Archiv der Kategorie: portugiesische Literatur

Literaturherbst 2011 in Portugal

Traditionell veröffentlichen die Verlage im Herbst eine große Anzahl von Neuerscheinungen, so auch in Portugal. Eine Auswahl der wichtigsten Titel, die im September und Oktober erschienen sind bzw. noch erscheinen, stellen wir hier kurz vor.

Bei Editorial Caminho erscheint José Saramagos erster Roman Clarabóia. Dieses Frühwerk sollte auf Wunsch des 2010 verstorbenen portugiesischen Nobelpreisträgers erst nach seinem Tod veröffentlicht werden. Inhaltlich geht es um den Alltag von sechs Familien eines Hauses im Lissabon der 1950er Jahre. Seit Anfang Oktober veröffentlicht die Fundação José Saramago im Blog O Caderno de José Saramago kleine Romanfragmente, um die Zeit bis zur Veröffentlichung zu überbrücken. In ein paar Tagen ist das Buch aber auch bei uns in „ganzer Schönheit“ erhältlich.

Der neue Roman von António Lobo Antunes trägt den Titel Comissão das lágrimas und beschäftigt sich wie viele seiner Werke mit dem Kolonialkrieg in Angola und seinen Auswirkungen. Eine Episode dieses dichten und dunklen Romans behandelt das Schicksal von Elvira, der Anführerin eines Bataillons der MPLA, die verhaftet, misshandelt und 1977 ermordet wurde.

Lang erwartet wurde der neue Roman von Dulce Maria Cardoso, die sich in O Retorno mit dem Leben der nach Ende des Kolonialkriegs aus Angola zurückgekehrten Portugiesen auseinandersetzt.

Angola und seine Geschichte steht im Mittelpunkt von A sul. O sombreiro des angolanischen Autors Pepetela. Dieser historische Abenteuerroman führt den Leser ins 16. und 17. Jahrhundert zu den Anfängen der Kolonialzeit in Angola.

Ein anderer auch hierzulande bekannter angolanischer Autor, José Eduardo Agualusa legt mit  A educação sentimental dos pássaros, das den Untertitel Onze contos sobre anjos, demónios e outras pessoas quase normais trägt, einen neuen Band mit Erzählungen vor. Jonas Savimbi und Hillary Clinton sind nur zwei der Protagonisten in dieser Anthologie, die Erzählungen aus der gesamten Schaffensperiode Agualusas enthält.

In valter hugo mães neuem Roman O filho de mil homens bedauert die Hauptfigur Crisóstomo, dass er bis zum Alter von 40 Jahren kinderlos geblieben ist. Eine erfundene Familie ist das Ergebnis seines Traums, Vater eines Kindes zu sein.


Alle genannten Bücher sind selbstverständlich über uns zu bestellen bzw. in Kürze vorrätig.

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Eugénio de Andrade – neu in deutscher Übersetzung

Die Stuttgarter Edition Delta setzt ihre Reihe lusophoner Lyrik in zweisprachigen Ausgaben, in der bereits Gedichtbände von António Ramos Rosa, Ana Paula Tavares, Conceição Lima und Casimiro de Brito erschienen sind,  fort. In der bewährten Übersetzung der Verleger Juana und Tobias Burghardt wurden jetzt mit O Sal da Língua und  Os Sulcos da Sede und zwei Titel aus dem Spätwerk des portugiesischen Dichters Eugénio de Andrade (1923-2005) in dem Band Das Salz der Sprache & Die Furchen des Durstes  zusammengefasst.

Nach dem bereits 1997 bei Hanser erschienenen Band Stilleben mit Früchten (leider nicht zweisprachig) ist damit ein weiterer wichtiger Teil von Andrades Werk dem deutschen Publikum zugänglich.

Ein umfangreiches Dossier zu Leben und Werk des Dichters hat die portugiesische Zeitung Público anlässlich seines Todes 2005 veröffentlicht.

Eugénio de Andrade:  Das Salz der Sprache & Die Furchen des Durstes, , Edition Delta 2011, 17,50 EUR, ab sofort bei uns erhältlich.

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Literaturpreis für Gonçalo M. Tavares

Der portugiesische Schriftsteller Gonçalo M.Tavares erhält einen weiteren Literaturpreis. Die  Schriftstellervereinigung Associação Portuguesa de Escritores (APE) zeichnet ihn in diesem Jahr zusammen mit den Kulturministerium für den im letzten Jahr erschienenen Roman Viagem a Índia aus.

Der Grande Prémio Romance/Conto APE ist mit 15.000 Euro dotiert und gilt als einer der wichtigsten literarischen Auszeichnungen Portugals. Die Jury unter Vorsitz von José Correia Tavares entschied sich in einer Mehrheitsentscheidung für Tavares‘ Roman, der im Stil eines Epos geschrieben ist und Bezug auf den bekanntesten Klassiker der portugiesischen Literatur, Die Lusiaden, von Luís Vaz de Camões nimmt.

Gonçalo M. Tavares wurde 1970 geboren und hat für sein in wenigen Jahren erschienenes, schon sehr umfangreiches Werk bereits zahlreiche renommierte Preise erhalten, u.a. den Prémio Saramago, den Preis der Literaturzeitschrift LER und den Prémio Portugal Telecom.

In deutscher Übersetzung liegt bisher nur der Kurzgeschichtenband Wasser, Hund, Kopf, Pferd vor. Sein bisher erfolgreichster Roman Jerusalem wird aber in nicht allzu ferner Zukunft auch in Deutsch veröffentlicht werden.

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Manuel Alegre: Cão como nós – Ein Hund wie wir – jetzt neu bei TFM

Manuel Alegres  Novelle Cão como nós – Ein Hund wie wir ist jetzt in einer zweisprachigen Ausgabe portugiesisch-deutsch in unserem Verlag TFM – Teo Ferrer de Mesquita erschienen.

Cão como nós – Ein Hund wie wir erzählt die Geschichte eines Hundes, der kein Hund sein wollte und über viele Jahre der Mittelpunkt im Leben der Familie des Autors war. Anekdoten aus der gemeinsamen Zeit mit dem Hund Kurika mischen sich mit den Gedanken Manuel Alegres nach dessen Tod. Mit dem Abwesenden beginnt der Autor ein nostalgisches Zwiegespräch, einen Dialog mit einem Hund, der so sein wollte wie wir.

Das Buch wurde von Markus Sahr ins Deutsche übersetzt. Er übertrug bereits Rafael, den 2007 im Leipziger Literaturverlag erschienenen Roman Manuel Alegres aus dem Portugiesischen.

Cão como nós – Ein Hund wie wir ist bereits das zweite Buch des Autors im Verlag TFM.

Manuel Alegre de Melo Duarte wurde am 12.Mai 1936 in Águeda geboren. Er studierte in Lissabon, Porto und an der juristischen Fakultät der Universität Coimbra.

1961 nach Angola abkommandiert, organisierte er dort den ersten Versuch einer Militärrevolte gegen das Regime und den Kolonialkrieg. Er wurde von der portugiesischen Geheimpolizei PIDE für sechs Monate in Luanda inhaftiert und schrieb im Gefängnis einen Großteil der Gedichte für sein erstes Buch Praça da Canção.

Im Oktober 1964 wurde er in den Führungsstab der Frente Patriótica de Libertação Nacional (Patriotische Front zur Nationalen Befreiung) gewählt. Zehn Jahre verbrachte er im Exil in Algier, wo er der verantwortliche Sprecher des Widerstandssenders Voz da Liberdade (Stimme der Freiheit) war. Nach der Nelkenrevolution am 25. April 1974 kehrte er nach Portugal zurück. 1974 wurde er in den Vorstand der Sozialististischen Partei (PS) gewählt, von 1995 bis 2009 war er Vize-Präsident des portugiesischen Parlaments. 2006 und 2011 kandidierte er bei der Wahl zum Präsidenten der Republik.

Manuel Alegres literarisches Werk umfasst Romane, Erzählungen, Essays und vor allem Lyrik. Er hat zahlreiche renommierte Literaturpreise erhalten, unter anderem den Großen Lyrikpreis des portugiesischen Schriftstellerverbandes, Prémio Fernando Namora, Prémio Pessoa und zuletzt Prémio Dom Dinis für seinen Gedichtband Doze Naus.

Cão como nós – Ein Hund wie wir
Verlag: TFM – Teo Ferrer de Mesquita, Frankfurt am Main,

ISBN 978-3-939455-05-9, 14,80 EUR

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Cão como nós, o livro de Manuel Alegre (Publicações Dom Quixote, 2002), acaba de sair em edição bilingue, português-alemão, com a chancela da Editora TFM – Teo Ferrer de Mesquita, Frankfurt. Ein Hund wie wir –  Cão como nós, está agora disponível para os leitores de língua alemã de Manuel Alegre.

Cão como nós – Ein Hund wie wir, conta a história dum cão, que não queria ser cão e esteve durante muitos anos no centro da vida familiar do autor. Após a morte de Kurika, à recordação de episódios, anedotas dos tempos que passaram juntos, misturam-se várias reflexões. É o começo dum nostálgico diálogo entre Manuel Alegre e o ausente, o cão que queria ser como nós.

O texto alemão é de Markus Sahr que já em 2007 traduzira Rafael para a Leipziger Literaturverlag.

Este é o segundo livro do autor publicado pela TFM – Frankfurt em edição bilingue.

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Prémio Camões geht an Manuel António Pina

Der portugiesische Schriftsteller Manuel António Pina  erhält in diesem Jahr den Prémio Camões, die höchste literarische Auszeichnung der portugiesischsprachigen Welt.

Die Jury – bestehend aus Rosa Martelo, Abel Barros Baptista, António Carlos Secchim, Edla Van Steen, Ana Paula Tavares und Inocência Mata – entschied sich einstimmig für den Lyriker, Chronisten und Kinderbuchautor, der sich in einer ersten Stellungnahme gegebenüber der portugiesischen Tageszeitung Público überrascht zeigte. Der Preis ist mit 100.000 Euro dotiert, die Liste der bisherigen Preisträger findet sich hier.

Manuel António Pina wurde 1943 geboren, arbeitete mehrere Jahrzehnte als Journalist. 1974 erschien der erste Lyrikband mit dem Titel  Ainda Não É o Fim nem o Princípio do Mundo Calma É Apenas Um Pouco Tarde. 

Ein Jahr darauf veröffentlichte er sein erstes KinderbuchO País das Pessoas de Pernas para o Ar. In der Folgezeit hat er zahlreiche weitere Kinderbücher und Lyrikbände publiziert.

Manuel Alberto Pina  gilt als einer der besten portugiesischsprachigen Chronisten und schreibt noch heute regelmäßig eine Kolumne für die Tageszeitung Jornal de Notícias.

siehe auch:

Público

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Zweisprachige Reihe wird fortgesetzt

Unsere erfolgreiche Reihe mit zweisprachigen Texten portugiesisch-deutsch (zuletzt erschien João Ubaldo Ribeiro: Um Brasileiro em Berlim – Ein Brasilianer in Berlin) wird fortgesetzt. Der neueste Titel ist heute in Druck gegangen und wird voraussichtlich ab  20.Mai lieferbar sein. Es handelt sich um Manuel Alegres  Novelle Cão como nós – Ein Hund wie wir (aus dem Portugiesischen von Markus Sahr).

Die Hauptrolle in diesem in Portugal sehr erfolgreichen Buch spielt Manuel Alegres Hund Kurika.

Kurika ist ein Hund wie wir. Er kennt Kameradschaft und Solidarität, beschützt ein weinendes Kind, tröstet den Herrn und beweint einen Toten. Aber dieser Hund ist auch stolz und ruhelos, manchmal ungehorsam oder exhibitionistisch. Auf die Jagd geht er im Gegensatz zu seinem Herrn nicht besonders gern. Mischlingshündinnen haben es ihm dagegen durchaus angetan.

Cão como nós – Ein Hund wie wir erzählt die Geschichte eines Hundes, der kein Hund sein wollte und über viele Jahre der Mittelpunkt im Leben der Familie des Autors war. Anekdoten aus der gemeinsamen Zeit mit dem Hund mischen sich mit den Gedanken Manuel Alegres nach Kurikas Tod. Mit dem Abwesenden beginnt der Autor ein nostalgisches Zwiegespräch, einen Dialog mit einem Hund, der so sein wollte wie wir

Cão como nós – Ein Hund wie wir, conta a história dum cão, que não queria ser cão e esteve durante muitos anos no centro da vida familiar do autor. Após a morte de Kurika, à recordação de episódios, anedotas dos tempos que passaram juntos, misturam-se várias reflexões. É o começo dum nostálgico diálogo entre Manuel Alegre e o ausente, o cão que queria ser como nós. – disponível a partir de 20 de Maio

Manuel Alegre: Cão como nós – Ein Hund wie wir, portugiesisch-deutsch, ISBN 9783939455059, 14,80 EUR, vorbestellbar

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Manuel Gusmão erhält Grande Prémio de Ensaio APE

Der portugiesische Lyriker und Essayist Manuel Gusmão wird in diesem Jahr mit dem Großen Essay-Preis  der portugiesischen Schriftstellervereinigung (Associação Portuguesa de Escritores) ausgezeichnet. Der Preis ist mit 7500 Euro dotiert, wird von der Stadtverwaltung der nordportugiesischen Stadt Vila Nova de Famaliacão unterstützt und wurde in diesem Jahr zum zweiten Mal vergeben.

Manuel Gusmão erhält den Preis für sein im vergangenen Jahr bei Assírio und Alvim erschienenen Band Tatuagem & Palimpsesto. Da poesia de alguns poetas e poemas

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Prémio Literário Correntes d’Escritas geht an Pedro Tamen

Das größte Literaturfestival Portugals, die Correntes d’Escritas im nordportugiesischen Póvoa de Varzim, wurde heute eröffnet. Die Bekanntgabe des Preisträgers des mit 20.000 Euro dotierten Prémio Literário Casino da Póvoa erfolgte traditionell im Rahmen der Eröffnungszeremonie.

In diesem Jahr standen ausschließlich Lyrik-Titel zur Auswahl. Die Jurymitglieder Almeida Faria, Carlos Vaz Marques, Fernando Pinto do Amaral, Patrícia Reis e valter hugo mãe haben sich für

Pedro Tamen und sein Werk O Livro do Sapateiro

entschieden.

Nominiert waren

A Inexistência de Eva, Filipa Leal, Deriva

Anthero, Areia & Água, Armando da Silva Carvalho, Assírio & Alvim

Arado, A. M. Pires Cabral, Cotovia

Curso Intensivo de Jardinagem, Margarida Ferra, & Etc

Guia de Conceitos Básicos, Nuno Júdice, Dom Quixote

Mais Espesso que a Água, Luís Quintais, Cotovia

Necrophilia, Jaime Rocha, Relógio D’Água

O Anel do Poço, Paulo Teixeira, Caminho

O Livro do Sapateiro, Pedro Tamen, Dom Quixote

O Viajante sem Sono, José Tolentino Mendonça, Assírio & Alvim

Bis Sonntag nehmen 65 Schriftsteller aus 12 Ländern an der 12. Ausgabe der Correntes d’Escritas teil. Mit dabei sind unter anderem Luis Sepúlveda, Alberto Torres Blandina, Inês Pedrosa, Rui Zink und Francisco José Viegas. Die komplette Teilnehmerliste mit biobibliographischen Informationen wird hier zur Verfügung gestellt.

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Helder Macedo – im März auf Lesereise

Helder Macedo stellt sein Buch Weiße Flecken von Afrika (erschienen 2010 im Leipziger Literaturverlag) bei uns in Frankfurt und im Rahmen der Leipziger Buchmesse vor:

Mittwoch/Quarta-feira, 16.03. 20.00 Uhr

TFM-Centro do Livro de Língua Portuguesa lädt ein zu einer Lesung aus Partes de África/Weiße Flecken von Afrika mit Helder Macedo

TFM, Große Seestr. 47, Frankfurt/Main

Moderation und Übersetzung/ Moderação e Tradução: Markus Sahr

Eintritt frei/Entrada livre

zweisprachig portugiesisch/deutsch

Donnerstag/Quinta-feira, 17.03. 20.00 Uhr

Vorstellung des Romans Partes de África/Weiße Flecken von Afrika anlässlich der Leipziger Buchmesse

Literaturhaus / Haus des Buches, Raum 016, Gerichtsweg 28, Leipzig

Moderation und Übersetzung/ Moderação e Tradução: Markus Sahr

Eintritt/Entrada: 2,00/1,00 EUR

zweisprachig portugiesisch/deutsch

Eine Iniative des Übersetzervereins Die Fähre e.V., der Buchhandlung TFM-Centro do Livro e do Disco de Língua Portuguesa, Frankfurt am Main mit Unterstützung von Direcção-Geral do Livro e das Bibliotecas (DGLB) /Ministério da Cultura, Portugal.

Uma iniciativa da Associação de Tradutores Die Fähre e.V., Leipzig e da livraria TFM-Centro do Livro e do Disco de Língua Portuguesa, Frankfurt am Main.

Apoio: Direcção-Geral do Livro e das Bibliotecas (DGLB) /Ministério da Cultura, Portugal.

Helder Macedo ist ein portugiesischer Romancier, Essayist, Kritiker und Literaturwissenschaftler. Er wurde 1935 in Südafrika geboren, verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Moçambique und kam noch als Jugendlicher nach Portugal. 1957 erschien sein erster Lyrikband Vesperal, seinen ersten Roman Partes de África, der jetzt in deutscher Übersetzung von Markus Sahr vorliegt, veröffentlichte er erst 1991. Helder Macedo ist neben weiteren Lyrik- und Prosaveröffentlichungen Autor eines umfangreichen essayistischen Werks, das in Portugal und im Ausland erschienen ist.

In den 1960er ging Helder Macedo – Gegner der faschistischen Diktatur – ins Exil nach England, er promovierte an der Londoner Universität, an der er anschließend auch unterrichtete. Von 1982 bis 2004 hatte er den nach Camões benannten Lehrstuhl inne und leitete die Abteilung für Portugiesische und Brasilianische Studien am King’s College.

Nach der Nelkenrevolution 1974 hatte er in Portugal zeitweise öffentliche Ämter inne, unter anderem war er 1979 Staatssekretär für Kultur. Helder Macedo ist Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Portugal.

Helder Macedo, poeta, romancista, ensaísta, critico e investigador literário. Nasceu em 1935 na África do Sul, viveu em Moçambique e veio para Portugal ainda adolescente. Estreou-se como poeta em 1957, com Vesperal, e publicou em 1991 o primeiro romance, Partes de África, agora traduzido para o alemão por Markus Sahr para a editora Leipziger Literaturverlag. Além da poesia e ficção, é autor de vasta obra ensaística publicada em Portugal e no estrangeiro.

Opositor à ditadura fascista, Helder Macedo exilou-se em Inglaterra no início dos anos 60, tendo-se doutorado na Universidade de Londres, onde lecionou. Foi Professor titular da cátedra Camões, entre 1982 e 2004, função que acumulou com a de diretor do departamento de Estudos Portugueses e Brasileiros do King’s College onde atualmente é Emeritus Professor of Portuguese.

Após o 25 de Abril ocupou em Portugal cargos oficiais, nomeadamente o de Secretário de Estado da Cultura, em 1979. É membro da Academia das Ciências de Lisboa.

Helder Macedos autobiografischer Roman Weiße Flecken von Afrika liefert ein Bild der portugiesischen Diktatur vor ihrem Untergang und eröffnet eine Sicht auf das Problem der Kolonisierung im allgemeinen. In Südafrika geboren, wächst der Erzähler in Mosambik auf. In den Ko­lonien führen die portugiesischen Verwalter häufig eine Willkürherrschaft: Einer von ihnen richtet seine häuslichen Untergebenen beim Servieren zu Duetten aus Carmen oder Tosca ab. Gelingt es den Eingeborenen nicht, ihn zufrieden zu stellen, läßt er sie auspeitschen. Demgegenüber sorgt sich der Vater des Erzählers um eine nachhaltige Ent­wicklung der ihm anvertrauten Distrikte: Er läßt Straßen und Hospitäler bauen, kümmert sich um die vielen Leprakranken und gründet Schulen. Erst zum Studium wechselt der Sohn für längere Zeit nach Europa, durch­streift als Bohémien Lissabon und beteiligt sich am Wahlkampf des oppositionellen Generals Humberto Delgado. Einem drohenden Zugriff durch die Geheimpolizei entzieht er sich durch die Flucht nach Südafrika und anschließend nach England. Er bereist Guinea-Bissau und die Kapverdischen Inseln kurz nach deren Unabhängigkeit und glaubt, mit diesen Aktionen über seinen Vater zu triumphieren.

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Sophia de Mello Breyner Andresen

Der Nachlass der berühmten portugiesischen Lyrikerin, die auch viele bis heute populäre Kinderbücher geschrieben hat, wird morgen im Rahmen einer feierlichen Zeremonie an die Portugiesische Nationalbibliothek übergeben. Im Anschluss findet die Eröffnung einer der Autorin gewidmeten Ausstellung Sophia de Mello Breyner Andresen – Uma Vida de Poeta statt. Der gleichnamige von der Kuratorin Paula Morão herausgegebene Ausstellungskatalog wird in Kürze bei uns erhältlich sein.

Eine Gesamtausgabe des lyrischen Werks von Sophia de Mello Breyner Andresen ist im Dezember erschienen und kann ebenfalls schon vorgemerkt werden.

Vom 27. bis 28. Januar veranstaltet die Fundação Gulbenkian ein Internationales Kolloquium zu Ehren der Autorin. Das Programm findet sich hier.

In deutscher Übersetzung ist im vergangenen Jahr die zweisprachige Lyrikanthologie  Poemas – Gedichte erschienen.

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