Archiv der Kategorie: portugiesische Autoren

Os 10 erros da troika – Lesung und Gespräch mit Rui Peres Jorge

Rui Peres Jorge: Os 10 erros da TroikaKurz nach der Parlamentswahl in Portugal, die Anfang Oktober stattfindet, freuen wir uns, Sie am Mittwoch, dem 7. Oktober, um 19.00 Uhr zu einer Lesung und Diskussion mit dem portugiesischen Autor und Wirtschaftsjournalisten Rui Peres Jorge einzuladen.

Es moderiert Nuno Cassola (Wirtschaftswissenschafter bei der Europäischen Zentralbank). Die zweisprachige Diskussion wird von Sophie Kotanyi gedolmetscht.
Rui Peres Jorge stellt sein Buch Os 10 erros da Troika em Portugal (Die 10 Fehler der Troika in Portugal) vor, das im vergangenen Jahr in Portugal veröffentlicht wurde, noch nicht in deutscher Übersetzung vorliegt und die Probleme des Portugal von der Troika auferlegten Sparprogramms kritisch unter die Lupe nimmt.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Eintritt 5 Euro

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Pouco depois das eleições em Portugal, temos o prazer de o convidar para a apresentação do livro Os 10 erros da Troika em Portugal do autor, economista e  jornalista português Rui Peres Jorge. A sessão será moderada por Nuno Cassola (economista do Banco Central Europeu). Sophie Kotanyi será a tradutora dessa sessão bilingue que se realizará na nossa livraria (Frankfurt-Bockenheim, Große Seestraße 47), quarta-feira, 7 de outubro, às 19:00 horas.
Rui Peres Jorge, que estará presente, nasceu em 1977,  é autor, economista e jornalista no Jornal de Negócios e acompanhou a passagem da troika por Portugal desde o início.

Entrada: 5 Euros

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José Eduardo Agualusa und Luiz Ruffato – neu in deutscher Übersetzung

Die Sommerpause hier im Blog ist vorbei. Wir hoffen, Sie hatten erholsame Ferien und freuen sich so wie wir über die ersten Herbstnovitäten.

Ruffato: Ich war in Lissabon und dachte an dichAssoziation A setzt seine Werkreihe mit Titeln von Luiz Ruffato aus Brasilien fort. Eben erschienen ist der Band Ich war in Lissabon und dachte an dich (Original: Estive em Lisboa e lembrei-me de você) in der bewährten Übersetzung von Michael Kegler.

Serginho aus dem brasilianischen Cataguases (übrigens auch die Geburtsstadt des Autors) hat Arbeit und Frau verloren und die Schnapsidee, sich nach Europa abzusetzen. In Lissabon ohne Geld und Papiere angekommen, schlägt er sich durch und entdeckt die portugiesische Hauptstadt mit den Augen eines Einwanderers. In den traditionellen Restaurants der Touristenviertel arbeiten Osteuropäer, Brasilianer, Afrikaner – alle getrieben von der Hoffnung auf ein besseres Leben und mit einer Fluchtgeschichte im Gepäck.  Es wäre kein „Ruffato“, wenn uns nicht auch hier das Lissabon der kleinen Leute, der Mittellosen, Benachteiligten vorgestellt würde, fernab aller touristischen Klischees.

José Eduardo Agualusa: Das Lachen des GeckosDie zweite Neuerscheinung ist eigentlich eine Wiederauflage eines vergriffenen Titels. Mit einem schicken neuen Cover präsentiert uns der A1 Verlag aus München einen der besten Romane von José Eduardo Agualusa Das Lachen des Geckos (O vendedor de passados, ebenfalls in der Übersetzung von Michael Kegler.

Der Protagonist Félix Ventura geht einer ungewöhnlichen Tätigkeit nach: Er handelt mit erfundenen Vergangenheiten. Seine Kunden sind Minister, Landbesitzer und Generäle, Menschen der neuen angolanischen Oberschicht. Sie alle blicken in eine gesicherte Zukunft, was ihnen jedoch fehlt, ist eine glanzvolle Vergangenheit. Ventura erstellt neue Stammbäume für sie, beliefert sie mit Fotografien von Großeltern und Urgroßeltern und stattet sie mit einem makellosen Vorleben aus. Doch dann kommt ein Fremder und beauftragt Ventura, ihm nicht nur eine neue Vergangenheit, sondern eine völlig neue angolanische Identität zu verschaffen. Venturas Schöpfung beginnt den Fremden so sehr zu fesseln, dass er sich zunehmend die gefälschten Identität übernimmt und sich auf die Suche nach den Figuren seiner gekauften Vita begibt.

Agualusas Roman wurde 2007 mit dem britischen Independent Foreign Fiction Award ausgezeichnet und in zahlreiche Sprachen übersetzt. Wenn Sie das Buch noch nicht kennen, sollten Sie die „zweite Chance“ auf keinen Fall verpassen.

Wie immer finden Sie Original und deutsche Übersetzung in unserer Frankfurter Buchhandlung und in unserem Onlineshop.

Luiz Ruffato: Ich war in Lissabon und dachte an dich, Assoziation A, 14,00 EUR

José Eduardo Agualusa Das Lachen des Geckos,A1 Verlag, 17,80 EUR

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Festival Poetische Quellen mit João Ricardo Pedro und Manuel Jorge Marmelo

Das Festival  „Poetische Quellen“ findet vom 27. – 30. August 2015 in Bad Oeynhausen und Löhne bereits zum 14. Mal statt. Jährlich nehmen etwa 25 bis 30 deutsche und internationale Autorinnen und Autoren, Übersetzerinnen und Übersetzer, Publizisten, Künstler und Künstlerinnen als Gäste teil, um in Ostwestfalen einen Hauch Europas und der Welt in Geschichten, Erzählungen und Gedichten, in Gedanken und Ideen erfahren zu können.Wie in jedem Jahr räumen die „Poetischen Quellen“ dabei literarischen Neuentdeckungen viel Platz ein:
Wohin der Wind uns wehtErstmals sind mit Manuel Jorge Marmelo und João Ricardo Pedro zwei portugiesische Autoren  zu Gast beim Internationalen Literaturfest. Beide treffen am Samstag, 29. August 2015 um 20.00 Uhr aufeinander. Beide stellen ihre in Portugal preisgekrönten Romane Eine tausendmal wiederholte Lüge (Uma mentira mil vezes repetida) und Wohin der Wind uns weht (O teu rosto será o último) vor.

Es moderiert Jürgen Keimer, die Texte werden von Thomas Streipert gelesen, Michael Kegler und Marianne Gareis übersetzen. Die Veranstaltung findet im Landschafts- und Kulturpark AQUA MAGICA Bad Oeynhausen & Löhne statt, Eintritt 11,00 EUR.

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Ondjaki und Manuel Jorge Marmelo – neu in deutscher Übersetzung

Die deutschen Verlage waren im Frühjahr recht fleißig, was die Veröffentlichung portugiesischsprachiger Autoren angeht. Neben den in diesem Beitrag vorgestellten Titeln sind vor wenigen Wochen zwei weitere wichtige Bücher erschienen.

Ondjaki: Die Die DurchsichtigenEndlich in deutscher Übersetzung liegt nun der Roman Die Durchsichtigen (Os Transparentes) des angolanischen Autors Ondjaki vor. Das Buch ist in der von Indra Wussow herausgegebenen Afrika-Reihe des Wunderhorn Verlags erschienen und wurde von Michael Kegler übersetzt.

Ondjaki hat für Os Transparentes  2013 den Prémio Saramago erhalten, erstmals vorgestellt haben wir das Buch bei TFM schon in einer Lesung 2012 kurz nach Veröffentlichung des Romans in Portugal.

Schauplatz des Romans ist ein heruntergekommenes Hochhaus in Luanda, in dem sich die Angehörigen unterschiedlichster sozialer Schichten dieser turbulenten und von der Geschichte gebeutelten Stadt  auf die Füße treten, während Luanda brennt, weil gierige Geschäftsleute und Politiker unter der Stadt Erdöl fördern wollten. Katharina Schmitz hat das Buch für den „Freitag“ – Rezension „Die Durchsichtigen“ rezensiert und ist begeistert von diesem Porträt der teuersten Stadt der Welt und ihrer so unterschiedlichen Bewohner.

Hier können Sie einen Blick ins Buch werfen, bei uns in der Buchhandlung finden Sie wie immer das Original und die deutsche Übersetzung.

Manuel Jorge Marmelo: Eine tausendmal wiederholte LügeEbenfalls neu erschienen und auch von Michael Kegler übersetzt, ist im A1 Verlag der Roman Eine tausendmal wiederholte Lüge (Uma mentira mil vezes repetida) des portugiesischen Schriftstellers Manuel Jorge Marmelo. Auch Marmelo hat für diesen Roman einen wichtigen Preis erhalten, nämlich 2014 den Prémio Literário Correntes d’Escritas des gleichnamigen Literaturfestivals in Póvoa de Varzim.

Eine tausendmal wiederholte Lüge sind ein Roman oder gar viele Romane im Roman –  Um der Anonymität seines gewöhnlichen Lebens zu entkommen, der Einsamkeit beim Schreiben und dem Vergessen durch künftige Leser, erfindet der Erzähler ein monumentales Werk und seinen Autor – Oscar Schidinski, einen ungarischen Juden mit wechselvollem Leben – dazu eine Vielzahl an Protagonisten und Geschichten, die er den Mitreisenden im Zug immer aufs wieder aufs Neue nahebringt.

Auch hier finden Sie Original und Übersetzung natürlich in unserem Sortiment.

Manuel Jorge Marmelo: Eine tausendmal wiederholte Lüge, A1 Verlag, 2015, 18,80 EUR (E-book 12,99 EUR)
Ondjaki: Die Durchsichtigen, Wunderhorn 2015, 24,80 EUR (E-book: 16,99 EUR)

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Prémio Camões 2015 geht an Hélia Correia

Der bekannteste Literaturpreis der portugiesischsprachigen Welt wird 2015 an die portugiesische Autorin Hélia Correia verliehen.  Der Preis wurde 1988 von den Regierungen Brasiliens und Portugals ins Leben gerufen und ist mit 100.000 Euro dotiert. Alljährlich wird mit ihm ein portugiesischsprachiger Schriftsteller ausgezeichnet. Im letzten Jahr hatte der brasilianische Historiker Alberto Costa e Silva den Preis erhalten.

Hélia Correia: Vinte degraus e outros contosDer Jury, die sich einstimmig für Hélia Correia entschied, gehörten in diesem Jahr der Literaturkritiker Pedro Méxia, Rita Marnoto von der Universität Coimbra, der brasilianische Lyriker und Essayist Antonio Carlos Secchin, der Schriftsteller Affonso Romano Sant’Anna ebenfalls aus Brasilien sowie Inocência Mata aus São Tomé e Príncipe und der mosambikanische Autor Mia Couto, der Preisträger von 2013, an.

Hélia Correia hat bisher ein sehr vielfältiges Werk veröffentlicht, das sowohl Romane und Erzählungen, aber auch von der klassischen griechischen Tragödie inspirierte Theaterstücke, Gedichte und Kinderbücher beinhaltet.

Für ihren zuletzt erschienenen Erzählband Vinte degraus e outros contos hatte sie im vergangenen Jahr bereits den Grande Prémio do Conto Camilo Castelo Branco 2014 zuerkannt bekommen.

In einer ersten Reaktion zeigte sich die Autorin überrascht über die Preisvergabe. Ihr langjähriger Verleger Francisco Vale vom unabhängigen Verlag Relógio d’água sprach ebenfalls von einem „unerwarteten, aber wohlverdienten“ Preis.

In deutscher Übersetzung wurden bisher nur einzelne Gedichte und Erzählungen in Anthologien veröffentlicht, so in der 1999 zum 25. Jahrestag der Nelkenrevolution erschienen Ausgabe der Literaturzeitschrift „die horen“ sowie in der 1997 zum Portugal-Schwerpunkt der Buchmesse veröffentlichten Zeitschrift „Metaphora“.

Ein ausführlicher Artikel über die Preisvergabe ist in der Hélia Correia im Público erschienen.

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Das Ende der Fiesta – Lesung mit Miguel Szymanski in Offenbach

Miguel Szymanski liest aus Ende der Fiesta. Südeuropas verlorene Jugend (Kösel 2014)

im Filmklubb Offenbach, Isenburgring 36, Tel. 0177-2222345

am Freitag, dem 8. Mai, ab 19.00 Uhr

An diesem Abend bietet der Filmklubb auch portugiesisches Essen an.

Miguel Szymansik: Ende der FiestaGenau 100 Jahre nachdem sein deutscher Urgroßvater aus dem damaligen „Armenhaus“ Schwaben nach Portugal an die Algarve auswanderte, kehrt der Autor 2013 mit seiner Familie aus Portugal nach Deutschland zurück. Die Eurokrise hat Miguel Szymanski vom erfolgreichen Journalisten zum Wirtschaftsflüchtling gemacht. Wie hunderttausende Südeuropäer  steht er über Nacht vor dem Nichts. Die Läden in seiner Straße schließen, Freunde ohne Arbeit sitzen auf Schuldenbergen, und in den Krankenhäusern geht das Verbandszeug aus. Szymanskis Geschichte ist die schonungslose Innenansicht eines sterbenden Landes, eine europäische Familiensaga und ein kritischer Blick auf Deutschland.

Miguel Szymanski fotoÜber den Autor
Miguel Szymanski wuchs in Deutschland, Spanien und Portugal auf. Als Journalist und Autor war er in Lissabon unter anderem tätig für die Wirtschaftszeitung Económico, die Wochenzeitung Expresso und das Lifestyle-Magazin GQ, sowie als Portugalkorrespondent für den ORF und andere deutschsprachige Sender. Seit 2013 ein Eurokrisenflüchtling kam er im Juli 2014 mit seiner Familie nach Frankfurt.

TFM ist mit einem Büchertisch vertreten.

Miguel Szymanski: Ende der Fiesta. Südeuropas verlorene Jugend, Kösel, 17,99

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Neu in deutscher Übersetzung – die Frühjahrsnovitäten (1)

José Saramago: HellebardenDer Bücherfrühling hält eine ganze Reihe von Neuübersetzungen portugiesischsprachiger Autoren bereit. Schon eingetroffen sind das nachgelassene Romanfragment Hellebarden (Alabardas, Alabardas) des 2010 verstorbenen portugiesischen Nobelpreisträgers José Saramago.  In den nun veröffentlichten Seiten, erschienen bei Hoffmann und Campe, an denen Saramago bis kurz vor seinem Tod gearbeitet hat, setzt er sich mit den Folgen des Waffenhandels auseinander, einem brisanten Thema, das heute mehr denn je die ganze Welt bewegt. Der Text wurde von Karin von Schweder-Schreiner ins Deutsche übersetzt. Dem Buch beigefügt sind Essays von Roberto Saviano und Fernando Gómez Aguilera, die Illustrationen stammen von Günter Grass.

Beatriz Bracher: Die VerdächtigungMit der brasilianischen Militärdiktatur setzt sich der jetzt von Maria Hummitzsch ins Deutsche übertragene Roman Die Verdächtigung (Não falei) von Beatriz Bracher, erschienen bei Assoziation A auseinander. Ein Universitätsdozent lässt nach der Pensionierung sein Leben Revue passieren. Als Oppositioneller unter der Militärdiktatur verhaftet und gefoltert, lebte er jahrzehntelang mit dem Makel des Verdachtes, seinen Freund verraten zu haben. Beatriz Bracher wird im Mai den Roman auf einer Lesereise in Deutschland und Österreich vorstellen.

Carola Saavedra: Blaue BlumenAb 12. März ist Carola Saavedras Briefroman Blaue Blumen (Flores azuis) lieferbar, der ebenfalls von Maria Hummitzsch ins Deutsche übersetzt wurde und bei C.H. Beck erscheint. Eine Frau schreibt Briefe an einen Mann, der sie verlassen hat, aber der Mann, der sie erhält und liest, der von ihnen berührt und ergriffen wird, so sehr, dass er nicht mehr zur Arbeit geht, ist gar nicht der richtige Adressat. Er selbst lebt in Trennung von seiner Frau und seinem Kind, ist ebenfalls verlassen worden und so wechselt sich seine eigene Geschichte ab mit den Briefen, die offenbar irrtümlich bei ihm landen und auf die er zu warten beginnt.

Carola Saavedra liest am 17.3. in Frankfurt aus ihrem Buch.

Vanessa da Mata: BlumentochterDas Romandebüt Blumentochter (Filha das flores) der bekannten brasilianischen Sängerin Vanessa da Mata ist in der Übersetzung von Kirsten Brandt jetzt bei Ullstein erschienen. Hauptfigur ist die junge Giza, die mit ihren Tanten Florinda und Margarida in einer kleinen Stadt in den brasilianischen Tropen lebt. . Hinter ihrem Haus bestellen sie einen prächtigen Garten. Die Blumen verkauft Giza überall in der Stadt, und so erfährt sie auch von Liebesgeschichten, über die sonst nur hinter vorgehaltener Hand getuschelt wird. Als Florinda ihre erste große Liebe verhindert, flieht Giza in die große Stadt. Erst zwölf Jahre später kehrt sie zurück.

Alle Bücher im Original und der deutschen Übersetzung gibt es wie immer bei uns in der Buchhandlung oder über unsere Webseite.

Sollten Sie an den Ebooks der deutschen Übersetzungen interessiert sein, können Sie diese hier bestellen.

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Prémio Literário Correntes d’Escritas geht an Fernando Echevarria

Fernando Echevarria: Categorias e outras paisagensWie im vorigen Beitrag berichtet, wurde das größte Literaturfestival Portugals, die Correntes d’Escritas im nordportugiesischen Póvoa de Varzim gestern eröffnet. Die Bekanntgabe des Preisträgers des mit 20.000 Euro dotierten Prémio Literário Casino da Póvoa erfolgte traditionell im Rahmen der Eröffnungszeremonie.

In diesem Jahr standen ausschließlich Lyrik-Titel zur Auswahl. Die Jurymitglieder Afonso Cruz, Almeida Faria, Ana Paula Tavares, Maria Flor Pedroso und Valter Hugo Mãe haben sich für Fernando Echevarria und sein 2013 erschienes Werk Categorias e outras paisagens entschieden. Der Preis  wird am letzten Tag des Festivals verliehen.

Fernando Echevarria wurde 1929 als Sohn einer spanischen Mutter und eines portugiesischen Vaters in Spanien geboren. Im Alter von 2 Jahren kam er nach Portugal. Er hat unter anderem Theologie und Philosophie Portugal und Spanien studiert und ging 1961 ins Exil nach Paris. Dort und später in Algier arbeitete er als Dozent. Er lebt heute immer noch in Paris.

Bereits in der Vergangenheit hat er für sein lyrisches Werk zahlreiche Literaturpreise erhalten (u.a. Prémio D. Dinis, Grande Prémio de Poesia da Associação Portuguesa de Escritores, Grande Prémio Sophia de Mello Breyner Andresen)

Die Pressemeldung der Festivalorganisation findet sich hier.

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Herbstzeit – Lesezeit, Teil 4

Gleich zwei der bekanntesten jungen Autoren Portugals haben in diesem Herbst neue Bücher vorgelegt.

José Luís Peixoto: GalveiasJosé Luís Peixoto kehrt mit dem Roman Galveias in seine gleichnamige Heimatstadt im Alentejo zurück. Ausgangspunkt ist ein für die Dorfgemeinschaft einschneidendes Erlebnis, das Peixoto zum Anlass nimmt in den folgenden Kapiteln die einzelnen Bewohner und ihre oft abgrundtiefen Geschichten zu erzählen.  Sicher einer der besten Romane des Herbstes.

José Luís Peixoto: Galveias, bei TFM für 24,80 EUR

Andere Titel von José Luís Peixoto finden Sie hier in unserem Angebot.

Gonçalo M. Tavares, vom dem mit Die Versehrten und Joseph Walsers Maschine schon zwei Romane aus der „schwarzen Serie“ in deutscher Übersetzung vorliegen, hat in diesem Herbst sogar zwei neue Bücher veröffentlicht.

Gonçalo M. Tavares: Uma menina está perdida no seu século à procura do paiDer Roman Uma menina está perdida no seu século à procura do pai erzählt die Geschichte der 12jährigen Hanna, die am Down-Syndrom leidet und sich zusammen mit Marius, der etwas zu verbergen scheint, auf die Suche nach ihrem Vater begibt. Die Suche führt sie auf eine, einmal mehr düstere,  Reise durch europäische Städte, die durch die Folgen des 2. Weltkriegs gezeichnet sind.

Der zweite Band, ein schmaleres Buch mit dem Titel Os velhos também querem viver  versetzt das Theaterstück Alkestis von Euripedes , in dem es um die Frage des stellvertretenden Todes für einen anderen geht, in die Zeit des Balkankrieges und der Belagerung von Sarajevo.

Gonçalo M. Tavares: Uma menina está perdida no seu século à procura do pai , bei TFM für 21,80 EUR

Gonçalo M. Tavares: Os velhos também querem viver  , bei TFM für 13,90 EUR

Weitere Bücher des inzwischen über 30 Titel umfassenden Werks von Gonçalo M. Tavares finden Sie in unserem Angebot.

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Das Ende der Fiesta – Lesung mit Miguel Szymanski

Miguel Szymanski liest aus Ende der Fiesta. Südeuropas verlorene Jugend (Kösel 2014)

Moderaton: Bärbel Schäfer
Galerie Hake, Leipziger Straße 35
Donnerstag, 27. November, 19.30 Uhr. Eintritt: 6 Euro.

Reservierungen : galeriehake@gmail.com oder 069/7077928

Miguel Szymansik: Ende der FiestaGenau 100 Jahre nachdem sein deutscher Urgroßvater aus dem damaligen „Armenhaus“ Schwaben nach Portugal an die Algarve auswanderte, kehrt der Autor 2013 mit seiner Familie aus Portugal nach Deutschland zurück. Die Eurokrise hat Miguel Szymanski vom erfolgreichen Journalisten zum Wirtschaftsflüchtling gemacht. Wie hunderttausende Südeuropäer  steht er über Nacht vor dem Nichts. Die Läden in seiner Straße schließen, Freunde ohne Arbeit sitzen auf Schuldenbergen, und in den Krankenhäusern geht das Verbandszeug aus. Szymanskis Geschichte ist die schonungslose Innenansicht eines sterbenden Landes, eine europäische Familiensaga und ein kritischer Blick auf Deutschland.

Miguel Szymanski fotoÜber den Autor
Miguel Szymanski wuchs in Deutschland, Spanien und Portugal auf. Als Journalist und Autor war er in Lissabon unter anderem tätig für die Wirtschaftszeitung Económico, die Wochenzeitung Expresso und das Lifestyle-Magazin GQ, sowie als Portugalkorrespondent für den ORF und andere deutschsprachige Sender. Seit 2013 ein Eurokrisenflüchtling kam er im Juli 2014 mit seiner Familie nach Frankfurt, wo er eine Anstellung als Journalist fand.

TFM ist mit einem Büchertisch vertreten, wir haben das Buch aber natürlich auch jetzt schon vorrätig.

Miguel Szymanski: Ende der Fiesta. Südeuropas verlorene Jugend, Kösel, 17,99

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