Wir freuen uns auf die erste Lesung des Jahres. Am Freitag, dem16. Februar, 19.30 Uhr stellt der brasilianische Autor Alexandre Vidal Portoseinen neuesten Roman Sodomita vor.
Michael Kegler moderiert und übersetzt. Der Eintritt ist frei, wir bitten um Reservierung.
Alexandre Vidal Porto ist Schriftsteller und Diplomat. Er verbrachte seine Kindheit und Jugend in São Paulo und in Fortaleza. Nach Stationen in Brasilia, New York, Santiago de Chile, Cambridge, Washington, Mexiko-Stadt, Tokio und Frankfurt lebt er aktuell mit seinem Mann in Amsterdam.
Er ist Autor von vier Romanen: Matias na cidade (Record, 2005, Companhia das Letras, 2023 – überarbeitete Ausgabe),Sergio Y. vai à América(Companhia das Letras, 2014), Gewinner des Paraná-Literaturpreises, und Cloro (Companhia das Letras, 2018), Finalist für den Jabuti-Preis 2019. Sein neuester Roman Sodomita, aus dem er bei uns lesen wird, führt in das 17. Jahrhundert, als Homosexualität ein Verbrechen war, dessen Strafe manchmal die Verbannung nach Brasilien zur Folge hatte, Der Autor mischt hier historische Fakten mit aktuellen Themen, ohne dabei jemals die Ironie zu verlieren.
Seit 2014 findet bei uns in der Buchhandlung in regelmäßigen Abständen von 4-6 Wochen ein portugiesischsprachiger Lesekreis statt.
Weiter geht es im neuen Jahr am Dienstag, 27. Februar um 19.00 Uhrhier in der Buchhandlung. Wir versprechen dann über den Roman Siríaco e Mister Charles des kapverdischen Schriftstellers Joaquim Arena. Das Buch erhielt Ende letzten Jahres den renommierten Prémio Oceanos.
Es erzählt die Geschichte einer fiktiven Freundschaft zwischen zwei realen Personen. Auf der einen Seite steht der junge Wissenschaftler Charles Darwin, auf der anderen Seite Siríaco, ein schwarzer, ehemals versklavter Mann, der in Brasilien geboren und in Portugal ausgebildet wurde und aufgrund seiner von Vitilígo gezeichneten Haut zum sogenannten „exotischen Hof“ der Königin Maria I. gehörte.
Im Roman treffen die beiden auf den Kapverden aufeinander, dem Ort, an dem Siríaco zu beschließt zu leben, nachdem er während der Flucht 1807 mit der königlichen Familie auf der Insel Santiago vor Anker gegangen ist, und an dem Darwin zu Beginn seiner naturwissenschaftlichen Untersuchungen 16 Tage verbrachte.
Anmeldungen für den Lesekreis (falls Sie nicht ohnehin schon regelmäßig teilnehmen) gerne per Mail an info@tfmonline.de
Das Buch kann vorbestellt werden.
Buchhandlung TFM, Frankfurt
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Desde 2014 encontrámo-nos regularmente na TFM para falar sobre livros de autores de língua portuguesa. A próxima tertúlia encontra-se nodia 27 de fevereiro às 19h na livraria. Vamos falar sobre o livroSiríaco e Mister Charles (Prémio Oceanos 2023)do escritor caboverdiano Joaquim Arena. O livro pode ser reservado.
Das Jahr hat gerade erst begonnen und schon haben wir die erste Übersetzung aus dem Portugiesischen in der Buchhandlung. Heute angekommen ist der Roman Supermarkt (Originaltitel: Os Supridores) des brasilianischen Autors José Falero, übersetzt von Nicolai von Schweder-Schreiner, erschienen bei Hoffmann und Campe.
Das Buch spielt in der südbrasilianischen Stadt Porto Alegre in der Gegenwart. Das Leben ist hart. Tag für Tag schleppen sich Pedro und Marques in den (titelgebenden) Supermarkt in den rauen Favelas. Sie schuften und rackern und leben trotzdem nur von der Hand in den Mund. Sie haben die Schnauze voll. Warum geht es so vielen Leuten besser als ihnen?
Weil sie ein paar Dealer kennen und die Möglichkeit sehen, sich etwas dazuzuverdienen, verticken sie bald kleine Mengen Gras. Fast unmerklich bauen sie ein florierendes Unternehmen auf. Aber mit den steigenden Umsätzen werden der Witz und der Charme, mit denen sie anfingen, zu Gewalt und Einschüchterung. Die sorgfältig organisierte Welt bekommt Risse, bevor sie in einem letzten, tödlichen Showdown untergeht.
Eine vergleichende Lektüre mit dem im Herbst letzten Jahres erschienenen Via Ápia von Geovani Martins bietet sich an. Beide waren recht große Verkaufserfolge in Brasilien und behandeln ähnliche Themen. Noch dazu wurden beide von Nicolai von Schweder-Schreiner übersetzt. Alle Titel gibt’s wie üblich bei uns in der Buchhandlung.
Neues Jahr, neue Motivation zum Portugiesisch lernen? Dann kommt das neue Übungsbuch Exercícios de Gramática em Ação A1/A2 von Carla Oliveira und Luísa Coelho vielleicht genau zur richtigen Zeit.
Das Buch ist in 20 Einheiten unterteilt und hat zum Ziel alle Grammatikthemen der Niveaus A1 und A2 strukturiert zu behandeln. Am Beginn jeder Lektion wird das zu wiederholende Grammatikthema kurz erklärt, ehe dann jede Menge Übungen folgen. Insgesamt enthält das Buch mehr als 250 verschiedenste Übungen (Lückentexte, kleine Rätsel, Umschreiben von Sätzen, Bildbeschreibungen etc.) und zusätzlich 40 Übungen zum Hörverständnis. Die dazu notwendigen Audiodateien stehen auf der Webseite des Verlags zum Download bereit.
Wiederholungstests und der Lösungsschlüssel am Ende des Buches erleichtern den Gebrauch im Selbststudium.
Am 10. Januar 2024, 18h, findet an der Goethe-Universität Frankfurt eine zweisprachige virtuelle Lesung (Portugiesisch/Deutsch) mit der Autorin Yara Nakahanda Monteiro und dem Übersetzer Michael Kegler aus dem Roman Essa dama baté bue! (2018), und der Übersetzung davon, Schwerkraft der Tränen (2022), statt. Die Professur für Romanische Literaturwissenschaft lädt Interessierte herzlich ein, sich dazuzuschalten, hier der Link für die Zoom-Konferenz.
Yara Nakahanda Monteiro (1979) ist eine portugiesisch-angolanische Schriftstellerin, die sich in ihren Werken mit afro-diasporischen und weiblichen Erfahrungen auseinandersetzt. Ihr Debütroman Essa dama bate bué!(2018, Guerra e Paz Editores) wurde für den Dublin Literary Award 2023 nominiert, wurde in mehrere Sprachen übersetzt und wird an Universitäten auf der ganzen Welt studiert. Memórias Aparições Arritmias(2021, Companhia das Letras) gewann den Glória de Sant’Anna Literaturpreis für den besten Gedichtband 2022. Ihre Kurzgeschichten, Essays und Gedichte sind in verschiedenen Publikationen erschienen. Sie ist Mitautorin des Drehbuchs für die Filme Path to the Stars (2022) und The Island (2022). Sie hat einen Abschluss in Human Resources Management und war 15 Jahre lang in diesem Bereich tätig. Sie studierte Drehbuchschreiben und zeitgenössische Kunst.
Michael Kegler ist Übersetzer portugiesischsprachiger Literatur ins Deutsche, Herausgeber und Literaturkritiker. Er wuchs in Brasilien, Liberien und Deutschland auf. 2014 erhielt er den Straelener Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW und 2016 den Internationalen Hermann-Hesse-Preis, außerdem mehrere Stipendien des Deutschen Übersetzerfonds. 2021 war er World Literature Fellow for Translation am Institut für die Wissenschaften vom Menschen in Wien. 2022 erschien seine Übersetzung von Yara Nakahanda Monteiros Essa dama baté bue! unter dem Titel Schwerkraft der Tränen beim Haymon Verlag.
(Veranstaltungsankündigung der Goethe-Universität, Prof. Romana Radlwimmer)
Und weiter geht es mit Literaturpreisen. Gestern Abend wurde der Prémio Oceanos in den Kategorien Lyrik und Prosa verliehen. Ausgezeichnet wurden in der Lyrik-Kategorie:
O gosto amargo dos metais von Prisca Agustoni (erschienen bei 7Letras) aus Brasilien. Das Buch entstand unter dem Eindruck der Umwelttragödien in Minas Gerais, zunächst in Mariana und dann in Brumadinho, wo eine Schlammlawine aus Bergbauabfällen ganze Stadtviertel zerstörte, Hunderte von Menschenleben forderte und den Rio Doce braun färbte.
Als bester Roman ausgezeichnet wurde
Siríaco e Mister Charles, des kapverdischen Autors Joaquim Arena (erschienen bei Quetzal). Der Roman erzählt die Geschichte einer fiktiven Freundschaft zwischen zwei realen Personen. Auf der einen Seite steht der junge Wissenschaftler Charles Darwin, auf der anderen Seite Siríaco, ein schwarzer, ehemals versklavter Mann, der in Brasilien geboren und in Portugal ausgebildet wurde und aufgrund seiner vom Vitilígo gezeichneten Haut zum sogenannten „exotischen Hof“ der Königin Maria I. gehörte. Im Roman treffen die beiden auf den Kapverden, dem Ort, an dem Siríaco zu beschließt zu leben, nachdem er während der Flucht 1807 mit der königlichen Familie auf der Insel Santiago vor Anker gegangen ist, und an dem Darwin zu Beginn seiner naturwissenschaftlichen Untersuchungen 16 Tage verbrachte.
Der Preis ist je Kategorie mit 150.000 Reais dotiert. Die nominierten Titel finden Sie hier.
Die Wiederentdeckung des Werks der brasilianischen Autorin Clarice Lispector geht weiter. Nach dem 2019 und 2020 alle Erzählungen von Clarice in zwei Bänden bei Penguin veröffentlicht wurden, erschien jetzt eine Auswahl ihrer von 1946-1977 in Brasilien veröffentlichten Kolumnen –Todas as crónicas – im Original 2018 publiziert.
Die deutsche Übersetzung von Luis Ruby, der auch die Auswahl für die deutsche Ausgabe vorgenommen hat, trägt den schönen Titel Wofür ich mein Leben gebe. Clarice Lispector erzählt hier von ihrem eigenen Alltag, verwandelte persönliche Erlebnisse und Erinnerungen in tiefgründige, berührende, häufig humorvolle kurze Episoden. Die verlorene Liebe eines Taxifahrers, die bittere Wahrheit hinter der Schönheit einer alten Freundin, ihre eigene Familie und ihr Aufwachsen: In allem entdeckt Lispector die Widersprüche und Eigenheiten des Leben. Auch über ihr Schreiben reflektiert sie in den Kolumnen immer wieder, teilt ihre Leseerfahrungen und schlägt eine Brücke zur brasilianischen Musik ihrer Zeit. Lispectors ureigener Blick auf die Welt, so ernst wie spielerisch, so heiter wie kontemplativ, offenbart echte Perlen der Erkenntnis und bringt uns die Schriftstellerin so nahe wie nie zuvor.
Wie jedes Jahr kommt Weihnachten schneller als gedacht. Eben erschienen ist eine zweisprachige Ausgabe mit portugiesischen Weihnachtsgeschichten, unter anderem von Eça de Queiroz, Fialho de Almeida und Raul Brandão in der Übersetzung von Michael Kegler. Das Buch ist im Dortmunder Verlag Oxalá erschienen, der auch schon eine ganze Menge anderer zweisprachiger Bücher veröffentlicht hat.
In vielen der Geschichten dieses Buches ist die Vision des traditionellen Weihnachtsfestes der Dörfer im Landesinneren Portugals präsent, die mit ihren Bräuchen und Traditionen das portugiesische Weihnachtsfest prägen.
Luiz Ruffato mit Michael Kegler bei TFM (copyright TFM)
Die Lesung ist ausgebucht – Warteliste noch möglich (Stand 29.11.23)
Wir freuen uns auf einem Abend mit dem brasilianischen Autor Luiz Ruffato. Er liest bei uns in der Buchhandlung am 4. Dezember, 19.30 Uhr. Michael Kegler moderiert und übersetzt. Der Eintritt ist frei, wir bitten um Reservierung.
Nach seinem fünfbändigen, vielstimmigen alltagshistorischen Zyklus „Inferno Provisório“ (Vorläufige Hölle) über das Leben einfacher Leute in Brasilien, Migrationen und (gescheiterten) Aufstiegsversprechen, veröffentlichte Luiz Ruffato 2019 mit O Verão Tardio einen Roman über die Rückkehr nach Hause, wo nichts mehr so ist, wie es in der verklärten Erinnerung war. Gelesen wird aus einer bislang unveröffentlichten Übersetzung von „Verão Tardio“. Das Gespräch ist wie immer auf Deutsch und Portugiesisch.
Ruffato ist ein präziser, schonungsloser Beobachter des Alltags, ein Seismograf von Stimmungen und gesellschaftlichen Situationen, nicht nur in Brasilien.
Sieben seiner Bücher sind in deutscher Übersetzung von Michael Kegler bei Assoziation A erschienen.
Zu Luiz Ruffato muss man vermutlich nicht mehr viel sagen. Seit seiner beeindruckenden Rede zur Eröffnung der Frankfurter Buchmesse 2013 ist er auch hierzulande einem größeren Publikum bekannt und hat schon mehrfach in Frankfurt gelesen. Er wurde 1961 in Cataguases im brasilianischen Bundesstaat Minais Gerais geboren und wuchs in einer armen Migrantenfamilie auf. Im Jahr 1998 veröffentlichte er einen ersten Band mit Kurzgeschichten. Drei Jahre später folgte der Roman Eles eram muitos cavalos(Es waren viele Pferde), zwischen 2005 und 2011 schrieb er den fünfbändigen Zyklus Inferno Provisório. In Brasilien erschien zuletzt 2022 der Roman O Antigo Futuro.
Bereits am Nachmittag des 4. Dezember ist Luiz Ruffato zu Gast an der Frankfurter Goethe Universität. Das Gespräch (öffentliche Veranstaltung) findet statt um 14.00 Uhr im Casino Raum Cas. 1812 am Campus Westend der Universität.
Wir bedanken herzlich uns bei der Professur für Romanische Literaturwissenschaft (Hispanistik/Lusitanistik) der Goethe Universität Frankfurt für die Unterstützung bei der Realisierung dieser Veranstaltung.
Und weiter geht es mit Literaturpreisen. Heute wurden die 10 Finalisten für den Literaturpreis Prêmio Oceanos (je 5 Titel aus Lyrik und Prosa) bekanntgeben. Nominiert sind:
Lyrik
Alma Corsária, Cláudia Roquette-Pinto (Editora 34) Diário da encruza, Ricardo Aleixo (Segundo Selo) Entre costas duplicadas desce um rio, Guilherme Gontijo Flores (Ars et Vita) O gosto amargo dos metais, Prisca Agustoni (7Letras) Paraíso, Pedro Eiras (Assírio & Alvim)
Die beiden Gewinner des mit je 150.000 Reais dotierten Preises werden im Dezember ausgezeichnet. Die Unterteilung in eine Lyrik- und eine Prosakategorie ist in diesem Jahr neu. Im vergangenen Jahr wurden drei Prosawerke von Alexandra Lucas Coelho, Micheliny Verunschk und João Paulo Borges Coelho ausgezeichnet.
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