Archiv der Kategorie: brasilianische literatur

Carola Saavedra am 17.03. bei „Brasilesen“

Die erfolgreiche Reihe

geht in eine neue Runde. Wir freuen uns im März  auf Carola Saavedra.

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Carola Saavedra, Copyright: Tomas Rangel

Sie liest am Dienstag, dem 17. März um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei/Zentralbibliothek Frankfurt, Hasengasse 4 aus ihrem Roman Blaue Blumen (Flores Azuis), der Anfang März in deutscher Übersetzung von Maria Hummitzsch bei C.H. Beck erscheint. Maria Hummitzsch wird die Lesung moderieren und übersetzen. Der Eintritt ist wie immer frei.

Carola Saavedra, geboren 1973, lebt als Schriftstellerin und Übersetzerin in Rio de Janeiro. Sie hat in Deutschland Kommunikationswissenschaft studiert. 2013 erschien bei C.H.Beck ihr Roman Landschaft mit Dromedar (Paisagem com dromedário). Die Zeitschrift „Granta“ zählt sie zu den zwanzig besten jungen Autoren und Autorinnen Brasiliens. „Blaue Blumen“ erschien zuerst 2008.

Carola Saavedra: Blaue BlumenEine Frau schreibt Briefe an einen Mann, der sie verlassen hat, aber der Mann, der sie erhält und liest, der von ihnen berührt und ergriffen wird, so sehr, dass er nicht mehr zur Arbeit geht, ist gar nicht der richtige Adressat. Er selbst lebt in Trennung von seiner Frau und seinem Kind, ist ebenfalls verlassen worden und so wechselt sich seine eigene Geschichte ab mit den Briefen, die offenbar irrtümlich bei ihm landen und auf die er zu warten beginnt. Welche Wirkung werden diese Briefe über Liebe und Lust, Abhängigkeit und Verrat, über Nähe und Gewalt am Ende haben? Und wer ist ihr wahrer Adressat? Ein kluger, intensiver und leidenschaftlicher Roman über Gefühle und Sprache, über die Liebe und ihre Macht, über Trennungen und Neuanfänge.

BrasiLesen ist eine Iniatitive des Centro Cultural Brasileiro de Frankfurt (CCBF e.V.), dem Generalkonsulat von Brasilien, LitpromTFM-Centro do Livro , der Literarischen Agentur Mertin und Empório VidaBio.

Mit freundlicher Unterstützung von TAP Portugal und Banco do Brasil.

Alle, die besonders neugierig sind und das Buch schon vor der Veranstaltung lesen wollen, sind herzlich eingeladen, die portugiesische Ausgabe bei uns in der Buchhandlung zu erwerben. Am 16.3., ab 19.00 Uhr sprechen wir in unserem monatlichen Lesekreis (in portugiesischer Sprache), der bei TFM stattfindet,  über das Buch. Die deutsche Übersetzung ist ab 10. März lieferbar.

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Ricardo Domeneck und Odile Kennel am 20.1. bei „Brasilesen“

Die erfolgreiche Reihe

geht auch 2015 weiter.

Am 20. Januar um 19.30 Uhr starten wir in der Stadtbücherei Frankfurt, Hasengasse 4 mit einer  brasilianisch-deutschen Lyrik-Performance mit Ricardo Domeneck & Odile Kennel

Odile Kennel, copyright: Heike Bogenberger

Odile Kennel, copyright: Heike Bogenberger

Ricardo Domeneck, copyright: Angélica Freitas

Ricardo Domeneck, copyright: Angélica Freitas

Ricardo Domeneck & Odile Kennel arbeiten schon seit Jahren an einer poetischen Brücke zwischen Brasilien und Deutschland. Sie übersetzen sich nicht nur gegenseitig, sondern haben zahlreiche weitere zeitgenössische Dichter beider Länder in die jeweils andere Sprache übertragen. 2013 kam beim Verlagshaus J. Frank Körper: ein Handbuch heraus, ein zweisprachiger Band mit Texten Ricardo Domenecks in der Übersetzung von Odile Kennel. Domeneck und Kennel sind Dichter, Prosaautoren und Übersetzer. An diesem Abend stellen sie einen Teil ihrer Arbeit in der Stadtbücherei vor. Musikalisch wird der Abend durch den deutschen Komponisten und Produzenten Körper - Ein HandbuchLudwig Roehrscheid (Dora Brilliant) gestaltet, der in Frankfurt am Main lebt und arbeitet.

BrasiLesen ist eine Iniatitive des Centro Cultural Brasileiro de Frankfurt (CCBF e.V.), dem Generalkonsulat von Brasilien, LitpromTFM-Centro do Livro und Empório VidaBio.

Mit freundlicher Unterstützung von TAP Portugal und Banco do Brasil.

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Patrícia Melo: Fogo-fátuo

Gestern traf gerade rechtzeitig vor Weihnachten eine größere Sendung aus Brasilien ein, mit dabei auch der mit Patrícia Melo: Fogo-fátuoSpannung erwartete neue Krimi aus der Edelfeder von Patrícia Melo, hierzulande bereits zweimal mit dem  Deutschen Krimipreis geehrt und stand mit dem zuletzt erschienenen Ladrão de Cadáveres (dt. Leichendieb) monatelang auf der Krimibestenliste der Zeit.

Im neuen Roman Fogo-fátuo (Irrlicht)  geht es um die Ermittlungen von Azucena Gobbi, die privat gerade eine schwere Zeit durchmacht (ihr Mann hat sie betrogen). Sie versucht den Mord an Fábbio Cássio, einem aufstrebenden Telenovela-Star, aufzuklären. Hauptverdächtige ist dessen Lebensgefährtin, die vom Tod nicht sonderlich berührt scheint.

Viel mehr können wir an dieser Stelle noch nicht verraten, wir wünschen eine spannende Lektüre. Das Buch wird demnächst auch in deutscher Übersetzung erscheinen.

Patrícia Melo: Fogo-fátuo, Rocco, 2014, bei TFM 23,90 EUR

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Manoel de Barros (1916-2014)

Há muitas maneiras sérias de dizer nada, mas só a poesia é verdadeira. (Manoel de Barros)

Es gibt viele ernstgemeinte Arten, nichts zu sagen, aber allein die Poesie ist wahrhaftig.

———

Wir trauern um Brasiliens bekanntesten Dichter und unseren Autor, Manoel de Barros, der heute im Alter von 97 Jahren in Campo Grande  nach längerer Krankheit gestorben ist. Er hinterlässt sein Frau Stella und die Tochter Martha.

Manoel Wenceslau de Barros wurde 1916 in Cuiabá geboren. Mit 21 Jahren veröffentlicht er seinen ersten Gedichtband Poemas concebidos sem pecado. Durch seine Herkunft, die er selbst als „ungebändigt” (de bugre) bezeichnete und die wesentlich mehr als eine indigene Abstammung beinhaltet, ist er zu einem besonderen Verstehen des Menschlichen, der Pflanzenwelt, der Gewässer und der Vögel in tiefer dichterischer Verbundenheit über Leib, Geist und Seele befähigt. Im Jahre 1940 schloss er in Rio de Janeiro sein Jurastudium ab und zog 1958 zurück ins Pantanal auf die Farm Nhecolândia. Dort setzte er seine poetischen Schriften fort und erhielt zahlreiche Auszeichnungen für seine mehr als 30 Gedichtbände (u.a. 2x Prêmio Jabuti)

Viele zeitgenössische Autoren portugiesischer Sprache sind durch sein besonderes Werk und seine poetische Sprache beeinflusst worden.  In deutscher Übersetzung erschien im vergangenen Jahr  das von Britta Morisse Pimentel herausgegebene Fotoessay „Canto do Mato – Gesang des Dickichts“ mit Texten von Manoel de Barros. Die Brasilianische Botschaft in Berlin zeigt im November eine Ausstellung und Filme über den Autor. Sein Gesamtwerk wird in Brasilien in Kürze wieder neu aufgelegt.

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Herbstzeit – Lesezeit, Teil 1

Es wird früher dunkel und später hell, das Novembergrau lockt nicht gerade ins Freie, die beste Zeit also, um es sich auf dem Sofa mit einem Buch gemütlich zu machen. Wie üblich veröffentlichen die Verlage im Herbst jede Menge Neuerscheinungen, eine kleine Auswahl stellen wir in loser Folge vor, kaufen und bestellen ist wie immer über die Links zu unserer Webseite möglich (oder Sie kommen einfach bei uns vorbei):

Vanessa Barbara: SalatnächteVanessa Barbara: Salatnächte (Originaltitel: Noites de Alface)

Deutsche Übersetzung von Marianne Gareis, A1 Verlag, 18,80 EUR

Originalausgabe Noites de Alface, Alfaguara, 27,00 EUR

Vanessa Barbara: Noites de alfaceDarum geht es: Der Rentner Otto hat nach 50 Jahre Ehe gerade seine Frau Ada verloren und versucht sich nun in seinem Stadtviertel in einer kleinen Ortschaft zurechtzufinden. Die Häuser der Gemeinde stehen eng beieinander und die Nachbarn unterhalten sich lautstark, weshalb Otto, ob er will oder nicht, alle Geschehnisse mitbekommt. Irgendwann merkt er, dass es da etwas gibt, das man ihm verheimlicht, wovon seine Frau aber sehr wohl wusste … der Zwischenfall. Um ihn ranken sich die witzigen und absurden Episoden aus dem Leben einiger Bewohner, denen die Autorin jeweils ein Kapitel widmet.

Eine leicht daher kommendes, unterhaltsames aber auch spannendes Romandebüt der jungen brasilianischen Autorin.

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Themenschwerpunkt: Manoel de Barros in der Brasilianischen Botschaft

Der brasilianische Dichter Manoel de Barros steht im November im Mittelpunkt des Kulturprogramms der Brasilianischen Botschaft in Berlin.

Am Dienstag, dem 4.11. um 19 Uhr findet eine Vernissage mit Fotografien von Britta Morisse Pimentel und die Buchvorstellung von dem bei TFM erschienenen Fotoessayband

Manoel de Barros/ Britta Morisse Pimentel: Canto do Mato - Gesang des DickichtsManoel de Barros/Britta Morisse Pimentel:

Canto do Mato – Gesang des Dickichts

statt. Der Foto-Gedichtband Canto do Mato – Gesang des Dickichts , TFM 2013, von Manoel de Barros, einem der bedeutendsten brasilianischen Dichter, ist eine kontemplative Reise in das Herz Brasiliens, durch Flora und Fauna, auf den Spuren der seelischen Identität der Menschen. Die Hamburger Übersetzerin Britta Morisse Pimentel ergänzt seine Poesie durch die deutschen Übersetzungen und beeindruckende Fotografien und schafft somit ein neues Ganzes. Die gezeigten Fotografien werden von der Poesie beider Sprachen begleitet.

Ort: Brasilianische Botschaft, Wallstraße 57, 10179 Berlin

Einführungsvortrag: Prof. Dr.  Susanne Klengel (Lateinamerika-Institut der FU Berlin), Sprache: Deutsch/Portugiesisch

Der Eintritt ist frei.

Um Anmeldung wird gebeten unter cultural.berlim@itamaraty.gov.br oder

Tel. 030-72628 606/131.

Die Ausstellung Canto do  Mato – Gesang des Dickichts ist vom 4. November bis 20.November in der Brasilianischen Botschaft zu sehen.

Als Finissage zeigt die Brasilianischen Botschaft am 20.11. 19.00 Uhr zwei Filme, die das Leben und Wirken von Manoel de Barros näher beleuchten: Língua de brincar BR 2006, R: Gabriel Sanna/Lucia Castello Branco, 72 min, O (portugiesisch ohne Untertitel): Eine Karte eröffnet die Reise zu einer Begegnung mit dem Dichter Manoel de Barros. Der Weg sind die Landschaften seiner Poesie. Der Dokumentarfilm beleuchtet dabei auch die Leserschaft und die tiefe Sympathie und Freundschaft, die sie mit dem Poeten verbindet. Wenceslau e a árvore do gramofone BR 2008, R: Adalberto Müller, 15 min, OmE: Der junge Wenceslau erlebt die Poesie der kleinen Dinge. Die Schriften des Großvaters, der in einem merkwürdigen Baum lebt, öffnen ihm die Augen für eine neue Sicht auf die Welt. Der Kurzfilm verknüpft de Barros‘ Biografie mit einer fantastischen Geschichte.

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Tatiana Salem Levy am 11.11. bei „Brasilesen“

Die erfolgreiche Reihe

geht weiter. Ziel ist es weiterhin, brasilianische Autorinnen und Autoren und damit die brasilianische Literatur hierzulande bekannter zu machen. Im November freuen wir uns auf Tatiana Salem Levy.

tatianasalemlevy, copyright pedro loureiro

Tatiana Salem Levy, Copyright Pedro Loureiro

Sie liest am Dienstag, dem 11. September, um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei/Zentralbibliothek Frankfurt, Hasengasse 4 aus ihrem Roman A chave de casa, der bisher nicht in deutscher Übersetzung vorliegt. Michael Kegler moderiert und übersetzt und liest einen Auszug in deutscher Sprache. Der Eintritt ist wie immer frei.

Tatiana Salem Levy: A chave de casaTatiana Salem Levy gehört zu den wichtigsten jungen Schriftstellerinnen Brasiliens.  Ihr Romandebüt „A Chave da Casa“ (dt. etwa: Der Schlüssel zum Haus, 2007) thematisiert die verschlungenen Pfade ihrer sephardischen Familiengeschichte: die Vorfahren, die vor der Inquisition aus Portugal in die Türkei fliehen mussten, die Großeltern, die nach Brasilien auswanderten. Mit dem Schlüssel zum Haus der Familie in Izmir begibt sich die Protagonistin auch auf die Suche nach ihrer eigenen Identität. 2008 erhielt Tatiana Salem Levy dafür den renommierten Prêmio São Paulo de Literatura und war nominiert für den Prêmio Jabuti. Ihr zweiter Roman Dois Rios erschien 2011. 2012 veröffentlichte sie das Kinderbuch Curupira Pirapora. Derzeit arbeitet sie in Portugal, wo sie 1979 als Tochter brasilianischer Exilanten zur Welt kam, an ihrem dritten Roman. 2013 erschienen einige ihrer Kurzgeschichten auch in deutscher Übersetzung in verschiedenen Anthologien.

BrasiLesen ist eine Iniatitive des Centro Cultural Brasileiro de Frankfurt (CCBF e.V.), dem Generalkonsulat von Brasilien, LitpromTFM-Centro do Livro und Empório VidaBio.

Mit freundlicher Unterstützung von TAP Portugal und Banco do Brasil.

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Buchmesse 2014, Teil 3 – Noite brasileira, 10.10. Instituto Cervantes

Viele erinnern sich noch an das letzte Jahr, als Brasilien Ehrengast der Frankfurter Buchmesse war und mit einer großen Autorendelegation hier vertreten war.

Wir freuen uns, dass es ein wenig Kontinuität gibt und auch in diesem Jahr wieder brasilianische Schriftsteller in Frankfurt zu Gast sein werden. Am Freitag, dem 10. Oktober findet ab 19.30 Uhr eine Noite Brasileira – Nacht der brasilianischen Literatur im Instituto Cervantes, Staufenstraße 1 statt.

Es lesen und diskutieren Ana Martins Marques, Cuti, Eduardo Spohr, Edney Silvestre und Bernardo Kucinski. Michael Kegler führt durch den Abend und übersetzt ins Deutsche. Im Anschluss wird der Dokumentarfilm Le Pont de Cratyle / A ponte de Crátilo von Maelys Meyer mit Carola Saavedra und den Übersetzern Maria Hummitzsch und Carola Saavedra uraufgeführt.

Der Eintritt ist frei.

Informationen zu den Autoren:

Ana Martins Marques, copyright: Rodrigo Valente

Ana Martins Marques, copyright: Rodrigo Valente

Ana Martins Marques

Die Lyrikerin Ana Martins Marques wurde 1977 in Belo Horizonte geboren, studierte Literaturwissenschaften und absolvierte ihre Masterprüfung in Brasilianischer Literatur an der Universidade Federal de Minas Gerais. 2009 veröffentlichte sie ihren ersten Gedichtband A vida submarina, gefolgt von Da arte das armadilhas 2011, für das sie mit dem Prêmio Alphonsus Guimaraens der Fundação Biblioteca Nacional ausgezeichnet wurde.

In Deutscher Übersetzung erschien bisher ihr Gedicht „Uhr“ (übersetzt von Markus Sahr) in Die Horen Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik, nº 251, Ein Spaziergang durch die Literatur Brasiliens. (Wallstein Verlag, 2013).

Bernardo Kucinski

Bernardo Kucinski, arquivo pessoal

Bernardo Kucinski, arquivo pessoal

Der Journalist Bernardo Kucinski wurde 1937 in São Paulo geboren, war Mitherausgeber der Zeitschrift Veja sowie der Zeitung Gazeta Mercantil, Brasilienkorrespondent für The Guardian sowie des Latin America Political Report, Mitbegründer verschiedener alternativer Zeitungen, darunter Amanhã, Opinião, Movimento und Em Tempo, sowie der Website Carta Maior. Sein 2011 veröffentlichter erster Roman K. Oder die verschwundene Tochter wurde in mehrere Sprachen übersetzt, auf Deutsch erschien er in der Übersetzung von Sarita Brandt im Transit Verlag 2013. Für seinen 2014 veröffentlichten Erzählband Você vai voltar para mim erhielt er den Prêmio Clarice Lispector, der Fundação Biblioteca Nacional. Anfang 2014 war Bernardo Kucinski im Rahmen der Kampagne „Nunca Mais“ zum Gedenken an den Militärputsch in Brasilien vor 50 Jahren auf einer Lesereise in Deutschland.

Cuti, copyright: Petra Noack (TFM)

Cuti, copyright: Petra Noack (TFM)

Cuti

Luiz Silva – Cuti – wurde 1951 in Ourinhos, Bundesstaat São Paulo geboren. Er studierte brasilianische und französische Literatur und ist einer der wichtigsten Vertreter der afrobrasilianischen (er nennt sie schwarzbrasilianische) Literatur. Er war Mitbegründer der Bewegung Quilombhoje-Literatura sowie der Schriftenreihe Cadernos Negros. Seine jüngsten publizistischen Werke sind Literatura negro-brasileira (2010), Lima Barreto (2011) sowie Quem tem medo da palavra negro (2011). In deutscher Übersetzung ist Cuti als Dichter in mehreren Anthologien vertreten, zum Beispiel in Schwarze Poesie (übers.: Johannes Augel, Edition diá 1988 – als Ebook wiederveröffentlicht 2013).

Edney Silvestre, copyright: Leo Aversa

Edney Silvestre, copyright: Leo Aversa

Edney Silvestre

Edney Silvestre wurde 1950 in Valença, Bundesstaat Rio de Janeiro geboren. Als langjähriger Journalist war er Korrespondent der Zeitung O Globo sowie des Senders TV Globo in New York, heute lebt er in Rio de Janeiro und ist Moderator der Sendung GloboNews Literatura. Sein erster Roman Se eu fechar os olhos agora (2009) wurde mit dem Prêmio Jabuti ausgezeichnet und in bisher sieben Sprachen übersetzt. Auf Deutsch erschien er unter dem Titel Der letzte Tag der Unschuld in der Übersetzung von Kirsten Brandt bei Limes 2013. Er veröffentlichte außerdem die Romane A felicidade é fácil (2011) , Vidas provisórias (2013) und Boa noite a todos (2014).

Eduardo Spohr

Eduardo Spohr, copyright: Biblioteca Nacional do Brasil

Eduardo Spohr, copyright: Biblioteca Nacional do Brasil

Eduardo Spohr wurde 1976 in Rio de Janeiro geboren, studierte an der PUC-Rio und spezialisierte sich nach seinem Abschluss auf digitale Medien. Er war Reporter für Cadê Notícias sowie iG und arbeitete für verschiedene Internet-Portale. Heute ist er Berater für grafische Projekte und Drehbücher und lehrt kreatives Schreiben. Sein erster Roman A batalha do Apocalipse (2010) erschien unter dem Titel Armageddon. Der Krieg der Engel in der Übersetzung von Susanne Lötscher 2012 bei Heyne. In Brasilien veröffentlichte er außerdem die Romantrilogie Os filhos de Éden.

Der Abend wird gemeinsam veranstaltet und unterstützt von: Kulturministerium (MinC) und Ministerium für Auswärtiges (MRE) Brasiliens, Brasilianischer Verlegerverband CBL, Brasilianische Nationalbibliothek, Stiftung Editora Universidade Estadual Paulista (UNESP), Brasilianisches Kulturzentrum in Frankfurt (CCBF), Frankfurter Buchmesse, Instituto Cervantes, Buchhandlung TFM.

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Paulo Scott am 10.9. bei „Brasilesen“

Die erfolgreiche Reihe

geht weiter. Ziel ist es weiterhin, brasilianische Autorinnen und Autoren und damit die brasilianische Literatur hierzulande bekannter zu machen. Im September freuen wir uns auf Paulo Scott.

Paulo Scott, copyright: Renato Parada

Paulo Scott, copyright: Renato Parada

Er liest am Mittwoch, dem 10. September, um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei/Zentralbibliothek Frankfurt, Hasengasse 4 aus seinem Roman Unwirkliche Bewohner (Habitante irreal), der im vorigen Jahr in deutscher Übersetzung von Marianne Gareis bei Wagenbach erschienen ist.

Michael Kegler moderiert und übersetzt, die deutschen Text liest Jochen Nix . Der Eintritt ist wie immer frei.

Paulo Scott erzählt in Unwirkliche Bewohner die Geschichte einer unmöglichen Liebe zwischen den Kulturen, die dennoch bleibende Spuren hinterlässt – und er beschwört das Erbe der indianischen Ahnen, der unwirklichen Bewohner Brasiliens.

Paulo Scott: Unwirkliche BewohnerAls der Jurastudent Paulo in seinem VW- Käfer die 14- jährige Autostopperin Maína mitnimmt, verändert sich das Leben der beiden. Das Mädchen aus dem Indianercamp an der Ausfallstraße von Porto Alegre und der politisch engagierte Sohn aus gutem Hause kommen sich schnell näher – und doch nie wirklich nahe; zu unterschiedlich sind die beiden Welten, die hier aufeinanderprallen. Erst Donato, ihrem gemeinsamen Kind, gelingt es, das Unvereinbare zusammenzubringen. Alleingelassen von Vater und Mutter, wächst er zu einem jungen Mann heran, der unwissentlich in die Fußstapfen seiner Eltern tritt: Die Stimme seiner Mutter im Ohr – auf einer Tonbandkassette mit Guaraní-Legenden –, entlarvt Donato die Selbstzufriedenheit einer ganzen Gesellschaft.

BrasiLesen ist eine Iniatitive des Centro Cultural Brasileiro de Frankfurt (CCBF e.V.), dem Generalkonsulat von Brasilien, LitpromTFM-Centro do Livro und Empório VidaBio.

Mit freundlicher Unterstützung des Klaus Wagenbach Verlags und TAP Portugal.

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João Ubaldo Ribeiro

Wir trauern um unseren Autor João Ubaldo Ribeiro, der gestern in Rio de Janeiro im Alter von 73 Jahre plötzlich verstorben ist.

João Ubaldo Ribeiro, copyright: Berenice Ribeiro

João Ubaldo Ribeiro, copyright: Berenice Ribeiro

João Ubaldo Ribeiro hat die brasilianische Literatur geprägt. Seine Romane in den 1970er und 1980er Jahren entstandenen Romane Sargento Getúlio, Viva o Povo Brasileiro und O Sorriso do Lagarto sind längst moderne Klassiker, die auch in deutscher Übersetzung vorliegen, und erleben immer wieder neue Auflagen.

João Ubaldo Ribeiro wurde 1941 auf der Insel Itaparica im brasilianischen Bundesstaat Bahia geboren. Seit 1957 arbeitete er als Journalist und begann ein Jahr darauf ein Jurastudium an der Universität Bahia. Mit einem Masterstipendium für Politikwissenschaften ging er 1964 in die USA. 2009 wurde er für sein Werk mit dem Prêmio Camões ausgezeichnet. Seit 1994 war João Ubaldo Ribeiro Mitglied der Academia Brasileira de Letras. Er schrieb regelmäßig Kolumnen für zwei der wichtigsten brasilianischen Zeitungen, O Globo und O Estado de São Paulo.

1990 kam João Ubaldo Ribeiro mit einem Stipendium des DAAD für ein Jahr nach Berlin. In dieser Zeit entstanden die zunächst in der Frankfurter Rundschau und später als Buch mit dem Titel Ein Brasilianer in Berlin, in denen er mit dem ihm eigenen, unvergessenen Humor seine Eindrücke und Erlebnisse im deutschen Alltag schildert: Texte, die heute noch so aktuell sind wie damals und die schon viele Leser, in Deutschland lebende Brasilianer wie nach Brasilien ziehende Deutsche zum Schmunzeln gebracht haben.

Wir erinnern uns an große Lesungen hier in Frankfurt, 2006 zusammen mit Luis Fernando Veríssimo und zuletzt im vergangenen Jahr zum Brasilien-Schwerpunkt der Frankfurter Buchmesse. Mit João Ubaldo Ribeiro verlieren wir einen langjährigen Freund, der TFM über die Jahre immer wieder unterstützt haben. Obrigado João.

Unser Mitgefühl gilt seiner Frau und seinen Kindern.

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TFM – Verlag Teo Ferrer de Mesquita, 19.07.2014

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