Archiv der Kategorie: literaturpreise

Prêmio Jabuti 2022

Der Prêmio Jabuti ist der bedeutendenste brasilianische Literaturpreis und wird in 20 verschiedenen Kategorien vergeben. Die Preisträger wurden gestern Abend im Rahmen der Preisverleihung bekanntgegeben.

In der Kategorie „Roman“ wurde in diesem Jahr O som do rugido da onça von Micheliny Verunschk ausgezeichnet (erschienen bei Companhia das Letras). Der Roman ist vielleicht auch für den deutschen Markt nicht uninteressant, denn er erzählt die Geschichte Spix und Martius, die 1817 nach Brasilien kamen mit dem Auftrag, ihre Eindrücke von diesem Land festzuhalten. Drei Jahre und 10.000 Kilometer später kehrten die Entdecker nach München zurück und brachten nicht nur einen ausführlichen Reisebericht mit, sondern auch einen indigenen Jungen und ein indigenes Mädchen, die kurz nach ihrer Ankunft auf europäischem Boden sterben sollten.

Buch des Jahres und gleichzeitig Preisträgerin in der Lyrikkategorie wurde Também guardamos pedras aqui von Luiza Romão (erschienen bei Nós)

Weitere Preisträger sind u.a. Laurentino Gomes für die erfolgreiche Sachbuchreihe Escravidão, in der er sich in drei Bänden mit der Geschichte der Sklaverei auseinandersetzt, Sonhozzz (Salamandra) von Daniel Kondo und Silvana Tavano in der Kategorie Kinderbuch und Enciclopédia negra von Flávio dos Santos Gomes, Jaime Lauriano und Lilia Moritz Schwarcz (Companhia das Letras) in der Kategorie Sozialwissenschaften.

Alle anderen Preisträger (u.a. für Kinderbuch, Biographie, bestes Cover etc.) lassen sich hier einsehen.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter brasilianische autoren, brasilianische literatur, literatura brasileira, literaturpreise

Prémio José Saramago 2022 geht an Rafael Gallo

Copyright: Willian Olivato

Der brasilianische Autor Rafael Gallo ist der Gewinner des in diesem Jahr zum 12. Mal verliehenen Prémio Literário José Saramago. Er erhielt den Preis gestern für den Roman Dor Fantasma. Im Gegensatz zu den bisherigen Preisvergaben wurden die Regularien der Preisvergabe verändert. Er wird jetzt für ein bisher unveröffentlichtes Werk eines Autors oder einer Autorin verliehen, der/die bis zum Zeitpunkt der Abgabe des Manuskripts jünger als 40 Jahre alt ist. Mit der Preisvergabe (Dotierung 40.000 EUR) ist die Veröffentlichung des Werks in Portugal und Brasilien verbunden. Der Roman erscheint in Kürze bei den Verlagen Porto Editora und Globo.

In einer Mischung aus Literatur und Musik erzählt „Dor Fantasma“ die Geschichte eines klassischen Pianisten und seines Strebens nach Perfektion. Der Protagonist will ein Stück erlernen, das er für unspielbar hält. Seine Besessenheit führt dazu, dass er sich von seiner Familie entfernt und sich ganz dem Klavier widmet. Als die Hauptfigur jedoch einen Unfall erleidet und ihre rechte Hand verliert, ist sie nicht mehr in der Lage zu spielen.

„Dieser Roman hat eine schwierige Geschichte. Ich habe sechs Jahre gebraucht, um ihn zu schreiben. Es gab Verleger, die ihn nicht haben wollten. Ich kämpfte und nahm mehrere Änderungen vor. Es war ein persönlicher Prozess, ich habe viele Veränderungen in meinem Leben vorgenommen, und das spiegelt sich im Roman wider. Er ist etwas ganz Besonderes und ich bin sehr gespannt auf die Veröffentlichung“, sagte Rafael Gallo anlässlich der Preisvergabe gestern in Lissabon.

Die Preisträger der vergangenen Jahre sind Paulo José Miranda (1999 – „Natureza Morta“), José Luís Peixoto (2001 – „Nenhum Olhar“), Adriana Lisboa (2003 – „Sinfonia em Branco“), Gonçalo M. Tavares (2005 – „Jerusalém“)  und valter hugo mãe (2007 – „O remorso de Baltasar Serapião“), João Tordo (2009-„As três vidas“) und Andréa del Fuego (2011-„Os Malaquias“) , Ondjaki ( 2013-Os Transparentes), Bruno Vieira Amaral (2015- As primeiras coisas) ,  Julian Fúks (2017- A resistência) und zuletzt Afonso Reis Cabral (2019 -Pão de açucar ).

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter brasilianische autoren, brasilianische literatur, literaturpreise

Prémio LeYa geht an Celso José da Costa

Der mit 50.000 Euro dotierte Prémio LeYa, der von der gleichnamigen portugiesischen Verlagsgruppe für bisher unveröffentlichte Texte verliehen wird, geht in diesem Jahr an den brasilianischen Mathematiker Celso José da Costa.
Er erhält den Preis für den Roman A arte de driblar destinos, eine Familiensaga, die sich mit dem Leben im ländlichen Raum Brasiliens beschäftigt. Das Buch wird in Kürze erscheinen und dann natürlich auch bei uns verfügbar sein.

Der Prémio Leya ist der größte Literaturpreis für unveröffentlichte Romane in portugiesischer Sprache. In diesem Jahr gingen 218 Werke aus Portugal, Deutschland, Brasilien, Spanien, den Niederlanden, Großbritannien, Japan, Mosambik und Polen ins Rennen. Bei der Verleihung des Preises ist die Urheberschaft der Romane unbekannt, und der Name des Gewinners, der unter Verschluss bleibt, wird erst nach der Entscheidung bekannt.

Im letzten Jahr hatte der portugiesische Autor José Carlos Barros den Preis für den Roman As Pessoas Invisíveis erhalten. Den zweifellos größten Erfolg hatte bisher der Roman Torto Arado von Itamar Vieira Junior, der 2018 mit dem Prémio Leya ausgezeichnet wurde und in der Folge zum Bestseller wurde und zahlreiche weitere Preise erhalten hat.

Kommentare deaktiviert für Prémio LeYa geht an Celso José da Costa

Eingeordnet unter brasilianische autoren, brasilianische literatur, literaturpreise

Prémio Camões 2022 geht an Silviano Santiago

Der Prémio Camões, der bekannteste Literaturpreis der portugiesischsprachigen Welt, geht in diesem Jahr an den brasilianischen Schriftsteller Silviano Santiago. Der Preis wurde 1988 von den Regierungen Brasiliens und Portugals ins Leben gerufen und ist der höchstdotierte Literaturpreis der portugiesischsprachigen Welt. Alljährlich wird mit ihm ein portugiesischsprachiger Schriftsteller ausgezeichnet. Zuletzt erhielt 2021 Paulina Chiziane die Auszeichnung.

Silviano Santiago wurde 1936 in Formiga im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais geboren. Im Alter von zehn Jahren zog er nach Belo Horizonte, wo er mit 18 Jahren begann, für eine Filmzeitschrift zu schreiben, und die Zeitschrift Complemento mitbegründete und herausgab. Seine bekanntesten Romane sind Stella Manhattan und Em liberdade. Die Romane von Silviano Santiago liegen bisher leider noch nicht in deutscher Übersetzung vor.

Silviano Santiago nahm die Nachricht von der Verleihung des Preises mit Freude entgegen, trotz der im Moment schwierigen Situationin der sich Brasilien befindet: „Auch wenn Brasilien eine traurige Phase in seiner Geschichte durchlebt, ist es aus persönlicher Sicht eine Genugtuung, diese Nachricht zu erhalten, die einem Leben, das der Literatur gewidmet ist, einen Sinn gibt“, sagte er.

Alle lieferbaren Titel von Silviano Santiago finden Sie bei uns in der Buchhandlung oder auch online.

Kommentare deaktiviert für Prémio Camões 2022 geht an Silviano Santiago

Eingeordnet unter brasilianische autoren, brasilianische literatur, literaturpreise

Nobelpreis für Literatur geht an Annie Ernaux

 Ill. Niklas Elmehed © Nobel Prize Outreach.

Den Nobelpreis für Literatur geht in diesem Jahr an die französische Autorin Annie Ernaux, die als Wegbereiterin der autofiktionalen Literatur gilt.

Ihr erfolgreichstes Buch Les Années erschien 2008 in Frankreich und fand 2017, als die deutsche Übersetzung veröffentlicht wurde, auch hierzulande große Beachtung in der Presse. Die deutschen Übersetzungen erscheinen im Suhrkamp Verlag

In portugiesischer Übersetzung (Portugal) sind bisher erschienen:

Os Anos

O Acontecimento

Uma Paixão Simples

alle im Verlag Livros do Brasil. Die Übersetzungen in brasilianischem Portugiesisch erscheinen im Verlag Fósforo. Wir werden diese in Kürze in unserer Datenbank ergänzen. Alle Bücher von Annie Ernaux in portugiesischer Übersetzung sind dann in unserem Webshop bestellbar.

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter literaturpreise

Julieta Monginho erhält Grande Prémio Romance APE

Der mit 15.000 Euro dotierte Romanpreis des portugiesischen Schriftstellerverbandes (Grande Prémio APE/DGLAB) geht in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal an Julieta Monginho. Sie wird für ihren im letzten Jahr erschienenen Roman Volta ao mundo em vinte dias e meio  (veröffentlich bei Porto Editora) ausgezeichnet und setzte sich in der letzten Runde in einer einstimmigen Juryentscheidung unter Vorsitz von José Manuel de Vasconcelos durch. Nominiert waren außerdem: Sinopse de Amor e Guerra von Afonso Cruz, Maremoto von Djaimilia Pereira de Almeida, Embora Eu Seja Um Velho Errante von Mário Cláudio und O Regresso de Júlia Mann a Paraty von Teolinda Gersão.

Julieta Monginho wurde 1958 in Lissabon geboren und publiziert seit 1996 im wesentlichen Romane. Ihre Werke haben zahlreiche Auszeichnungen erhalten, unter anderem auch schon 2008 den Grande Prémio APE für den Roman A Terceira Mãe. International ist sie noch nicht so bekannt, Übersetzungen ins Deutsche gibt es bisher nicht.

Die Bücher von Julieta Monginho können bei uns in der Buchhandlung bestellt werden.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter literatura portuguesa, literaturpreise

Auszeichnung für José Eduardo Agualusa

Der mit 12.000 Euro dotierte O Grande Prémio de Crónica e Dispersos Literários des portugiesischen Schriftstellerverbandes (Grande Prémio APE) geht in diesem Jahr an bekannten angolanischen Autor José Eduardo Agualusa. Er wird für seinem im letzten Jahr erschienenen Band O Mais Belo Fim do Mundo ausgezeichnet, der Kurzprosa (Chroniken, Erzählungen und tagebuchähnliche Aufzeichnungen) aus den Jahren 2018-2021 enthält.

Es sind Texte, die diese seltsamen und etwas rätselhaften Zeiten der letzten Jahre widerspiegeln. Das Buch wandelt zwischen Fiktion und Essay, ohne den Grenzen zwischen den Genres allzu viel Bedeutung beizumessen.

Der Preis wird am 26. Mai in der Stadt Loulé verliehen, die auch als Sponsor für das Preisgeld fungiert. Im letzten Jahr war Lídia Jorge für den Band Em todos os sentidos prämiert worden.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter angolanische literatur, literaturpreise

Prémio Correntes d’Escritas 2022- Die Finalisten

Alljährlich im Februar findet das größte portugiesische Literaturfestival Correntes d’Escritas in der nordportugiesischen Stadt Póvoa de Varzim statt, in diesem Jahr vom 22. bis 26. Februar. Inwiefern ein „normales“ Festival möglich sein wird, das ja vom Zusammentreffen vieler Autorinnen und Autoren mit dem Publikum lebt, ist noch sehr unsicher.

Dass aber wieder der Literaturpreis Prémio Literário Casino da Póvoa  vergeben wird, steht natürlich fest. Ausgezeichnet wird in diesem Jahr ein Prosawerk, das in den letzten beiden Jahren erschienen ist. Die vierzehn Titel umfassende Shortlist wurde Ende letzter Woche bekannt gegeben und enthält folgende Titel:

A Lição do Sonâmbulo, Frederico Pedreira

A Melhor Máquina Viva, José Gardeazabal

Afastar-se, de Luísa Costa Gomes

Autobiografia, José Luís Peixoto

Chuva Miúda, Luís Landero

Hífen, Patrícia Portela

Livro de Vozes e Sombras, João de Melo

Maremoto, de Djaimilia Pereira de Almeida

Marrom e Amarelo, Paulo Scott

O gesto que fazemos para proteger a cabeça, Ana Margarida Carvalho

O Mapeador de Ausências, Mia Couto

O Osso do Meio, de Gonçalo M. Tavares

Os Doentes do Doutor García, Almudena Grandes

Quartos de Final e Outras Histórias, Cláudia Andrade.

Der Siegertitel des mit 20.000 Euro dotierten Preises wird zur Eröffnungsveranstaltung der Correntes nach einer abschließende Jurysitzung bekanntgegeben. Die Übergabe des Preises erfolgt zum Abschluss des Festivals. Im letzten Jahr wurde Maria Teresa Horta für den Gedichtband Estranhezas geehrt.

Eine ganze Reihe der nominierten Titel haben wir hier in der Buchhandlung vorrätig, und es versteht sich von selbst, dass wir alle anderen bestellen können.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter angolanische literatur, brasilianische autoren, brasilianische literatur, literatura brasileira, literatura moçambicana, literatura portuguesa, literaturpreise, livraria, livros, mosambikanische Literatur, portugiesische Autoren, portugiesische Literatur

Literaturpreise – Zusammenfassung

In den letzten Wochen sind einige Literaturpreise verliehen worden, und wir sind im Vorweihnachtstrubel hier gar nicht dazu gekommen, ausführlicher zu berichten. Daher jetzt eine kleine Zusammenfassung:

Der Prémio Oceanos wurde in diesem Jahr erstmals an einen Schriftsteller aus Osttimor verliehen. Luís Cardoso erhielt den Hauptpreis für seinen Roman O Plantador der Arbórboras (Abysmo), der sich mit der kolonialen Vergangenheit Osttimors auseinandersetzt. Auf den zweiten Platz wurde O ausente (Relicário) des brasilianischen Autors Edimilson de Almeida Pereira gewählt, der dritte Preis ging an Gonçalo M. Tavares für O osso do meio (Relógio d’água).

Der Prêmio Jabuti wird in verschiedenen Kategorien verliehen. Als bester Roman wurde O Avesso da Pele (Companhia das Letras) von Jeferson Tenório ausgezeichnet. Bester Erzählband wurde Flor de Gume (Jandaira) von Monique Malcher, bester Lyrikband Batendo Pasto (Relicário) von Maria Lúcia Alvim. Mit dem Titel „Buch des Jahres“ wurde das Kinderbuch Sagatrissuinorana von João Luiz Guimarães (Oze), eine Hommage an den Schriftsteller João Guimarães Rosa.

Damit nicht genug – Auch der Prémio Leya wurde nach einer kurzen Pause (zuletzt ging er 2018 an Itamar Vieira Junior und leitete den Erfolg von Torto Arado ein) wieder vergeben. Prämiert wurde mit jetzt 50.000 Euro (vorher 100.000 Euro) der noch nicht veröffentlichte Roman As Pessoas Invisíveis des portugiesischen Autors José Carlos Barros, der in der jüngeren portugiesischen Geschichte beginnend ab Mitte des 20. Jahrhunderts spielt.

Den mit 10.000 Euro dotierten Debütpreis Prémio Literário Revelação Agustina Bessa-Luís erhielt die Journalistin Catarina Gomes für das Buch Terrinhas, das im kommenden Jahr bei Gradiva erscheinen wird.

Es versteht sich von selbst, dass wir die schon lieferbaren Titel gern für Sie bestellen bzw. teilweise auch bei uns in der Buchhandlung auf Lager.

Kommentare deaktiviert für Literaturpreise – Zusammenfassung

Eingeordnet unter brasilianische literatur, literatura brasileira, literaturpreise

Prémio Oceanos – Die Finalisten

Heute wurden die 10 Finalisten für den Literaturpreis Prêmio Oceanos bekanntgeben. Nominiert sind:

A tensão superficial do tempo von Cristovão Tezza (Brasilien)

Fé no inferno von Santiago Nazarian (Brasilien)

Der Lyrikband Inferno von Pedro Eiras (Portugal)

Maria Altamira von Maria José Silveira (Brasilien)

O ausente von Edimilson de Almeida Pereira (Brasilien)

O avesso da pele von Jeferson Tenório (Brasilien)

O mapeador de ausências von Mia Couto (Mosambik)

O osso do meio von Gonçalo M. Tavares (Portugal)

O plantador de abóboras von Luís Cardoso (Osttimor)

Pessoas promíscuas de águas e pedras von Thais Lancman (Brasilien)

Die drei Gewinner des mit 250.000 Reais dotierten Preises werden im Dezember ausgezeichnet. Im vergangenen Jahr hatte der brasilianische Autor Itamar Vieira Junior den Preis für seinen Roman Torto Arado (veröffentlicht in Portugal bei Leya und in Brasilien bei Todavia) erhalten. Er ist in diesem Jahr neben Ana Paula Tavares, Julián Fuks, Maria Esther Maciel,Veronica Stigger António Guerreiro und Golgona Anghel Mitglied der Jury.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter brasilianische autoren, brasilianische literatur, literatura moçambicana, literatura portuguesa, literaturpreise, mosambikanische Literatur, portugiesische Autoren, portugiesische Literatur