Archiv der Kategorie: portugiesische Literatur

2x Pessoa im letzten Ammann-Programm

Im letzten Programm des Ammann-Programm, der wie berichtet im Sommer seine verlegerische Tätigkeit einstellt, sind noch einmal zwei Titel von Fernando Pessoa erschienen:

Pessoas bekanntestes und sicher für den Verlag erfolgreichstes Werk Das Buch der Unruhe (deutsch von Inés Koebel)  in einer  Sonderausgabe auf Dünndruckpapier und außerdem der von Steffen Dix übersetzte Band Genie und Wahnsinn. Schriften zu einer intellektuellen Biographie, den der Übersetzer und Pessoa-Forscher gemeinsam mit Jerónimo Pizarro herausgegeben hat. In diesem Band sind nahezu alle Dokumente zu den Themen Genie, Wahnsinn, Degeneration und Psychopathologie aus dem Nachlass Pessoas zusammengefasst worden.

Bleibt zu hoffen, dass die noch lange nicht vollständige Edition von Pessoas Werk in deutscher Übersetzung in einem anderen Verlag in gleicher Qualität fortgeführt werden kann.

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Portugiesische Autoren auf Lesereise

Gleich drei bekannte portugiesische Schriftsteller sind im März in Deutschland zu Gast. Den Anfang macht Miguel Sousa Tavares, der am 11. März, um 18.00 Uhr in Berlin im Rahmen der Reihe „Europa literarisch“ aus dem Roman Am Äquator (Equador) lesen wird. Die deutsche Übersetzung von Marianne Gareis ist 2005 im C.Bertelsmann erschienen. Es moderiert Thomas Wohlfarth von der Berliner Literaturwerkstatt.

Es folgt am 16. März António Lobo Antunes der auf dem Kölner Literaturfestival Lit.Cologne um 20.00 Uhr in der Kulturkirche Köln seinen Roman O meu nome é legião (2007 erschienen) vorstellen wird, die deutsche Übersetzung Mein Name ist Legion von Maralde Meyer-Minnemann ist für den Herbst bei Luchterhand angekündigt. Die Lesung wird von Kersten Knipp moderiert, es liest Michael Wittenborn vom Schauspiel Köln.

Am 20.3. um 14.00 Uhr schließlich stellt Rui Zink seinen Roman O Destino Turístico auf der Leipziger Buchmesse vor (Congress Center Leipzig, Mehrzweckfläche 1), es moderieren und übersetzen Michael Kegler und Martin Amannshauser.

Diese und weitere Termine stehen natürlich auch im Kulturkalender von nova cultura!

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Prémio Literário Casino da Póvoa für Maria Velho da Costa

Die portugiesische Autorin Maria Velho da Costa erhält den mit 20.000 Euro dotierten Prémio Literário Casino da Póvoa für ihren Roman Myra.

Wie der Vorsitzende der Jury Carlos Vaz Marques gestern bei den Correntes d’Escritas bekannt gab, setzte sich das Buch nach langer Diskussion gegen die anderen Anwärter der Shortlist durch. Nominiert waren:

Rakushisha von Adriana Lisboa

O Cónego von A.M. Pires Cabral

O Verão Selvagem dos Teus Olhos von Ana Teresa Pereira

Três Lindas Cubanas von Gonzalo Celorio

A Eternidade e o Desejo von Inês Pedrosa

O Mundo – o mundo é a rua da tua infância von Juan José Millás;

Myra von  Maria Velho da Costa

A Sala Magenta von Mário de Carvalho

A Mão Esquerda de Deus von Pedro Almeida Vieira  und

O Apocalipse dos Trabalhadores von valter hugo mãe

Myra erzählt die Geschichte der gleichnamigen Protagonistin, einer jungen Russin, die auf der Flucht durch die grauen Landschaften des gegenwärtigen Portugals reist. Eine ausführliche Rezension des Kritikers José Mário Silva in portugiesischer Sprache ist in der Literaturzeitschrift LER erschienen und hier nachzulesen. Der Roman wurde bereits im letzten Jahr mit dem Preis des portugiesischen PEN-Club und dem Prémio Máxima da Literatura ausgezeichnet.

Maria Velho da Costa ist neben Maria Isabel Barreno und Maria Teresa Horta eine der „3 Marias“, die in den 1970er mit den Novas Cartas Portuguesas (dt. Neue Portugiesische Briefe, bei tranvia erschienen) für Furore sorgten. In deutscher Übersetzung liegt ebenfalls bei Tranvia der Gedichtband Corpo verde – Körper grün vor.

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As ilhas desconhecidas

Nachdem wir vor kurzem an dieser Stelle den filmischen Streifzug auf den Spuren Fernando Pessoas vorgestellt haben, ist jetzt ein neue DVD erschienen, die sich mit den portugiesischen Insel – Madeira und dem Archipel der Azoren – beschäftigt.  Wieder stand ein Schriftsteller Pate für den Dokumentarfilm As ilhas desconhecidas – und es ist nicht José Saramago, wie man angesichts des Titels vermuten könnte und von dem in Kürze wieder die Rede sein wird.

Gemeint ist statt dessen Raul Brandão (1867-1930). Der portugiesische Schriftsteller reiste im Jahr 1924 auf die Azoren und veröffentlichte danach 1926 den Band As ilhas desconhecidas – Notas e paisagens, das das Bild der Azoren im In- und Ausland in der Folge prägte. Der portugiesische Regisseur Vicente Jorge Silva nahm Brandãos Buch zum Anlass, um die portugiesischen Inseln zu bereisen und das heutige Leben dort mit den Aufzeichnungen aus dem 1920er Jahren zu vergleichen.  Es handelt sich um die erste ausführliche Dokumentation, die alle 11 portugiesischen Inseln zeigt. Die DVD-Edition As ilhas desconhecidas – The unknown islands (2 DVD portugiesisch mit englischen Untertiteln ) ist ab sofort bei uns erhältlich.

Von Raul Brandão ist 2002 im Elfenbein Verlag der Titel Die Fischer (Os pescadores) in deutscher Übersetzung erschienen.

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Rosa Lobato de Faria gestorben

Die portugiesischen Autorin, Schauspielerin und Komponistin Rosa Lobato de Faria starb gestern im Alter von 77 Jahren in einem Lissabonner Krankenhaus.

In der portugiesischen Presse finden sich zahlreiche Artikel und Reaktionen, u.a. im Público und Expresso. Die vielseitige Künstlerin begann ihre schriftstellerische Karriere mit dem Roman O pranto de Lúcifer, der als bisher einziges Buch später auch ins Deutsche übersetzte wurde und mit dem Titel Die Tränen Luzifers bei Ullstein erschien, leider aber bereits seit geraumer Zeit nicht mehr lieferbar ist. In portugiesischer Übersetzung erschien zuletzt 2008 der Roman As esquinas do tempo.

Rosa Lobato de Faria  wirkte in zahlreichen portugiesischen Fernsehserien mit, spielte aber  auch in Kinofilmen unter anderem von Lauro António und João Botelho. Darüberhinaus entwickelte sie selbst zahlreiche Drehbücher für das Fernsehen.

Zahlreiche Fadistas, unter anderem Mísia,  verdanken ihr hervorragende Liedtexte.

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Prémio Literário Casino Póvoa – Finalisten stehen fest

Und schon ist das neue Jahr wieder 5 Tage alt – alles Gute hierfür noch – und das bekannte Literaturfestival in Póvoa de Varzim wirft bereits seine Schatten voraus. Die Jury (Carlos Vaz Marques, Dulce Maria Cardoso, Fernando J. B. Martinho, Patrícia Reis, Vergílio Alberto Vieira) des alljährlich verliehenen Prémio Literário Casino Póvoa hat heute die 10 Finalisten für den Preis bekanntgegeben, der in diesem Jahr an ein Prosawerk vergeben wird. Der Preisträger wird am 22. Februar benannt.

Nominiert sind:

Rakushisha von Adriana Lisboa

O Cónego von A.M. Pires Cabral

O Verão Selvagem dos Teus Olhos von Ana Teresa Pereira

Três Lindas Cubanas von Gonzalo Celorio

A Eternidade e o Desejo von Inês Pedrosa

O Mundo – o mundo é a rua da tua infância von Juan José Millás;

Myra von  Maria Velho da Costa

A Sala Magenta von Mário de Carvalho

A Mão Esquerda de Deus von Pedro Almeida Vieira  und

O Apocalipse dos Trabalhadores von valter hugo mãe

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Lissabon entdecken mit Fernando Pessoa

Fernando Pessoa hat 1925 eine Art Reiseführer über Lissabon in englischer Sprache veröffentlicht („Mysteries of Lisbon or What the tourist should see“). Dieses Buch, das übrigens auch seit vielen Jahren in deutscher Übersetzung von Karin von Schweder-Schreiner vorliegt und bei TFM erschienen ist, hat der bekannte portugiesische Regisseur José Fonseca e Costa zum „Drehbuch“ seines Films „Os Mistérios de Lisboa, What the tourist should see, A Lisbon Guide by Fernando Pessoa“ gemacht.

Der knapp 70minütige Film mit Musik von Joly Braga Santos und Tonspuren in englisch, portugiesisch, spanisch, französisch und deutsch ist ab sofort bei uns erhältlich, Pessoas Reiseführer in Textform natürlich auch.

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Prémio Agustina Bessa-Luís Revelação

Die 29jährige portugiesische Autorin Raquel Ochoa ist die erste Preisträgerin des neu vergebenen Prémio Agustina Bessa-Luís Revelação, wie die Jury unter Vorsitz des portugiesischen Autors und Politikers Vasco Graça Moura heute bekannt gab. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert – das Preisgeld kommt von Estoril Sol –  und wird an ein noch unveröffentlichtes Werk eines jungen portugiesischen Autors (Altersgrenze 35 Jahre) verliehen.  Die Veröffentlichung des Buches ist Bestandteil des Preises. Raquel Ochoa wird für ihren Roman Casa-Comboio ausgezeichnet, der die Geschichte einer indo-portugiesischen Familien über mehrere Generationen hinweg erzählt.

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Bewegung im portugiesischen Verlagsmarkt

Der Konzentrationsprozess in der portugiesischen Verlagslandschaft hält weiter an. Nachdem vor kurzem die Verlage Verbo und Ulisseia von Paulo Teixeira Pinto gekauft wurden, der bereits im Besitz von Guimarães und Ática ist und diese vier Verlage nun unter der neuen Dachmarke Babel weiterführen möchte, wurde jetzt bekannt, dass Bertelsmann über den Verkauf der portugiesischen DirectGroup nachdenkt. Dazu gehören unter andem die Verlage Bertrand, Quetzal und Pergaminho, der portugiesische Buchclub Círculo de Leitores und die 54 Läden umfassende Buchhandelskette Bertrand. Ein Käufer wurde bisher offensichtlich noch nicht gefunden.

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Albert von Brunn über „Caim“

Unser Autor Albert von Brunn, von dem zuletzt das Buch Milton Hatoum. Zwischen Orient und Amazonas erschienen ist, hat José Saramagos neuen Roman Caim gelesen, seine ausführliche Rezension mit dem Titel „Der ausgestoßene Rebell. José Saramagos Kain“ finden Sie bei nova cultura!

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