Die Zukunft der portugiesischen Sprache

„O futuro da língua portuguesa“ ist das Thema einer gestern begonnenen und bis zum 30. März andauernden Konferenz in der brasilianischen Hauptstadt Brasília. Genauere Informationen zum Programm und den Zielen bietet diese Seite der brasilianischen Regierung. Die Konferenz wird von den acht in der Comunidade dos Países de Língua Portuguesa (CPLP) vertretenen Ländern Angola, Brasilien, Cabo Verde, Guinea-Bissau, Moçambique, Portugal, São Tomé und Príncipe und Timor-Leste ausgerichtet.

Obwohl die portugiesische Sprache derzeit von ca. 250 Millionen Menschen gesprochen wird (davon allein ca. 200 Millionen in Brasilien) und man bis zum Jahr 2050 von einer Erhöhung auf bis zu 335 Millionen ausgeht, ist das Portugiesische in der öffentlichen Wahrnehmung im Ausland stark unterrepräsentiert. Ziele der Konferenz sind daher die Stärkung des Portugiesischunterrichts im Ausland verbunden mit einer stärkeren Kooperation der portugiesischsprachigen Länder untereinander und eine stärkere Verbreitung der portugiesischen Sprache als Amtssprache in internationalen Organisationen. Inwieweit es sich hier um bloße Absichtserklärungen handelt, bleibt abzuwarten.

Eine Wortmeldung zum Thema gibt es unter anderem vom mosambikanischen Autor Mia Couto hier in einem Artikel der portugiesischen Tageszeitung Público.

Auch die Deutsche Welle berichtet über die Konferenz.

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Hans Christian Andersen Preis für Jutta Bauer

Die deutsche Illustratorin Jutta Bauer hat zusammen mit dem englischen Autor David Almond den diesjährigen Hans Christian Andersen Preis erhalten. Der Preis, der als der renommierteste Preis für Kinder- und Jugendliteratur gilt und alle 2 Jahre vergeben wird, wurde auf der derzeit stattfindenden Kinder- und Jugendbuchmesse in Bologna verliehen.

Einige Titel von Jutta Bauer liegen auch in portugiesischer Übersetzung vor und sind bei uns erhältlich, so zum Beispiel die Geschichte eines kleinen Pinguins in  Quando a mãe grita (deutscher Titel: Schreimutter) oder das Kinderbuch mit dem Schaf Selma.

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Die portugiesische Sprache

Zwei interessante Neuerscheinungen sind jetzt bei uns eingetroffen, die sich beide mit der portugiesischen Sprache beschäftigen. In Nas bocas do mundo unternimmt der Autor Sérgio Luís de Carvalho eine Reise durch die Geschichte der portugiesischen Redewendungen.  Einflüsse der Antike werden ebenso berücksichtigt wie Ausdrücke, deren Herkunft sich im Mittelalter und in der Moderne und finden lassen. Selbst die Herkunft ganz aktueller Ausdrücke wie „Spam“ oder „twittar“ werden erklärt.

Der zweite Titel Assim é que é falar, 201 perguntas, respostas e regras sobre o português falado e escrito beschäftigt sich mit Zweifelsfällen der portugiesischen Sprache – es geht um die Aussprache, den Gebrauch und die Vermeidung von Anglizismen in der portugiesischen Sprache, weibliche Berufsbezeichnungen, obrigatorische und fakultative Kommasetzung. Für alle die sich intensiver für die korrekte Verwendung der portugiesischen Sprache interessieren, ist das also das richtige Buch.

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Alice im Wunderland

Der Kinderbuchklassiker von Lewis Carroll ist derzeit  durch die Verfilmung von Tim Burton wieder in aller Munde. Auch in Portugal wurde das Buch in verschiedenen Verlag neu aufgelegt. Besonders hervorzuheben ist hierbei eine adaptierte Hörbuchfassung Alice no País das Maravilhas, die den immer noch in den Kinderschuhen steckenden portugiesischsprachigen Hörbuchmarkt belebt. Die beiden CDs wurden von Mafalda Lopes da Costa eingelesen und werden von einem Textbuch sowie einem A-Z Verzeichnis der Alice-Welt begleitet.

Wie alle hier vorgestellten Titel ist das Hörbuch bei uns in der Buchhandlung bzw. unserem Onlineshop zu bekommen.

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2x Pessoa im letzten Ammann-Programm

Im letzten Programm des Ammann-Programm, der wie berichtet im Sommer seine verlegerische Tätigkeit einstellt, sind noch einmal zwei Titel von Fernando Pessoa erschienen:

Pessoas bekanntestes und sicher für den Verlag erfolgreichstes Werk Das Buch der Unruhe (deutsch von Inés Koebel)  in einer  Sonderausgabe auf Dünndruckpapier und außerdem der von Steffen Dix übersetzte Band Genie und Wahnsinn. Schriften zu einer intellektuellen Biographie, den der Übersetzer und Pessoa-Forscher gemeinsam mit Jerónimo Pizarro herausgegeben hat. In diesem Band sind nahezu alle Dokumente zu den Themen Genie, Wahnsinn, Degeneration und Psychopathologie aus dem Nachlass Pessoas zusammengefasst worden.

Bleibt zu hoffen, dass die noch lange nicht vollständige Edition von Pessoas Werk in deutscher Übersetzung in einem anderen Verlag in gleicher Qualität fortgeführt werden kann.

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Lusophone Lyrik in deutscher Übersetzung

Heute in der Post waren zwei Neuerscheinungen der Stuttgarter Edition Delta, über die ich mich sehr gefreut habe. Lyrikeditionen sind immer ein Wagnis (für den Verleger) und eine besondere Herausforderung (für den Übersetzer).  In der Übersetzung von Juana und Tobias Burghardt liegen jetzt die Bände Fieberbaum der angolanischen Autorin Ana Paula Tavares und Die Gebärmutter des Hauses von Conceição Lima (São Tomé e Príncipe) vor, beide selbstverständlich zweisprachig portugiesisch-deutsch.

Fieberbaum ist eine Auswahl von Gedichten aus den Bänden Ritos de Passagem, O Lago da Lua, Dizes-me Coisas Amargas Como os Frutos, Ex-Votos und Manual para Amantes Desesperados.

Die Gebärmutter des Hauses vereint Lyrik aus den Bänden O Útero da Casa und A Dolorosa Raiz do Micondo.

Einzelne Gedichte beider Autorinnen sind auch schon in deutscher Übersetzung von Michael Kegler in unserem im letzten Jahr erschienen Lyrikband hotel ver mar erschienen.

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Portugiesische Autoren auf Lesereise

Gleich drei bekannte portugiesische Schriftsteller sind im März in Deutschland zu Gast. Den Anfang macht Miguel Sousa Tavares, der am 11. März, um 18.00 Uhr in Berlin im Rahmen der Reihe „Europa literarisch“ aus dem Roman Am Äquator (Equador) lesen wird. Die deutsche Übersetzung von Marianne Gareis ist 2005 im C.Bertelsmann erschienen. Es moderiert Thomas Wohlfarth von der Berliner Literaturwerkstatt.

Es folgt am 16. März António Lobo Antunes der auf dem Kölner Literaturfestival Lit.Cologne um 20.00 Uhr in der Kulturkirche Köln seinen Roman O meu nome é legião (2007 erschienen) vorstellen wird, die deutsche Übersetzung Mein Name ist Legion von Maralde Meyer-Minnemann ist für den Herbst bei Luchterhand angekündigt. Die Lesung wird von Kersten Knipp moderiert, es liest Michael Wittenborn vom Schauspiel Köln.

Am 20.3. um 14.00 Uhr schließlich stellt Rui Zink seinen Roman O Destino Turístico auf der Leipziger Buchmesse vor (Congress Center Leipzig, Mehrzweckfläche 1), es moderieren und übersetzen Michael Kegler und Martin Amannshauser.

Diese und weitere Termine stehen natürlich auch im Kulturkalender von nova cultura!

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José Eduardo Agualusa: Die Frauen meines Vaters

Seit wenigen Tagen im Handel ist das neue Buch von José Eduardo Agualusa: Die Frauen meines Vaters, das in deutscher Übersetzung von Michael Kegler im A1-Verlag erschienen ist – nach Das Lachen des Geckos schon der zweite Titel des Autors bei A1.

Inhaltlich geht es im roadmovieartigen Roman um den angolanischen Musiker Francisco Manso, der bei seinem Tod sieben Frauen zurücklässt. Diese leben verstreut in verschiedenen Städten an der Küste des südlichen Afrikas, und eine der Töchter Franciscos – Laurentina – macht sich nach seinem Tod von Portugal aus auf den Weg, um die Familie kennenzulernen.

2007 ist anlässlich der Veröffentlichung des portugiesischen Originals As mulheres do meu pai eine kurze Besprechung von mir bei nova cultura! erschienen, die Sie hier nachlesen können.

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Doce Lisboa

Dieses Buch ist definitiv nicht dazu geeignet, dem Winterspeck zu reduzieren, sollte aber beim nächsten Lissabon-Urlaub auf keinen Fall fehlen. Clara Azevedo und Luis Chimeno Garrido haben 20 der besten und bekanntesten Pastelarias in Lissabon besucht. Entstanden ist das Buch Doce Lisboa – Guia e receitas das melhores pastelarias, das neben Fotos der Cafés und Konditoreien nebst ihrer kleinen Köstlichkeiten auch eine ganze Reihe von Rezepten bietet, damit man die Leckereien selbst nachbacken kann.

Kleiner Wermutstropfen, das Rezept für die Herstellung der legendären Pastéis de Nata der Antiga Confeitaria de Belém bleibt natürlich ein Geheimnis.

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Prémio Literário Casino da Póvoa für Maria Velho da Costa

Die portugiesische Autorin Maria Velho da Costa erhält den mit 20.000 Euro dotierten Prémio Literário Casino da Póvoa für ihren Roman Myra.

Wie der Vorsitzende der Jury Carlos Vaz Marques gestern bei den Correntes d’Escritas bekannt gab, setzte sich das Buch nach langer Diskussion gegen die anderen Anwärter der Shortlist durch. Nominiert waren:

Rakushisha von Adriana Lisboa

O Cónego von A.M. Pires Cabral

O Verão Selvagem dos Teus Olhos von Ana Teresa Pereira

Três Lindas Cubanas von Gonzalo Celorio

A Eternidade e o Desejo von Inês Pedrosa

O Mundo – o mundo é a rua da tua infância von Juan José Millás;

Myra von  Maria Velho da Costa

A Sala Magenta von Mário de Carvalho

A Mão Esquerda de Deus von Pedro Almeida Vieira  und

O Apocalipse dos Trabalhadores von valter hugo mãe

Myra erzählt die Geschichte der gleichnamigen Protagonistin, einer jungen Russin, die auf der Flucht durch die grauen Landschaften des gegenwärtigen Portugals reist. Eine ausführliche Rezension des Kritikers José Mário Silva in portugiesischer Sprache ist in der Literaturzeitschrift LER erschienen und hier nachzulesen. Der Roman wurde bereits im letzten Jahr mit dem Preis des portugiesischen PEN-Club und dem Prémio Máxima da Literatura ausgezeichnet.

Maria Velho da Costa ist neben Maria Isabel Barreno und Maria Teresa Horta eine der „3 Marias“, die in den 1970er mit den Novas Cartas Portuguesas (dt. Neue Portugiesische Briefe, bei tranvia erschienen) für Furore sorgten. In deutscher Übersetzung liegt ebenfalls bei Tranvia der Gedichtband Corpo verde – Körper grün vor.

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