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Angélica Lopes: Die Frauen der Familie Flores

Der jetzt auf Deutsch erschienene Roman Die Frauen der Familien Flores (Original: A Maldição das Flores) von Angélica Lopes erzählt die Geschichte der titelgebenden Familie über sieben Generationen hinweg. Die Handlung beginnt im Nordosten Brasiliens zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Seit vielen Generationen lastet ein Fluch auf der Familie Flores, der ihre Männer zu einem frühen Tod verdammt. Die Frauen, die zurückbleiben, sichern sich ihren Lebensunterhalt durch die alte Kunst der Spitzenklöppelei. Als die junge Eugênia gezwungen wird, einen älteren, gewalttätigen Offizier zu heiraten, beginnt sie, versteckte Botschaften in den edlen Stoff einzuweben, und schmiedet so einen gefährlichen Fluchtplan, dessen Auswirkungen bis in die Gegenwart zu spüren sind.

Ein spannender Roman über weibliche Solidarität und den Wert von Mut und Freiheit.

Der Roman wurde von Michael Kegler ins Deutsche übersetzt und ist eben bei hanserblau erschienen.

Ein kurzes Video, in dem Angélica Lopes ihren Roman dem deutschen Publikum vorstellt, gibt es bei Youtube hier.

Angélica Lopes lebt und arbeitet als Journalistin, Roman- und Drehbuchautorin in Rio de Janeiro. Seit mehr als zwanzig Jahren ist sie als Autorin von Jugendromanen schriftstellerisch tätig. Die Frauen der Familie Flores ist ihr erster Roman für Erwachsene.

Angélica Lopes: Die Frauen der Familie Flores, Deutsch von Michael Kegler, hanserblau, 22 EUR

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Davi Kopenawa in Frankfurt

Davi Kopenawa kommt nach Frankfurt.

Er stellt sein mit Bruce Albert verfasstes Buch „Der Sturz des Himmels“ (A queda do céu) vor, das jetzt in deutscher Übersetzung von Karin Uttendörfer, Tim Trzaskalik bei Matthes&Seitz erschienen ist.

Die Veranstaltung findet am Samstag, 14.9. um 16.00 Uhr im Museum Angewandte Kunst (Schaumainkai 17) statt.

Durchs Gespräch führen Oliver Precht und Paula Macedo Weiss.

Das Buch Der Sturz des Himmels gibt es natürlich bei uns in der Buchhandlung, die portugiesische Ausgabe bestellen wir gern.

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Margareth Menezes – Konzert in Frankfurt

Copyright: José de Holanda

Margareth Menezes kommt Frankfurt. Im Rahmen der Summer in the City 2024 Konzertreihe vom Künstlerhaus Mousonturm spielt sie am 30. Juli um 20.00 Uhr im Musikpavillon des Frankfurter Palmengarten.

Karten zum Preis von 42 EUR gibt es bei uns in der Buchhandlung im Vorverkauf.

Margareth Menezes ist eine der größten Vertreterinnen der Axé-Bewegung, des Samba-Funks und Samba-Reggaes aus Salvador de Bahia. Sie ist bekannt für ihre mitreißende Musik, ihre kraftvolle Stimme und ihre Karnevals- und Fernsehauftritte. Seit 2023 ist sie Kulturministerin Brasiliens in der Regierung von Lula da Silva. Seit den 1980er-Jahren gehörte Margareth Menezes zu den ersten, die die lautstarken Vergnügungen des Straßenkarnevals in Bahia auf die Konzertbühnen brachte. Seither wird ihr Name in einem Atemzug mit berühmten brasilianischen Künstler*innen wie Gilberto Gil, Maria Bethânia, Caetano Veloso und Daniela Mercury genannt.

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Brasilien beim Rheingau-Musik Festival

Bis zum Sommer ist natürlich noch ein bisschen Zeit, aber Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude und außerdem hat der Vorverkauf schon begonnen.

Das renommierte Rheingau-Musik Festival wird in diesem Jahr einen „Brasilien-Schwerpunkt“ haben. In sieben ganz verschiedenen Konzerten gibt es die Möglichkeit, die Kultur und Musik Brasiliens zu erkunden.

Den kompletten Überblick finden Sie hier. Mit dabei sind unter anderem Ed Motta, das São Paulo Symphony Orchestra, Plínio Fernandes und das Orquestra Johann Sebastian Rio.

Erfahrungsgemäß ist die Kartennachfrage ziemlich groß, denn Veranstaltungsorte wie das Kloster Eberbach oder Schloss Johannisberg sind auch ohne Musik schon eine Augenweide.

Das erste Konzert der Rubrik Brasilien! bestreitet der diesjährige LOTTO-Förderpreis- Gewinner Guido Sant‘Anna am 27.6. gemeinsam mit Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. Gitarrist Plínio Fernandes spielt am 28.6. Hospitalkeller vom Kloster Eberbach. Am 10.7. steht der brasilianische Star Ed Motta der Seebühne von Schloss Vollrads. Rolando Villazón und Xavier de Maistre bringen 25.7. gemeinsam Lieder mit Harfe und Tenor ins Kurhaus Wiesbaden. Außerdem
Linus Roth gemeinsam mit dem Orquestra Johann Sebastian Rio am 1.8. beim Festival
Gast sein. Am 4.8. spielen Thibaut Garcia und Félicien Brut ein Programm mit brasilianischem Schwerpunkt. Das Finale der Konzerte mit brasilianischem Schwerpunkt präsentieren am 22.8. Hilary Hahn und das São Paulo Symphony Orchestra satt.

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Joe Thomas: Brazilian Psycho

Der englische Autor Joe Thomas, der 10 Jahre in São Paulo lebte, hat insgesamt vier Kriminalromane geschrieben, die in der brasilianischen Metropole spielen und als „São-Paulo-Quartett“ bekannt sind.

Mit Brazilian Psycho ist jetzt einer davon in deutscher Übersetzung von Alexander Wagner bei btb erschienen.

Brazilian Psycho verwebt Kriminalfall, historische Fakten und Gesellschaftspolitik zu einer radikalen Geschichte einer der faszinierendsten und gewalttätigsten Städte der Welt: São Paulo.

Über einen Zeitraum von sechzehn Jahren zwischen 2003 und 2019 erleben die unterschiedlichsten Charaktere in São Paulo ein sich entfaltendes soziales und politisches Drama, das einen Wirbelsturm von Handlungen und Gegenhandlungen in Gang setzt: Der Mord an einem britischen Schuldirektor und die anschließende Vertuschung stehen im Mittelpunkt brisanter politischer und finanzwirtschaftlicher Entwicklungen, die von Gewalt und Korruption geprägt sind. Es geht auf direktem Weg von den Favelas und den dort lebenden Gangs in die Hochfinanzwelt von Brokern und Immobilienmaklern bis hin zu den hochrangigen Politikern Lula da Silva und Bolsonaro.

Joe Thomas: Brazilian Psycho, btb 2024, 18 EUR

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Prémio Camões 2022 geht an Silviano Santiago

Der Prémio Camões, der bekannteste Literaturpreis der portugiesischsprachigen Welt, geht in diesem Jahr an den brasilianischen Schriftsteller Silviano Santiago. Der Preis wurde 1988 von den Regierungen Brasiliens und Portugals ins Leben gerufen und ist der höchstdotierte Literaturpreis der portugiesischsprachigen Welt. Alljährlich wird mit ihm ein portugiesischsprachiger Schriftsteller ausgezeichnet. Zuletzt erhielt 2021 Paulina Chiziane die Auszeichnung.

Silviano Santiago wurde 1936 in Formiga im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais geboren. Im Alter von zehn Jahren zog er nach Belo Horizonte, wo er mit 18 Jahren begann, für eine Filmzeitschrift zu schreiben, und die Zeitschrift Complemento mitbegründete und herausgab. Seine bekanntesten Romane sind Stella Manhattan und Em liberdade. Die Romane von Silviano Santiago liegen bisher leider noch nicht in deutscher Übersetzung vor.

Silviano Santiago nahm die Nachricht von der Verleihung des Preises mit Freude entgegen, trotz der im Moment schwierigen Situationin der sich Brasilien befindet: „Auch wenn Brasilien eine traurige Phase in seiner Geschichte durchlebt, ist es aus persönlicher Sicht eine Genugtuung, diese Nachricht zu erhalten, die einem Leben, das der Literatur gewidmet ist, einen Sinn gibt“, sagte er.

Alle lieferbaren Titel von Silviano Santiago finden Sie bei uns in der Buchhandlung oder auch online.

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Patrícia Melo: Menos que um

Die brasilianische Autorin Patrícia Melo, die seit einigen Jahren in der Schweiz lebt und auch hierzulande bekannt ist, hat einen neuen Roman veröffentlicht.

Nach dem großen Erfolg von Mulheres Empilhadas, der bereits auf Deutsch (Übersetzt von Barbara Mesquita) mit dem Titel Gestapelte Frauen erschienen ist, und viele herausragende Kritiken erhalten hat, widmet sie sich im neuen Buch Menos que um wieder einem aktuellen politischen Thema.

Patrícia Melo schildert in einer kaleidoskopischen Erzählung die unzähligen täglichen Überlebenskämpfe einer Vielzahl von Personen, die alle auf der Straße leben – Straßenverkäufer, Parkwächter, Arbeitslose, Betrunkene, Diebe, Crackdealer. Sie zeigt schonungslos die Ungleichheit und die soziale Gewalt der heutigen brasilianischen Gesellschaft, bietet aber auch einen Ausweg für ihre Protagonisten, die einen Ort finden, an dem sie zusammenleben und weiter träumen können.

Menos que um ist gerade bei uns aus Brasilien eingetroffen und ab sofort in der Buchhandlung verfügbar.

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Neuer Lesestoff

In den vergangenen Tagen haben wir jede Menge neue Bücher aus Portugal und Brasilien bekommen, von den wir einige hier kurz vorstellen möchten.

In Dulce Garcias Debütroman Olho da Rua steht das durchgetaktete Arbeitsleben unserer Zeit im Mittelpunkt der Handlung. Eine Werbeagentur ist von Personalkürzungen betroffen – An sich schlimm genug, sollen die Mitarbeiter auch noch entscheiden, wer gehen muss – angeblich eine innovative Methode aus Japan. Ein undankbares Spiel, das die Firma zum Schauplatz diverser Scharmützel macht. In den einzelnen Kapitel kommen kaleidoskopartig die Mitarbeiter, jeweils in Ich-Perspektive zu Wort, nicht umsonst sind die Kapitel mit Tiernamen überschrieben – Biene, Hyäne, schwarzer Schwan, Eule, Kakerlake und Bär – das ganze verspricht nach dem ersten Anlesen eine bissige, gut lesbare Satire zu sein.

Viel Vorschusslorbeeren gibt es auch für das Debüt von Rui Corceiro Baiôa sem Data Para Morrer, das kürzlich in Lissabon von Alberto Manguel vorgestellt und in höchsten Tönen gelobt wurde. Ein junger Lehrer aus der Stadt, dessen Leben in eine gewisse Sackgasse geraten ist, geht zurück in das Dorf seiner Großeltern im tiefsten Alentejo. Hier trifft er auf den titelgebenden Baiôa, der die alten, oft verlassenen Häuser des Dorfes wieder restauriert und so vor dem Verfall bewahrt und natürlich auf viele andere liebenswerte, oft skurrile Figuren fortgeschrittenen Alters, deren Geschichten hier erzählt werden. Wir hatten noch keine Gelegenheit reinzulesen, sind aber auf jeden Fall sehr neugierig.

Auch bei den Übersetzungen gibt es einen spannenden Neuzugang zu vermelden. Die Schatten von Araguaia (Original: Palavras Cruzadas) von Guiomar de Grammont ist jetzt in der Übersetzung von Wiebke Augustin und Carla Martins de Barros Köser im Arara-Verlag erschienen, der sich auf die Übersetzung brasilianischer Literatur spezialisiert hat. Der Roman führt zurück in die 1970er Jahre und die Zeit der brasilianischen Militärdiktatur. Eine kleine Gruppe Intellektueller kämpft am Araguaia für die rechtlose Landbevölkerung. Es ist ein ungleicher Kampf, zehntausend Soldaten gegen 60 Guerilleros… Der zwanzigjährige Leonardo schließt sich den Aufständischen an, seine Familie leidet mehr und mehr unter seinem Verschwinden. Erst Jahre später fallen Sofia, der Schwester von Leonardo, Aufzeichnungen in die Hände, die den Überlebenskampf im Dschungel beschreiben und versucht mit Hilfe von Zeitzeugen herauszufinden, was mit ihrem Bruder passiert ist.

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Laurentino Gomes: Escravidão

Sklaverei gibt es seit Beginn der Menschheitsgeschichte, aber sie erreichte erst ein industrielles Ausmaß, als europäische Kolonisten 12,5 Millionen Afrikaner gewaltsam nach Amerika brachten. Der bekannte brasilianische Autor und Journalist Laurentino Gomes hat sich in seinem dreibändigen Werk Escravidão, das schnell zum Bestseller avancierte, der brasilianischen Geschichte der Sklaverei gewidmet. Jetzt ist der abschließende dritte Band des Werks erschienen.

Als größtes Sklavengebiet der westlichen Hemisphäre kamen in Brasilien rund 5 Millionen afrikanische Gefangene an. In der Folge hat das Land heute die größte schwarze Bevölkerung der Welt, mit Ausnahme von Nigeria. Unter den Ländern der Neuen Welt war es auch dasjenige, das sich am längsten gegen die Abschaffung des Menschenhandels wehrte, erst 1888 wurde mit der „Lei Auréa“ die Sklaverei offiziell abgeschafft. Doch die notwendige Integration der ehemaligen Sklaven als Bürger in die brasilianische Gesellschaft über Arbeit, Bildung und auch Zuteilung von Boden hat nie wirklich stattgefunden. Daher ist das Thema bis heute für die nationale Identität Brasiliens prägend wie kein anderes. Laurentino Gomes hat für die drei Bücher seiner gut lesbaren Trilogie viele Jahre geforscht. Alle drei Bände sind bei uns erhältlich.

Laurentino Gomes: Escravidão vol. 1

Laurentino Gomes: Escravidão vol. 2

Laurentino Gomes: Escravidão vol. 3

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Kulinarische Neuheiten

Liebhaber der portugiesischen und brasilianischen Küche können sich auf Nachschub für das Kochbuchregal freuen. Gleich zwei großformatige Kochbücher erscheinen dieser Tage.

Portugal – The Cookbook von Leandro Ferreira enthält 550 Rezepte (in englischer Sprache) und ist bei Phaidon erschienen. Der Autor Leandro Carreira begann seine kulinarische Laufbahn im Restaurant Mugaritz von Andoni Luis Aduriz im spanischen Baskenland, bevor er nach London kam und mit Nuno Mendes (vom dem es mit Lisboeta ein Kochbuch gibt) im Viajante als Küchenchef arbeitete. Londrino, sein erstes Restaurant, wurde 2017 in Bermondsey in Großbritannien eröffnet. Das Kochbuch ist sehr umfangreich, klassisch aufgebaut und schön fotografiert und enthält neben Klassikern, die in keinem Portugal-Kochbuch fehlen dürfen, auch viele regionale Spezialitäten aus Portugal.

Sehr erfreut sind wir auch über die zweite Neuerscheinung Brasilien – Das Kochbuch von Vania Ribeiro Ihle, erschienen in der Edition Michael Fischer, und Anfang Mai lieferbar, denn zur brasilianischen Küche ist schon seit vielen Jahren nichts mehr Neues auf Deutsch erschienen.

Vania Ribeiro Ihle ist in São Paulo, Brasilien geboren und kam erstmals 1989 nach Deutschland. Nach vielen Jahren als Unternehmerin in Berlin kehrte sie für 8 Jahre mit ihrem Mann zurück in die brasilianische Heimatstadt. Inzwischen lebt sie in Neu-Ulm ihre Leidenschaft als Köchin aus. Seit 2018 gibt sie in der Ulmer-Kochschule „Yans Kitchen“ brasilianische Kochkurse und begeistert ihre Kursteilnehmer mit ihren kulinarischen Wurzeln. Enthalten sind hier über 80 authentische Rezepte, unter anderem Ceviche, Feijoada & Picanha, aus vielen Landesteilen vom Amazonas bis nach Rio de Janeiro zum Nachkochen für zu Hause – mit Reisereportagen und stimmungsvollen Impressionen. Die Rezepte wurden sehr schön von Sabrina Sue Daniels in Szene gesetzt.

Beide Titel gibt es bei uns in der Buchhandlung:

Leandro Ferreira: Portugal – The Cookbook 49,95 EUR

Vania Ribeiro Ihle: Brasilien – Das Kochbuch , 33,00 EUR

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