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Gonçalo M. Tavares: Die Versehrten

Gonçalo M. Tavares 2007 in Frankfurt, Copyright: TFM

Zur Buchmesse 2007 war Gonçalo M. Tavares zum ersten Mal in unserer Buchhandlung zu Gast und stellte einen Roman aus seiner sogenannten schwarzen Reihe vor. Ein besonderer, junger portugiesischer Autor, der mit damals Mitte 30 schon eine Dutzend Bücher in der Schublade hatte und eine genaue Vorstellung, welches Buch bei welchem Verlag erscheinen sollte. In Portugal waren damals einige Titel über die Bewohner des Bairro (Senhor Valéry, Senhor Henri, Senhor Brecht – und einige mehr sind inzwischen dazugekommen) erschienen, von der Kritik gefeiert wurde er aber vor allem für seine Reihe O Reino (livros pretos), deren Titel in Portugal alle mit einem komplett schwarzen Cover erschienen und inzwischen in zahlreichen anderen Ländern übersetzt wurden . Nach weiteren 5 Jahren erscheint nun endlich der erste Roman dieser Serie in einer deutscher Ausgabe. Marianne Gareis hat den Roman Jerusalém übersetzt, veröffentlicht wurde er vor wenigen Tagen in der Deutschen Verlagsanstalt unter dem Titel Die Versehrten.

Es ist ein ungewöhnliches, düsteres, nachdenkliches Buch, in dessen Zentrum die Auseinandersetzung mit Vernunft und Wahnsinn steht. Auffällig sind – wie übrigens in der gesamten schwarzen Reihe – die deutsch klingenden Namen der Protagonisten, hier heißen sie unter anderem Ernst Spengler, Hinnerk Obst oder Theodor Busbeck.

Eine Leseprobe hat der Verlag hier veröffentlicht.

Gonçalo M. Tavares wird im Juni auf Lesereise sein. Wir freuen uns auf eine Lesung in Frankfurt, die am Mittwoch, dem 13. Juni 19.30 Uhr  in der Stadtbücherei/Zentralbibliothek, nähere Informationen dazu demnächst hier. Weitere Lesungen finden in Heidelberg und Berlin statt.

Gonçalo M. Tavares: Die Versehrten, DVA, 2012, 19,99 EUR

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Prémio PT für Gonçalo Tavares

Der portugiesische Autor Gonçalo M. Tavares (letzte Woche bei uns zu Gast) hat gestern in Brasilien den mit 100.000 Reais (ca. 37.500 Euro) dotierten Prémio Portugal Telecom für seinen Roman Jerusalém erhalten. Der Preis wurde gestern zum insgesamt fünften Mal verliehen. Zum ersten Mal waren auch Autoren zugelassen, die nicht in Brasilien leben, aber in portugiesischer Sprache veröffentlichen. Nominiert war unter anderem auch der Mosambikaner Mia Couto, Dalton Trevisan aus Brasilien und der angolanische Autor Ondjaki.

Jerusalém ist der dritte Roman aus der Reihe livros pretos und liegt bisher leider noch nicht in deutscher Übersetzung vor.

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