Archiv der Kategorie: brasilianische literatur

Prêmio Jabuti geht an Moacyr Scliar

Der brasilianischer Autor Moacyr Scliar erhält in diesem Jahr den renommiertesten Literaturpreis Brasilien in der Kategorie Roman für seinen im letzten Jahr erschienenen Roman Manual da paixão solitária. Den zweiten Platz belegt Milton Hatoum für seinen bereits ins Deutsche übersetzten Roman Orfãos do Eldorado (Die Waisen des Eldorado), Platz drei geht an den jungen Daniel Galera für sein Buch Cordilheira. Der Preis ist mit 30.000 Reais dotiert und wird am 4. November von der Câmara Brasileira do Livro verliehen.

Moacyr Scliar wurde 1937 in Porto Alegre (Südbrasilien) als Sohn jüdisch-russischer Immigranten geboren. Er studierte Medizin und hat bis zu seinem Ruhestand lange Jahre als Arzt gearbeitet. Sein umfangreiches Werk beinhaltet mehr als 50 Titel, sowohl Romane, Essays als auch Kinder- und Jugendbücher. Ins Deutsche wurde u.a. sein wunderbar ironischer Roman O exército de um homem só (Die Ein-Mann-Armee) übersetzt.

Der Prêmio Jabuti wird noch in vielen weiteren Kategorien verliehen (u.a. Lyrik, Sachbuch, Kinder- und Jugendbuch, beste Übersetzung usw.) Alle Preisträger können hier eingesehen werden.


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Flieh. Und nimm die Dame mit.

Marçal Aquino: Flieh. Und nimm die Dame mit.

In der Edition Büchergilde ist jetzt die deutsche Übersetzung  von  Marçal Aquinos Eu Receberia As Piores Notícias Dos Seus Lindos Lábios erschienen. Der deutsche Titel lautet Flieh. Und nimm die Dame mit. (übersetzt von Kurt Scharf) und wurde in der von Ilija Trojanow herausgegebenen Reihe Weltlese – Lesereisen ins Unbekannte veröffentlicht.

Erzählt die Liebesgeschichte zwischen dem Fotografen Cauby und der jungen, mysteriösen Lavínia. Eine Recherche über Prostituierte führt den Journalisten in eine düstere Goldgräberstadt im Norden Brasiliens, wo er Zeuge der zunehmenden Spannungen zwischen Arbeitern und der Bergwerksgesellschaft wird.

Original und Übersetzung sind wir immer bei uns in der Buchhandlung erhältlich.

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Prémio Portugal Telecom – Finalisten

Zehn Romane portugiesischsprachiger Autoren stehen im Finale des Prémio PT Brasil. Der mit insgesamt 150 000 Reais dotierte Preis wird jährlich an den besten portugiesischsprachigen Roman verliehen. Voraussetzung ist die Veröffentlichung in Brasilien jeweils im Vorjahreszeitraum. Auf der Shortlist stehen in diesem Jahr:

A arte de produzir efeito sem causa von Lourenço Mutarelli (Brasilien)
A eternidade e o desejo von Inês Pedrosa (Portugal)
Acenos e afagos von João Gilberto Noll (Brasilien)
Aprender a rezar na era da técnica von Gonçalo M. Tavares (Portugal)
Cemitério de pianos de José Luís Peixoto (Portugal)
Cinemateca Eucanaã Ferraz (Brasilien)
Heranças de Silviano Santiago (Brasilien)
Ó de Nuno Ramos (Brasilien)
O livro dos nomes de Maria Esther Maciel (Brasilien)
Ontem não te vi em Babilônia de António Lobo Antunes (Portugal)

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Ammann Verlag hört 2010 auf

Das Frühjahrsprogramm 2010 wird das letzte sein, das im Züricher Ammann-Verlag erscheint. Diese traurige Nachricht gab das Verlegerehepaar – Egon Ammann und Marie Luis Flammersfeld – heute in einer Pressemitteilung bekannt. Als Gründe nennen die Verleger neben dem fortgeschrittenen Alter vor allem die zunehmend schwierigere Marktsituation für ein anspruchsvolles literarisches Programm. In der heutigen Online-Ausgabe der FAZ findet sich ein ausführliches Interview mit Egon Ammann, in dem er seinen Entschluss begründet.

Fernando Pessoa: António Mora. Die Rückkehr der GötterNeben sehr erfolgreichen zeitgenössischen deutschsprachigen Autoren, wie Thomas Hürlimann oder Ulrich Peltzer, hat der Ammann Verlag auch immer wieder herausragende „Klassiker“ in hervorragend übersetzten Werkausgaben für die deutschsprachigen Leser zugänglich gemacht – Dostojewskij, Mandelstam und natürlich, für die lusophone Welt besonders hervorzuheben, Fernando Pessoa sind durch Ammann bekannt geworden. Man kann nur hoffen, dass gerade diese herausragenden Backlistautoren in anderen Verlagen weitergepflegt werden, und das soll nicht nur heißen, dass die Bücher weiterhin lieferbar sein sollen, sondern auch dass sich Verlage finden, die diese ambitionierten Projekte fortführen.

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In São Paulo geht die Sonne unter

Bernardo Carvalho: In São Paulo geht die Sonne unterDer Luchterhand Verlag setzt die Veröffentlichung der Romane des brasilianischen Autors Bernardo Carvalho fort. In São Paulo geht die Sonne unter heißt der eben in deutscher Übersetzung von Karin von Schweder-Schreiner erschienene Roman (Original: O sol se põe em São Paulo). Er handelt von der alten Japanerin Setsuko, die in São Paulo ein Restaurant betreibt, und eines Abend einem Gast, eine Geschichte zu erzählen beginnt, die nicht in Vergessenheit geraten soll. Doch bevor sie ans Ende ihrer Erzählung gelangt, ist sie plötzlich verschwunden, und der Gast, ein arbeitsloser Werbetexter, reist nach Japan, um die ganze Wahrheit herauszufinden.

Nach Mongólia und Neun Nächte ist dies bereits der dritte Roman von Bernardo Carvalho, der bei Luchterhand in deutscher Übersetzung erscheint.

Originalausgabe und die Übersetzungen gibt es natürlich wie immer bei uns in der Buchhandlung.

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Neue Hörbücher aus Brasilien

Paulo Coelho: O vencedor está sóEben eingetroffen und ab sofort in unserer Frankfurter Buchhandlung und natürlich auch über unseren Onlineshop verfügbar, sind eine ganze Reihe aktueller Hörbuchtitel aus Brasilien. Waren es bisher vor allem Klassiker, die in Brasilien und Portugal als Hörbuch veröffentlicht wurden, sind dieses Mal ganz aktuelle Titel wie Paulo Coelhos letzter Roman O vencedor está só, Luis Fernando Verissimos Crônicas über Männer und Frauen As mentiras que os homens contam und John Grogans Hundegeschichten Marley & Eu.Marley&Eu (Hörbuch)

Alle CDs sind im MP3-Format aufgenommen und können problemlos auf einen MP3-Player überspielt werden. Ansonsten laufen sie auf CD- oder DVD-Playern, die das MP3-Format unterstützen. Vorteil dieser Technik ist eine Aufnahmedauer von vielen Stunden. Die Sprecher sind in den meisten Fällen renommierte brasilianische Schauspieler, manchmal auch die Autoren selbst.

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Zensur – João Ubaldo Ribeiro

Ribeiro: A casa dos budas ditososDie französische Supermarktkette Auchan, die in Portugal große Supermärkte wie Jumbo und Pão de Açucar betreibt, hat die vor kurzem in Portugal erschienene Neuausgabe des Romans A Casa dos Budas Ditosos (Verlag Nelson de Matos) vom Camões-Preisträger João Ubaldo Ribeiro aus ihrem Sortiment genommen und damit zensiert. Als Grund gab der Verantwortliche der Gruppe die angeblich pornographische Sprache des Romans an. Vom Verkaufsverbot betroffen ist auch der preisgekrönte Roman Viva o Povo Brasileiro.

A Casa dos Budas Ditosos erschien erstmals vor ca. 10 Jahren als Auftragswerk in der Reihe „Plenos Pecados“, die die 7 Todsünden zum Inhalt hat und an der sich seinerzeit verschiedene der bekanntesten brasilianischen Schriftsteller beteiligt haben. João Ubaldo Ribeiros Roman hat die Todsünde der Wollust zum Thema und erzählt aus der Perspektive einer alten Frau deren Leben und ihre erotischen Erfahrungen.

Bereits bei Erscheinen vor 10 Jahren hatte es in Portugal bei der besagten Supermarktkette ein Verkaufsverbot gegeben, das schon damals eine Welle der Kritik hervorgerufen hat.

João Ubaldo Ribeiro ist einer der bekanntesten zeitgenössischen Autoren Brasiliens. Im letzten Jahr wurde ihm mit dem Prémio Camões der bedeutendste Literaturpreis der portugiesischsprachigen Welt zuerkannt. Einige seiner Romane sind auch ins Deutsche übersetzt worden. Zu den lieferbaren Titel geht es hier.

Inzwischen gibt es auch eine Stellungnahme von João Ubaldo Ribeiro, die man im Blog von Nelson de Matos nachhören kann.

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VERSschmuggel – Contrabando de VERSOS

VERSschmuggel - Contrabando de VERSOS 2008 organisierte die Literaturwerkstatt Berlin (wie jedes Jahr ein Poesiefestival), in dessen Mittelpunkt diesmal die portugiesischsprachigen Literaturen standen. Wir haben letzten Sommer hier im Blog ausführlich darüber berichtet. Eine Vielzahl von Autoren aus fast allen Ländern des portugiesischen Sprachraums (Portugal, Brasilien, Angola, Moçambique, Guiné-Bissau, Cabo Verde, São Tomé e Príncipe) wurden eingeladen.

Jetzt ist herausgegeben von Thomas Wohlfahrt und Aurélie Maurin und mit dem schönen Titel VERSschmuggel – Contrabando de VERSOS eine zweisprachige, portugiesisch-deutsche Lyrikanthologie mit 2 Audio-CDs erschienen. Das Buch ist das spannende Ergebnis der Übersetzungswerkstatt, die während des Festivals stattfand. Vertreten sind die folgenden Autoren Ana Luísa Amaral, Paulo Henriques Britto, Ricardo Domeneck, Ulrike Draesner, Daniel Falb, Angélica Freitas, Norbert Hummelt, Barbara Köhler, Nicolai Kobus, Marco Lucchesi, Luís Carlos Patraquim, Richard Pietraß, Hans Raimund, Arne Rautenberg, Monika Rinck, Sabine Scho, Pedro Sena-Lino, Ana Paula Tavares, Tony Tcheka und Paulo Teixeira.

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Brasilianische Autoren in deutscher Übersetzung

Die Waisen des EldoradoÜbersetzungen aus portugiesischsprachigen Ländern sind auf dem deutschen Buchmarkt nach wie vor eher rar gesäet. Umso erfreulicher, dass in diesem Frühjahr gleich mehrere brasilianische Autoren in deutsche Verlagsprogramme geschafft haben.

Bereits im letzten Jahr hatte der Suhrkamp Verlag Asche vom Amazonas, Milton Hatoums Roman Cinzas do Norte in der Übersetzung von Karin von Schweder-Schreiner veröffentlicht, jetzt zieht der Berlin Verlag mit Die Waisen des Eldorado (Órfãos do Eldorado), ebenfalls von Karin von Schweder-Schreiner übersetzt, nach.

Machado de Assis: Tagebuch des AbschiedsIn Katharina Wagenbachs Friedenauer Presse ist mit Machado Assis‘ Tagebuch des Abschieds (Memorial de Aires) in der Übersetzung von Berthold Zilly ein Klassiker der brasilianischen Literatur und gleichzeitig Machado de Assis‘ letzter Roman (1908, kurz vor seinem Tod, publiziert) erschienen.

Der erfolgreiche Roman A casa das sete mulheres von Letícia Wierzchowski wurde eben bei Limes mit dem Titel Das Haus der sieben Frauen veröffentlicht. Das Buch wurde aus dem Spanischen von Stephanie Karg übersetzt, und aus welchem Grund auch immer, hat man den Namen der Autoren auf Letícia Wierz gekürzt.

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João Ubaldo Ribeiro – Neuedition

A Casa dos Budas DitososDas Werk von João Ubaldo Ribeiro, eines der bekanntesten brasilianischen Autoren, erscheint seit kurzem in einer neuen Ausgabe mit einheitlichem Design im Verlag von Nelson de Matos. Bisher veröffentlicht wurden der wohl bekannteste Roman Viva o Povo Brasileiro, A Casa dos Budas Ditosos und Miséria e Grandeza do Amor de Benedita.

In allen Werken ist die originale brasilianisch-portugiesische Orthographie beibehalten worden, leider oft keine Selbstverständlichkeit.Viva o povo brasileiro

João Ubaldo Ribeiro wurde im vergangenen Jahr mit dem Prémio Camões, dem bekanntesten Literaturpreis der portugiesischsprachigen Welt, ausgezeichnet. Einige seiner bekanntesten Romane liegen auch in deutscher Übersetzung vor. Original und Übersetzung gibt es wie immer bei uns in der Buchhandlung.Miséria e grandeza do amor de Benedita

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