Archiv der Kategorie: brasilianische literatur

Prémio José Saramago 2011 geht an Andréa del Fuego

Die brasilianische Autorin Andréa del Fuego erhält den Preis für ihren 2010 veröffentlichten Roman Os Malaquias (Língua Geral). Mit dem Preis, der von der Fundação Círculo de Leitores ins Leben gerufen wurde, um an die Verleihung des Literaturnobelpreises an José Saramago zu erinnern, wird alle 2 Jahre ein Roman eines portugiesischsprachigen Autors unter 35 Jahre geehrt. Für junge Schriftstellerinnen und Schriftsteller ist er einer der prestigeträchtigsten Preise der portugiesischsprachigen Literaturwelt.

Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert und wurde heute in Lissabon vom portugiesischen Kulturstaatssekretär Francisco José Viegas an Andrea del Fuego überreicht.

Bisherige Preisträger waren Paulo José Miranda, Adriana Lisboa, José Luís Peixoto, Gonçalo M. Tavares, Valter Hugo Mãe und João Tordo.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter brasilianische autoren, brasilianische literatur, literaturpreise

Prêmio Jabuti 2011

Die Câmara Brasileira do Livro hat gestern die Preisträger des 53.Prêmio Jabuti bekannt gegeben. Der bedeutendste Literaturpreis Brasiliens wird in insgesamt 29 Kategorien vergeben.

Als bester Roman wurde Ribamar von José Castello geehrt, in der Kategorie Reportage siegte 1822 von Laurentino Gomes. Dalton Trevisans Desgracida erhielt die Auszeichnung in der Kategorie Contos e Crônicas, Ferreira Gullar in der Kategorie Lyrik für Em alguma parte alguma.

Die Liste aller Preisträger findet sich hier.

Aus den 29 Preisträgern der verschiedenen Kategorien werden Ende des Monats noch zwei Titel ausgewählt, die mit dem Titel „Buch des Jahres“ in den Bereichen Belletristik (ficção) und Sachbuch (não-ficção) geehrt werden.

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter brasilianische literatur, literaturpreise

Buchmesseprogramm

Der Oktober steht vor der Tür und mit ihm die  Frankfurter Buchmesse, die in diesem Jahr vom 12. bis 16. Oktober stattfindet und das literaturbegeisterte Island als Ehrengast hat.

Einige Veranstaltungen werfen aber auch schon einen Blick voraus auf das Gastland 2013, Brasilien. Wir haben sie hier für Sie zusammengefasst:

Mittwoch, 12.10.  16.15.-18.30 Uhr. Forum Dialog, Halle 5.1. A962  Literaturdialog Brasilien. Der Präsident der Brasilianischen Nationalbibliothek Galeno Amorim stellt das Übersetzungsförderungsprogramm Brasiliens vor. Umgerechnet 7,6 Millionen Dollar sollen bis 2020 in die Verbreitung brasilianischer Literatur investiert werden.

Donnerstag, 13.10. 11.00-12.00 Uhr, Have a look at Brazil, Book Markets, Rights & Licences (für Fachbesucher)

Donnerstag 13.10. 20.00 Uhr, Buchhandlung TFM, Große Seestr. 47
Noite literária com Carola Saavedra. Lesung und Gespräch portugiesisch-deutsch, Eintritt frei, Moderation/Übersetzung: Maria Hummitzsch und Michael Kegler.

Eine Veranstaltung des  Generalkonsulats von Brasilien in  Frankfurt in Zusammenarbeit mit TFM – Centro do Livro, Frankfurt.

Carola Saavedra  liest aus ihren Roman Toda terça, dessen Handlung teilweise in Frankfurt spielt, und ihrem neuen Roman Paisagem com dromedário, der auf der Shortlist für den renommierten brasilianischen Literaturpreis Prémio Jabuti steht.

Samstag, 15.10. 15.45–16.45 Uhr im Weltempfang Salon, 5.0 D963
Seelen – Landschaften – Städte: Wer oder was erzählt uns Brasilien?
Gespräch (Deutsch/Portugiesisch)
Die aktuelle brasilianische Literatur ist überraschenderweise in Deutschland weitgehend unbekannt. Nach dem Boom der
1980er und 1990er Jahre wurde kaum noch etwas ins Deutsche übersetzt. Dabei brodelt der literarische Schmelztiegel Brasilien. Was können, was sollten wir aus Brasilien lesen? Und warum gibt es zurzeit so wenig auf Deutsch?
Teilnehmer:
Marcelo Ferroni (Brasilien), geboren 1974, Schriftsteller und Verleger, sein erster Roman Método Prático de Guerrilha wird zurzeit ins Deutsche, Italienische und Spanische übersetzt
Carola Saavedra (Brasilien), geboren 1973, Schriftstellerin, Übersetzerin, Kommunikationswissenschaftlerin,
Literaturpreis der Kritikervereinigung APCA 2008
Moderation: Michael Kegler, Kooperation: Centro Cultural Brasileiro em Frankfurt (CCBF)

Von Mittwoch bis Freitag öffnet die Buchmesse für Fachbesucher, am Wochenende für das allgemeine Publikum.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter brasilianische autoren, brasilianische literatur, frankfurt, Veranstaltungen

João Ubaldo Ribeiro liest in Wien

Im Rahmen der brasilianischen Literaturwoche liest João Ubaldo Ribeiro am kommenden Freitag, 16.9. um 19.00 Uhr in der Hauptbücherei Wien, Urban Loritz-Platz 2a aus seinem in unserem Verlag veröffentlichten Buch

Um Brasileiro em Berlim – Ein Brasilianer in Berlin

Deutsche Lesung: Kathrin Sartingen (Romanistik Wien), Moderation: Ute Hermanns (Bundesuniversität Ceará, Fortaleza – Brasilien).

Sollten Sie in der Nähe sein, schauen Sie unbedingt vorbei, es wird sicher ein sehr unterhaltsamer Abend.

Der Eintritt ist frei!

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter brasilianische autoren, brasilianische literatur, Veranstaltungen

Metropolitan Festival mit José Eduardo Agualusa und Fernando Molica

Der literarische Herbst, der in diesem Jahr mit besonders vielen Veranstaltungen rund um die portugiesischsprachige Literatur aufwarten wird, wirft bereits seine Schatten voraus.

Vom 31.August bis 4. September findet zum wiederholten Mal das von der Frankfurter Romanfabrik organisierte Metropolitan Festival statt. Unter dem Motto „Die erzählte Stadt“ nehmen diesmal mit José Eduardo Agualusa und Fernando Molica auch zwei portugiesischsprachige Autoren teil und vertreten die Städte Luanda bzw. Rio de Janeiro.

José Eduardo Agualusa liest aus seinem neuesten Buch Barroco Tropical  (deutsch von Michael Kegler, erschienen im A1-Verlag) und diskutiert in

Frankfurt: Donnerstag, 01.09., 19.30 Uhr
Haus am Dom, Domplatz 3

Darmstadt: Freitag, 02.09., 18.00 Uhr
Kammerspiele/Staatstheater, Georg-Büchner-Platz 1

Darmstadt: Samstag, 03.09,17:00 Uhr
PODIUM I mit José Eduardo Agualusa, Lilian Faschinger, Helmuth Berking, Julika Griem und Ruth Fühner, Darmstadt, TU/Schloß.

 

Die Veranstaltungen mit Fernando Molica (Er liest aus Krieg in Mirandão, übersetzt von Michael Kegler, erschienen bei Nautilus)  finden statt in

Darmstadt: Freitag, 02.09., 21.00 Uhr
Kammerspiele/Staatstheater, Georg-Büchner-Platz 1

Frankfurt: Samstag, 03.09., 20.00 Uhr
Mainforum, Wilhelm-Leuschner-Straße 79

Frankfurt, Sonntag, 04.09, 11:00 Uhr
PODIUM II mit Fernando Molica, Eduardo Mendoza, Joachim Schares, N.N. und Dieter Bartetzko
Frankfurt, Deutsches Architekturmuseum

Eintritt jeweils 8,00 EUR/ ermäßigt 4,00 EUR

Weitere Informationen zu den Büchern, Autoren und weiteren Festivalteilnehmern aus New York, Paris, Wien und Barcelona auf der eigens von der Romanfabrik eingerichteten Seite.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter angolanische literatur, brasilianische autoren, brasilianische literatur, frankfurt, Veranstaltungen

Moacyr Scliar (1937-2011)

Der brasilianische Schriftsteller  Moacyr Scliar ist am vergangenen Wochenende in Porto Alegre an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben. Der Sohn russisch-jüdischer Einwanderer wurde 1937 im südbrasilianischen Porto Alegre geboren. Er veröffentlichte neben seiner langjährigen Tätigkeit als Arzt mehr als 70 Romane, Essays, Kinder- und Jugendbücher und war einer der wichtigsten zeitgenössischen Schriftsteller Brasiliens. In deutscher Übersetzung erschienen unter anderem der großartige Roman Die Ein-Mann-Armee (O exercíto de um homem só) und Der Zentauer im Garten (O Centauro no Jardim). Beide sind im Moment leider nicht mehr lieferbar. Dreimal wurde Moacyr Scliar mit dem wichtigsten brasilianischen Literaturpreis dem Prêmio Jabuti ausgezeichnet. Zuletzt erschien im vergangenen Jahr sein Roman Eu vos abraço milhões.

Wie vielen anderen ist auch mir der Diskussionsbeitrag Moacyr Scliars beim portugiesischen Literaturfestival Correntes d’Escritas im Jahr 2009 in Erinnerung geblieben. Bei einer Debatte  mit dem Titel O medo ou o fascínio do desconhecido (Die Angst oder die Faszination des Unbekannten) erzählte er  dort von seinem Vater, der 1917 als Jugendlicher in Russland ein Schiff nach Brasilien bestiegen hatte, ohne zu wissen, was ihn dort erwarten würde. Niemals zuvor hatte er eine Ananas, Mango oder Banane gesehen – doch verband er mit Brasilien vor allem die  ein Land mit mildem Klima, liebenswürdigen Menschen und tropischen Früchten. Als das Schiff schließlich im Hafen von Porto Alegre anlegte,  stand dort ein Großteil der Bevölkerung am Kai und einer der Gaúchos reichte dem Jungen eine Banane. Er verstand, dass es sich um etwas zu essen handelte, hatte jedoch keine Ahnung, wie er die Banane essen sollte.  Nachdem er entdeckt hatte, dass sich die Banane wie eine Orange schälen ließ,  nahm er an, dass auch die Banane aus Schale und Kern bestehen würde, hielt die Frucht für den Kern und begann zur Verwunderung des Gaúchos die Schale der Banane zu essen.

„Der Schriftsteller ist jemand, der die Banane anschaut und die Schale isst“, so Scliar in seinem Vortrag, „dieser Schritt ins Unbekannte ist die Voraussetzung für Literatur, die die Aufgabe hat, das Unbekannte in Magie zu verwandeln.“

siehe auch:

Isabel Coutinho in Ciberescritas

Correntes d’Escritas 2009

Público

Der brasilianische Verleger Luis Schwarcz über Moacyr Scliar

Nachruf von Albert von Brunn bei nova cultura!

Nachruf in der taz

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter brasilianische autoren, brasilianische literatur

nova cultura! im Februar

Die Februar-Ausgabe von nova cultura! ist online, hier die Themen:

Ein Interview von Felipe Tadeu mit der brasilianischen Sängerin Luciana Souza, eine Rezension des Romans Matteo perdeu o emprego von Gonçalo M. Tavares sowie Kurzgeschichten von Urariano Mota und Rui Zink.
Im  Terminkalender steht am 23. Februar die Abschiedsveranstaltung der portugiesischen Stipendiaten der Villa Concordia in Bamberg, unter anderem mit Dulce Maria Cardoso und José Riço Direitinho. Anschließend berichtet nova cultura! aus Portugal  über das Literaturfestival Correntes d’Escritas.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter brasilianische literatur, brasilianische musik, literatura portuguesa

Agualusa und Verissimo – neue Hörbücher

Unser Hörbuchsortiment wird entsprechend des nach wie vor nicht sehr umfangreichen Angebots in Portugal und Brasilien stetig erweitert. Neu hinzugekommen sind jetzt je ein Titel des angolanischen Autors José Eduardo Agualusa und von Luis Fernando Verissimo aus Brasilien.

Der Schauspieler Fernando Alves hat Agualusas Reiseroman Um estranho em Goa eingelesen. Das Begleitheft enthält bisher unveröffentlichte Illustrationen des Autors, und Texte von Ana Paula Guimarães, António Tomás und Marta Lança.

Luis Fernando Verissimo humoristische Kurzerzählungen um den Psychoanalytiker Bagé Todas as histórias do Analista de Bagé wurden von Nelson Freitas gelesen und auf einer MP3-CD veröffentlicht.

Beide Titel sind ab sofort bei uns erhältlich.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter angolanische literatur, brasilianische autoren, brasilianische literatur, Buchhandlung

nova cultura! feiert 10.Geburtstag

Am 15.Januar 2001 ging unsere Partnerseite nova cultura! ihre ersten Schritte im Internet, damit feiert die Webseite jetzt ihren 10.Geburtstag, und wir gratulieren natürlich ganz herzlich und freuen uns auf viele weitere Jahre der Zusammenarbeit.

Michael Kegler, Herausgeber und Redakteur von nova cultura! dankt allen Lesern und Mitstreitern (Mitschreibern), die sich seit 2001 mit Texten, Anregungen, oder einfach als Leserinnen und Leser an dem Projekt beteiligt haben.

nova cultura! gab es viele Jahre in gedruckter Form als boletim bibliográfico unserer Verlagsbuchhandlung (TFM – Centro do Livro e do Disco de Língua Portuguesa), um Kunden über Neuerscheinungen aus der lusophonen Welt und Veranstaltungen zu informieren.  Rezensionen und Veranstaltungstipps gibt es auch heute noch, alles ein bißchen schneller und interaktiver als früher. Hinzugekommen sind unter anderem ein Blog, in dem verschiedene Autoren regelmäßig schreiben (neben Michael Kegler, unter anderem der brasilianische Musikjournalist Felipe Tadeu und der brasilianische Autor Urariano Mota).  Besonders empfehlenswert ist auch die Rubrik literatrip. Zuletzt erschienen dort Kurgeschichten von Rui Zink, Gedichte von Ivo Machado und Luís Filipe Cristóvão und Gonçalo M.Tavares. Schauen Sie doch mal wieder vorbei bei nova cultura! – die aktuellsten nova cultura! Nachrichten finden Sie übrigens auch hier im Blog als newsfeed.

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter brasilianische literatur, brasilianische musik, kapverdische musik, literatura brasileira, literatura moçambicana, literatura portuguesa

Prémio Portugal Telecom geht an Chico Buarque

Leite derramado, der 2009 erschienene Roman des brasilianischen Schriftstellers und Musikers Chico Buarque, wurde gestern in Brasilien mit dem Prémio Portugal Telecom ausgezeichnet. Damit erhielt Chico Buarque innerhalb weniger Tage bereits die zweite Auszeichnung, nachdem auch die Jury des Prémio Jabuti den Roman zum besten Buch des vergangenen Jahres gekürt hatte. Bisher liegt noch keine deutsche Übersetzung vor, sie ist jedoch bereits in Planung.

Der Prémio Portugal Telecom ist mit insgesamt 150.000 Reais dotiert, Chico Buarque erhält davon 100.000, die verbleibende Summe geht an Rodrigo Lacerda (für den Roman Outra Vida), der den zweiten Preis erhielt sowie an Armando Freitas Filho für den Lyrikband Lar.

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter brasilianische autoren, brasilianische literatur