Archiv der Kategorie: brasilianische autoren

Prêmio São Paulo de Literatura geht erneut an Mariana Salomão Carrara

Der Prêmio São Paulo de Literatura, neben dem Prêmio Jabuti einer der renommiertesten brasilianischen Literaturpreise, wurde in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal an Mariana Salomão Carrara vergeben. Sie erhält die Auszeichnung für den Roman A árvore mais sozinha do mundo (in Brasilien bei Todavia erschienen, in Portugal bei Companhia das Letras)

Im Mittelpunkt des Romans steht eine Familie: die Eltern Carlos und Guerlinda, die erschöpft sind von der Arbeit auf einer Tabakplantage, und ihre Kinder Alice, Maria und Pedro, die bereits in der Landwirtschaft mitarbeiten und durch die allgegenwärtigen Pestizide vergiftet werden. Alle sind Tabakbauern, leben von der Welt vergessen und kämpfen ums Überleben angesichts des Mangels an allem und des Klimakollapses.

Der Preis ist mit 200.000 Reais  dotiert.

Den Preis für den besten Debütroman erhält Marcílio França Castro für den Roman O último dos copistas, der zwischen Roman und Essay changiert. Die Kopisten sind gespenstische Gestalten, die die Literatur heimsuchen. Ausgangspunkt der Handlung ist hier Ângelo Vergécio, ein Kopist aus dem 16. Jahrhundert, dessen Handschrift die Schriftart Garamond hervorgebracht hat. Ein Rätsel aus seinem Leben bewegt im 21. Jahrhundert, im Übergang vom Analogen zum Digitalen, die Geschichte einer Freundschaft zwischen einem Lektor und einer Illustratorin.

Beiden Titel sind bei uns bestellbar.

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Cinco vozes – Fünf Stimmen – Neue Anthologie brasilianischer Autorinnen

Anthologie Cinco Vozes

Zum Middle Ground Festival war im Oktober das brasilianische Literaturfestival Festa Literária das Periferías zu Gast im Haus der Kulturen der Welt. Aus diesem Anlass erschien im Textem Verlag Cinco Vozes -Fünf Stimmen, eine zweisprachige Publikation fünf brasilianischer Autorinnen, die bisher noch nichts ins Deutsche übersetzt wurden.

Die Erzählungen, Gedichte, Essays und experimentellen literarischen Formen von Eliana Alves Cruz, Conceição Evaristo, Ana Maria Gonçalves, Leda Maria Martins und Amara Moira befassen sich auf vielschichtige Weise mit dem Widerhall von Geschichte im Körper, mit afrobrasilianischen Traditionen, Weiblichkeit*, Gewalt und der politischen Vergangenheit Lateinamerikas. Sie stehen für einen Wandel der literarischen Szene Brasiliens, in der historisch marginalisierte Stimmen einen zentralen Platz im kulturellen Schaffen des Landes einnehmen — eine Neudefinition der brasilianischen Literatur und Erweiterung ihrer Ausdrucksmöglichkeiten.

Übersetzt wurden die Texte von Maria Hummitzsch, Odile Kennel, Samir Sellami und Melanie Strasser. Unter anderem ist das erste Kapitel von Ana Maria Gonçalves Roman Um Defeito de Cor enthalten, ein großartiger Text, der schon lange hätte übersetzt werden sollen, aber aufgrund des Umfangs auch für jeden Verlag eine Herausforderung darstellt.

Bücher der Autorinnen im portugiesischen Original finden Sie natürlich bei uns in der Buchhandlung.

Cinco vozes – Fünf Stimmen (portugiesisch-deutsch), 14,00 EUR

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Prémio Oceanos – Die Finalisten

Die Literaturpreis-Saison ist im vollen Gange. Vor wenigen Tagen wurden die Finalisten für den Literaturpreis Prêmio Oceanos (je 5 Titel aus Lyrik und Prosa) bekanntgeben. Nominiert sind:

Lyrik

As coisas do morto, Francisco Guita Jr. – Moçambique

Coram populo- Poesia reunida [2], Maria do Carmo Ferreira – Brasilien

Lições da miragem, Ricardo Gil Soeiro – Portugal

Longarinas, Ana Maria Vasconcelos – Brasilien

O pito do pango & outros poemas, Fabiano Calixto – Brasilien

Prosa

A cegueira do rio, Mia Couto – Moçambique

As melhoras da morte, Rui Cardoso Martins – Portugal

Mestre dos batuques, José Eduardo Agualusa – Angola

Ressuscitar mamutes, Silvana Tavano – Brasil

Vermelho delicado, Teresa Veiga – Portugal

Die beiden Gewinner des mit je 150.000 Reais dotierten Preises werden im Dezember ausgezeichnet.

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Prêmio Jabuti 2025: Die Preisträger im Überblick

Der Prêmio Jabuti ist der bedeutendenste brasilianische Literaturpreis und wird in 20 verschiedenen Kategorien vergeben. Die Preisträger wurden gestern m Rahmen der Preisverleihung bekanntgegeben.

Vento em Setembro

In der Kategorie „literarischer Roman“ wurde in diesem Jahr Vento em Setembro (Companhia das Letras) von Tony Bellotto ausgezeichnet. Der eigentlich als Krimiautor und Leadgitarrist der Rockgruppe Titãs erzählt eine komplexe Geschichte, die in den 1970er Jahren beginnt und sich über verschiedene Teile der Welt erstreckt. Priesterseminare, Bordelle, Eisenbahnwaggons und Krankenhausbetten sind einige der Schauplätze dieses Epos, das den Leser von Santos nach Griechenland, von Assisi nach Mexiko-Stadt, von Kirchenmauern ins Herz der Repression während der brasilianischen Diktatur führt.

Respiro

Den Jabuti in der Kategorie Lyrik erhält Armando Freitas Filho für sein neuestes Buch Respiro (Companhia das Letras)

Ruy Castro: O ouvidor do Brasil

Buch des Jahres und gleichzeitig Preisträger in der Kategorie „Crónica“ wurde O Ouvidor do Brasil. 99 vezes Tom Jobim des unermüdlichen Ruy Castro über den brasilianischen Ausnahmemusiker António Carlos Jobim.

Alle anderen Preisträger (u.a. für Kinderbuch, Übersetzung, bestes Cover etc.) lassen sich hier einsehen.

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Der Preis der Hotlist für ein Buch von Victor Heringer

Die Frankfurter Buchmesse ist schon wieder Geschichte, wie immer waren es Tage voller Trubel, intensiver Gespräche und schöner Begegnungen und ohne Zeit für Social Media (zumindest bei uns).

Viele Preise wurden auf der Messe verliehen, unter anderem auch der Preis der Hotlist der unabhängigen Verlage. Dieser ging in diesem Jahr an März Verlag in Berlin für den Roman Die Liebe vereinzelter Männer” von Victor Heringer, aus dem brasilianischen Portugiesisch übersetzt von Maria Hummitzsch .

„Es gibt Romane, die verändern, wie wir Geschichten lesen. Die Liebe vereinzelter Männer von Victor Heringer ist ein solcher Roman. Der März Verlag aus Berlin verdient großes Lob dafür, diesen außergewöhnlichen Roman mit feinem literarischem Gespür und großer Sorgfalt dem deutschsprachigen Publikum zugänglich gemacht zu haben. Die Übersetzerin Maria Hummitzsch hat Heringers Sprache mit beeindruckender Sensibilität übertragen“, so die Jury in ihrer Begründung.

Victor Heringers Roman ist eine prägnante und schonungslose Analyse der brasilianischen Gesellschaft, die ihre eigene Vergangenheit nie richtig aufarbeiten konnte, und eine fließende, queere Coming-of-Age-Geschichte.

Den preisgekrönten Roman gibt es natürlich bei uns in der Buchhandlung, die deutsche Übersetzung ist sofort lieferbar, das brasilianische Original O Amor dos Homens Avulsos kann bestellt werden.

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Lesetreff – Tertúlia wieder am 4. November

Seit 2014 findet bei uns in der Buchhandlung in regelmäßigen Abständen von 4-6 Wochen ein portugiesischsprachiger Lesekreis statt.

zeigt Cover von Ainda Estou aqui, Buch von Marcelo Rubens Paiva aus Brasilien

Weiter geht es im Herbst am Dienstag, 4.Novemberum 19.00 Uhr hier in der Buchhandlung. Wir sprechen dann über das Buch Ainda Estou Aqui des brasilianischen Autors Marcelo Rubens Paiva. Das autobiografische Buch, das in der Zeit der brasilianischen Militärdiktatur spielt, war Grundlage für den gleichnamigen Film von Walter Salles, der in diesem Jahr mit dem Oscar ausgezeichnet wurde.

Anmeldungen für den Lesekreis (falls Sie nicht ohnehin schon regelmäßig teilnehmen) gerne per Mail an info@tfmonline.de

Die Bücher sind bereits eingetroffen und liegen zur Abholung bereit.

Buchhandlung TFM, Frankfurt

Desde 2014 encontrámo-nos regularmente na TFM para falar sobre livros de autores de língua portuguesa. A próxima tertúlia encontra-se no dia 4 de novembro às 19h00 na livraria. Vamos falar sobre o livro Ainda estou aqui do escritor brasileiro Marcelo Rubens Paiva.

Os livros já estão disponíveis aqui na livraria.

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Angélica Lopes: Die Frauen der Familie Flores

Der jetzt auf Deutsch erschienene Roman Die Frauen der Familien Flores (Original: A Maldição das Flores) von Angélica Lopes erzählt die Geschichte der titelgebenden Familie über sieben Generationen hinweg. Die Handlung beginnt im Nordosten Brasiliens zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Seit vielen Generationen lastet ein Fluch auf der Familie Flores, der ihre Männer zu einem frühen Tod verdammt. Die Frauen, die zurückbleiben, sichern sich ihren Lebensunterhalt durch die alte Kunst der Spitzenklöppelei. Als die junge Eugênia gezwungen wird, einen älteren, gewalttätigen Offizier zu heiraten, beginnt sie, versteckte Botschaften in den edlen Stoff einzuweben, und schmiedet so einen gefährlichen Fluchtplan, dessen Auswirkungen bis in die Gegenwart zu spüren sind.

Ein spannender Roman über weibliche Solidarität und den Wert von Mut und Freiheit.

Der Roman wurde von Michael Kegler ins Deutsche übersetzt und ist eben bei hanserblau erschienen.

Ein kurzes Video, in dem Angélica Lopes ihren Roman dem deutschen Publikum vorstellt, gibt es bei Youtube hier.

Angélica Lopes lebt und arbeitet als Journalistin, Roman- und Drehbuchautorin in Rio de Janeiro. Seit mehr als zwanzig Jahren ist sie als Autorin von Jugendromanen schriftstellerisch tätig. Die Frauen der Familie Flores ist ihr erster Roman für Erwachsene.

Angélica Lopes: Die Frauen der Familie Flores, Deutsch von Michael Kegler, hanserblau, 22 EUR

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Clarice Lispector: Neuübersetzung von Die Passion nach G.H.

Seit einigen Jahren schon wir die bekannte brasilianische Autorin Clarice Lispector weltweit „wiederentdeckt“. Nach Veröffentlichungen des Schöffling Verlags zum Brasilien-Schwerpunkt der Frankfurter Buchmesse 2013, hat sich nun seit einigen Jahren Penguin der Neuübersetzungen angenommen.

In der Vergangenheit wurden schon die kompletten Erzählungen, die Kolumnen und auch einige Romane in neuen Übersetzungen von Luis Ruby veröffentlicht.

Jetzt kommt mit Die Passion nach G.H. (Original: A paixão segundo G.H.) ein weiterer Roman hinzu, der ebenfalls von Luis Ruby übersetzt wurde.

G.H., eine vermögende Bildhauerin aus Rio, betritt das Zimmer ihres schwarzen Dienstmädchens, das ihr gekündigt hat. Der Raum ist überraschend aufgeräumt, nur einige Zeichnungen an der Wand stören die perfekte Ordnung. G.H. fühlt sich provoziert, öffnet den Kleiderschrank des Dienstmädchens und zerquetscht beim Schließen eine Kakerlake. Damit setzt sie eine Reihe von abgründigen, verstörenden Überlegungen über Leben, Tod, Weiblichkeit und Erlösung in Gang, die noch in der Rückschau des folgenden Tages ihre menschliche Existenz ins Wanken bringen

Clarice Lispector: Die Passion nach G.H. , 24,00 EUR

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Neu auf Deutsch – Itamar Vieira Junior: Feuer

Der zweite Roman Salvar o Fogo des brasilianischen Autors Itamar Vieira Junior ist jetzt auf Deutsch erschienen.

Das Buch trägt den Titel Feuer und ist in der Übersetzung von Barbara Mesquita bei S. Fischer erschienen.

Wie der erfolgreiche erste Roman Torto Arado (Deutsch: Die Stimme meiner Schwester) spielt auch Feuer im brasilianischen Bundesstaat Bahia.

Dort wächst Moisés ohne Mutter auf. Seine ältere Schwester Luzia, der man übernatürliche Kräfte nachsagt, erzieht ihn mit großer Strenge. Sie arbeitet als Wäscherin in einem Kloster, das seit Jahrhunderten die Gegend dominiert. Als sie für Moisés einen Platz in der Klosterschule erobern kann, glaubt sie an eine bessere Zukunft für ihren Bruder. Doch Moisés sieht sich Willkür und Missbrauch ausgesetzt, über die er mit niemandem sprechen kann. Er verlässt heimlich das Dorf und kehrt erst Jahre später zurück, nachdem das Kloster durch ein Feuer zerstört wurde.

In Brasilien wurde der Roman 2024 mit dem Prêmio Jabuti ausgezeichnet.

Original und Übersetzung gib es wie immer bei uns in der Buchhandlung.

Itamar Vieira Junior: Feuer, aus dem Portugiesischen von Barbara Mesquita, S. Fischer, 28 EUR

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25 Bücher des 21. Jahrhunderts

Wir veröffentlichen hier einen Beitrag von Michael Kegler, der zuerst bei nova cultura! erschienen hist

Die brasilianische Tageszeitung »Folha de S. Paulo« hat 101 Expert*innen aus unterschiedlichen Bereichen gebeten, die 25 »besten« brasilianischen Bücher des 21. Jahrhunderts zu nominieren. Unter den Meistgenannten sind erfreulich viele, die bereits ins Deutsche übersetzt wurden.

Weit davon entfernt, einen neuen Kanon definieren zu wollen, funktioniere die Liste als ein Zeugnis der Vielfalt und des Reichtums der brasilianischen Gegenwartsliteratur, schreibt die Zeitung.

An erster Stelle und mit 48 Stimmen am meisten genannt ist Ana Maria Gonçalves: »Um defeito de cor«. Das 2006 veröffentlichte und 2007 mit dem Premio Casa de Las Américas ausgezeichnete nahezu 1000-seitige Opus über eine Verschleppung von Afrika nach Brasilien und wieder zurück stand bereits 2022 auf der Liste der 200 wichtigsten Bücher für das Verständnis Brasiliens (Ebenfalls eine Aktion der Folha de S. Paulo), und inspirierte im Karneval 2024 den Aufzug der Sambaschule Portela. An zweiter Stelle nanten die Juror_innen Itamar Vieira Júnior: »Torto Arado«, der nach der Auszeichnung durch den Prémio Leya 2018 zunächst in Portugal veröffentlicht und ein Jahr darauf in Brasilien zum Sensations-Bestseller wurde. 2022 erschien der Roman in der Übersetzung von Barbara Mesquita unter dem Titel »Die Stimme meiner Schwester« auch auf Deutsch.

Itamar Vieira Júnior: Torto Arado

»O avesso da pele« von Jéferson Tenório, der 2020 möglicherweise eine neue literarische Auseinandersetzung mit dem brasilianischen Alltagsrassismus einläutete, steht an dritter Stelle der Erwähnungen, an vierter Stelle und 21 Mal wird »Nove noites« des immerhin mit drei Übersetzungen (von Karin von Schweder Schreiner) auf dem deutschen Buchmarkt vertretenen Bernardo Carvalho genannt, gefolgt von Cristóvão Tezza: »O filho eterno« und »Eles eram muitos cavalhos« (Dt. »Es waren viele Pferde«; übers.: Michael Kegler) des Eröffnungsredners der Frankfurter Buchmesse 2013 Luiz Ruffato, von dem seit 2012 noch 6 weitere Romane, darunter die Pentalogie »Vorläufige Hölle«, in deutscher Übersetzung vorliegen. Gleich zwei Mal werden in der Liste die für die Schwarze Literatur Brasiliens höchst bedeutsame Conceição Evaristo genannt, sowie der Musiker Chico Buarque und dessen Romane »Budapeste« (Budapest) und »Leite Derramado« (Vergossene Milch; übersetzt von Karin von Schweder Schreiner aber leider nicht mehr lieferbar).

Frisch auf Deutsch erschienen (Der Sturz des Himmels) ist dagegen das Standardwerk indigender Weltsichten »A queda do céu« von Davi Kopenava und Bruce Albert aus dem Jahr 2010, aus dem französischen übersetzt von Karin Uttendürfer und Tim Trzaskalik. Auf Portugiesisch erschien das Buch 2015 in der Übersetzung von Beatriz Perrone-Moisés. Davor nennt die Liste als ersten Lyrikband »O livro das semelhanças« der Lyrikerin Ana Martins Marques, deren »Risque esta Palavra« unter dem Titel »Streich dieses Wort« Ende 2024 in der Übersetzung von Michael Kegler auf deutsch erschien. Die zweite Lyrikerin auf der Liste ist Angélica Freitas deren »um útero é do tamanho do punho« (2012)  von Odile Kennel ins deutsche übersetzt wurde: »der Uterus ist groß wie eine Faust« (2020). Evenfalls übersetzt sind: Bernardo Kucinski: »K.«, unter gleichem Titel 2013 in der Übersetzung von Sarita Brandt, Michel Laub: »Diário da Queda« (Tagebuch eines Sturzes; übers.: Michael Kegler, 2013 und leider vergriffen)  José Falero: »Os supridores« (»Supermarkt«, 2024 übersetzt von Nicolai von Schweder-Schreiner), Geovani Martins: »Sol na cabeça« (2019 auf deutsch unter dem Titel »Aus dem Schatten« ebenso wie der 2024 veröffentlichte Roman »Via Ápia« in der Übersetzung von Nicolai von Schweder-Schreiner erschienen), sowie Sérgio Sant’Anna – allerdings nicht mit dem genannten »O voo da madrugada«. »Cinzas do Norte« von Milton Hatoum wiederum liegt seit 2008 n der Übersetzung von Karin von Schweder-Schreiner als »Asche vom Amazonas« auf Deutsch vor und ist sogar weiterhin lieferbar.

Unter den (noch) nicht ins Deutsche übersetzten Titeln stechen Natália Borges Polesso: »Amora« hervor, der 2015 als  Erzählband über queere Lebensentwürfe Maßstäbe setzte, Micheliny Verunschk: »O som do rugido da onça«, in dessen Mittelpunkt die im 19. Jahrhundert von deutschen Naturforschern verschleppten und in München gestorbenen indigenen Kinder stehen, sowie Rubens Figueiredo: »Passageiro do fim do dia«, der im Rhythmus einer Busfahrt vom Stadtzentrum in die Peripherie die Geschichte Brasiliens erzählt. Daniel Galera: »Barba ensopada de sangue« (Flut; übersetzt von Nicolai von Schweder-Schreiner) Victor Heringer: »O amor dos homens avulsos« (»Die Liebe vereinzelter Männer, übers. 2024 von Maria Hummitzsch) sowie Andrea del Fuego »Os Malaquias« (Geschwister des Wassers, übers. von Marianne Gareis) rangieren außerhalb der Liste der 20 »besten« mit immerhin mehreren Erwähnungen durch das Gremium. 6 Stimmen erhielt auch »O Paraíso é bem bacana« von André Sant’Anna, das teilweise in Berlin spielt.

Die Liste im Einzelnen in der Reihenfolge der Stimmen: 

Ana Maria Gonçalves: Um defeito de cor
Itamar Vieira Júnior: Torto Arado [Die Stimme meiner Schwester, übers.: Barbara Mesquita]
Jéferson Tenório: O avesso da pele
Bernardo Carvalho: Nove noites [Neun Nächte, übers.: Karin von Schweder-Schreiner, vergriffen]
Cristóvão Tezza: O filho eterno
Luiz Ruffato: Eles eram muitos cavalos [Es waren viele Pferde, übers.: Michael Kegler]
Conceição Evaristo: Olhos d’Água
Ana Martins Marques: O livro das semelhanças
Davi Kopenava / Bruce Albert: A Queda do céu [Der Sturz des Himmels, übers. aus dem Französischen von: Karin Uttendörfer und Tim Trzaskalik]
Geovani Martins: Sol na cabeça [Aus dem Schatten, übers.: Nicolai von Schweder-Schreiner]
Conceição Evaristo: Ponciá Vicêncio
Reinaldo Moraes: Pornopopéia
Milton Hatoum: Cinzas do Norte [Asche vom Amazonas, übers.: Karin von Schweder-Schreiner]
Sérgio Sant’Anna: O voo da madrugada
Angélica Freitas: um útero é do tamanho de um punho [Der Uterus ist groß wie eine Faust, übers.: Odile Kennel]
Elvira Vigna: Como se estivéssemos em palimpsesto de putas
Bernardo Kucinski: K. [K. oder Die verschwundene Tochter, übers.: Sarita Brandt]
Silviano Santiago: Machado
Chico Buarque: Budapeste [Budapest, übers.: Karin von Schweder-Schreiner, vergriffen]
Rubens Figueiredo: Passageiro do fim do dia
Michel Laub: Diário da queda [Tagebuch eines Sturzes, übers.: Michael Kegler, vergriffen]
Chico Buarque: Leite derramado [Vergossene Milch, übers.: Karin von Schweder-Schreiner, vergriffen]
Natália Borges Polesso: Amora
Micheliny Verunschk: O som do rugido da onça
José Falero: Os supridores [Supermarkt, übers.: Nicolai von Schweder-Schreiner]

Es versteht sich von selbst, dass alle Bücher soweit noch verfügbar, bei uns in der Buchhandlung entweder vorrätig sind oder bestellt werden können. Klicken Sie einfach auf die jeweiligen Titel.

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