich hier.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter literatura brasileira, literaturpreise, presseschau

José Saramago wechselt den Verlag

Das Werk des portugiesischen Nobelpreisträgers José Saramago erscheint künftig im Verlag Hoffmann und Campe.  Das Börsenblatt des Deutschen Buchhandels schreibt unter Berufung auf die Regina Steinicke, die Pressesprecherin des Rowohlt Verlags, dass Saramagos Weggang von Rowohlt „auf inhaltlichen Differenzen und der Weigerung des Verlags beruht, das Buch (gemeint ist das Blogtagebuch, Anmerkung der Redaktion)  in der vorliegenden Form zu drucken. Dies hat dann zu Saramagos Entscheidung geführt, Rowohlt zu verlassen“.

Für den Herbst 2010 sind bei Hoffmann und Campe die Veröffentlichung des Romans Die Reise des Elefanten (A viagem do elefante) und des Blogtagebuchs (O Caderno) geplant. 2011 soll dann der im letzten Jahr in Portugal erschienene und dort heftig diskutierte Roman Caim folgen.

Saramagos Verlagswechsel kommentieren u.a. Wilfried Schoeller im Tagesspiegel und Lorenz Jäger in der FAZ.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter josé saramago, presseschau

Porto Editora kauft Bertelsmann DirectGroup Portugal

Die portugiesische Verlagsgruppe Porto Editora hat heute den Kauf der Bertelsmann DirectGroup Portugal offiziell bestätigt. Das Geschäft ist allerdings noch von einem positiven Bescheid des portugiesischen Kartellamts (Autoridade da Concorrência) abhängig. Im Paket sind alle Firmenbereiche der Bertelsmann DirectGroup Portugal enthalten, d.h. die zur Verlagsgruppe Bertrand gehörenden Verlage und der dazugehörige Vertrieb, der Buchclub Círculo de Leitores sowie die Bertrand Buchhandelsfilialen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter presseschau

Zunehmende Verlagskonzentration in Portugal?

Die portugiesische Tageszeitung Público meldet in ihrer heutigen Ausgabe, dass ein entsprechendes Geschäft zwischen der Verlagsgruppe Porto Editora um der zur Bertelsmann Gruppe gehörenden portugiesischen Direct Group kurz vor dem Abschluss stehen soll. Zur Direct Group gehören der portugiesische Buchclub Círculo de Leitores, die 54 Buchhandlungen umfassende Kette Bertrand, sowie die zur Verlagsgruppe Bertrand gehörenden Verlage, u.a. Bertrand, Quetzal, Temas e Debates und Pergaminho. Sollte sich diese Meldung bestätigen – bisher haben weder Porto Editora noch die Bertelsmann eine Stellungnahme abgegeben – würde das eine weitere Konzentration in der portugiesischen Buchhandels- und Verlagslandschaft bedeuten, die de facto schon jetzt von den beiden großen Gruppen LeYa mit Sitz in Lissabon und Porto Editora mit Sitz in Porto bestimmt wird.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter presseschau

Die Zukunft der portugiesischen Sprache

„O futuro da língua portuguesa“ ist das Thema einer gestern begonnenen und bis zum 30. März andauernden Konferenz in der brasilianischen Hauptstadt Brasília. Genauere Informationen zum Programm und den Zielen bietet diese Seite der brasilianischen Regierung. Die Konferenz wird von den acht in der Comunidade dos Países de Língua Portuguesa (CPLP) vertretenen Ländern Angola, Brasilien, Cabo Verde, Guinea-Bissau, Moçambique, Portugal, São Tomé und Príncipe und Timor-Leste ausgerichtet.

Obwohl die portugiesische Sprache derzeit von ca. 250 Millionen Menschen gesprochen wird (davon allein ca. 200 Millionen in Brasilien) und man bis zum Jahr 2050 von einer Erhöhung auf bis zu 335 Millionen ausgeht, ist das Portugiesische in der öffentlichen Wahrnehmung im Ausland stark unterrepräsentiert. Ziele der Konferenz sind daher die Stärkung des Portugiesischunterrichts im Ausland verbunden mit einer stärkeren Kooperation der portugiesischsprachigen Länder untereinander und eine stärkere Verbreitung der portugiesischen Sprache als Amtssprache in internationalen Organisationen. Inwieweit es sich hier um bloße Absichtserklärungen handelt, bleibt abzuwarten.

Eine Wortmeldung zum Thema gibt es unter anderem vom mosambikanischen Autor Mia Couto hier in einem Artikel der portugiesischen Tageszeitung Público.

Auch die Deutsche Welle berichtet über die Konferenz.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter presseschau

Oscar Niemeyer – Das Leben ist ein Hauch

Der Dokumentarfilm Das Leben ist ein Hauch (Originaltitel: A vida é um sopro) des italienischen Regisseurs Fabiano Maciel über den mittlerweile 102jährigen brasilianischen Stararchitekten Oscar Niemeyer ist jetzt auch hierzulande lieferbar.

Das Leben ist ein Hauch entstand 2007 anlässlich des 100. Geburtstags von Niemeyer und lässt ihn ausführlich persönlich zu seinen Bauten – unter anderem der Entwurf der brasilianischen Hauptstadt Brasilia – zu Wort kommen. Die Presse hat sich sehr positiv über den Film geäußert, Rezensionen gibt es zum Beispiel bei Deutschland Radio Kultur, in der Welt , im Tagesspiegel und im Art Magazin

Das der Film ab sofort in unserer Buchhandlung zu finden ist, versteht sich von selbst. Der Soundtrack ist übrigens von João Donato.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter brasilianische filme, Buchhandlung, filme, presseschau

Milton Hatoum im Interview

Ein interessantes Interview hat der brasilianische Autor Milton Hatoum der Neuen Zürcher Zeitung am 16. Januar gegeben. Unter dem Titel
Wir sind alle uneheliche Kinder Amerikas über sein Schreiben, die Rolle einer Nationalliteratur im Zeitalter der Globalisierung, die Bedeutung des Lokalen, aber auch über die aktuelle Politik Brasiliens und die Zukunft des Regenwaldes.

Parallel zur Lektüre des Interviews empfehlen wir nochmals das Buch Milton Hatoum. Zwischen Orient und Amazonas unseres Autors Albert von Brunn, das im Oktober des letzten Jahres bei TFM erschienen ist.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter brasilianische autoren, literatura brasileira, presseschau

Instituto Camões mit neuer Leitung

Das portugiesische Kulturinstitut Instituto Camões hat eine neue Direktorin. Ana Paula Laborinho, bisher Professorin am Zentrum für Komparatistik an der Universidade de Lisboa, trat am vergangenen Montag ihr neues Amt an. Sie forschte bisher vor allem zu den Themen Literatur und Entdeckungen, Reiseliteratur des 15. bis 17. Jahrhunderts, Kolonialliteratur sowie postkoloniale Studien. Insgesamt 11 Jahre lebte sie in Macau und leitete dort das Instituto Português do Oriente. Im Instituto Camões tritt sie die Nachfolge von Simonetta Luz Afonso an.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter presseschau

Saramago in der Presse

José Saramago veröffentlichte gestern in der spanischen Zeitung El País einen Artikel über den italienischen Präsidenten Silvio Berlusconi, der auch in der deutschen Presse rezipiert wird. Den Artikel kann man hier im spanischen Original und in Saramagos Blog auch in portugiesischer Übersetzung nachlesen. Saramago hat in der Vergangenheit schon häufig Kritik an Berlusconis Machenschaften geübt, nachzulesen in verschiedenen Blogeinträgen, die inzwischen auch im Buch O Caderno zusammengefasst worden sind. Erst kürzlich hatte Saramagos italienischer Verlag Einaudi, der bisher alle sein in italienischer Übersetzung publiziert hat, die Veröffentlichung von O Caderno abgelehnt. Einaudi gehört zur Verlagsgruppe Mondadori, die von der Familie Berlusconi kontrolliert wird.

Berichte zu diesem Thema finden sich u.a. im Spiegel und in der Süddeutschen Zeitung.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter josé saramago, literatura portuguesa, portugiesische Literatur, presseschau

Zensur – João Ubaldo Ribeiro

Ribeiro: A casa dos budas ditososDie französische Supermarktkette Auchan, die in Portugal große Supermärkte wie Jumbo und Pão de Açucar betreibt, hat die vor kurzem in Portugal erschienene Neuausgabe des Romans A Casa dos Budas Ditosos (Verlag Nelson de Matos) vom Camões-Preisträger João Ubaldo Ribeiro aus ihrem Sortiment genommen und damit zensiert. Als Grund gab der Verantwortliche der Gruppe die angeblich pornographische Sprache des Romans an. Vom Verkaufsverbot betroffen ist auch der preisgekrönte Roman Viva o Povo Brasileiro.

A Casa dos Budas Ditosos erschien erstmals vor ca. 10 Jahren als Auftragswerk in der Reihe „Plenos Pecados“, die die 7 Todsünden zum Inhalt hat und an der sich seinerzeit verschiedene der bekanntesten brasilianischen Schriftsteller beteiligt haben. João Ubaldo Ribeiros Roman hat die Todsünde der Wollust zum Thema und erzählt aus der Perspektive einer alten Frau deren Leben und ihre erotischen Erfahrungen.

Bereits bei Erscheinen vor 10 Jahren hatte es in Portugal bei der besagten Supermarktkette ein Verkaufsverbot gegeben, das schon damals eine Welle der Kritik hervorgerufen hat.

João Ubaldo Ribeiro ist einer der bekanntesten zeitgenössischen Autoren Brasiliens. Im letzten Jahr wurde ihm mit dem Prémio Camões der bedeutendste Literaturpreis der portugiesischsprachigen Welt zuerkannt. Einige seiner Romane sind auch ins Deutsche übersetzt worden. Zu den lieferbaren Titel geht es hier.

Inzwischen gibt es auch eine Stellungnahme von João Ubaldo Ribeiro, die man im Blog von Nelson de Matos nachhören kann.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter brasilianische autoren, brasilianische literatur, Buchhandlung, literatura brasileira, presseschau