Archiv der Kategorie: literaturpreise

Prêmio Jabuti geht an Luis Fernando Veríssimo und Audálio Dantas

Luis Fernando Veríssimo: Diálogos impossíveisDer Prêmio Jabuti ist der bedeutendenste brasilianische Literaturpreis und wird in 27 verschiedenen Kategorien vergeben. Aus den Preisträgern der einzelnen Teilbereiche kürt die Jury in einem zweiten Auswahlprozess die beiden besten Titel aus den Bereichen Belletristik und Sachbuch.

Für den besten fiktionalen Titel wurde in diesem Jahr Luis Fernando Veríssimo ausgezeichnet. Prämiert wurde sein im letzten Jahr erschienener Band mit „crônicas“, der den Titel Diálogos impossíveis trägt.

Den Preis als bestes Sachbuch erhielt der Reportage-Band As Duas Guerras de Vlado Herzog von Audálio Dantas.

Beide Preisträger erhielten jeweils eine Prämie von 35.000 R$ (ca. 11.000 Euro).

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Prémio José Saramago geht an Ondjaki

Ondjaki mit Michael Kegler, Copyright: TFM

Ondjaki mit Michael Kegler, Copyright: TFM

Der angolanische Autor Ondjaki ist der Gewinner des in diesem Jahr zum 7. Mal verliehen Prémio Literário José Saramago. Der mit 25.000 Euro dotierte Preis wurde von der Stiftung des portugiesischen Buchclubs Círculo de Leitores initiiert und wird mit Unterstützung des portugiesischen Kulturministeriums alle zwei Jahre an einen jungen Autor oder eine junge Autorin (bis 35 Jahre beim Erscheinen des prämierten Buches) verliehen. Der diesjährigen Jury unter der Leitung von Guilhermina Gomes gehörten Pílar del Rio, Manuel Frias Martins, Maria de Santa Cruz,  Nazaré Gomes dos Santos,  Nélida Piñon, Ana Paula Tavares und  Vasco Graça Moura an. Ondjaki, der 1977 in Angola geboren wurde, erhält den Preis für seinen Roman Os Transparentes, der im vorigen Jahr erschienen ist und ein Bild des aktuellen Luanda entwirft.

Die Preisträger der vergangenen Jahre sind Paulo José Miranda (1999 – „Natureza Morta“), José Luís Peixoto (2001 – „Nenhum Olhar“), Adriana Lisboa (2003 – „Sinfonia em Branco“), Gonçalo M. Tavares (2005 – „Jerusalém“)  und valter hugo mãe (2007 – „O remorso de Baltasar Serapião“), João Tordo („As três vidas“) und Andréa del Fuego („Os Malaquias“).

Zuletzt erschien von Ondjaki in Zusammenarbeit mit António Jorge Gonçalves die Graphik-Novel Uma escuridão bonita.

In deutscher Übersetzung (von Claudia Stein)  liegt das Jugendbuch Bom dia, Camaradas vor.

Ein Porträt von Ondjaki wurde im vorigen Jahr bei Faust-Kultur veröffentlicht.

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Alice Munro in portugiesischer Übersetzung

Im Buchmessetrubel ist die Verkündung des diesjährigen Nobelpreises für Literatur hier untergegangen. Der Preis geht – wie inzwischen bekannt sein dürfte – an die kanadische Autorin Alice Munro, eine wirklich empfehlenswerte, wunderbare Meisterin der Kurzgeschichte. In Portugal sind insgesamt sechs Bücher von Alice Munro erschienen und lieferbar.

Alice Munro: FugasA vista de Castle Rock

Amada Vida

Demasiada felicidade

Fugas

O amor de uma boa mulher

O progresso do amor

In Brasilien gibt es bisher drei übersetzte Titel

Amor de uma boa mulher

Fugitiva

Felicidade

Lieferzeit im Augenblick 2-3 Wochen aus Portugal, ca. 6 Wochen aus Brasilien.

Bestellungen bitte wie immer an unsere Buchhandlung info@tfmonline.de

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Prémio LeYa geht an Gabriela Ruivo Trindade

Der mit 100.000 Euro dotierte Prémio LeYa, der von der gleichnamigen portugiesischen Verlagsgruppe für bisher unveröffentlichte Texte verliehen wird, geht in diesem Jahr zum ersten Mal an eine Schriftstellerin – die in London lebende Portugiesin Gabriela Ruivo Trindade.

Sie erhält den Preis für den Roman Uma outra voz, der aus der Sicht verschiedener Erzählfiguren die Geschichte einer Familie aus dem Alentejo erzählt. Handlungsorte sind neben der alentejanischen Stadt Estremoz unter anderem Lissabon und Afrika. Von der Jury unter Vorsitz von Manuel Alegre wurden vor allem die starken Frauenfiguren, aber auch die ungewöhnliche Erzählweise, die Fiktion mit Fotografie mischt, hervorgehoben.

In einer ersten Stellungnahme zeigte sich die Autorin überrascht und natürlich auch erfreut über die Preisverleihung. Sie hatte das Manuskript bereits früher bei einem portugiesischen Verlag eingereicht, dort war es jedoch abgeleht worden, unter anderem mit dem Hinweis darauf, dass es zu lang sei. Gabriela Ruivo Trindade hatte den Roman daraufhin noch einmal überarbeitet und für den Wettbewerb eine deutlich verkürzte Version eingereicht, die dem Text offensichtlich gut getan hat.

Der Roman Uma outra voz erscheint im kommenden Jahr bei LeYa.

Weitere Informationen zur Preisträgerin in der portugiesischen Presse:

Público

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Prémio Fernando Namora für José Eduardo Agualusa

Das große brasilianische Literaturfest in Frankfurt ist vorbei, vielleicht bleibt in den nächsten Tagen noch Zeit für eine kleine Bilanz hier im Blog. Zahlreiche der eingeladenen Autoren werden in den nächsten Tagen noch in verschiedenen deutschen Städten zu Lesungen unterwegs sein. Nutzen Sie die Gelegenheit, die neue brasilianische Literatur kennenzulernen.

Hier im Blog sollen nun auch wieder andere Themen etwas mehr Raum erhalten.

José Eduardo Agualusa: Teoria geral do esquecimentoWie heute bekannt wurde, erhält der angolanische Schriftsteller José Eduardo Agualusa den Prémio Fernando Namora für seinen Roman Teoria geral do esquecimento, der von einer Frau handelt, die sich 1975 kurz nach der angolanischen Unabhängigkeit, in ihrer Wohnung einmauert, und dort viele Jahre allein bleibt.

Ein sehr starkes Buch, das hoffentlich bald ins Deutsche übersetzt wird und den Preis verdient hat. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert und wird von der Gruppe Estoril-Sol vergeben. Mehr Informationen in portugiesischer Sprache hier in der Online-Ausgabe des Público.

 

 

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LiBeraturpreis für Patrícia Melo

Die brasilianische Autorin Patrícia Melo, deren neuester Roman Leichendieb derzeit die erste Position in der Zeit-Krimi-Bestenliste und in der Weltempfängerliste von litprom einnimmt, erhält den LiBeraturpreis. Dieser besondere Preis besteht seit 1987 (gegründet von der Initiative LiBeraturpreis e.V.) und wird in diesem Jahr erstmals von litprom (Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Asien, Afrika und Lateinamerika e.V.) mit Unterstützung der Frankfurter Buchmesse vergeben.

Patrícia Melo: LeichendiebDie Auszeichnung richtet sich ausschließlich an schreibende Frauen. Mit der Brasilianerin Patrícia Melo wird in diesem Jahr eine „kluge Autorin“ ausgezeichnet, die es verstehe, „glaubwürdige Charaktere zu schaffen und ohne die üblichen Mittel des Krimis aufzuzeigen, dass die Grenzen zwischen Gut und Böse nicht so einfach zu ziehen sind“, wie es in der Begründung der Jury heißt.

Der Preis ist mit 3000 Euro dotiert und wird während der diesjährigen Frankfurter Buchmesse verliehen.

Leichendieb (Ladrão de cadáveres), dessen spannende Lektüre auch die TFM-Blogredaktion nur empfehlen kann,  ist bei Klett-Cotta erschienen und wurde von Barbara Mesquita ins Deutsche übersetzt.

 

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2 Preise für Hélia Correia

Innerhalb weniger Tage ist die portugiesische Autorin Hélia Correia mit zwei Literaturpreisen geehrt worden. Anfang der Woche gab die Universität Évora bekannt, dass der diesjährige Prémio Vergílio Ferreira (dotiert mit 5000 Euros)  an die Lyrikerin und Romanautorin verliehen wird.

Hélia Correia: A terceira misériaDie Jury  des seit gestern im nordportugiesischen Póvoa de Varzim stattfindenden Literaturfestivals Correntes d’Escritas hat heute mitgeteilt, dass der diesjährige Prémio Literário Correntes d’Escrita – Casino da Póvoa, ebenfalls an Hélia Correia geht. Prämiert wird ihr im letzten Jahr erschienener Lyrikband A Terceira Miséria.

Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und wird am Ende des Festivals verliehen. Der Preis wird im jährlich wechselnden Rhythmus an einem Roman und ein lyrisches Werk verliehen. Neben Hélia Correia waren in diesem Jahr Manuel António Pina, Luís Filipe Castro Mendes, Fernando Guimarães, José Agostinho Baptista, Armando Silva Carvalho, Bernardo Pinto de Almeida und  Ferreira Gullar nominiert.

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Prémio Correntes d’Escritas – Die Finalisten

Alljährlich im Februar findet das größte portugiesische Literaturfestival Correntes d’Escritas in der nordportugiesischen Stadt Póvoa de Varzim statt, in diesem Jahr bereits zum 14.Mal.

Der Literaturpreis Prémio Literário Casino da Póvoa wird in diesem Jahr an ein lyrisches Werk verliehen, das in den vergangenen beiden Jahren erschienen sein muss. Insgesamt wurden zahlreiche Werke eingereicht, viel Arbeit für die Jury also, die in diesem Jahr von Almeida Faria, Carlos Vaz Marques, Helena Vasconcelos, José Mário Silva unde Patrícia Reisgebildet wird. Die folgende Shortlist wurde gestern veröffentlicht:

A Terceira Miséria, Hélia Correia
As Raízes Diferentes, Fernando Guimarães
Negócios em Ítaca, Bernardo Pinto de Almeida
Caminharei Pelo Vale da Sombra, José Agostinho Baptista
Como se desenha uma casa, Manuel António Pina
De Amore, Armando Silva Carvalho
Em Alguma Parte Alguma, Ferreira Gullar
Lendas da Índia, Luís Filipe Castro Mendes

Der Siegertitel des mit 20.000 Euro dotierten Preises wird zur Eröffnungsveranstaltung der Correntes am 20. Februar nach einer abschließende Jurysitzung bekanntgegeben.

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Prémio Pessoa geht an Richard Zenith

Der nordamerikanische Schriftsteller und Pessoa-Forscher Richard Zenith wird mit dem diesjährigen Prémio Pessoa ausgezeichnet. Die Entscheidung wurde heute vom Präsidenten der Jury Francisco Pinto Balsemão bekannt gegeben. Zenith hat neben den Werken von Fernando Pessoa, unter anderem auch Werke von Sophia de Mello Breyner Andresen, Carlos Drummond de Andrade und Antero de Quental ins Englische übersetzt. Er ist einer der herausragenden Kenner des Werks von Fernando Pessoa und hat unter anderem die Neuausgabe des „Buchs der Unruhe“ (Livro do desassossego) herausgegeben und die Ausstellung Fernando Pessoa: Plural como o Universo mit kuratiert, die in den Räumen der Lissabonner Gulbenkian Stiftung gezeigt wurde. Richard Zenith wurde in Washington geboren, lebt aber seit Ende der 1980er Jahre in Portugal, seit einigen Jahren hat er auch die portugiesische Staatsbürgerschaft angenommen.

Der Prémio Pessoa  ist mit 60.000 Euro dotiert und wird von der Zeitschrift Expresso mit Unterstützung der Caixa Geral de Depósitos verliehen. Im letzten Jahr hat der portugiesische Philosoph, Autor und Kritiker Eduardo Lourenço den Preis erhalten.

 

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Prêmio Jabuti 2012

Miriam Leitão und Stella Maris Rezende sind die Preisträgerinnen des diesjährigen Prêmio Jabuti in den Kategorien, Buch des Jahres „não-ficção“ bzw. „ficção“.

Als bestes Sachbuch wurde Leitãos Reportageband über die Geschichte der brasilianischen Währung Saga brasileira. A longa luta de um povo por sua moeda ausgezeichnet.

In der belletristischen Kategorie gewann mit Rezendes A mocinha do mercado central  etwas überraschend ein Jugendbuchtitel. Das Buch erzählt die Geschichte eines Mädchens aus dem ländlichen Raum Brasiliens, das sich auf eine Reise in verschiedene Städte begibt und dort andere Namen und Biografien annimmt.

Die Bücher des Jahres werden traditionell aus den Gewinnern der insgesamt 29 Kategorien des Prêmio Jabuti gewählt, die bereits im Oktober bekannt gegeben worden, eine Liste der Preisträger findet sich hier.

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