Schlagwort-Archive: africa alive

Africa Alive! mit Filmen aus Angola

Die 28. Ausgabe von Africa Alive präsentiert vom 22. bis 30. September 2022 das Filmschaffen des afrikanischen Kontinents mit Dokumentar-, Spiel- und Kurzfilmen. Das Festival findet auch dieses Jahr in etwas reduzierter Form im September statt, bevor es 2023 wieder regulär im Februar über die Bühne geht. Neben den Filmen im Kino des DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum und im Filmforum Höchst gibt es ein Kinderfest und ein Konzert

Wir möchten hier besonders auf die Filme aus und über Angola hinweisen:

25.09. 18.30 Uhr Filmforum Höchst

Angola im Dschungel der Informationen, Regie: Malte Rauch

Als der WDR in den Siebzigern eine Reihe über die Medien konzipierte, schlug Malte Rauch vor, Angola in den Blick zu nehmen. Dort hatte am 11. November 1975 Agostino Neto, Präsident der Befreiungsbewegung MPLA, die Unabhängigkeit des Landes ausgerufen, nach fast 500 Jahren brutaler Unterdrückung durch Europa, zuletzt angeleitet von den USA im Bündnis mit der NATO und ebenso „Undercover“ (CIA/BND/Franz Josef Strauß/CSU) mit der BRD und dem Apartheit-Regime Südafrikas. Während der Reise quer durchs Land konnte auch der Chef der CIA Angola Task Force befragt werden, zu dessen Aufgabe, den Krieg gegen die Unabhängigkeitsbewegung zu orchestrieren, vor allem auch die Desinformation mit Fake News gehörte. Er war danach aus dem blutigen Geschäft ausgestiegen und hat als Whistleblower (In Search Of Enemies) alles enthüllt. Das bedrückende Ergebnis: Die deutschen Medien haben seine oft abenteuerlichen Erfindungen begierig aufgenommen und dem deutschen Publikum als Wahrheit präsentiert.

26.09., 18.00 Uhr Kino im Filmmuseum

Independência – Dokumentarfilm von Fradique aus dem Jahr 2016, der Regisseur ist anwesend.

Der angolanische Filmemacher Mario Bastos alias Fradique hat einen umfangreichen Dokumentarfilm kreiert, der vom vierzehnjährigen Unabhängigkeitskrieg Angolas unter der Kolonialherrschaft Portugals erzählt und mit der Nelkenrevolution 1974 abrupt endet. Als eines der letzten afrikanischen Länder konnte Angola seine Unabhängigkeit erklären. Der Dokumentarfilm arbeitet mit einer Fülle an Materialien, wie Fotos, Zeitungsartikeln und historischen Filmaufnahmen. Eindringlich sind die Interviews mit Zeitzeug:innen, die von der Unterdrückung und vom Kampf berichten. INDEPENDÊNCIA ist ein komplexes und wichtiges Zeitdokument, das weit mehr als einen reinen Informationszweck erfüllt. Er ist Zeugnis für die Kraft der angolanischen Bevölkerung.

26.09., 20.30 Uhr Kino im Filmmuseum

Sambizanga – Angola/Frankreich/DR Kongo 1972. Regie Sarah Maldoror

SAMBIZANGA spielt im Jahr 1961: Der Befreiungskampf gewinnt auch in Angola Momentum. Mit Bildern des Alltäglichen erzählt Sarah Maldoror die Suche Marias nach ihrem Ehemann Domingos: Er wurde inhaftiert, weil er sich der Revolution angeschlossen hat. Dabei legt Maldoror mit Feingefu¨hl das Alleinsein einer Frau auf einer beschwerlichen Reise offen, und nimmt Zeit und Mu¨he in den Blick, die nötig sind, um diesen Weg zuru¨ckzulegen. Marias Marsch, ihre Suche, entpuppt sich als einfu¨hlsame und kraftvolle Metapher fu¨r das Leiden des angolanischen Volkes und dessen „Entwicklung eines revolutionären Bewusstseins“. (S. Maldoror)

Dienstag, 27.9., 20:30 Uhr // Kino des Deutschen Filmmuseums
Mittwoch, 28.9., 18:00 Uhr // Filmforum Höchst

Air Conditioner, Angola 2020, von Fradique

Der Regisseur ist anwesend.

In AIR CONDITIONER, dem ersten Spielfilm Fradiques, fallen eines Tages alle Klimaanlagen in der angolanischen Hauptstadt Luanda auf mysteriöse Weise von den Wänden. Ein Wachmann erhält den Auftrag, seinem Vorgesetzten schnellstmöglich im Laufe eines Tages ein neues Klimagerät zu beschaffen. Fradique, Teil des angolanischen Kollektivs Geração 80, nutzt dies für eine Erkundung der Stadt und ihrer Bewohner:innen mit Auge und Ohr für die Musik, Kunst und den Sound der Stadt. Immer wieder präsent werden dabei auch Spuren der Geschichte des Landes und seiner Hauptstadt, die 2002 nach dem Ende des Bürgerkriegs umfassend wiederaufgebaut werden musste.

Das komplette Programm von Africa-Alive finden Sie hier. Eintrittskarten gibt es in den beteiligten Kinos.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter filme, kultur frankfurt, Veranstaltungen

Africa Alive! mit Beiträgen aus Mosambik und von den Kapverden

Vom 30. Januar bis 18. Februar findet das diesjährige Festival Africa Alive! statt, das sich bereits zum 24. Mal der afrikanischen Kultur in Frankfurt widmet. Der diesjährige Schwerpunkt heißt „AFRO UTOPIA“. Veranstaltungsorte sind das Deutsche Filmmuseum, Filmforum Höchst, Brotfabrik, Haus am Dom, Neues Theater Höchst und das Weltkulturenmusem. Das komplette Programm können Sie hier einsehen.

Wir möchten hier besonders auf das Eröffnungskonzert und einen Film aus Moçambique hinweisen.

Schon morgen, am 30.1., um 20.00 Uhr eröffnet Tcheka von den Kapverden mit einem Konzert das Festival im Neuen Theater Höchst. Tickets gibt es direkt beim Veranstalter.

Der junge Singer-Songwriter Tcheka stammt von der Kapverdeninsel Santiago. Sein einzigartiger Musikstil vereint zahlreiche globale Einflüsse. Tcheka verarbeitet traditionelle Musikstile der Kapverden wie beispielsweise Batuku, Funaná, andererseits finden sich Elemente brasilianischer und afrikanischer Popmusik ebenso wie Folk und Jazz. Tcheka fesselt seine Zuhörer ganz besonders durch sein fantastisches Gitarrenspiel und die Intensität, mit der er Musik wie Geschichten erzählt. Tchekas lange erwartetes fünftes Album »Boka Kafé« – ein Solo-Album – wurde von dem portugiesischen Pianisten Mário Laginha produziert und ist im Frühjahr 2017 erschienen.

Der Spielfilm Comboio de Sal e Açucar  des mosambikanischen Regisseurs Licinio Azevedo wird am Donnerstag, 1.2., um 20.30 Uhr im Deutschen Filmmuseum gezeigt.  Im Jahr 1989 ist Mosambik ein vom Bürgerkrieg zerrüttetes Land. Der Zug, der die nördliche Region Nampula mit Malawi verbindet, ist die einzige Hoffnung für Menschen, die bereit sind, ihr Leben aufs Spiel zu setzen, um ein paar wenige Salzsäcke gegen Zucker einzutauschen. Langsam über sabotierte Schienen dahinrollend, ist die Reise voller Hindernisse und Gewalt. Mariamu, eine Vielreisende, ist unterwegs mit ihrer Freundin Rosa, einer Krankenschwester, die auf dem Weg in ihr neues Spital ist und die Kriegsrealität zum ersten Mal miterlebt. Auch dabei sind Leutnant Taiar, der die Realität nur aus seinem Militäralltag kennt, und der Soldat Salomão, mit dem Taiar nicht auskommt. Unter Gewehrkugeln und Gelächter werden Geschichten von Liebe und Krieg erzählt, während sich der Zug der nächsten Station nähert.

Der Film wird im portugiesischsprachigen Original mit englischen Untertiteln gezeigt. Tickets gibts im Filmmuseum.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter filme, kultur frankfurt, Veranstaltungen

Africa Alive! mit Filmen aus Moçambique und Angola

Vom 27. Januar bis 23. Februar findet das diesjährige Festival Africa Alive! statt, das sich bereits zum 20. Mal der afrikanischen Kultur in Frankfurt widmet. Der diesjährige Schwerpunkt ist den den Frauen in Afrika und in der Diaspora gewidmet. Veranstaltungsorte sind das Deutsche Filmmuseum, Filmforum Höchst, Brotfabrik, Haus am Dom, und die Zentralbibliothek. Das komplette Programm können Sie hier einsehen.

Wir möchten hier besonders auf zwei Filme aus Angola und Moçambique hinweisen.

Am kommenden Freitag, 31.1. um 20.30 Uhr läuft im Filmforum Höchst die angolanisch-portugiesische Koproduktion Por aqui tudo bem – All is well von Maria Esperança (Pocas) Pascoal. Die Regisseurin wird zu Gast sein.

Um dem Bürgerkrieg in Angola zu entkommen, fliehen die 16-jährige Alda und ihre 17-jährige Schwester Maria im Spätsommer 1980 in die portugiesische Hauptstadt Lissabon. Mittellos und sich selbst überlassen warten die Schwestern verzweifelt auf ihre Mutter, die versprochen hatte, ihnen nach Europa zu folgen.

Der Film wird am Samstag, 1.2. um 20.30 Uhr im Deutschen Filmmuseum wiederholt.

Der Spielfilm Virgem Margarida des mosambikanischen Regisseurs Licinio Azevedo wird am Dienstag, 4.2., um 20.30 Uhr im Deutschen Filmmuseum gezeigt.  Die Handlung spielt im Mosambik  kurz der Erlangung der Unabhängigkeit von Portugal. In den Straßen von Maputo werden Prostituierte eingesammelt. Unter ihnen auch die junge Margarida, die aus einem Dorf in der Nähe von Maputo stammt. Da sie keine Papiere besitzt, wird sie aufgegriffen und gemeinsam mit den anderen Prostituierten vom Militär in Busse verladen und in ein staatliches Umerziehungslager gebracht.

Beide Filme laufen im portugiesischsprachigen Original mit deutschen Untertiteln.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter filme, kultur frankfurt, Veranstaltungen