Archiv der Kategorie: portugiesische Literatur

Prémio LeYa geht an…

den mosambikanischen Autor João Paulo Borges Coelho für den Roman O olho de Hertzog.

Der mit 100.000 Euro dotierte Preis wird in diesem Jahr zum zweiten Mal von der portugiesischen Verlagsgruppe LeYa verliehen und prämiert ein bisher noch unveröffentlichtes Werk eines portugiesischsprachigen Autors. Zur Jury gehören die Schriftsteller Manuel Alegre, Nuno Júdice, Pepetela, Carlos Heitor Cony, Pepetela, Carlos Heitor Cony, Lourenço do Rosário, Rektor der ISPU Maputo, die Kritikerin Rita Chaves und João Amaral von der Verlagsgruppe LeYa.

Insgesamt wurden 201 Originale eingereicht, von denen 11 in die engere Auswahl kamen. Manuel Alegre, der Vorsitzende der Jury, würdigte vor allem die große Intensität des Romans.

João Paulo Borges Coelho wurde 1955 in Porto geboren. Sein Vater stammt aus der portugiesischen Region Trás-Os-Montes, seine Mutter ist Mosambikanerin. Schon sehr früh ging er mit seinen Eltern nach Moçambique und nahm die mosambikanische Staatsbürgerschaft an. Er studierte Geschichte und unterrichtet heute zeitgenössische Geschichte an der Universidade Eduardo Mondlane in Maputo. Seit 2003 veröffentlicht er Romane, die im portugiesischen Verlag Caminho erschienen sind, der heute zur Verlagsgruppe LeYa gehört. Lieferbar sind u.a. As visitas do Dr. Valdez, Campo de trânsito und Hinyambaan (alle bei TFM erhältlich)

Der prämierte Roman wird in Kürze in der Verlagsgruppe LeYa erscheinen.

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Prémio Portugal Telecom – Finalisten

Zehn Romane portugiesischsprachiger Autoren stehen im Finale des Prémio PT Brasil. Der mit insgesamt 150 000 Reais dotierte Preis wird jährlich an den besten portugiesischsprachigen Roman verliehen. Voraussetzung ist die Veröffentlichung in Brasilien jeweils im Vorjahreszeitraum. Auf der Shortlist stehen in diesem Jahr:

A arte de produzir efeito sem causa von Lourenço Mutarelli (Brasilien)
A eternidade e o desejo von Inês Pedrosa (Portugal)
Acenos e afagos von João Gilberto Noll (Brasilien)
Aprender a rezar na era da técnica von Gonçalo M. Tavares (Portugal)
Cemitério de pianos de José Luís Peixoto (Portugal)
Cinemateca Eucanaã Ferraz (Brasilien)
Heranças de Silviano Santiago (Brasilien)
Ó de Nuno Ramos (Brasilien)
O livro dos nomes de Maria Esther Maciel (Brasilien)
Ontem não te vi em Babilônia de António Lobo Antunes (Portugal)

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Wieder zurück

Bedingt durch die Urlaubszeit ist es hier in den letzten Wochen ziemlich ruhig gewesen. In der Zwischenzeit ist natürlich ein bisschen was passiert: Saramago hat sich Ende August von seinem Blog verabschiedet , um sich ganz auf das Schreiben eines neuen Romans zu konzentrieren. Ganz konsequent ist er aber nicht, denn in einem Eintrag vom 11.9. bloggt über eine Veranstaltung zu Ehren von Jorge de Sena. Für die Frankfurter Buchmesse (14.-18. Oktober), die derzeit mit ihrem diesjährigen Gastland China überall in den Schlagzeilen ist, wurde außerdem Saramago neuer Roman mit dem Titel Caim angekündigt.

Ansonsten bereiten wir für den Herbst einige Veranstaltungen vor, über die zu einem späteren Zeit noch genauer die Rede sein wird. Die Buchmesse wirft ihre Schatten voraus, und natürlich gibt es auch eine Reihe von interessanten Neuerscheinungen, die in nächster Zeit hier im Blog vorgestellt werden sollen.

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Ammann Verlag hört 2010 auf

Das Frühjahrsprogramm 2010 wird das letzte sein, das im Züricher Ammann-Verlag erscheint. Diese traurige Nachricht gab das Verlegerehepaar – Egon Ammann und Marie Luis Flammersfeld – heute in einer Pressemitteilung bekannt. Als Gründe nennen die Verleger neben dem fortgeschrittenen Alter vor allem die zunehmend schwierigere Marktsituation für ein anspruchsvolles literarisches Programm. In der heutigen Online-Ausgabe der FAZ findet sich ein ausführliches Interview mit Egon Ammann, in dem er seinen Entschluss begründet.

Fernando Pessoa: António Mora. Die Rückkehr der GötterNeben sehr erfolgreichen zeitgenössischen deutschsprachigen Autoren, wie Thomas Hürlimann oder Ulrich Peltzer, hat der Ammann Verlag auch immer wieder herausragende „Klassiker“ in hervorragend übersetzten Werkausgaben für die deutschsprachigen Leser zugänglich gemacht – Dostojewskij, Mandelstam und natürlich, für die lusophone Welt besonders hervorzuheben, Fernando Pessoa sind durch Ammann bekannt geworden. Man kann nur hoffen, dass gerade diese herausragenden Backlistautoren in anderen Verlagen weitergepflegt werden, und das soll nicht nur heißen, dass die Bücher weiterhin lieferbar sein sollen, sondern auch dass sich Verlage finden, die diese ambitionierten Projekte fortführen.

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Die Reise des Elefanten – Saramago auf den Spuren Salomãos

Für alle die Jose Saramagos jüngsten Roman A viagem do elefante noch nicht gelesen haben, gibt es vielleicht jetzt einen Grund mehr. Denn José Saramago hat sich in den letzten Tagen selbst auf Reisen begeben und in Portugal die Strecke zurückgelegt, die auch der Elefant Salomão im Roman durchquerte.

Eigens dafür wurde von der Fundação José Saramago ein eigenes Blog eingerichtet, in dem man die Reise nachverfolgen, Saramago Eindrücke nachlesen und auch Bilder der Reise anschauen kann, hier entlang bitte.

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Saramago in der Presse

José Saramago veröffentlichte gestern in der spanischen Zeitung El País einen Artikel über den italienischen Präsidenten Silvio Berlusconi, der auch in der deutschen Presse rezipiert wird. Den Artikel kann man hier im spanischen Original und in Saramagos Blog auch in portugiesischer Übersetzung nachlesen. Saramago hat in der Vergangenheit schon häufig Kritik an Berlusconis Machenschaften geübt, nachzulesen in verschiedenen Blogeinträgen, die inzwischen auch im Buch O Caderno zusammengefasst worden sind. Erst kürzlich hatte Saramagos italienischer Verlag Einaudi, der bisher alle sein in italienischer Übersetzung publiziert hat, die Veröffentlichung von O Caderno abgelehnt. Einaudi gehört zur Verlagsgruppe Mondadori, die von der Familie Berlusconi kontrolliert wird.

Berichte zu diesem Thema finden sich u.a. im Spiegel und in der Süddeutschen Zeitung.

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VERSschmuggel – Contrabando de VERSOS

VERSschmuggel - Contrabando de VERSOS 2008 organisierte die Literaturwerkstatt Berlin (wie jedes Jahr ein Poesiefestival), in dessen Mittelpunkt diesmal die portugiesischsprachigen Literaturen standen. Wir haben letzten Sommer hier im Blog ausführlich darüber berichtet. Eine Vielzahl von Autoren aus fast allen Ländern des portugiesischen Sprachraums (Portugal, Brasilien, Angola, Moçambique, Guiné-Bissau, Cabo Verde, São Tomé e Príncipe) wurden eingeladen.

Jetzt ist herausgegeben von Thomas Wohlfahrt und Aurélie Maurin und mit dem schönen Titel VERSschmuggel – Contrabando de VERSOS eine zweisprachige, portugiesisch-deutsche Lyrikanthologie mit 2 Audio-CDs erschienen. Das Buch ist das spannende Ergebnis der Übersetzungswerkstatt, die während des Festivals stattfand. Vertreten sind die folgenden Autoren Ana Luísa Amaral, Paulo Henriques Britto, Ricardo Domeneck, Ulrike Draesner, Daniel Falb, Angélica Freitas, Norbert Hummelt, Barbara Köhler, Nicolai Kobus, Marco Lucchesi, Luís Carlos Patraquim, Richard Pietraß, Hans Raimund, Arne Rautenberg, Monika Rinck, Sabine Scho, Pedro Sena-Lino, Ana Paula Tavares, Tony Tcheka und Paulo Teixeira.

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Portugiesische Dokumentarfilme

Natal 71Seit kurzem haben wir eine Reihe neuer portugiesischer Dokumentarfilme auf DVD im Programm.  Zum einen handelt es sich um Filme wie As duas faces da guerra von Diana Andringa und Flora Gomes sowie Natal 71 von Margarida Cardoso, die sich mit den Kriegen der 1960er und 70er Jahre in Guinea-Bissau und Mosambik und der portugiesischen Kolonialvergangenheit auseinandersetzen. Sie wurden beim Filmfestival doclisboa erstmals einer breiteren Öffentlichkeit gezeigt und jetzt auf DVD veröffentlicht.

In der Reihe Escritores Portugueses wiederum sind interessante filmische Porträts der Schriftsteller José Cardoso Pires, Nuno Bragança und Carlos de Oliveira erschienen.

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hotel ver mar

Morgen beginnen die Correntes d’Escritas, das größte Literaturfestival Portugals. Es findet alljährlich und in diesem Jahr schon zum 10. Mal im nordportugiesischen Póvoa de Varzim statt.

hotel ver marBei nova cultura! gibt es einen ausführlichen Vorbericht. Zum Jubiläum sind in diesem Jahr über 120 Autoren aus 15 verschiedenen Ländern eingeladen, zahlreiche Podiumsdiskussionen und Buchpräsentationen sind angekündigt. Vorgestellt wird unter anderem auch (am 11. Februar) unser neues Buch hotel ver mar (das „lançamento“ findet übrigens im gleichnamigen Hotel statt), eine von Michael Kegler herausgegebene und übersetzte zweisprachige Lyrikanthologie mit Gedichten aus Angola, Brasilien, Galicien, Guinea-Bissau, Mosambik, Portugal und São Tomé e Príncipe. In der nächsten Woche wird es an dieser Stelle einen ausführlicheren Nachbericht geben.

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Saramago lesen

Der Aufforderung im Titel sollte man natürlich unbedingt Folge leisten, beispielsweise mit dem im letzten Jahr erschienenen Roman A viagem do elefante oder dem gerade im Taschenbuch veröffentlichten As intermitências da morte.

Saramago lesenGemeint ist damit aber eigentlich die lange  erwartete und jetzt wieder lieferbare 2. erweiterte Auflage des  Buches von Orlando Grossegesse, das jetzt bei Tranvia erschienen ist. Grossegesse gibt darin eine Einführung in Leben und Werk des portugiesischen Nobelpreisträgers, beigefügt ist außerdem eine ausführliche, teilweise kommentierte Bibliographie der von und über Saramago erschienenen Werke. Es ist das einzige, in deutscher Sprache lieferbare Werk dieser Art und ist natürlich Literaturwissenschaftlern zu empfehlen, aber auch allen anderen engagierten Saramago-Lesern. Erhältlich natürlich wie immer hier.

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