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João Tordo: Ensina-me a voar sobre os telhados

Japan scheint eine ganze besondere Faszination auf portugiesischsprachige Autoren auszuüben, in den letzten Jahren spielte das ostasiatische Land unter anderem eine tragende Rolle in Romanen von  João Paulo Cuenca, Bernardo Carvalho, Adriana Lisboa und zuletzt auch valter hugo mãe.

Das mag zum einen mit den historischen Verbindungen zwischen Portugal und Japan und der starken Präsenz einer japanischstämmigen Bevölkerung in Brasilien zu tun haben, aber vermutlich auch mit der Faszination für eine weitestgehende fremde Kultur an sich.

Der portugiesische Autor João Tordo, von dem in deutscher Übersetzung von Barbara Mesquita schon die Romane Stockmans Melodie (O ano sabático ) und zuletzt Die zufällige Biographie einer Liebe (Biografia involuntária dos amantes) erschienen sind, stellt nun ebenfalls die Geschichte einer japanischen Familie in den Mittelpunkt seines neuesten Romans Ensina-me a voar sobre os telhados.

João Tordo – 2016 bei TFM, copyright TFM

Im portugiesischen Liceu Camões begeht ein Lehrer Selbstmord. Der Erzähler, ein Angestellter der Schule und trockener Alkoholiker, gründet daraufhin einen wöchentlichen Gesprächkreis, um den Kollegen über den Schock hinwegzuhelfen. Eines Abends erscheint ein Fremder in dieser Runde, er ist Japaner, trägt den Namen Tsukuda und bildet die Brücke zur anderen Geschichte des Romans, die sich mit dem tragischen Schicksal der Tsukudas im Japan des 20. Jahrhunderts, und hier besonders den komplizierten Vater-Sohn-Beziehungen beschäftigt.

Wie sich die  Familiengeschichte des Erzählers  und die von Tsukuda miteinander verweben, soll hier noch nicht verraten werden. Tordo gelingt es jedoch wie so oft, eine spannende, oft auch melancholische Geschichte zu erzählen, bei der man trotz des Umfangs von fast 500 Seiten gerne bis zum Ende dabei bleibt.

Das neue Buch von João Tordo und auch andere Titel im Original und deutscher Übersetzung gibt es bei uns in der Buchhandlung oder online in unserem Webshop.

João Tordo: Ensina-me a voar sobre os telhados., Companhia das Letras, 2018

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João Paulo Cuenca liest in Frankfurt

Der junge brasilianische Autor João Paulo Cuenca kommt nach Frankfurt und stellt am kommenden Montag, dem 28.März um 19.30 Uhr seinen neuesten Roman O único final feliz para uma história de amor é um acidente vor.
Veranstaltungsort:Brasilianisches Generalkonsulat, Hansaallee 32 a+b (Eingang Vogtstraße) , 60322 Frankfurt am Main.

Michael Kegler moderiert und übersetzt, die Lesung ist zweisprachig portugiesisch-deutsch, der Eintritt frei.

Eine Veranstaltung des Brasilianischen Kulturzentrum Frankfurt e.V. (CCBF) und des Brasilianischen Generalkonsulats Frankfurt in Zusammenarbeit mit der Literarischen Agentur Mertin, litprom – der Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika und TFM – Centro do Livro, Frankfurt.

O único final feliz para uma história de amor é um acidente ist eine rasante, tragische Comic-Geschichte in einem Science-Fiction-Ambiente eines fiktiven Tokio. Shunsuke Okuda, junger Angestellter einer untergehenden international tätigen Firma, verliebt sich Hals über Kopf in Iulana, eine in Tokio gestrandete Animierdame. Shunsukes Vater, der omnipräsente Herr Okuda, überwacht alle Schritte der Protagonisten dieses Buches, besessen von einem teuflisch-perversen Kontrollwahn. Und tatsächlich endet diese in grellen Bildern beschriebene Liebesgeschichte nicht nur mit einem Unfall, sondern auch einer Entführung, Mord und Totschlag und einem Schwindel erregenden Wirbel aus Eifersucht und Verrat.

João Paulo Cuenca, Copyright: Jorge Bispo

João Paulo Cuenca wurde 1978 in Rio de Janeiro geboren und veröffentlichte 2003 sein erstes Buch Corpo Presente. 2007 erschien sein zweiter, sehr erfolgreicher Roman O Dia Mastroianni. Das Hay Festival wählte ihn 2007 unter die 39 wichtigsten Autoren Lateinamerikas unter 39 Jahren. 2008 wurde O Dia Mastroianni ins Italienische übersetzt und erschien 2009 in einer portugiesischen Ausgabe. Sein jüngster Roman O único final feliz para uma estória de amor é um acidente (Dt.: Das einzig glückliche Ende einer Liebesgeschichte ist ein Unfall) erschien ebenfalls fast zeitgleich in Brasilien und Portugal.

Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit arbeitet João Paulo Cuenca als Journalist und Kolumnist für verschiedene brasilianische Medien, unter anderem für das Magazin der Tageszeitung O Globo.

weitere Termine der Lesereise:

31.03., 20.00 Uhr München

Eine Veranstaltung von Lusofonia e.V.
Unopiú Espressobar
Lindwurmstraße 79
80337 München

Einführung: Luísa Costa Hölzl.
Moderation und Lesung der deutschen Übersetzung: Wanda Jakob

06.04., 19.00 Uhr Berlin

Botschaft von Brasilien, Wallstr. 57

Moderation und Übersetzung: Michael Kegler

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In São Paulo geht die Sonne unter

Bernardo Carvalho: In São Paulo geht die Sonne unterDer Luchterhand Verlag setzt die Veröffentlichung der Romane des brasilianischen Autors Bernardo Carvalho fort. In São Paulo geht die Sonne unter heißt der eben in deutscher Übersetzung von Karin von Schweder-Schreiner erschienene Roman (Original: O sol se põe em São Paulo). Er handelt von der alten Japanerin Setsuko, die in São Paulo ein Restaurant betreibt, und eines Abend einem Gast, eine Geschichte zu erzählen beginnt, die nicht in Vergessenheit geraten soll. Doch bevor sie ans Ende ihrer Erzählung gelangt, ist sie plötzlich verschwunden, und der Gast, ein arbeitsloser Werbetexter, reist nach Japan, um die ganze Wahrheit herauszufinden.

Nach Mongólia und Neun Nächte ist dies bereits der dritte Roman von Bernardo Carvalho, der bei Luchterhand in deutscher Übersetzung erscheint.

Originalausgabe und die Übersetzungen gibt es natürlich wie immer bei uns in der Buchhandlung.

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