Archiv der Kategorie: literaturpreise

Frederico Lourenço erhält Prémio Pessoa

Der Prémio Pessoa, mit dem alljährlich Persönlichkeiten aus Kultur oder Wissenschaft ausgezeichnet werden, geht in diesem Jahr an den portugiesischen Autor, Übersetzer und Wissenschaftler Frederico Lourenço. Der Preis ist mit 60.000 Euro dotiert und wird von der Wochenzeitschrift Expresso verliehen.

Frederico Lourenço: Bíblia vol. 1

Mit Frederico Lourenço wird eine auf intellektuellem und kulturellem Gebiet herausragende Persönlichkeit geehrt, so die Jury unter Vorsitz von Francisco Pinto Balsemão in ihrer Begründung.

Frederico Lourenço wurde 1963  in Lissabon geboren. Er studierte Klassische Sprachen und Literaturen und erwarb auf diesem Gebiet auch einen Doktortitel. Im Augenblick hat er eine Professur (professor associado) an der Universität Coimbra inne.  Frederico Lourenço ist Autor mehrerer Romane und hat viele klassische Texte, z.B. von Homer ins Portugiesische übertragen. Sein aktuelles Großprojekt ist eine neue Bibelübersetzung aus dem Griechischen. Der erste Band der auf sechs Bände angelegten Neuübersetzung ist in diesem Herbst erschienen, weitere zwei sind bereits übersetzt und werden im Lauf des kommenden Jahres veröffentlicht.

Zur neuen Bibelübersetzung hat er dem Público im Herbst ein großes Interview gegeben, dass Sie hier nachlesen können.

Bíblia – vol. 1, tradução: Frederico Lourenço, bei uns bestellbar.

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Prémio Oceanos geht an José Luís Peixoto

José Luís Peixoto: Galveias

Der portugiesische Autor José Luís Peixoto ist der diesjährige  Preisträger des Prémio Oceanos. Er wird für seinen  Roman Galveias, der den Namen seines Heimatdorfs im Alentejo trägt,  ausgezeichnet, der in Portugal 2014 bei Quetzal, in Brasilien 2015 bei Companhia das Letras erschienen ist.  Der im letzten Jahr neu ins Leben gerufene Preis Oceanos ist mit 100.000 Reais dotiert und wird vom Institut Itaú Cultural in Brasilien vergeben, er ersetzt den bisherigen Prémio Portugal Telecom de Literatura.

Ausgangspunkt des Romans ist ein für die Dorfgemeinschaft einschneidendes Erlebnis, das Peixoto zum Anlass nimmt in den folgenden Kapiteln die einzelnen Bewohner zu porträtieren und ihre oft abgrundtiefen Geschichten zu erzählen.

José Luís Peixoto wurde 1974 geboren. Er hat Moderne Sprachen und Literaturen an der Universidade Nova Lissabon studiert und schon zahlreiche Romane, Erzählungen und auch Lyrik veröffentlicht. Für seinen Roman Nenhum Olhar erhielt er schon 2001 den Prémio José Saramago.

In deutscher Übersetzung erschien bei Septime der Roman Das Haus im Dunkel (Uma casa na escuridão).

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Prêmio Jabuti geht an Julián Fuks und Arnaldo Antunes

Julián Fuks: A resistência

Der Prêmio Jabuti ist der bedeutendenste brasilianische Literaturpreis und wird in 28 verschiedenen Kategorien vergeben. Aus den Preisträgern der einzelnen Teilbereiche kürt die Jury in einem zweiten Auswahlprozess das Buch des Jahres.

In der Kategorie „Roman“ wurde in diesem Jahr das Buch A Resistência von Julián Fuks ausgezeichnet, der die Geschichte einer Familie in Argentinien nach dem Putsch 1976 beschreibt, den Preis für den besten Lyrikband ging an Agora Aqui Ninguém Precisa de Si von Arnaldo Antunes, in der Kategorie Kurzgeschichten war Amora von Natalia Borges Polesso erfolgreich.

Alle Preisträger der anderen Kategorien lassen sich hier einsehen. Die Preisverleihung findet Ende des Monats statt, dann wird auch das Buch des Jahres bekannt gegeben.

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Nobelpreis für Literatur 2016

Mit dem Nobelpreis für Literatur wird in diesem Jahr der Musiker Bob Dylan geehrt.  Der Liedermacher werde für seine poetischen Neuschaffungen in der großen amerikanischen Gesangstradition geehrt, hieß es zur Begründung.

In portugiesischer Übersetzung sind lieferbar:
Bob Dylan – Crónicas, Vol. I
Bob Dylan – Canções – Volume I (1962-1973)

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Prémio Camões 2016 geht an Raduan Nassar

Der bekannteste Literaturpreis der portugiesischsprachigen Welt wird 2016 an den brasilianischen Autor Raduan Nassar verliehen.  Der Preis wurde 1988 von den Regierungen Brasiliens und Portugals ins Leben gerufen und ist mit 100.000 Euro dotiert. Alljährlich wird mit ihm ein portugiesischsprachiger Schriftsteller ausgezeichnet. Im letzten Jahr wurde die portugiesische Schriftstellerin Hélia Correia ausgezeichnet.

Raduan Nassar wurde 1937 in Pindorama geboren, seine Eltern waren in den 1920er aus dem Libanon nach Brasilien emigriert. Er hat insgesamt nur drei Bücher veröffentlicht, die jedoch nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben und in viele Sprachen übersetzt wurden. Seine beiden Romane Um copo de cólera und Lavoura arcaíca wurden in den 1970er Jahren in Brasilien veröffentlicht, die deutschen Übersetzungen erschienen bei Suhrkamp, sind jedoch im Moment nur noch antiquarisch lieferbar. Mitte der 1990er Jahre folgte der Erzählband Menina a caminho, der bisher nicht in deutscher Übersetzung vorliegt.

Raduan Nassar hat sich nach dem Erfolg seiner beiden Romane in den 1980er Jahren nahezu vollständig aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und sich der Landwirtschaft auf seiner Quinta gewidmet. Er tritt bis heute nur sehr selten in Erscheinung, daher hatte seine öffentliche Unterstützung für Dilma Rousseff in den letzten Wochen besonderes Gewicht in der brasilianischen Öffentlichkeit.

Ein ausführlicher Artikel zu Raduan Nassar erschien in der portugiesischen Zeitung Público.

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Hermann Hesse Preis für Luiz Ruffato und Michael Kegler

Luiz Ruffato (Copyright: Adriana Vichi)
Luiz Ruffato (Copyright: Adriana Vichi)

Der brasilianische Autor Luiz Ruffato und sein deutscher Übersetzer Michael Kegler werden mit dem diesjährigen Hermann Hesse Preis ausgezeichnet. Die Hermann-Hesse-Stiftung teilte mit, das Gespann sei ein Glücksfall: Der Schriftsteller Luiz Ruffato beherrsche alle Tonarten. Der Übersetzer Michael Kegler habe mit großer stilistischer Sensibilität adäquate Entsprechungen im Deutschen gefunden.  Der Jury gehörten Ulrich Blumenbach, Dorothee Kimmich, Burkhart Kroeber, Felicitas von Lovenberg und Ilja Trojanov an.

Von Luiz Ruffato sind bisher vier Romane (Es waren viele Pferde; Mama, es geht mir gut, Feindliche Welt und zuletzt Ich war in Lissabon und dachte an dich) und  in deutscher Übersetzung erschienen. Alle wurden bei Assoziation A veröffentlicht.  Zuletzt war er im Januar beim Litprom-Literaturfestival und im Haus am Dom in Frankfurt zu Gast.

Michael Kegler, copyright: Petra Noack (TFM)
Michael Kegler, copyright: Petra Noack (TFM)

Michael Kegler hat neben den Romanen Ruffatos zahlreiche andere Titel portugiesichsprachiger Autoren ins Deutsche übertragen, unter anderem José Eduardo Agualusa, Rui Zink, Manuel Jorge Marmelo und Michel Laub.

Zum Preis

Der Internationale Hermann-Hesse-Preis ist mit 20.000 Euro dotiert, jeweils zur Hälfte für Autor und Übersetzer. Gewürdigt werden soll laut Statut „eine schriftstellerische Leistung von internationalem Rang in Verbindung mit ihrer Übersetzung“. Der Preis wird alle zwei Jahre verliehen.  Hier finden Sie die offizielle Pressemeldung der Stiftung.

Die Preisverleihung findet am 2. Juli, dem Geburtstag Hermann Hesses, in Calw statt. Wir freuen uns riesig und gratulieren sehr herzlich.

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Prémio Literário Correntes d’Escritas geht an Javier Cercas

Das größte Literaturfestival Portugals, die Correntes d’Escritas im nordportugiesischen Póvoa de Varzim wurde heute eröffnet. Die Bekanntgabe des Preisträgers des mit 20.000 Euro dotierten Prémio Literário Casino da Póvoa erfolgte traditionell im Rahmen der Eröffnungszeremonie.

Javier Cercas: As leis da fronteiraIn diesem Jahr wurde wieder ein belletristisches Werk ausgezeichnet. Die Jurymitglieder Carlos Vaz Marques, Helena Vasconcelos, Isabel Pires de Lima, João Rios und José Manuel Fajardo haben sich aus der Liste der 13 Nominierten für den spanischen Autor Javier Cercas  und seinen 2014 in Portugal bei Assírio und Alvim erschienenen Roman As leis da fronteira (deutsche Übersetzung: Outlaws, bei S. Fischer erschienen) entschieden. Der Preis  wird am letzten Tag des Festivals verliehen.

Javier Cercas wurde 1962 in Cárceres geboren und hat bereits einige erfolgreiche Bücher veröffentlicht. Er wurde mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet. In Portugal erschien zuletzt 2015 der Roman O Impostor.

Die Pressemeldung der Festivalorganisation findet sich hier.

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Prémio Vergílio Ferreira

Der von der Universität Évora in diesem Jahr zum 20. Mal vergebene Prémio Vergílio Ferreira  geht an den portugiesischen Schriftsteller João de Melo, der für sein Gesamtwerk ausgezeichnet wird.  Dies gab die Jury, der António Sáez Delgado und Elisa Esteves, Gustavo Rubim, Carlos Reis und Lídia Jorge angehörten, heute früh bekannt.

João de Melo: Gente Feliz com Lágrimas

João de Melo wurde 1949 auf der zu den Azoren gehörenden Insel São Miguel geboren. Im Alter von 11 Jahren zog er auf den Kontinent und trat in ein Priesterseminar ein. Die Jahre der Kindheit auf der Insel und im Internat des Priesterseminars sowie später die traumatischen Erfahrungen als Soldat im Kolonialkrieg haben sein literarisches Werk nachhaltig beeinflusst. Sein bekanntester Roman Gente Feliz com lágrimas (Glückliche Menschen mit Tränen) hat bis heute zahlreiche Auflagen erlebt und ist in Auszügen im bei TFM veröffentlichten zweisprachigen Band Letras Portuguesas auch in deutscher Übersetzung (von Maralde Meyer-Minnemann) erschienen.

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Prémio Correntes d’Escritas 2016- Die Finalisten

Alljährlich im Februar findet das größte portugiesische Literaturfestival Correntes d’Escritas in der nordportugiesischen Stadt Póvoa de Varzim statt, in diesem Jahr bereits zum 17.Mal.

Der Literaturpreis Prémio Literário Casino da Póvoa wird in diesem Jahr an ein Prosawerk verliehen, das in den vergangenen beiden Jahren erschienen sein muss. Insgesamt wurden 170 Werke eingereicht, viel Arbeit für die Jury also, die in diesem Jahr von Carlos Vaz Marques, Helena Vasconcelos, Isabel Pires de Lima, João Rios und José Manuel Fajardo gebildet wird.  Die 13 Titel umfassende Shortlist wurde in der vergangenen Woche veröffentlicht und enthält folgende Titel:

A Casa Azul, Cláudia Clemente

A Desumanização,  Valter Hugo Mãe

A Liberdade de Pátio, de Mário de Carvalho

A Rainha Ginga, de José Eduardo Agualusa

As Leis da Fronteira, de Javier Cercas

Barba Ensopada De Sangue, de Daniel Galera

Cláudio e Constantino, de Luísa Costa Gomes

Da Família, de Valério Romão

Gente Melancolicamente Louca, de Teresa Veiga

Hereges, de Leonardo Padura

O Sonho Português, de Paulo Castilho

Os Memoráveis, de Lídia Jorge

Tudo são Histórias de Amor, de Dulce Maria Cardoso

 

Der Siegertitel des mit 20.000 Euro dotierten Preises wird zur Eröffnungsveranstaltung der Correntes am 23. Februar nach einer abschließende Jurysitzung bekanntgegeben.

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Prémio Oceanos geht an Silviano Santiago

Silviano Santiago: Mil rosas roubadasDer brasilianische Autor Silviano Santiago ist der erste Preisträger des Prémio Oceanos. Er wird für seinen  Roman  Mil Rosas Roubadas ausgezeichnet, der 2014 im Verlag Companhia das Letras erschienen ist. Der neu ins Leben gerufene Preis Oceanos ist mit 100.000 Reais dotiert und wird vom Institut Itaú Cultural in Brasilien vergeben und ersetzt den bisherigen Prémio Portugal Telecom de Literatura.

Der 79jährige Silviano Santiago hat bisher über 30 Bücher verschiedener literarischer Genre veröffentlicht und arbeitete auch als Professor für brasilianische Literatur sowie als Journalist.

Ebenfalls ausgezeichnet wurden die Schriftsteller Elvira Vigna und Alberto Mussa.

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