Archiv der Kategorie: literatura portuguesa

Pessoa-Nachlass wird heute versteigert

Für Pessoaner ist heute ein wichtiger Tag, denn ein Teil des Nachlasses des berühmten portugiesischen Dichters kommt heute um 21.00 Uhr im Lissabonner Centro Cultural de Belém unter den Hammer. Die Auktion ist vor allem unter Wissenschaftlern, die sich in den letzten Jahrzehnten intensiv mit Fernando Pessoa beschäftigt haben, nicht unumstritten, denn es wird befürchtet, dass Teile der berühmten Truhe ins Ausland gelangen und für die allgemeine Forschung dann nicht mehr zur Verfügung stehen werden. In der heutigen Ausgabe des Público werden unter anderem Inês Pedrosa, die aktuelle Direktorin der Casa Fernando Pessoa und Jorge Couto, der Direktor der Biblioteca Nacional zitiert.

Die Versteigerung wird von der Firma P4 durchgeführt, alle angebotenen Objekte kann man hier einsehen und nach Registrierung auch online darauf bieten.

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Ein Elefant reist an

A viagem do elefanteGemeint ist das neue Buch von José Saramago A viagem do elefante, das in der vergangenen Woche in Portugal erschienen ist und ab Ende der Woche (15.11.) auch bei uns verfügbar sein wird.

Saramago erzählt darin die Geschichte einer Reise des indischen Elefanten Salomão von Lissabon nach Wien. Der portugiesische König D. João III schenkte Mitte des 16. Jahrhunderts seinem Cousin, Maximilian von Österreich, einen Elefanten – ein historisch belegtes Ereignis, das die Grundlage des Romans bildet.

A viagem do elefante entstand in einer Zeit, als es Saramago gesundheitlich sehr schlecht ging, über die Entstehungsgeschichte hat er unter anderem hier und hier in Interviews berichtet (beide in portugiesischer Sprache).

Der neue Saramago ist auf jeden Fall einer der Höhepunkte des literarischen Herbstes in Portugal, und wir freuen uns schon sehr auf den purpurfarbenen Elefanten, der auch eine Neuausrichtung in Cover-Design der Saramago-Titel einläutet.

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Portugiesische Klassiker als Kinderbuch

Eine interessante Kinderbuchreihe aus Portugal ist dieser Tage bei uns eingetroffen. Die Idee: Bekannte zeitgenössische portugiesische Autoren wie Francisco José Viegas, Manuel Jorge Marmelo oder Gonçalo M. Tavares erzählen Klassiker der portugiesischen Literatur für Kinder nach. Herausgekommen ist unter dem Titel Clássicos da Literatura Portuguesa contados às crianças eine schön illustrierte Reihe mit adaptierten Titel unter anderem von Eça de Queiroz, Júlio Dinis, Gil Vicente, Almeida Garrett und Camilo Castelo Branco.

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neue Taschenbuchreihe

Der neu entstandene Verlagsriese LeYa, der unter anderem die Verlag Caminho, Dom Quixote, Texto Editores und ASA umfasst, hat jetzt mit der Herausgabe einer neuen Taschenbuchreihe begonnen, in der neben Klassikern zahlreiche zeitgenössische Autoren in einer günstigen Ausgabe erscheinen werden.

Den Anfang machen unter anderem José Eduardo Agualusa, António Lobo Antunes, Mia Couto, Chico Buarque und João Aguiar. Alle Titel der Reihe gibt es wie immer in unserer Frankfurter Buchhandlung und über unsere Webshop.

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José Cardoso Pires – Histórias de amor

Der neu gegründete Verlag des ehemaligen Dom Quixote-Verlegers Nelson de Matos setzt sein ambitioniertes literarisches Programm fort und hat eben mit den Histórias de amor von José Cardoso Pires ein echte Rarität veröffentlicht.

Die Erstausgabe erschien 1952 (geschrieben vom damals 27jährigen José Cardoso Pires) in einer Auflage von 250 Exemplaren und wurde innerhalb weniger Wochen von der portugiesischen Zensur kassiert. Später wurden die Erzählungen nie wieder in ihrer ursprünglichen Fassung veröffentlicht. Jetzt sind erstmals die originalen Geschichten wieder zugänglich, die von der Zensur beanstandeten sind kenntlich gemacht und im Anhang ist der Brief des Autors an die Zensurbehörde zu lesen.

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nova cultura! in neuem Gewand

Das von Michael Kegler betreute Kulturportal nova cultura! hat sich verändert.

Es gibt ein paar Neuerungen auf der Website, einen Blog, den Felipe Tadeu und Urariano Mota regelmäßig mit sehr lesenswerten Texten füttern. Aktuell können Sie dort eine sehr ausführliche Rezension des soeben in deutscher Übersetzung erschienenen Romans Asche vom Amazonas von Milton Hatoum aus der Feder von Albert von Brunn lesen. In portugiesischer Sprache wird der Roman Só por Amor von Sofia Marrecas Ferreira vorgestellt. Wir, d.h. Michael Kegler und das restliche Redaktionsteam, zu dem die Blogredakteurin auch gehört, würden uns freuen, wenn Sie von Zeit zu Zeit auch dort vorbeischauen würden. Übrigens können Sie im Kulturkalender von nova cultura! auch über Veranstaltungen von und mit portugiesischsprachigen Autoren, Musiker, Künstler informieren.

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Gestern in Babylon hab ich dich nicht gesehen

Der Roman Ontem não te vi em Babilónia von António Lobo Antunes ist jetzt in deutscher Übersetzung von Maralde Meyer-Minnemann mit dem Titel Gestern in Babylon hab ich dich nicht gesehen im Luchterhand Verlag erschienen. Damit erweitert der Luchterhand seine umfangreiche Antunes-Werkausgabe um eine weitere Übersetzung. Alle Titel im Original und deutscher Übersetzung sind natürlich wie immer hier erhältlich.

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weiterer Preis für António Lobo Antunes

Der portugiesische Autor António Lobo Antunes wird Ende November mit dem Preis der internationalen Buchmesse Guadalajara (PREMIO FIL DE LITERATURA 2008) ausgezeichnet.

Der Preis ist mit 150.000 Dollar dotiert und wird jährlich zu Beginn der Messe an einen Autor aus dem romanischen Sprachraum verliehen. Bisherige Preisträger waren unter anderem Rubem Fonseca, Sergio Pitol, Juan Goytisolo, Juan Marsé und Nélida Piñon.

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Ricardo Adolfo: Mizé

Relativ selten geworden sind in den letzten Jahren die Übersetzungen aktueller portugiesischsprachiger Literatur ins Deutsche. José Saramago, António Lobo Antunes und Paulo Coelho werden natürlich regelmäßig übersetzt, aber junge Autoren aus Portugal und Brasilien haben es doch relativ schwer. Umso erfreulicher, dass der schon so langsam beginnende Bücherherbst einige Neuerscheinungen bereithält, die wir hier vorstellen werden, sobald sie lieferbar sind.

Gerade eingetroffen ist Mizé – Die schärfste Braut der Vorstadt (portugiesisch: Mizé), erschienen bei Bloomsbury Berlin in der Übersetzung von Barbara Mesquita. Der Verlag feiert das Buch, das in Kürze auch verfilmt werden soll, als neuen Almodóvar. Der Roman spielt in der Lissabonner Vorstadt, die attraktive Mizé hat sich mit Palha eingelassen und nimmt sogar dessen Heiratsantrag an. Doch Mizé wird es bald zu eng in der kleinen Welt der Vorstadt, sie sehnt sich nach ein bißchen Glamour. Eines Abends schaut sich Palha mit ein paar Kumpels ein Sexfilmchen an und plötzlich flimmert Mizé über den Bildschirm.

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Blogschau

Die morgendliche Bloglektüre führte heute zum – wie immer interessanten – und in diesem Fall auch appetitanregenden Beitrag von portugalmania über portugiesische Schokoladenläden. Hingewiesen wurde dort unter anderem auf den Chocolatier Claudio Corallo der im Lissabonner Bairro Alto Plantagenschokolade und Kakao aus São Tomé e Príncipe anbietet.

Der passende Roman zum Schokoladengenuss wäre wahrscheinlich Equador von Miguel Sousa Tavares, einer der erfolgreichsten Romane der letzten Jahre, der vor ein paar Jahren mit dem Titel Am Äquator ins Deutsche übersetzt wurde und nun auch in einer Taschenbuchausgabe vorliegt. In diesem historischen Roman geht es um einen Lissabonner Müßiggänger, der nach São Tomé – damals eine portugiesische Kolonie – versetzt wird, um dort den Vorwurf der Engländer zu entkräften, die Portugiesen würden auf ihren Kakaoplantagen Sklavenarbeit dulden.

Zum Tourismus in São Tomé e Príncipe wurde im April auch ein interessanter Artikel in der Zeit veröffentlicht.

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