Der portugiesische Schriftsteller Afonso Cruz hat neben 11 anderen europäischen Schriftstellern den Literaturpreis der Europäischen Union erhalten. Prämiert wurde sein 2010 erschienener Roman A boneca de Kokoschka.Neben einem Preisgeld von 5000 Euro erhalten die Autoren vorrangige Unterstützung aus dem EU-Kulturprogramm bei der Übersetzung ihrer Werke. Die Ehrung der Preisträger findet am 22. November in Brüssel statt.
Archiv der Kategorie: portugiesische Literatur
Afonso Cruz erhält Literaturpreis der EU
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Neu im Taschenbuch – Herbst 2012
Seit einigen Jahren gibt die portugiesische Verlagsgruppe LeYa die erfolgreiche Taschenbuchreihe BIS heraus, in der in diesem Herbst wieder einige interessante Neuerscheinungen veröffentlicht wurden.
Passend zum 100.Geburtstag Jorge Amados wurde sein Roman Jubiabá als Taschenbuch wieder aufgelegt, parallel dazu ist auch Gabriela, cravo e canela in einer neuen, allerdings etwas teureren Ausgabe neu erschienen.
Ebenfalls jetzt im Taschenbuch erhältlich José Saramagos Roman O Ano da morte de Ricardo Reis, in dem er eins der Heteronyme von Fernando Pessoa zu literarischem Leben erweckt.
Chico Buarques vergriffener Roman Estorvo ist wieder lieferbar, außerdem nach Afirma Pereira im Frühjahr, ein weiterer Band von Antonio Tabucchi – Está a Fazer-se Cada Vez Mais Tarde.
Alle Titel der Reihe (soweit nicht beim Verlag vergriffen) sind bei uns in der Buchhandlung vorhanden oder bestellbar, zur Titelliste bitte hier entlang.
João Paulo Cuenca und Pedro Rosa Mendes in Berlin
Die kleine Sommerpause hier im Blog ist zu Ende und wird abgelöst von einem ereignisreichen Herbst mit zahlreichen Veranstaltungen nicht nur bei uns in Frankfurt, sondern auch in einigen anderen Städten.
Den Anfang machen der brasilianische Autor João Paulo Cuenca und der portugiesische Schriftsteller und Journalist Pedro Rosa Mendes, die beide am Internationalen Literaturfestival in Berlin teilnehmen, das in dieser Woche begonnen hat und noch bis zum 16. September dauert.
João Paulo Cuenca stellt am 15.9. seinen eben in deutscher Übersetzung von Michael Kegler erschienenen Roman Das einzig glückliche Ende einer Liebesgeschichte ist ein Unfall (O único final feliz de uma história de amor é um acidente) vor – zum Roman wird demnächst noch mehr hier im Blog zu lesen sein. Michael Kegler moderiert.
15.09.2012 13:00 Uhr
Literaturen der Welt
Haus der Berliner Festspiele
Seitenbühne
ebenfalls am 15.9. um 10.00 Uhr nimmt er an einem Podium mit Raj Kamal Jha, Laura Restrepo, Adania Shibli,
und Ma Thida zum Thema „Europa, Blicke von außen“ teil.
In einem von Wolfgang Büscher moderierten Podium spricht Pedro Rosa Mendes mit Patrick de Saint-Exupéry über die Kunst der literarischen Reportage, die er wie kaum ein zweiter portugiesischer Journalist beherrscht.
Weiter geht es am 15.9. um 14.00 Uhr zum Thema „Über die Vernichtung des Menschen“. Mendes und der Fotograf Wolf Böwig zeigen in Schwarz.Licht die Bedrohung menschlichen Lebens in den Krisenregionen dieser Welt bis zur Grenze des Vorstellbaren und darüber hinaus.
15.09.2012 12:00 Uhr
Reflections
Haus der Berliner Festspiele
Oberes Foyer
Autoren: Pedro Rosa Mendes,Patrick de Saint-Exupéry
Moderation Wolfgang Büscher
15.09., 14.00 Uhr Haus der Berliner Festspiele
Seitenbühne
Pedro Rosa Mendes im Gespräch mit Michael Kegler
Rentes de Carvalho erhält Grande Prémio APE
Der portugiesische Schriftsteller José Rentes de Carvalho wird erhält den Großen Preis des Portugiesischen Schriftstellerverbands im Bereich „Biographische Literatur“ (Grande Prémio de Literatura Biográfica) für sein 2010 erschienenes (Tage)Buch Tempo Contado, das die Jahre 1995 und 1996 umfasst.
Rentes de Carvalho wurde 1930 im nordportugiesischen Vila Nova de Gaia geboren, Mitte der 1950er Jahre verließ er Portugal aus politischen Gründen, nach einer Zwischenstation in Brasilien, lebt er seit vielen Jahrzehnten in Amsterdam. Seine Romane, unter anderem A Amante Holandesa und O Rebate haben sowohl bei der Literaturkritik als auch beim Publikum (in Portugal und auch in den Niederlanden) Anerkennung gefunden.
Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert und wurde von der Jury aus insgesamt fünfzig eingereichten Werken ausgewählt.
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Neu im Taschenbuch
Seit einigen Jahren gibt die portugiesische Verlagsgruppe LeYa die erfolgreiche Taschenbuchreihe BIS heraus, in der in diesem Frühjahr einige interessante Neuerscheinungen veröffentlicht wurden.
Hervorzuheben ist besonders die Wiederveröffentlichung des lange vergriffenen Portugal-Romans Afirma Pereira (verfilmt mit Marcello Mastroianni in der Hauptrolle) des kürzlich verstorbenen italienischen Autors Antonio Tabucchi.
Gabriel Garcia Marquez‘ Bestseller O Amor nos tempos de cólera gibt es nun ebenfalls in einer preiswerten Taschenbuchausgabe wie die Krimitrilogie von Stieg Larsson.
Erstmals im Taschenbuch erschienen ist Haruki Murakamis Sputnik, meu amor und Siddharta von Hermann Hesse.
Alle Titel der Reihe sind bei uns in der Buchhandlung vorhanden oder bestellbar, zur Titelliste bitte hier entlang.
Gonçalo M. Tavares: Die Versehrten
Zur Buchmesse 2007 war Gonçalo M. Tavares zum ersten Mal in unserer Buchhandlung zu Gast und stellte einen Roman aus seiner sogenannten schwarzen Reihe vor. Ein besonderer, junger portugiesischer Autor, der mit damals Mitte 30 schon eine Dutzend Bücher in der Schublade hatte und eine genaue Vorstellung, welches Buch bei welchem Verlag erscheinen sollte. In Portugal waren damals einige Titel über die Bewohner des Bairro (Senhor Valéry, Senhor Henri, Senhor Brecht – und einige mehr sind inzwischen dazugekommen) erschienen, von der Kritik gefeiert wurde er aber vor allem für seine
Reihe O Reino (livros pretos), deren Titel in Portugal alle mit einem komplett schwarzen Cover erschienen und inzwischen in zahlreichen anderen Ländern übersetzt wurden . Nach weiteren 5 Jahren erscheint nun endlich der erste Roman dieser Serie in einer deutscher Ausgabe. Marianne Gareis hat den Roman Jerusalém übersetzt, veröffentlicht wurde er vor wenigen Tagen in der Deutschen Verlagsanstalt unter dem Titel Die Versehrten.
Es ist ein ungewöhnliches, düsteres, nachdenkliches Buch, in dessen Zentrum die Auseinandersetzung mit Vernunft und Wahnsinn steht. Auffällig sind – wie übrigens in der gesamten schwarzen Reihe – die deutsch klingenden Namen der Protagonisten, hier heißen sie unter anderem Ernst Spengler, Hinnerk Obst oder Theodor Busbeck.
Eine Leseprobe hat der Verlag hier veröffentlicht.
Gonçalo M. Tavares wird im Juni auf Lesereise sein. Wir freuen uns auf eine Lesung in Frankfurt, die am Mittwoch, dem 13. Juni 19.30 Uhr in der Stadtbücherei/Zentralbibliothek, nähere Informationen dazu demnächst hier. Weitere Lesungen finden in Heidelberg und Berlin statt.
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Curt Meyer Clason (1910-2012)
Der Übersetzer und Schriftsteller Curt Meyer-Clason ist im Alter von 101 Jahren in München gestorben.
Ihm verdanken wir zahlreiche Übersetzungen spanisch- und portugiesischsprachiger Autoren ins Deutsche, unter anderem von Gabriel Garcia Marquez, Jorge Amado, João Ubaldo Ribeiro oder Miguel Torga.
Einen ausführlichen Nachruf hat Michael Kegler in nova cultura! veröffentlicht.
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Prémio D. Dinis für Maria Teresa Horta
Die portugiesische Schriftstellerin Maria Teresa Horta erhält den diesjährigen Prémio D. Dinis für ihren im letzten Jahr erschienenen umfangreichen historischen Roman As luzes de Leonor, der sich mit dem Leben von Leonor de Almeida Portugal de Lorena e Lencastre (auch Marquesa de Alorna) beschäftigt, einer Persönlichkeit, die das literarische und politische Leben Portugals in der Zeit der Aufklärung sehr stark geprägt hat.
Der Preis wird seit 1980 von der Fundação Casa Mateus verliehen und ist mit 7500 Euro dotiert. Der Jury gehörten in diesem Jahr die Schriftsteller Vasco Graça Moura, Nuno Júdice und Fernando Pinto do Amaral an.
Maria Teresa Horta wurde 1937 geboren. Bekannt wurde sie als eine der 3 Marias (neben Maria Isabel Barreno und Maria Velho da Costa), die den Briefroman Novas Cartas Portuguesas (Neue Portugiesische Briefe), in deutscher Übersetzung bei Tranvia erschienen) gemeinsam verfassten. Insgesamt hat sie mehr als 20 Prosa- und Lyrikbände veröffentlicht.
Eduardo Lourenço erhält Prémio Pessoa
Der Prémio Pessoa, mit dem alljährlich Persönlichkeiten aus Kultur oder Wissenschaft ausgezeichnet werden, geht in diesem Jahr an den bedeutenden portugiesischen Philosophen und Literaturwissenschaftler Eduardo Lourenço. Der Preis ist mit 60.000 Euro dotiert und wird von der Wochenzeitschrift Expresso verliehen.
Mit Eduardo Lourenço wird eine auf intellektuellem und kulturellem Gebiet herausragende Persönlichkeit geehrt, die für die Entwicklung der Zivilgesellschaft in Portugal prägend war, so die Jury unter Vorsitz von Francisco Pinto Balsemão in ihrer Begründung.
Eduardo Lourenço wurde 1923 in der portugiesischen Provinz Guarda geboren, er studierte Philosophie und Geschichte in Coimbra, wo er nach seinem Abschluss im Jahre 1946 bis 1953 lehrte. 1954 verließ er Portugal und wurde Lektor für portugiesische Kultur und Literatur an den Universitäten von Hamburg, Heidelberg und Montepellier. Seit 1960 lebt er in Frankreich und lehrte dort unter anderem an den Universitäten von Grenoble und Nizza. Obwohl er einen Großteil seines Lebens außerhalb Portugals verbrachte, beschäftigt sich Eduardo Lourenço permanent mit der Geschichte und Aktualität sowie Literatur seines Landes.
Im TFM -Verlag ist 1997 in deutscher Erstausgabe in der Übersetzung von Eva Moldenhauer eine Sammlung wichtiger Essays von Eduardo Lourenço mit dem Titel Portugal – Europa. Mythos und Melancholie erschienen. Das Buch ist noch lieferbar und bei uns oder im Buchhandel bestellbar.
Eduardo Lourenço: Portugal – Europa. Mythos und Melancholie, ISBN 3-925203-58-3, 14,80 EUR
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Prémio Portugal Telecom geht an Rubens Figueiredo
Der brasilianische Autor Rubens Figueiredo erhält den mit 100.000 Reais (ca. 41.700 Euro) dotierten Prémio Portugal Telecom für seinen im vorigen Jahr erschienen Roman Passageiro do fim do dia (Companhia das Letras). Den zweiten Preis bekommt der bereits vielfach prämierte Roman Viagem a Índia des portugiesischen Autors Gonçalo M. Tavares, auf den dritten Platz wählte die Jury den autobiographischen Roman Minha guerra alheia der brasilianischen Autorin Marina Colasanti.






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