Archiv der Kategorie: literatura portuguesa

Neu im Taschenbuch

Seit einigen Jahren gibt die portugiesische Verlagsgruppe LeYa die erfolgreiche Taschenbuchreihe BIS heraus, in der in diesem  Frühjahr einige interessante Neuerscheinungen veröffentlicht wurden.

Hervorzuheben ist besonders die Wiederveröffentlichung des lange vergriffenen Portugal-Romans Afirma Pereira (verfilmt mit Marcello Mastroianni in der Hauptrolle) des kürzlich verstorbenen italienischen Autors Antonio Tabucchi.

Gabriel Garcia Marquez‘ Bestseller O Amor nos tempos de cólera gibt es nun ebenfalls in einer preiswerten Taschenbuchausgabe wie die Krimitrilogie von Stieg Larsson. Erstmals im Taschenbuch erschienen ist Haruki Murakamis Sputnik, meu amor und Siddharta von Hermann Hesse.

Alle Titel der Reihe sind bei uns in der Buchhandlung vorhanden oder bestellbar, zur Titelliste bitte hier entlang.

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Gonçalo M. Tavares liest in Frankfurt

Wir laden ein zu einer zweisprachigen Lesung mit dem portugiesischen Autor Gonçalo M.Tavares am Mittwoch, 13. Juni, 19.30 Uhr  Stadtbücherei/Zentralbibliothek Frankfurt, Hasengasse 4

Gonçalo M.Tavares, Copyright: Teresa Sá

Gonçalo M. Tavares liest aus Die Versehrten (Originaltitel: Jerusalém, aus dem Portugiesischen von Marianne Gareis)
Moderation und Übersetzung: Michael Kegler.
Die deutschen Texte liest Jochen Nix.
Eintritt: 5 €/ 3 € (ermäßigt)

Gonçalo M. Tavares wurde 1970 in Luanda/Angola geboren und wuchs in Portugal auf. Neben seiner Tätigkeit als Schriftsteller unterrichtet er Erkenntnistheorie an der Universität von Lissabon. Seit seinem Debüt im Jahr 2001 zählt Tavares zu den bedeutendsten portugiesischen Autoren seiner Generation. Viele seiner Bücher sind preisgekrönt, u.a. erhielt er den José Saramago Preis für Autoren unter 35. Tavares hat gut 20 Bücher publiziert, die verschiedenste Gattungen umfassen, Lyrik, Dramatik, Romane, Erzählungen, Kinderbücher und Essays. Sein Werk erscheint weltweit in über30 Sprachen.

Die Versehrten (siehe auch unseren Beitrag im Blog)  erzählt die unglaubliche Geschichte dreier Personen, die in einer schicksalhaften Nacht aufeinandertreffen.

»Die Versehrten ist ein besonderes Buch, und es verdient einen Platz unter den großen Werken der westlichen Literatur.« José Saramago

Eine Veranstaltung von TFM – Centro do Livro e do Disco de Língua Portuguesa in Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei/Zentralbibliothek Frankfurt , der Deutschen Verlagsanstalt, Instituto Camões Portugal / Ministério dos Negócios Estrangeiros.

weitere Termine der Lesereise von Gonçalo M.Tavares:

12.6. 18.00 Uhr Berlin, Vertretung der Europäischen Kommission, Unter den Linden 78
14.6. 18.00 Uhr Heidelberg, Universität, Seminar für Übersetzen und Dolmetschen, Raum KSII, Plöck 57A

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Gonçalo M. Tavares: Die Versehrten

Gonçalo M. Tavares 2007 in Frankfurt, Copyright: TFM

Zur Buchmesse 2007 war Gonçalo M. Tavares zum ersten Mal in unserer Buchhandlung zu Gast und stellte einen Roman aus seiner sogenannten schwarzen Reihe vor. Ein besonderer, junger portugiesischer Autor, der mit damals Mitte 30 schon eine Dutzend Bücher in der Schublade hatte und eine genaue Vorstellung, welches Buch bei welchem Verlag erscheinen sollte. In Portugal waren damals einige Titel über die Bewohner des Bairro (Senhor Valéry, Senhor Henri, Senhor Brecht – und einige mehr sind inzwischen dazugekommen) erschienen, von der Kritik gefeiert wurde er aber vor allem für seine Reihe O Reino (livros pretos), deren Titel in Portugal alle mit einem komplett schwarzen Cover erschienen und inzwischen in zahlreichen anderen Ländern übersetzt wurden . Nach weiteren 5 Jahren erscheint nun endlich der erste Roman dieser Serie in einer deutscher Ausgabe. Marianne Gareis hat den Roman Jerusalém übersetzt, veröffentlicht wurde er vor wenigen Tagen in der Deutschen Verlagsanstalt unter dem Titel Die Versehrten.

Es ist ein ungewöhnliches, düsteres, nachdenkliches Buch, in dessen Zentrum die Auseinandersetzung mit Vernunft und Wahnsinn steht. Auffällig sind – wie übrigens in der gesamten schwarzen Reihe – die deutsch klingenden Namen der Protagonisten, hier heißen sie unter anderem Ernst Spengler, Hinnerk Obst oder Theodor Busbeck.

Eine Leseprobe hat der Verlag hier veröffentlicht.

Gonçalo M. Tavares wird im Juni auf Lesereise sein. Wir freuen uns auf eine Lesung in Frankfurt, die am Mittwoch, dem 13. Juni 19.30 Uhr  in der Stadtbücherei/Zentralbibliothek, nähere Informationen dazu demnächst hier. Weitere Lesungen finden in Heidelberg und Berlin statt.

Gonçalo M. Tavares: Die Versehrten, DVA, 2012, 19,99 EUR

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Correntes d’Escritas 2012

Mit der Präsentation zahlreicher Neuerscheinungen und der Bekanntgabe des Preisträgers des  „Prémio Literário Casino da Póvoa“ eröffnet morgen die 13. Ausgabe der Correntes d’Escritas (23-25.2), des renommiertestem portugiesischen Literaturfestivals, im nordportugiesischen Póvoa de Varzim. Dass das Festival in diesem Jahr mit der bekannten Qualität fortgesetzt werden kann, grenzt an ein kleines Wunder, denn das Budget musste wegen der andauernden Wirtschaftskrise deutlich reduziert werden.

Eingeladen wurden trotzdem mehr als 50 Schriftsteller aus Brasilien,  Mexico,  Frankreich, Spanien,  Angola,   Argentinien und Portugal, die an verschiedenen Podiumsdiskussionen teilnehmen werden.

Mit besonderer Spannung wird der Auftritt des brasilianischen Autors Rubem Fonseca erwartet, der nur äußerst selten in der Öffentlichkeit auftritt.

Alle Informationen zum Festival finden Sie hier.

Für den Literaturpreis sind die folgenden Titel nominiert:

A Cidade de Ulisses, Teolinda Gersão, Sextante

As Luzes de Leonor, Maria Teresa Horta, Dom Quixote

Adoecer, Hélia Correia, Relógio D’Água

Bufo e Spallanzan, Rubem Fonseca, Sextante

Do Longe e do Perto – Quase Diário, Yvette Centeno, Sextante

Dublinesca, Enrique Vila-Matas, Teorema

O Homem que Gostava de Cães, Leonardo Padura, Porto Editora

Os Íntimos, Inês Pedrosa, Dom Quixote

Tiago Veiga – Uma Biografia, Mário Cláudio, Dom Quixote

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Prémio Correntes d’Escritas – Die Finalisten

Alljährlich im Februar findet das größte portugiesische Literaturfestival Correntes d’Escritas in der nordportugiesischen Stadt Póvoa de Varzim statt, in diesem Jahr bereits zum 13.Mal.

Der Literaturpreis Prémio Literário Casino da Póvoa wird in diesem Jahr an ein Prosawerk verliehen. Insgesamt wurden 200 Werke eingereicht, viel Arbeit für die Jury also, die in diesem Jahr von Ana Paula Tavares, Fernando Pinto do Amaral, José António Gomes, Patrícia Reis und Pedro Mexia gebildet wird. Heute wurde die folgende Shortlist veröffentlicht:

A Cidade de Ulisses, Teolinda Gersão

As Luzes de Leonor, Maria Teresa Horta

Adoecer, Hélia Correia, Relógio D’Água

Bufo e Spallanzani, Rubem Fonseca

Do Longe e do Perto – Quase Diário, Yvette Centeno

Dublinesca, Enrique Vila-Matas

O Homem que Gostava de Cães, Leonardo Padura

Os Íntimos, Inês Pedrosa

Tiago Veiga – Uma Biografia, Mário Cláudio

Der Siegertitel des mit 20.000 Euro dotierten Preises wird zur Eröffnungsveranstaltung der Correntes am 23. Februar nach einer abschließende Jurysitzung bekanntgegeben.

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Prémio D. Dinis für Maria Teresa Horta

Die portugiesische Schriftstellerin Maria Teresa Horta erhält den diesjährigen Prémio D. Dinis für ihren im letzten Jahr erschienenen umfangreichen historischen Roman As luzes de Leonor, der sich mit dem Leben von Leonor de Almeida Portugal de Lorena e Lencastre (auch Marquesa de Alorna) beschäftigt, einer Persönlichkeit, die das literarische und politische Leben Portugals in der Zeit der Aufklärung sehr stark geprägt hat.

Der Preis wird seit 1980 von der Fundação Casa Mateus verliehen und ist mit 7500 Euro dotiert. Der Jury gehörten in diesem Jahr die Schriftsteller Vasco Graça Moura, Nuno  Júdice und Fernando Pinto do Amaral an.

Maria Teresa Horta wurde 1937 geboren. Bekannt wurde sie als eine der 3 Marias (neben Maria Isabel Barreno und Maria Velho da Costa), die den Briefroman Novas Cartas Portuguesas (Neue Portugiesische Briefe), in deutscher Übersetzung bei Tranvia erschienen) gemeinsam verfassten. Insgesamt hat sie mehr als 20 Prosa- und Lyrikbände veröffentlicht.

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Eduardo Lourenço erhält Prémio Pessoa

Der Prémio Pessoa, mit dem alljährlich Persönlichkeiten aus Kultur oder Wissenschaft ausgezeichnet werden, geht in diesem Jahr an den bedeutenden portugiesischen Philosophen und Literaturwissenschaftler Eduardo Lourenço. Der Preis ist mit 60.000 Euro dotiert und wird von der Wochenzeitschrift Expresso verliehen.

Mit Eduardo Lourenço wird eine auf intellektuellem und kulturellem Gebiet herausragende Persönlichkeit geehrt, die für die Entwicklung der Zivilgesellschaft in Portugal prägend war, so die Jury unter Vorsitz von Francisco Pinto Balsemão in ihrer Begründung.

Eduardo Lourenço wurde 1923 in der portugiesischen Provinz Guarda geboren, er studierte Philosophie und Geschichte in Coimbra, wo er nach seinem Abschluss im Jahre 1946 bis 1953 lehrte.  1954 verließ er Portugal und wurde Lektor für portugiesische Kultur und Literatur an den Universitäten von Hamburg, Heidelberg und Montepellier. Seit 1960 lebt er in Frankreich und lehrte dort unter anderem an den Universitäten von Grenoble und Nizza.  Obwohl er einen Großteil seines Lebens außerhalb Portugals verbrachte, beschäftigt sich Eduardo Lourenço permanent mit der Geschichte und Aktualität sowie Literatur seines Landes.

Im TFM -Verlag  ist 1997 in deutscher Erstausgabe in der Übersetzung von Eva Moldenhauer eine Sammlung wichtiger Essays von Eduardo Lourenço mit dem Titel Portugal – Europa. Mythos und Melancholie erschienen. Das Buch ist noch lieferbar und bei uns oder im Buchhandel bestellbar.

Eduardo Lourenço: Portugal – Europa. Mythos und Melancholie, ISBN 3-925203-58-3, 14,80 EUR

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Prémio Portugal Telecom geht an Rubens Figueiredo

Der brasilianische Autor Rubens Figueiredo erhält den mit 100.000 Reais (ca. 41.700 Euro) dotierten Prémio Portugal Telecom für seinen im vorigen Jahr erschienen Roman Passageiro do fim do dia  (Companhia das Letras). Den zweiten Preis bekommt der bereits vielfach prämierte Roman Viagem a Índia des portugiesischen Autors Gonçalo M. Tavares, auf den dritten Platz wählte die Jury den autobiographischen Roman Minha guerra alheia der brasilianischen Autorin Marina Colasanti.

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Literaturherbst 2011 in Portugal

Traditionell veröffentlichen die Verlage im Herbst eine große Anzahl von Neuerscheinungen, so auch in Portugal. Eine Auswahl der wichtigsten Titel, die im September und Oktober erschienen sind bzw. noch erscheinen, stellen wir hier kurz vor.

Bei Editorial Caminho erscheint José Saramagos erster Roman Clarabóia. Dieses Frühwerk sollte auf Wunsch des 2010 verstorbenen portugiesischen Nobelpreisträgers erst nach seinem Tod veröffentlicht werden. Inhaltlich geht es um den Alltag von sechs Familien eines Hauses im Lissabon der 1950er Jahre. Seit Anfang Oktober veröffentlicht die Fundação José Saramago im Blog O Caderno de José Saramago kleine Romanfragmente, um die Zeit bis zur Veröffentlichung zu überbrücken. In ein paar Tagen ist das Buch aber auch bei uns in „ganzer Schönheit“ erhältlich.

Der neue Roman von António Lobo Antunes trägt den Titel Comissão das lágrimas und beschäftigt sich wie viele seiner Werke mit dem Kolonialkrieg in Angola und seinen Auswirkungen. Eine Episode dieses dichten und dunklen Romans behandelt das Schicksal von Elvira, der Anführerin eines Bataillons der MPLA, die verhaftet, misshandelt und 1977 ermordet wurde.

Lang erwartet wurde der neue Roman von Dulce Maria Cardoso, die sich in O Retorno mit dem Leben der nach Ende des Kolonialkriegs aus Angola zurückgekehrten Portugiesen auseinandersetzt.

Angola und seine Geschichte steht im Mittelpunkt von A sul. O sombreiro des angolanischen Autors Pepetela. Dieser historische Abenteuerroman führt den Leser ins 16. und 17. Jahrhundert zu den Anfängen der Kolonialzeit in Angola.

Ein anderer auch hierzulande bekannter angolanischer Autor, José Eduardo Agualusa legt mit  A educação sentimental dos pássaros, das den Untertitel Onze contos sobre anjos, demónios e outras pessoas quase normais trägt, einen neuen Band mit Erzählungen vor. Jonas Savimbi und Hillary Clinton sind nur zwei der Protagonisten in dieser Anthologie, die Erzählungen aus der gesamten Schaffensperiode Agualusas enthält.

In valter hugo mães neuem Roman O filho de mil homens bedauert die Hauptfigur Crisóstomo, dass er bis zum Alter von 40 Jahren kinderlos geblieben ist. Eine erfundene Familie ist das Ergebnis seines Traums, Vater eines Kindes zu sein.


Alle genannten Bücher sind selbstverständlich über uns zu bestellen bzw. in Kürze vorrätig.

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Prémio Fernando Namora für Gonçalo M. Tavares

Das im letzten Jahr erschienene Buch Viagem à Índia des portugiesischen Schriftstellers Gonçalo M. Tavares ist erneut ausgezeichnet wird. Eine Jury unter Vorsitz von Vasco Graça Moura verlieh ihm den mit 25.000 Euro dotierten Prémio Fernando Namora/Estoril Sol. Tavares‘ Buch setzte sich unter anderem gegen Hélia Correia (“Adoecer”), João Tordo (“O Bom Inverno”), Pedro Rosa Mendes (“Peregrinação de Enmanuel Jhesus”) und  Valter Hugo Mãe (“A Máquina de Fazer Espanhóis”) durch. Viagem à Índia war zuvor bereits mit dem großen Preis des portugiesischen Schriftstellerverbands (Grande Prémio APE Romance) ausgezeichnet worden.

Die Jury begründetet die Preisvergabe mit der innovativen Herangehensweise, die versucht Roman und Epos zu verknüpfen. Gonçalo M. Tavares erzählt in Viagem à Índia  die Geschichte des Helden Bloom und bedient sich dabei der Struktur der Lusiaden, des portugiesischen Epos von Camões.

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