Archiv der Kategorie: portugiesische Literatur

Poesiefestival II – Weltklang, 05.07.08

Morgen beginnt das Poesiefestival in Berlin, und wie angekündigt sollen hier in den nächsten Tagen Informationen zu den beteiligten portugiesischsprachigen Autoren und ihren Titeln erscheinen. Morgen Abend findet die Veranstaltung Weltklang – Nacht der Poesie, an der neben anderen internationalen Autoren (u.a. aus Slowenien, Dänemark und Japan) auch Manuel Alegre aus Portugal und der brasilianische Musiker und Autor Arnaldo Antunes teilnehmen werden. Alle Autoren werden ihre Gedichte im Original lesen, die Übersetzungen sind in einem deutschsprachigen Reader veröffentlicht worden, der an die Gäste verteilt wird.

Manuel Alegre bei TFM, copyright TFM und Nuri Ciçek

Manuel Alegre bei TFM, copyright TFM und Nuri Ciçek

Manuel Alegre ist einer der bekanntesten zeitgenössischen Autoren Portugals. Geboren 1936 in Águeda, lebte während der Salazar-Diktatur im Exil, seit 1965 veröffentlichte er zahlreiche Gedicht- und Prosabände, mit „Uma flor de verde pinho“ gewann er 1976 den Preis des „Festival RTP da Canção“, seit 1975 ist er Mitglied des portugiesischen Parlaments und war 2006 Präsidentschaftskandidat in Portugal.

In deutscher Übersetzung sind zwei Titel lieferbar:

Gedichte und Prosa (zweisprachig portugiesisch-deutsch), aus dem Portugiesischen von Sarita Brandt, bei TFM 1998 erschienen

und der Roman Rafael, aus dem Portugiesischen von Markus Sahr, erschienen im letzten Jahr bei Edition Erata aus Leipzig. Seine Veröffentlichungen im Original würden den Rahmen des Blogs sprengen. Sie reichen von zahlreichen Lyrikbänden über Romane, Erzählungen bis hin zu Kinderbüchern. Eine recht komplette Liste finden Sie hier in unserer Onlinedatenbank. Zuletzt erschienen ist im Verlag Nelson de Matos das Gedicht Sete Partidas.

Arnaldo Antunes wurde 1960 geboren. Er ist ein bekannter brasilianischer Schriftsteller, Komponist und Sänger. In den 1970er Jahren war er Mitglied der Bands Aguilar und Banda Perfomática, in den 1980er Jahren der Rockband Titãs. Seit 1992 hat er verschiedene Soloalben, wie z.B. Nome, Ninguém, O Silêncio und

Paradeiro

Arnaldo Antunes: Paradeiro

Paradeiro veröffentlicht. Hierzulande bekannt geworden ist auch sein Gemeinschaftsprojekt Tribalistas, das er gemeinsam mit Marisa Monte und Carlinhos Brown eingespielt hat.
Als Schriftsteller ist er seit den 1980er Jahren aktiv und hat eine Reihe prämierter Lyrikbände veröffentlicht. Eine Auswahl finden Sie hier auf unserer Webseite.

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Saramago – Blog

Die vor nicht allzu langer Zeit gegründete Fundação José Saramago ist jetzt auch mit einem Blog im Internet vertreten. Informiert wird hier über unter anderem über Termine der Stiftung und Interviews von José Saramago. Ziel des Blogs ist außerdem, den Worten von Pilar del Río zufolge, auch der Austausch der Leser über Saramagos Werk.

Bis zum 27. Juli wird in Juli noch die Ausstellung A consistência dos sonhos über Leben und Werk des portugiesischen Nobelpreisträgers gezeigt. Anlässlich der Ausstellung, die zuerst auf Lanzarote gezeigt wurde, ist ein Katalog mit sehr vielen interessanten biographischen Dokumenten José Saramagos erschienen.

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Grande Prémio APE Romance für Filomena Marona Beja

Der Roman A Cova do Lagarto von Filomena Marona Beja, erschienen bei Sextante Editora, erhält in diesem Jahr den Großen Preis der portugiesischen Schriftstellerorganisation (Associação Portuguesa de Autores) für den besten Roman 2007. Eingereicht wurden insgesamt 117 im Jahr 2007 erschienene Romane und Erzählungen. Der Preis wurde einstimmig verliehen und ist mit 15.000 Euro dotiert.

A Cova do Lagarto ist ein autobiographischer Roman, der sich mit dem Leben von Duarte Pacheco, einem Minister der Salazar-Diktatur beschäftigt, der für den öffentlichen Raum und seine Umgestaltung verantwortlich war und später bei einem Autounfall ums Leben kam.

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Ana Luísa Amaral erhält Grande Prémio de Poesia

Die portugiesische Lyrikerin Ana Luísa Amaral ist mit dem Grande Prémio de Poesia der portugiesischen Schriftstellervereinigung (Associação Portuguesa de Escritores) ausgezeichnet worden. Prämiert wurde der in diesem Jahr erschienen Lyrikband Entre dois rios e outras noites. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert und wird von der portugiesischen Post gesponsort.

Einige Gedichte von Ana Luísa Amaral liegen im Band Die Bogenform der Erinnerung auch in deutscher Nachdichtung vor.

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Fernando Pessoa – 120.Geburtstag

Jahrestage sind für viele Verlage und Institutionen ein willkommener Anlass, mit Veranstaltungen und Sondereditionen auf einen Autor hinzuweisen. Der Geburtstag des portugiesischen Dichters Fernando Pessoa jährt sich am 13.Juni zum 120.Mal. Wäre man jetzt in Lissabon könnte man mit Pessoas Lissabon Reiseführer im Gepäck einen Blick in die Casa Fernando Pessoa werfen und dort

dem umfangreichen Programm im Juni folgen.

Hierzulande darf man sich darüber freuen, dass der Ammann Verlag, seine Pessoa-Werkreihe fortsetzt – im Juni erscheint eine Sonderausgabe des Klassikers Buch der Unruhe – in der unter anderem schon in Neuübersetzung von Inés Koebel die Werke von Ricardo Reis, Alberto Caeiro, António Mora (übersetzt von Steffen Dix), Barão de Teive und zuletzt Álvaro de Campos (allesamt Heteronyme Fernando Pessoas) erschienen sind.

Auch erfreulich, dass für den kleineren Geldbeutel jetzt einige der Titel wieder in einer Taschenbuchausgabe aus dem S.Fischer Verlag lieferbar sind. Neben dem Buch der Unruhe sind das die Lyrikbände von Ricardo Reis und Alberto Caeiro (beide zweisprachig portugiesisch-deutsch) und ein Prosaband von Barão de Teive.

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Fundação José Saramago

In Azinhaga (Ribatejo), dem Heimatdorf des portugiesischen Nobelpreisträgers, wird heute ein Museum eröffnet, das gleichzeitig als Außenstelle der kürzlich gegründeten Fundação José Saramago (José Saramago Stiftung) dienen wird. Ausgestellt werden u.a. Fotografien aus dem Archiv José Saramagos und einige Gegenstände, die mit der Kindheit des Autors, die er in Azinhaga bei seinen Großeltern verbracht hat, verbunden sind. Hier bietet es sich an, das Buch As Pequenas Memórias zur Hand zu nehmen, in dem Saramago seine Kindheitserinnerungen beschreibt.

Die Außenstelle der Fundação verfügt außerdem ein Bibliothek mit allen Werken Saramagos im Original und fremdsprachigen Übersetzungen sowie einen öffentlichen Lesesaal. Zur Eröffnung reist José Saramago mit seiner Frau Pilar del Rio und zahlreichen geladen Gästen an.

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Pessoa-Nachlass wird teilweise versteigert

Wie die portugiesische Zeitung Público in ihrer heutigen Ausgabe vermeldet, wird ein Teil des Nachlasses von Fernando Pessoa voraussichtlich im Herbst versteigert.

Unter den Hammer kommen sollen unter anderem der Briefwechsel Fernando Pessoas mit dem englischen Okkultisten Alisteir Crowley, astrologische Karten sowie verschiedene Ausgaben der Zeitschriften Orpheu und Contemporânea.

Führende Pessoa-Forscher, wie Richard Zenith und Jeronimo Pizarro haben sich besorgt geäußert und befürchten, dass Teile des Nachlasses durch die Versteigerung Portugal verlassen und somit nicht mehr für Forschungszwecke zur Verfügung stehen werden.

Vielleicht wird ja im Herbst auch noch die portugiesische Nationalbibliothek aktiv und erwirbt den Nachlass. Ein großer Teil der Hinterlassenschaften Fernando Pessoas wurden bereits 1979 vom portugiesischen Staat gekauft.

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Buchmesse Lissabon

Der seit Wochen schwelende Streit zwischen den beiden portugiesischen Verlegerorganisationen APEL und UEP um die Ausrichtung und Durchführung der Lissabonner Buchmesse ist gestern eskaliert. Die Lissabonner Stadtverwaltung sah sich gezwungen, die bereits begonnenen Aufbauarbeiten zu stoppen, die entsprechende Pressemeldung kann man hier im Blog der Literaturzeitschrift Ler nachlesen.

Die Buchmesse soll bereits am 21. Mai beginnen und bis zum 10.Juni andauern. Im Streit geht es im wesentlichen darum, ob alle Verlage wie bisher die selben Verkaufsstände benutzen sollen oder ob unterschiedlich große Stände erlaubt sein sollen. Hintergrund ist der Wunsch der Verlagsgruppe LeYa, mit eigenen Messeständen an der Messe teilzunehmen.

Für den heutigen Tag sind weitere Sitzungen geplant, die zu einer Lösung des Problems beitragen sollen.

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LeYa wächst weiter

Der Konzentrationsprozess in der portugiesischen Verlagslandschaft setzt sich fort. Gestern wurde bekannt, dass die im vergangenen Jahr neu entstandene Gruppe LeYa, zu der so renommierte Verlage wie Dom Quixote, Caminho und ASA zählen eine Absichtserklärung über den Kauf der Verlage des Finanzinvestors Explorer Investments unterzeichnet hat. Zu Explorer Investments gehören unter anderem die Verlage Oficina do Livro, Casa das Letras und Teorema mit den Bestsellerautoren Margarida Rebelo Pinto und Miguel Sousa Tavares.

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Acordo Ortográfico 2 – noch mehr neue Wörterbücher

Einen interessanten Artikel zur portugiesischen Rechtschreibreform liefert die Neue Züricher Zeitung in ihrem Artikel Bruderkampf um Buchstaben und Akzente. Das hört sich vielleicht etwas zu martialisch, Fakt ist aber, dass die Rechtschreibreform in Portugal nach wie vor hohe Wellen schlägt. Aber hierzulande war das ja bis vor kurzer Zeit auch nicht anders.

Dicionário Editora da LÃngua Portuguesa 2009Mit Porto Editora hat jetzt der zweite große Wörterbuchverlag nachgezogen und ein einsprachiges Wörterbuch veröffentlicht, dass die Veränderungen des Acordo Ortográfico berücksichtigt. Die alte und die neue Schreibweise werden parallel nebeneinander aufgeführt, so dass man die Veränderungen gut nachverfolgen kann. Natürlich wird das Dicionário Editora da Língua Portuguesa 2009 – Acordo Ortográfico in wenigen Tagen auch bei uns erhältlich sein.

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