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Neue CDs aus Portugal

MetafoniaVor ungefähr einer Woche schon hat Gilbert Schwertmann von Portugalmania in einem wie immer sehr lesenswerten Artikel auf die neue CD Metafonia der portugiesischen Gruppe Madredeus hingewiesen. Inzwischen ist sie auch bei uns eingetroffen und wurde ins Sortiment aufgenommen. Metafonia ist das erste Album seit Teresa Salgueiros Weggang, von der alten Besetzung sind nur Pedro Ayres Magalhães und Carlos Maria Trindade übriggeblieben, hinzugekommen sind mit Mariana Abrunheiro und Rita Damásio zwei neue Sängerin und einige neue Musiker, so dass die Gruppe jetzt mit dem Bandnamen Madredeus & Banda Cósmica auftritt. Ganz überzeugt hat mich das neue noch Konzept nicht, aber auch den letzten Madredeus-Alben mit Teresa Salgueiro fehlte meiner Meinung nach schon das innovative Moment der Alben aus den Anfangsjahren, in denen unter anderem auch noch der inzwischen ebenfalls sehr erfolgreich auf Solopfaden wandelnde Rodrigo Leão (Cinema) mit dabei war.

ChocolateAus einer ganz anderen Ecke und ebenfalls neu kommt die neue CD Chocolate des portugiesischen Jazzduos Maria João & Mário Laginha. Das komplett in Englisch gesungene Album beinhaltet sowohl eigene von Mario Laginha geschriebene und getexte Songs als auch adaptierte Standards. Mit dem herausragenden norwegischen Percussionisten Helge Norbakken, Julien Arguelles am Tenorsaxophon, Bernardo Moreira am Kontrabass und Alexandre Frazão am Schlagzeug sind Musiker dabei, die die beiden auch schon bei vergangenen Studioalben unterstützt haben.

Noch nicht reingehört, aber auch neu sind das neue Fado-Album Flor de Fado von Mafalda Arnauth und aus der Popecke Chão von Mafalda Veiga.

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Mariza: Terra

Eben eingetroffen ist die neue CD Terra von Mariza. Ihr nach Fado em Mim, Fado Curvo und Transparente viertes Studioalbum wurde vom Spanier Javier Limón produziert.

Mariza setzt die Internationalisierung des Fados konsequent fort. Neben einigen klassischen Fados singt sie mit ihrer unvergleichlichen Stimme auch Stücke von Tito Paris (Cabo Verde, Ivan Lins (Brasilien), lässt sich von Dominic Miller begleiten, einem englischen Gitarristen, der sonst mit Sting zusammen auftritt und auch von ihrem Produzenten Javier Limón, der Flamenco-Elemente einbringt. Hinzu kommen andere für den  klassischen Fado eher untypische Elemente der Instrumentierung, wie Klavierbegleitung und Percussion, die auch schon auf dem vorangegangenen Album Transparente zu hören waren.

Terra ist also wieder kein Album für Puristen, aber für ihre Welttournee, die sie Ende Oktober/Anfang November auch nach Deutschland führen wird, ist Mariza damit sicher bestens gerüstet.

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Poesiefestival V – 7.7. – Portrait einer Stadt – Lissabon

Das von der Literaturwerkstatt Berlin organisiert Poesiefestival wird heute Abend um 20.00 Uhr in der Akademie der Künste mit einer Veranstaltung fortgesetzt, in deren Zentrum die portugiesische Hauptstadt steht.

Die eingeladenen Gäste versprechen eine interessante Mischung aus Lyrik, Fado, Rap und Film, so dass es möglicherweise sogar gelingen kann, wie angestrebt, die kulturelle Vielfalt Lissabons abzubilden.

Eingeladen sind:

Teresa Balté
Geboren 1942 in Lissabon, Studium der Germanistik in Europa und den USA. Zur Zeit lehrt Teresa Balté an der Universidade Nova in Lissabon. Neben ihren Veröffentlichungen im Bereich Lyrik und Kinderbuch hat sie auch verschiedene deutsche (u.a. Büchner, Brecht, Kunert) und ungarische Autoren ins Portugiesische übersetzt.

Lieferbar sind unter anderem die Lyrikbände Sub Specie Aeternitatis und Poesia quase toda.

Ana Paula Tavares (Angola)
Geboren 1952 in Huíla, im Süden Angolas. Studium der Geschichte und Master in afrikanischer Literatur portugiesischer Sprache. Derzeit arbeitet sie als Historikerin in Lissabon. Sie hat zahlreiche Lyrik- und Prosabände veröffentlicht.

Lieferbar sind unter anderem die Lyrikbände Manual Para Amantes Desesperados, Ex-Votos, Ritos de Passagem, der Roman Os Olhos do Homem que Chorava no Rio (mit Manuel Jorge Marmelo) sowie der Prosaband A Cabeça de Salomé.

Paulo Teixeira (Portugal)

Elfenbein Verlag

Paulo Teixeira, copyright Elfenbein Verlag

Geboren 1962 in Lourenço Marques (heute Maputo), Moçambique.
Studium der Geographie und Regionalplanung an der Universidade Nova in Lissabon, heute Lehrer am Gymnasium. Als Lyriker gehört Paulo Teixeira zu den herausragenden Stimmen in den 1980er Jahren neu entdeckten Generation junger Schriftsteller. Ganz frisch in deutscher Übersetzung von Niki Graça o, Berliner Elfenbein Verlag erschienen ist der zweisprachige Lyrikband Autobiografia Cautelar – Einstweilige Autobiografie.

Eine ganze Reihe von Lyrikbänden sind im portugiesischen Original lieferbar, unter anderem A Arte da Memória, Orbe und Descanco na Fuga para o Egipto.

Pacman (eigentlich Carlos Nobre Neves) (Portugal)
Ist einer der Sänger der portugiesischen Hip-Hop Band DaWeasel. Da Weasel wurde 1993 gegründet und ist damit eines der ältesten und heute erfolgreichsten Hip-Hop Projekte Portugals. Er unterstützte die Präsidentschaftskampagne von Manuel Alegre musikalisch und vertonte unter anderem Manuel Alegres Gedicht Trova ao vento que passa, das in unserem zweisprachigen Alegre-Band enthalten ist.

Von Da Weasel sind unter anderem die CDs Da Weasel ao vivo Coliseus und Re-Definições bestellbar.

Einen weiteren musikalischen Höhepunkt stellt sicher die Teilnahme der Fadista Aldina Duarte dar, die zusammen mit Miguel Gonçalves (Klassische Gitarre) und Paulo Parreira (Portugiesische Gitarre) auftreten wird.

Aldina Duarte wurde in Lissabon geboren. Mit 20 begann sie zunächst für eine Zeitung, später für einen Radiosender zu arbeiten. Später war sie in einer medizinischen Einrichtung für tätig
Sie ist eine leidenschaftliche, traditionelle Fadosängerin. Die vergangenen 12 Jahre ihres Lebens hat sie diesem Gesang gewidmet. Heute tritt sie vor allem im Sr. Vinho, einem bekannten Fadolokal im Lissabonner Stadtteil Lapa, auf. Sie hat die Alben Mulheres ao espelho, Apenas o amor und Crua veröffentlicht. Ein Video kann man auch bei Youtube finden.

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Premio Goya für Carlos do Carmo

Fados - SoundtrackEs kommt sicher nicht alle Tage vor, dass ein portugiesischer Fado einen Preis in Spanien gewinnt. So geschehen bei der diesjährigen Verleihung des spanischen Filmpreises Goya am vergangenen Sonntag. Prämiert wurde Carlos do Carmo für Fado da Saudade (Kategorie: Bester Originalsong), der Bestandteil des Soundtracks Fados des gleichnamigen Films von Carlos Saura ist. Ausführliche Artikel über die Preisverleihung finden sich hier (in portugiesischer Sprache) und hier (in spanischer Sprache)

Der Film lief bisher leider noch nicht in den deutschen Kinos, der Soundtrack, der neben Carlos do Carmo unter anderem auch Fados von Mariza, Camané, Argentina Santos, Lura, Caetano Veloso und Chico Buarque enthält, ist aber bereits erhältlich.

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Com que voz – Ensemble Modern

Das in Frankfurt ansässige Ensemble Modern für zeitgenössische Musik widmet sich im Februar einem Fado-Projekt. Es trägt den Titel Com que voz und wurde vom italienischen Komponisten Stefano Gervasoni komponiert. Die Uraufführung findet am 17. Februar in der Casa da Música in Porto statt. Am 20. Februar, um 20.00 Uhr erfolgt die deutsche Erstaufführung in der Alten Oper Frankfurt. Weitere Auftritte folgen am 10.März in Berlin (Konzerthaus), am 11.Juni in Paris und am 13.Juni in Brüssel.
Wie der Titel Com que voz schon vermuten lässt, behandelt das Stück Fados von Amália Rodrigues und Lieder nach Sonetten von Luís Vaz de Camões, die von Cristina Branco (Fados) und dem Bariton Otto Katzameier (Lieder) interpretiert werden. Die Instrumentierung im Fadozyklus besteht aus einer portugiesischen Gitarre, einer spanischen Gitarre und einem Kontrabass, die elektronisch bearbeitet werden, der Camões-Zyklus wird von einem Akkordeon, der Viola und einem Cymbalon begleitet. Für den Liebhaber klassischer Fados, noch dazu von Amália,  hört sich das vielleicht etwas experimentell an, auf die Bearbeitung darf man aber auf jeden Fall gespannt sein.

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Musik für Novembertage

In den letzten Tagen sind wieder einige CDs bei uns eingetroffen. Empfehlenswert auf jeden Fall das neue Album vonSamba meu Maria Rita mit dem Titel Samba meu. Wie schon auf den vorangegangenen Alben überzeugt die Tochter von Elis Regina und Cesar Camargo Mariano mit ihrer tollen Stimme, diesmal vor allem zu Sambarhythmen. Eine von der deutschen Musikpresse gefeierte Entdeckung ist auch CéU, deren gleichnamiges Album ein bißchen im Stil von Bebel Gilberto und Brazilectro daherkommt und durchaus tanzbar ist.

Den Fadoliebhabern sei der Soundtrack zum Film „Fados“ (bisher noch nicht in den deutschen Kinos angelaufen) von Carlos Saura ans Herz gelegt, der unter anderem Stücke von Mariza, Carlos do Carmo, Camané, Argentina Santos und Lura enthält.

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