Archiv der Kategorie: portugiesische Autoren

Portugal auf der Leipziger Buchmesse 2025 – Teil 1

Ende März findet wieder die Leipziger Buchmesse statt. Portugal ist mit einem eigenen Stand in Halle 4 Stand C300 vertreten und bietet ein tolles Programm mit zahlreichen Autorinnen und Autoren, die nach Leipzig reisen werden. Wir sind auch die ganze Zeit vor Ort und beraten Sie gern zu Büchern und Autor*innen.

Hier ein erster Überblick für die ersten beiden Tage – das Programm fürs Wochenende folgt in Kürze.

Donnerstag 27.03.2025
Messe – Halle 4 Stand C300

Francisco Sousa Lobo, copyright Petra Noack, aufgenommen bei TFM 2024
Francisco Sousa Lobo, copyright: Petra Noack

11:30 – 12:15 Uhr
VORSTELLUNG VON FRANCISCO SOUSA LOBO
Gespräch mit dem Autor über sein Buch: Oktober
In englischer Sprache
Moderation: Toby Ashraf

Im Rahmen eines Residenzstipendiums 2024 in Berlin hat Francisco Sousa Lobo einen kurzen Comic über seinen Aufenthalt in der deutschen Hauptstadt gestaltet. Ausgangspunkt für das Werk mit dem Titel Oktober, das in Kürze in Großbritannien erscheinen wird, ist die Kurzgeschichte Der Büffel, der brasilianischen Schriftstellerin
Clarice Lispector.

14:30 – 15:15 Uhr
VORSTELLUNG VON TATIANA SALEM LEVY
Gespräch mit der Autorin über ihr Buch: Der Schlüssel zum Haus
In deutscher/portugiesischer Sprache
Moderation: Christian Ruzicska, Verleger Secession-Verlag

Copyright: Pedro Loureiro

Der stark autobiografisch geprägte Roman Der Schlüssel zum Haus ist der zweite ins Deutsche übersetzte Roman der Schriftstellerin Tatiana Salem Levy und erzählt über drei Generationen die Geschichte einer jüdischen Familie, die von Vertreibung, Migration und Exil geprägt ist.

Tatiana Salem Levy
Der Schlüssel zum Haus, Secession-Verlag, 2024
Übersetzung: Marianne Gareis

15:30 – 16:30 Uhr
50 JAHRE FREIHEIT: FEIERN MIT MUSIK

In deutscher/portugiesischer Sprache
Moderation: Toby Ashraf
Gesang und Gitarre: Pedro Matos
Ein Jahr nach der Nelkenrevolution, die die Demokratie in Portugal wiederherstellte und ein anachronistisches diktatorisches Regime beendete, fanden die ersten freien Wahlen nach allgemeinem Wahlrecht statt. Genau in diesem Moment feiern wir den 50. Jahrestag eines der wichtigsten Schritte auf dem Weg zum Rechtsstaat, für den es sich zu kämpfen lohnt.

Freitag 28.03.2025
Messe – Halle 4 Stand C300

Copyright: Pedro Marnoto

10:30 – 11:15 Uhr
VORSTELLUNG VON LÍDIA JORGE

Gespräch mit der Autorin über ihr Buch: Erbarmen
In deutscher/portugiesischer Sprache
mit Steven Uhly, Übersetzer
Moderation: Christian Ruzicska, Verleger Secession-Verlag
Dona Alberti sitzt im Rollstuhl, kann ihre Hände kaum noch benutzen und erzählt einem Aufnahmegerät aus ihrem Leben im Hotel Paraíso, einem Altenheim, wo sie aus freien Stücken lebt, seit ein banaler Unfall sie ihrer Selbständigkeit beraubt hat. Das sind die Koordinaten von Lídia Jorges jüngstem und vielleicht persönlichstem Roman.

Lidia Jorge
Erbarmen, Secession Verlag, 2024
Übersetzung: Steven Uhly

11:30 – 12:15 Uhr
EÇA UND CO.

Vorstellung des Buches: Die Maias
Ironie und moralische Grundlagen der Gesellschaft – Öffentliche Tugenden, private Laster
In deutscher Sprache
Gespräch mit der Übersetzerin Marianne Gareis
Moderation: Maximilian Mengeringhaus

Die Maias - Eça de Queirós

Eça de Queirós ist einer der meistübersetzten portugiesischen Schriftsteller; sein Werk ist in über vierzig Ländern und fast dreißig Sprachen erhältlich. Obwohl der Gegenstand seiner Betrachtung Portugal in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist, legt der Schriftsteller seinen Geschichten Züge der menschlichen Natur zugrunde, die weit über geografische oder historische Epochen hinausgehen, da sie ihr innewohnen und sich folglich im gesellschaftlichen Leben widerspiegeln. Es ist wohl Queirós‘ Zeitlosigkeit zuzuschreiben, dass jetzt in Deutschland eine Neuübersetzung von Os Maias erschien, 136 Jahre nach der Fertigstellung des Romans. Das 1888 geschriebene Werk erzählt die Geschichte dreier Generationen einer Familie in einer Chronik der Sitten voll bissigem Humor und fotografischen Beschreibungen der verschiedenen Milieus, in denen sich die mitunter tragische Handlung abspielt.

José Maria Eça de Queirós
Die Maias, Hanser, 2024

Herausgegeben und übersetzt von Marianne Gareis

14:30 – 15:30 Uhr
EIN GESPRÄCH MIT LÍDIA JORGE UND TATIANA SALEM LEVY

Männer und die Frauenliteratur – Verstehen Männer die Literatur von Frauen?
In deutscher/portugiesischer Sprache
Moderation: Benjamin Meisnitzer

Es mag keinen spürbaren Unterschied zwischen der Literatur von Männern und Frauen geben, doch Werke, in denen sich die Autorinnen ganz oder teilweise von ihrer eigenen Existenz, von mehr oder weniger traumatischen Erlebnissen, von Gefühlen oder anderen Wahrnehmungen der Realität inspirieren lassen, erscheinen einem Mann schwer lesbar.

Die Frage, ob diese andere Sicht der Welt, die in der Literatur zum Ausdruck kommt, das männliche Publikum entfremdet oder anzieht, ist eines der Themen, die wir für die Debatte zwischen Lídia Jorge und Tatiana Salem Levy vorschlagen, die beide bemerkenswerte Verfechterinnen der weiblichen Selbstbestimmung und des Abschieds von der patriarchalischen Gesellschaft sind.

Lidia Jorge
Erbarmen, Secession-Verlag, 2024
Übersetzung: Steven Uhly
Tatiana Salem Levy
Der Schlüssel zum Haus, Secession-Verlag, 2024
Übersetzung: Marianne Gareis

16:00 – 16:30 Uhr
VORSTELLUNG DER ANTHOLOGIE

Der Pitangabaum der Nachbarin. Erzählungen aus Guinea-Bissau
In deutscher Sprache
Mit der Übersetzerin Renate Heß

Der Pitangabaum der Nachbarin


Fünf literarische Stimmen aus Guinea-Bissau erzählen: von der provisorischen Verrücktheit des Lehrers Baltazar, der eines Tages nicht mehr im Gymnasium erscheint. Von Vater und Sohn, die eine Kuhherde gegen zwei grüne Büchlein tauschen, um in Europa ans große Geld zu kommen. Vom Soldaten Zé Crocodilo, der sich in einen Fluss voller Krokodile wirft, um zwei portugiesische Ärztinnen zu retten. Und von den verführerischen Früchten des Pitangabaums im Hof der Nachbarin, die einfach unwiderstehlich locken …

Waldir Araújo, Claudiany da Costa Pereira, Amadú Dafé, Edson Incopté und Marinho de Pina
Der Pitangabaum der Nachbarin. Erzählungen aus Guinea-Bissau, Edition Noack & Block, 2025
Übersetzung: Renate Heß, Rosa Rodrigues, Johannes Augel

NaTo
Karl-Liebknecht-Str. 46
04275 Leipzig
20:00 – 20:50 Uhr

LITERATUR AUS PORTUGAL – EIN ABEND MIT TATIANA SALEM LEVY UND FRANCISCO SOUSA LOBO
Migration und Kreativität
In deutscher / portugiesischer Sprache
Moderation: Michael Kegler

Kreativität ist in der Regel ein Prozess des Beobachtens, des Austauschs, des Experimentierens, der Suche nach Anhaltspunkten auf einer Reise, die das Gepäck des Autors mit Gewissheiten und Zweifeln, mit Irrungen und Wirrungen füllt. Gewiss, die Reise kann vor allem eine innere Reise sein, denn sie führt auch zu neuen Fragen oder überraschenden Erkenntnissen. Ebenso wahr ist, dass die andere Reise, die physische, die waghalsige, den Geist des Schriftstellers stets aufrüttelt und seine Feder beunruhigt. Der
Autor und die Autorin dieser Sitzung sind Migranten, sicherlich aus unterschiedlichen Beweggründen, aber dennoch Reisende, die mit bestimmten Lebenswelten konfrontiert sind, verschiedene Realitäten beobachten und in anderen Gesellschaften vorherrschende Werte erleben. Zum Auftakt dieser Debatte zwischen Tatiana Salem Levy und Francisco Sousa Lobo schlagen wir vor, dass sie sich selbst und das Publikum fragen, ob sie ein Werk geschaffen hätten, wenn sie keine Emigranten gewesen wären. Mit anderen Worten: Ist die Reise, die das Leben ihnen auferlegt hat, mit ihrem künstlerischem Scha􀆯en auf die eineoder andere Weise verbunden?


Tatiana Salem Levy
Der Schlüssel zum Haus, Secession-Verlag, Herbst 2024
Übersetzung: Marianne Gareis

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Lesungen von Lídia Jorge und Catrin George Ponciano bei uns in der Buchhandlung

Ende März findet die Leipziger Buchmesse statt, wie in den Vorjahren auch wieder mit einiger portugiesischsprachiger Präsenz. Und so ergibt es sich, dass wir in der Woche danach gleich zwei hochkarätige Veranstaltungen bei uns in der Buchhandlung präsentieren können.

Copyright: Pedro Marnoto

Am Donnerstag, dem 03. April, 19.30 Uhr freuen wir uns auf die große portugiesische Autorin Lídia Jorge. Sie stellt ihren Roman Miséricordia vor, der im März mit dem Titel Erbarmen in der Übersetzung von Steven Uhly auf Deutsch im Secession Verlag für Literatur erscheint. Der Verleger Christian Ruzicska moderiert die Lesung.

Lídia Jorge, geboren 1946, ist eine der renommiertesten Schriftstellerinnen Portugals. Sie studierte französische Literatur in Lissabon und verbrachte einige Jahre damit, während des Unabhängigkeitskampfes in Angola und Mosambik zu unterrichten. Heute lebt sie in Lissabon. Miséricordia erschien 2022 in Portugal, der Roman ist als Hommage an ihre Mutter entstanden und erhielt zahlreiche Literaturpreise, unter anderem auch 2023 in Frankreich den Prix Médicis étranger.

Dona Alberti sitzt im Rollstuhl, kann ihre Hände kaum noch benutzen und erzählt einem Aufnahmegerät aus ihrem Leben im Hotel Paraíso, einem Altenheim, wo sie aus freien Stücken lebt, seit ein banaler Unfall sie ihrer Selbständigkeit beraubt hat. Das sind die Koordinaten von Lídia Jorges jüngstem und vielleicht persönlichstem Roman. Die alte Dame erzählt von ihrem Alltag, den Auseinandersetzungen und Freundschaften mit jungen Pflegerinnen und anderen Mitbewohnern, ihrer heimlichen Liebe zu einem Mann, der kurz darauf stirbt, ihre nächtlichen Kämpfe mit einem Alter Ego, das ihr schwindendes Wissen herausfordert. Immer wieder kreisen ihre Gefühle um die schwierige Liebe zur Tochter, einer Schriftstellerin,der sie vorwirft, nur deshalb nicht reich und berühmt zu sein, weil sie vom Elend Namenloser erzählt, anstatt endlich Taten berühmter Menschen zu beschreiben.

Eintritt 10 EUR/ermäßigt 7 EUR. Wir bitten um Anmeldung.

Am darauffolgenden Freitag, dem 4. April, ebenfalls um 19.30 Uhr freuen wir uns auf Catrin George Ponciano. Von ihr erscheint ebenfalls zur Leipziger Buchmesse im AviVa Verlag eine Biographie über die portugiesische Dichterin Florbela Espanca mit dem Titel Alles – bloß nicht vage!
Florbela Espancas autobiografische Poesie steht für den weiblichen Aufbruch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Lieben und Dichten wollte die ehrgeizige Lyrikerin. Und entgegen des seitens des Patriarchats und des Klerus herrschenden Moralkodex für Frauen, selbstbestimmt leben. Stoisch ertrug sie deswegen Ausgrenzung, gar Ächtung, und verwandelte all ihre Erfahrungen in Poesie und Prosa.

Catrin Ponciano, Copyright: Marion Louca

Die Deutsche seit 26 Jahren in Portugal beheimatete Schriftstellerin Catrin George Ponciano blättert in ihrem Essay Alles-bloß nicht vage! Florbela Espancas Wegmarken auf, und lädt ihr Publikum ein zu einer poetischen Gedankenreise durch Portugal und zum Wesen der Dichterin, die die Hoffnung ihre Träume zu verwirklichen, niemals aufgegeben hat.

Eintritt 5 EUR. Wir bitten auch hier im Anmeldung.

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Lesetreff – Tertúlia wieder am 19. März

Seit 2014 findet bei uns in der Buchhandlung in regelmäßigen Abständen von 4-6 Wochen ein portugiesischsprachiger Lesekreis statt.

Rui Zink: A instalação do medo

Weiter geht es am Mittwoch, 19. März um 19.00 Uhr hier in der Buchhandlung. Wir sprechen dann über A Instalação do Medo des portugiesischen Autors Rui Zink, eine (obwohl schon vor mehr als 10 Jahren erschienen) topaktuelle Novelle.

Anmeldungen für den Lesekreis (falls Sie nicht ohnehin schon regelmäßig teilnehmen) gerne per Mail an info@tfmonline.de

Die Bücher sind schon lieferbar und können bei uns in der Buchhandlung abgeholt werden.

Buchhandlung TFM, Frankfurt

—

Desde 2014 encontrámo-nos regularmente na TFM para falar sobre livros de autores de língua portuguesa. A próxima tertúlia encontra-se no dia 19 de março, às 19h00 na livraria. Vamos falar sobre o livro A Instalação do Medo do autor português Rui Zink que esteve aqui na livraria em janeiro.

Os livros já estão disponíveis na livraria.

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Einladung zur Lesung mit David Machado am 5. Februar

Copyright: Marlene Babo

Wir freuen uns auf unsere nächste Veranstaltung im Februar Unser Gast wird am 5. Februar, um 19.30 Uhr der portugiesische Autor David Machado sein. Michael Kegler moderiert und übersetzt. David Machado stellt seinen neuen Roman Os Dias do Ruído vor, der Ende letzten Jahres in Portugal erschienen ist und bisher noch nicht in deutscher Übersetzung vorliegt. Die Lesung ist wie immer zweisprachig.

Der Eintritt ist frei, wir bitten um Reservierung.

David Machado wurde 1978 in Lissabon geboren, er ist sowohl für seine Romane als auch für seine tollen Kinder- und Jugendbücher wie O Tubarão na Banheira oder Os Reis do Mar bekannt. Sein Roman Índice médio de felicidade wurde mit dem Literaturpreis der Europäischen Union ausgezeichnet.

David Machado: Os Dias do Ruído - portugiesischer Roman

Im neuen Roman Os Dias do Ruído geht es Laura, die ein islamistisches Attentat in Paris verhindert hat, in dem sie den Attentäter umgebracht hat. Zwei Jahre späer hat sie darüber ein Buch geschrieben und reist durch die Welt, um ihre Geschichte zu erzählen. Schnell ist sie berühmt geworden. Laura wird von vielen verherrlicht, aber sie ist auch das Ziel von Morddrohungen, die sie, auch wenn sie sie zunächst lieber herunterspielt, schließlich dazu zwingen, zu fliehen und an dem einzigen Ort Zuflucht zu suchen, an dem sie sich, entgegen ihrer Überzeugung, sicher fühlt. In den Pausen dieses virtuellen Lärms, der die Welt erfüllt und von dem auch sie unaufhaltsam abhängt, wird Laura die Tragweite ihrer Tat bewusst.

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Prémio Vergílio Ferreira geht an Djaimilia Pereira de Almeida

Der von der Universität Évora vergebene Prémio Vergílio Ferreira  geht  in diesem Jahr an die Schriftstellerin Djaimilia Pereira de Almeida.

Copyright: Humberto Brito

Der Preis ist mit 4000 Euro dotiert und wird seit 1996 jährlich für das Gesamtwerk eines portugiesischsprachigen Autors oder einer Autorin aus dem Bereich Literatur oder Essay verliehen. Die Preisverleihung findet im März statt.

Zuletzt wurden u.a. Ondjaki, Helena Carvalhão Buescu, Ana Luísa Amaral, Carlos Reis, Nélida Piñon und Gonçalo M. Tavares ausgezeichnet.

Die Jury begründete die Preisvergabe an Djaimilia Pereira de Almeida, die unter anderem mit den Romanen Esse Cabelo und Lisboa, Luanda, Paraíso bekannt wurde, mit der entscheidenden Rolle, die sie bei der Erneuerung der zeitgenössischen portugiesischen Erzählung gespielt hat, indem sie Geschichten und Figuren geschaffen hat, die Fragen der Identität, der Vertreibung und des Kolonialismus problematisieren.

Von Djaimilia Pereira de Almeida sind schon zwei Romane in deutscher Übersetzung von Barbara Mesquita im Unionsverlag erschienen:

Im Auge der Pflanzen (Original: A Visão das Plantas)

Seebeben (Original: Maremoto)

In Portugal erschien zuletzt Ende letzten Jahres O Livro da Doença.

Alle Bücher von Djaimilia Pereira de Almeida sind bei uns in der Buchhandlung vorrätig oder bestellbar.

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Lesetreff – Tertúlia wieder am 4. Februar

Seit 2014 findet bei uns in der Buchhandlung in regelmäßigen Abständen von 4-6 Wochen ein portugiesischsprachiger Lesekreis statt.

Weiter geht es am Dienstag, 4. Februar um 19.00 Uhr hier in der Buchhandlung. Wir sprechen dann über Matarás Um Culpado e Dois Inocentes des portugiesischen Autors Rodrigo Guedes de Carvalho, einen interessanten Roman mit Elementen des magischen Realismus.

Anmeldungen für den Lesekreis (falls Sie nicht ohnehin schon regelmäßig teilnehmen) gerne per Mail an info@tfmonline.de

Die Bücher sind ab Januar wieder in der Buchhandlung verfügbar und können gerne schon vorgemerkt werden.

Buchhandlung TFM, Frankfurt

—

Desde 2014 encontrámo-nos regularmente na TFM para falar sobre livros de autores de língua portuguesa. A próxima tertúlia encontra-se no dia 4 de fevereiro, às 19h00 na livraria. Vamos falar sobre o livro Matarás Um Culpado e Dois Inocentes do autor português Rodrigo Guedes de Carvalho.

Os livros vão estar de novo disponíveis na livraria em janeiro.

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Einladung zur Lesung mit Rui Zink am 14. Januar

Im Moment stecken wir noch mitten im Weihnachtsgeschäft, freuen uns aber auch schon auf Januar und unserer erste Lesung im neuen Jahr.

Unser Gast wird am 14. Januar, um 19.30 Uhr der portugiesische Autor Rui Zink sein. Michael Kegler moderiert und übersetzt. Rui Zink stellt die Novelle Die Installation der Angst (A Instalação do Medo) vor, der vor einigen Jahren in der deutschen Übersetzung von Michael Kegler im Weidle Verlag (jetzt Wallstein) erschienen ist.

Der Eintritt ist frei, wir bitten um Reservierung.

Rui Zink wurde 1961 in Lissabon geboren. Er hat seit Mitte der 1980er ein vielfältiges literarisches Werk veröffentlicht von Comic über Romane bis hin zu Kinderbüchern. Er war im portugiesischen Fernsehen präsent und ist heute Professor für portugiesische Literatur an der Universität Lissabon.

In deutscher Übersetzung erschien zunächst in den 1990er Jahren der satirische Roman Hotel Lusitano (Deutsch von Martin Amanshauser bei Deuticke), danach Apocalüpse Nau ebenfalls in der Übersetzung von Martin Amanshauser. Beide Übersetzungen sind leider nur noch antiquarisch zu bekommen.

Die kammerspielartige Novelle Die Installation der Angst wurde 2016 im Weidle Verlag veröffentlicht und auch schon mehrfach im Theater aufgeführt.

Zwei Männer klingeln bei einer alleinstehenden Frau. Sie sind gekommen, um in ihrer Wohnung die Angst zu installieren. Wortreich erklären die beiden die Notwendigkeit der Angst, ihre Funktion bei der Kontrolle der Bevölkerung. Die beiden sehr unterschiedlichen Installateure erläutern verschiedene Arten von Angst. Angst, so betonen sie, braucht die Kooperation der Menschen – je besser die Frau sich für die Angst öffne, desto schneller würden sie sie wieder in Ruhe lassen.
Die Männer ahnen jedoch nichts von der tatsächlichen Angst der Frau, nämlich dass die Beamten ihr im Badezimmer verstecktes Kind finden könnten. Als es schließlich doch zur Entdeckung kommt, verändert sich das Machtgefüge zwischen der passiven Frau und den aktiven Installateuren der Angst…

Mit freundlicher Unterstützung der Professur für Romanische Literaturwissenschaft (Hispanistik und Lusitanistik) der Goethe-Universität, vielen Dank.

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Prémio Oceanos 2024

Und weiter geht es mit Literaturpreisen. Gestern Abend wurde der Prémio Oceanos in den Kategorien Lyrik und Prosa verliehen. Ausgezeichnet wurde in der Lyrik-Kategorie:

Uma Colheita de Silêncios des in diesem Jahr verstorbenen portugiesischen Autors Nuno Júdice, erschienen 2023 bei Publicações Dom Quixote.

Den Preis als bester Roman erhielt Caminhando com os mortos der brasilianischen Autorin Micheliny Verunschk, erschienen bei Companhia das Letras, die bereits für ihren vorangegangen Roman O Som do Ruído da Onça den Prêmio Jabuti erhalten hatte.

Der prämierte Roman zeigt, wie sich der Hass auf Frauen und Minderheiten durch die Jahrhunderte zieht, insbesondere wenn er durch religiösen Fanatismus geschürt wird.

Der Prêmio Oceanos ist je Kategorie mit 150.000 Reais dotiert.

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Prémio José Saramago 2024 geht an Francisco Mota Saraiva

Copyright: Neusa Ayres/Fundação Circulo de Leitores

Francisco Mota Saraiva ist der Gewinner des in diesem Jahr zum 13. Mal verliehenen Prémio Literário José Saramago. Er erhielt den Preis heute für den Roman Morramos ao menos no porto, der im kommenden Jahr veröffentlicht wird. Der Preis wird seit 2022 für ein bisher unveröffentlichtes Werk eines Autors oder einer Autorin verliehen, der/die bis zum Zeitpunkt der Abgabe des Manuskripts jünger als 40 Jahre alt ist. Mit der Preisvergabe (Dotierung 40.000 EUR) ist die Veröffentlichung des Werks in Portugal und Brasilien verbunden. Der Roman erscheint in Kürze bei den Verlagen Porto Editora und Globo.

Francisco Mota Saraiva wurde 1988 in Coimbra geboren. Der studierte Jurist lebt in Lissabon, arbeitet dort als Anwalt und Berater und schreibt nebenbei. Im Jahr 2021 und 2023 erhielt er Literaturstipendien und wurde für seinen ersten Roman Aqui onde canto e ardo , der in diesem Herbst bei Gradiva erschien, mit dem Prémio Revelação Agustina Bessa-Luís ausgezeichnet.

Die Preisträger der vergangenen Jahre sind Paulo José Miranda (1999 – „Natureza Morta“), José Luís Peixoto (2001 – „Nenhum Olhar“), Adriana Lisboa (2003 – „Sinfonia em Branco“), Gonçalo M. Tavares (2005 – „Jerusalém“)  und valter hugo mãe (2007 – „O remorso de Baltasar Serapião“), João Tordo (2009-„As três vidas“) und Andréa del Fuego (2011-„Os Malaquias“) , Ondjaki ( 2013-Os Transparentes), Bruno Vieira Amaral (2015- As primeiras coisas) ,  Julian Fúks (2017- A resistência), Afonso Reis Cabral (2019 -Pão de açucar ) und zuletzt Rafael Gallo (2022 – Dor Fantasma).

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Portugiesische Krimis und Thriller – Ein Blick auf die Neuerscheinungen

Krimis und Thriller von portugiesischen Autorinnen und Autoren sind gar nicht mal so verbreitet. Wir werden ziemlich oft danach gefragt, auf Deutsch gibt es praktisch nur die beliebten und erfolgreichen „Urlaubskrimis“, die von von deutschen Autoren oft unter portugiesischem Pseudonym geschrieben werden, wie etwa die „Lost in Fuseta“-Reihe von Gil Ribeiro (eine neuen Fuseta-Krimi gibt es erst 2025 wieder) oder die Krimis von Luis Sellano.

Diesen Herbst sind aber doch in Portugal ein paar neue spannende Geschichten erschienen, die vielleicht irgendwann auch mal den Weg auf den deutschen Markt finden werden, wer weiß.

A Viagem do Oligarca vom Autor und Journalisten Miguel Szymanski und O Protocolo Caos vom portugiesischen Nachrichtensprecher José Rodrigues dos Santos verarbeiten beide aktuelle politische Entwicklungen in Spannungsliteratur.

Im ersten kommt der russische Oligarch Oleg Porovich nach Portugal mit dem Ziel auch dort eine populistische Rechtspartei finanziell zu unterstützen. Wir treffen in diesem dritten Krimi wieder auf Szymanskis Hauptfigur, den Journalisten Marcelo Silva, der versucht Licht ins Dunkel zu bringen. Ähnlichkeiten mit aktuellen politischen Entwicklungen sind sicher beabsichtigt.

José Rodrigues dos Santos veröffentlicht quasi jedes Jahr einen neuen Bestseller, auch er hat einen bevorzugten Ermittler: Tomás Noronha. Im neuen Buch O Protocolo Caos geht es einmal um die halbe Welt – Russland, die Vereinigten Staaten, Brasilien und Burma sind die Schauplätze, die, wie sollte es anders sein, alle durch kryptische Botschaften miteinander verbunden sind.

Auch João Tordo, einer der bekanntesten und beliebtesten portugiesischen Gegenwartsautoren wendet sich in Os dias contados wieder den Thrillern zu. Auch er hat eine bevorzugte Ermittlerin, Pilar Benamor. Im Rückblick auf das Jahr 2013 wird hier ihr erster Fall erzählt, in dem sie mit dem Bösen konfrontiert wird und der vielleicht die Traumata und Obsessionen erklären hilft, die sie in den anderen Titeln der Reihe wie Águas Passadas oder Cem Anos de Perdão offenbart hat.

Wie die vorangegangenen Bücher ein echter Pageturner.

Mehr Krimis und Thriller gibt’s bei uns in der Buchhandlung.

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