Das portugiesische Kulturinstitut Instituto Camões hat eine neue Direktorin. Ana Paula Laborinho, bisher Professorin am Zentrum für Komparatistik an der Universidade de Lisboa, trat am vergangenen Montag ihr neues Amt an. Sie forschte bisher vor allem zu den Themen Literatur und Entdeckungen, Reiseliteratur des 15. bis 17. Jahrhunderts, Kolonialliteratur sowie postkoloniale Studien. Insgesamt 11 Jahre lebte sie in Macau und leitete dort das Instituto Português do Oriente. Im Instituto Camões tritt sie die Nachfolge von Simonetta Luz Afonso an.
Birdwatchers im Mal Seh’n Kino Frankfurt
Das Frankfurter Programmkino Mal Seh’n zeigt ab morgen Abend den Film Birdwatchers des italienischen Regisseurs Marco Bechis.
Der Film hat bei seinem Start im Sommer vergangenen Jahres durchweg hervorragende Kritiken bekommen und erzählt die Geschichte des Aufeinandertreffens einer Gruppe von Reisenden im brasilianischen Regenwald, die sich zum Vögelbeobachten auf dem Flussboot durch die Natur führen lässt und einer Gruppe von Guarani-Kaiowa Indianern. Die mit Pfeil und Bogen bewaffneten Urwaldbewohnenden machen den Gästen Eindruck; das Bild fürs Fotoalbum haben sie auf sicher. Ausgehend von diesem Moment einer typischen Begegnung auf Distanz nähert sich Marco Bechis sanft der Realität im Mato Grosso do Sul, dem einst gigantischen Urwaldgebiet in Brasilien. Er lässt uns eintauchen in die einzigartige Atmosphäre des Regenwalds und erzählt von einer Gruppe Guarani-Kaiowá-Indigener, die ein Stück Ackerland besetzen, das einst von ihnen bewohnt worden war.
Birdwatchers läuft im Mal Seh’n Kino (Adlerflychtstr.6, 60318 Frankfurt)vom 7.1.-12.1. um 21.45 Uhr. Wer nicht die Gelegenheit hat, den Film im Kino zu sehen, kann Birdwatchers bei uns auf DVD erwerben.
Prémio Literário Casino Póvoa – Finalisten stehen fest
Und schon ist das neue Jahr wieder 5 Tage alt – alles Gute hierfür noch – und das bekannte Literaturfestival in Póvoa de Varzim wirft bereits seine Schatten voraus. Die Jury (Carlos Vaz Marques, Dulce Maria Cardoso, Fernando J. B. Martinho, Patrícia Reis, Vergílio Alberto Vieira) des alljährlich verliehenen Prémio Literário Casino Póvoa hat heute die 10 Finalisten für den Preis bekanntgegeben, der in diesem Jahr an ein Prosawerk vergeben wird. Der Preisträger wird am 22. Februar benannt.
Nominiert sind:
Rakushisha von Adriana Lisboa
O Cónego von A.M. Pires Cabral
O Verão Selvagem dos Teus Olhos von Ana Teresa Pereira
Três Lindas Cubanas von Gonzalo Celorio
A Eternidade e o Desejo von Inês Pedrosa
O Mundo – o mundo é a rua da tua infância von Juan José Millás;
Myra von Maria Velho da Costa
A Sala Magenta von Mário de Carvalho
A Mão Esquerda de Deus von Pedro Almeida Vieira und
O Apocalipse dos Trabalhadores von valter hugo mãe
Weihnachtspause
In den nächsten Tagen wird es hier wieder etwas ruhiger. Wir machen eine Weihnachtspause, die Buchhandlung bleibt vom 22.Dezember bis zum 3. Januar geschlossen. Allen Bloglesern und Kunden ein besinnliches und erholsames Weihnachtsfest, hoffentlich mit Zeit für ein gutes Buch – Tipps gab es ja an dieser Stelle von Zeit zu Zeit – und alles Gute für 2010.
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Lissabon entdecken mit Fernando Pessoa
Fernando Pessoa hat 1925 eine Art Reiseführer über Lissabon in englischer Sprache veröffentlicht („Mysteries of Lisbon or What the tourist should see“). Dieses Buch, das übrigens auch seit vielen Jahren in deutscher Übersetzung von Karin von Schweder-Schreiner vorliegt und bei TFM erschienen ist, hat der bekannte portugiesische Regisseur José Fonseca e Costa zum „Drehbuch“ seines Films „Os Mistérios de Lisboa, What the tourist should see, A Lisbon Guide by Fernando Pessoa“ gemacht.
Der knapp 70minütige Film mit Musik von Joly Braga Santos und Tonspuren in englisch, portugiesisch, spanisch, französisch und deutsch ist ab sofort bei uns erhältlich, Pessoas Reiseführer in Textform natürlich auch.
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Prémio Agustina Bessa-Luís Revelação
Die 29jährige portugiesische Autorin Raquel Ochoa ist die erste Preisträgerin des neu vergebenen Prémio Agustina Bessa-Luís Revelação, wie die Jury unter Vorsitz des portugiesischen Autors und Politikers Vasco Graça Moura heute bekannt gab. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert – das Preisgeld kommt von Estoril Sol – und wird an ein noch unveröffentlichtes Werk eines jungen portugiesischen Autors (Altersgrenze 35 Jahre) verliehen. Die Veröffentlichung des Buches ist Bestandteil des Preises. Raquel Ochoa wird für ihren Roman Casa-Comboio ausgezeichnet, der die Geschichte einer indo-portugiesischen Familien über mehrere Generationen hinweg erzählt.
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Bewegung im portugiesischen Verlagsmarkt
Der Konzentrationsprozess in der portugiesischen Verlagslandschaft hält weiter an. Nachdem vor kurzem die Verlage Verbo und Ulisseia von Paulo Teixeira Pinto gekauft wurden, der bereits im Besitz von Guimarães und Ática ist und diese vier Verlage nun unter der neuen Dachmarke Babel weiterführen möchte, wurde jetzt bekannt, dass Bertelsmann über den Verkauf der portugiesischen DirectGroup nachdenkt. Dazu gehören unter andem die Verlage Bertrand, Quetzal und Pergaminho, der portugiesische Buchclub Círculo de Leitores und die 54 Läden umfassende Buchhandelskette Bertrand. Ein Käufer wurde bisher offensichtlich noch nicht gefunden.
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nova cultura! sucht Bücher des Jahres
Zum Jahresende sucht das Literaturportal nova cultura! mit dem wir eng zusammenarbeiten Ihre Bücher des Jahres.
Welches Buch aus dem lusophonen Sprachraum (im Original oder in deutscher Übersetzung) hat Sie 2009 besonders beeindruckt? Schreiben Sie eine kurze Rezension und senden Sie diese an novacultura (at) gmx.de
Die ersten deutschsprachigen Einsendungen belohnt nova cultura! mit (wie soll es anders sein?) einem Buchgeschenk aus eigener Produktion. Zu gewinnen sind je ein Mal: José Eduardo Agualusa: Das Lachen des Geckos (übersetzt von Michael Kegler, A1 Verlag), Gonçalo M. Tavares: Wasser, Hund, Pferd, Kopf (übersetzt von Michael Kegler, Verlag Der Apfel) und Michael Kegler (Hrsg.): hotel ver mar (zweisprachige Ausgabe mit zeitgenössischer lusophoner Lyrik, erschienen bei TFM).
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Albert von Brunn über „Caim“
Unser Autor Albert von Brunn, von dem zuletzt das Buch Milton Hatoum. Zwischen Orient und Amazonas erschienen ist, hat José Saramagos neuen Roman Caim gelesen, seine ausführliche Rezension mit dem Titel „Der ausgestoßene Rebell. José Saramagos Kain“ finden Sie bei nova cultura!
Weihnachtslektüre
Der 1.Advent liegt nun schon wieder hinter uns, und bis Weihnachten sind es nur noch gut 3 Wochen. Zeit also für ein paar Lektüretipps zum Thema Weihnachten:
Der portugiesische Autor Vasco Graça Moura hat eine schöne Anthologie portugiesischer Erzählungen herausgegeben, die den Titel Gloria in Excelsis – As Mais Belas Histórias Portuguesas de Natal trägt und Weihnachtsgeschichten von über dreißig bekannten portugiesischsprachigen Schriftstellern enthält. Vertreten sind beispielsweise Eça de Queirós, Jorge de Sena, José Saramago, Miguel Torga, José Eduardo Agualusa und Sophia de Mello Breyner Andresen.
Sophia de Mello Breyner Andresen ist neben ihrem herausragenden lyrischen Werk auch für ihre Kinderbücher bekannt, die schon seit vielen Jahren zur (Pflicht)lektüre gehören. In
O Cavaleiro da Dinamarca erzählt sie die Geschichte eines dänischen Ritters, der sich im Zeitalter der Renaissance auf eine lange Reise begibt, aber verspricht am Weihnachtsabend wieder zurück im Kreis der Familie zu sein.
Einen eher faulen Weihnachtsmann beschreibt Ana Saldanha in ihrem amüsanten, von Alain Corbel illustrierten Kinderbuch, O Pai Natal e a Rena Rodolfa. Das am Ende doch noch alle rechtzeitig ihre Geschenke erhalten, ist nicht zuletzt dem Rentier Rodolfa zu verdanken.





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