Archiv der Kategorie: portugiesische Literatur

Urbano Tavares Rodrigues (1923-2013)

Der portugiesische Schriftsteller Urbano Tavares Rodrigues ist heute im Alter von 89 Jahren in Lissabon gestorben. Er wurde in Moura geboren, studierte Romanische Philologie in Lissabon, durfte während der Salazar-Diktatur jedoch nicht unterrichten und ging daher nach Frankreich, wo er unter anderem als Lektor an den Universitäten von Montpellier und Aix-en-Provence lehrte. In den 60er Jahren wurde er in Portugal mehrfach verhaftet, da er im Widerstand gegen die Diktatur aktiv war.

Nach der Nelkenrevolution kehrte er nach Portugal zurück, er promovierte in den 80er Jahren in Literaturwissenschaft und hatte bis zu seiner Pensionierung 1993 einen Lehrstuhl an der Universität in Lissabon inne. Sein Werk, das vom französischen Existentialismus beeinflusst ist,  umfasst zahlreiche Romane, Erzählungen und Essays, für die er mit diversen Literaturpreisen ausgezeichnet wurde.

In deutscher Übersetzung von Curt Meyer-Clason erschien 1997 der Roman „Die Hitzewelle“ (A vaga do calor).

Urbano Tavares Rodrigues war mit der 1998 verstorbenen Schriftstellerin Maria Judite Carvalho verheiratet.

Die portugiesische Presse berichtet ausführlich, unter anderem hier:

Público

Diário de Notícias

Expresso

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Druckfrisch – José Saramago: O conto da ilha desconhecida

Eben aus der Druckerei eingetroffen ist die neue Auflage unserer zweisprachigen Ausgabe von José Saramagos: O conto da ilha desconhecida – Die Geschichte von der unbekannten Insel.

José Saramago: O Conto da Ilha Desconhecida - Die Geschichte von der unbekannten InselAllzu viel soll hier nicht vom Inhalt verraten werden, aber sollten Sie dieses moderne Märchen noch nicht kennen, nur soviel: Eines Tages klopft ein Mann an die Tür des Königs und bittet ihn um ein Schiff. Auf die Suche nach der unbekannten Insel will sich der Mann damit machen, in Zeiten, an denen schon niemand mehr an eine solche glaubt. Ob das hartnäckige Bitten auf offene Ohren stößt und der Mann die Insel findet, können Sie selbst nachlesen, wenn Sie mögen.

Die zweisprachige Ausgabe im Paralleldruck enthält den portugiesischen Originaltext und die deutsche Übersetzung von Ray-Güde Mertin und ist somit auch gut für Lernende der portugiesischen oder deutschen Sprache geeignet, die ihre Sprachkenntnisse ausprobieren möchten.

Erhältlich ist das Buch direkt bei uns oder kann natürlich in jeder Buchhandlung bestellt werden:

José Saramago: O Conto da Ilha Desconhecida – Die Geschichte von der unbekannten Insel. ISBN 9783925203985, TFM – Verlag Teo Ferrer de Mesquita, 4. Auflage 2013, 10,00 EUR

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Prémio Leya 2012 geht an Nuno Camarneiro

Der mit 100.000 Euro dotierte Prémio LeYa geht in diesem Jahr an den portugiesischen Autor Nuno Camarneiro. Prämiert wird sein noch unveröffentlichter Roman Debaixo de algum céu.

Die Jury unter Vorsitz von Manuel Alegre entschied sich mehrheitlich für das Werk des 35jährigen Portugiesen, das im kommenden März erscheinen soll. Das Buch dreht sich um die Bewohner eines Hauses an der Küste und spielt sich im Zeitraum von acht Tagen zwischen Weihnachten und dem neuen Jahr ab. Jede Figur erlebt in dieser Zeit ihr ganz persönliches Fegefeuer.

Nuno Camarneiro wurde in Figueira da Foz geboren und lehrt Restaurierung an der Universität Portucalense in Porto und forscht an der Universität in Aveiro. In den vergangenen Jahren arbeitete er unter anderem am CERN in Genf und forschte in Florenz.

Der erste Roman von Nuno Camarneiro erschien im letzten Jahr mit dem Titel  No meu peito não cabem passáros.  Mit dem  Prémio LeYa wird ein noch unveröffentlichtes Werk von portugiesischsprachigen Autoren ausgezeichnet. Bisherige Preisträger waren der Brasilianer Murilo Carvalho, João Paulo Borges Coelho aus Moçambique und im letzten Jahr der portugiesische Autor João Ricardo Pedro.

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José Luís Peixoto: Dentro do segredo

José Luís Peixoto ist einer der bekanntesten Autoren junger portugiesischer Autoren. Schon sehr früh wurde er mit dem Prémio José Saramago ausgezeichnet (2001 für seinen Roman Nenhum Olhar) und seither regelmäßig Romane und auch Gedichtbände. Mit seinem neuen Buch Dentro do segredo betritt er nun Neuland, und zwar im doppelten Wortsinn. Im April dieses Jahres war er für zwei Wochen Teilnehmer einer geführten Reise nach Nordkorea, seine Erfahrungen mit einem der Länder, über die außer Propaganda so gut wie nichts bekannt ist, verarbeitet er in seinem neuen Buch aus dem Genre der Reiseliteratur.

Interessante Einblicke zum Projekt gibt dieser Artikel, der im Público erschienen ist.

José Luís Peixoto: Dentro do segredo, Quetzal 2012, bei TFM erhältlich

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Neues von Fernando Pessoa

Der S. Fischer Verlag setzt erfreulicherweise die vom Ammann Verlag mit viel Liebe und Ausdauer begonnene Edition der Werke Fernando Pessoas fort. Die berühmte Truhe Fernando Pessoas ist ja offenbar nahezu unerschöpflich und bringt immer wieder neue, spannende Facetten des portugiesischen Dichters zu Tage. Der Band Boca do Inferno – Aleister Crowleys Verschwinden in Portugal, übersetzt und herausgegeben  vom Pessoa-Forscher Steffen Dix, beleuchtet eine eher unbekannte Facette aus Pessoas Werk.

Im September 1930 treffen in Lissabon Fernando Pessoa und der für sein kapriziöses Leben berüchtigte englische Okkultist, und Dichter Aleister Crowley aufeinander. Die hitzige Freundschaft endet mit dem plötzlichen Verschwinden Crowleys. Ein mysteriöser Abschiedsbrief taucht auf, angeblich soll sich Crowley an der Boca do Inferno in Cascais das Leben genommen haben, ein Leichnam wird jedoch nie gefunden.

Steffen Dix stellt hier erstmals in deutscher Übersetzung zahlreiche Dokumente aus Pessoas Werk vor und – so das Versprechen des Verlags – löst viele Rätsel, die ins Werk Pessoas führen.

Fernando Pessoa: Boca do Inferno. Aleister Crowleys Verschwinden in Portugal, S. Fischer, 2012, 24,99 EUR

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Prémio Portugal Telecom für Valter Hugo Mãe

Der portugiesische Schriftsteller Valter Hugo Mãe ist mit dem Prémio Portugal Telecom in der Kategorie „Bester Roman“ ausgezeichnet worden. Prämiert wurde bei einer Zeremonie am Montag in São Paulo sein Roman A máquina de fazer espanhóis. Der Preis ist mit 50.000 Reais (ca. 18500 Euro) dotiert und wird jährlich verliehen. Weitere Preisträger sind Nuno Ramos für seinen Lyrikband Junco und der Camões-Preisträger Dalton Trevisan im Bereich Erzählung für O anão e a ninfeta.

 

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Ana Teresa Pereira erhält Grande Prémio Romance APE

Der mit 15.000 Euro dotierte Romanpreis des portugiesischen Schriftstellerverbandes geht in diesem Jahr an die Autorin Ana Teresa Pereira. Sie wird für Ihren im letzten Jahr erschienen Roman  O Lago ausgezeichnet und setzte sich gegen Teolinda Gersão, Maria Teresa Horta, Nuno Júdice und Mário Cláudio durch, die ebenfalls auf der Shortlist gestanden hatte. Insgesamt wurden über 100 Romane eingereicht.

Ana Teresa Pereira wurde 1958 in Funchal (Madeira) geboren und veröffentlicht seit Ende der 1980er Jahre regelmäßig.  Sie hat in den vergangenen Jahren bereits eine Reihe anderer Auszeichnungen erhalten.

Ein ausführlicherer Bericht zur Preisvergabe ist im Público erschienen.

 

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Manuel António Pina (1943-2012)

Der portugiesische Lyriker und Kinderbuchautor Manuel António Pina ist heute im Alter von 68 Jahren in Porto gestorben. Erst 2011 hatte er mit dem Prémio Camões den wichtigsten portugiesischsprachigen Literaturpreis erhalten. Darüberhinaus veröffentlichte er zahlreiche Essays und schrieb regelmäßig Kolumnen zum Zeitgeschehen für die portugiesische Zeitung Jornal de Notícias.

Ausführliche Nachrufe sind in den portugiesischen Zeitungen  Público und Jornal de Notícias erschienen.

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Afonso Cruz erhält Literaturpreis der EU

Der portugiesische Schriftsteller Afonso Cruz hat neben 11 anderen europäischen Schriftstellern den Literaturpreis der Europäischen Union erhalten. Prämiert wurde sein 2010 erschienener Roman A boneca de Kokoschka.Neben einem Preisgeld von 5000 Euro erhalten die Autoren vorrangige Unterstützung aus dem EU-Kulturprogramm bei der Übersetzung ihrer Werke. Die Ehrung der Preisträger findet am 22. November in Brüssel statt.

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Neu im Taschenbuch – Herbst 2012

Seit einigen Jahren gibt die portugiesische Verlagsgruppe LeYa die erfolgreiche Taschenbuchreihe BIS heraus, in der in diesem Herbst wieder einige interessante Neuerscheinungen veröffentlicht wurden.

Passend zum 100.Geburtstag Jorge Amados wurde sein Roman Jubiabá als Taschenbuch wieder aufgelegt, parallel dazu ist auch Gabriela, cravo e canela in einer neuen, allerdings etwas teureren Ausgabe neu erschienen.

Ebenfalls jetzt im Taschenbuch erhältlich José Saramagos Roman O Ano da morte de Ricardo Reis, in dem er eins der Heteronyme von Fernando Pessoa zu literarischem Leben erweckt.

Chico Buarques vergriffener Roman Estorvo ist wieder lieferbar, außerdem nach Afirma Pereira im Frühjahr, ein weiterer Band von Antonio TabucchiEstá a Fazer-se Cada Vez Mais Tarde.

Alle Titel der Reihe (soweit nicht beim Verlag vergriffen)  sind bei uns in der Buchhandlung vorhanden oder bestellbar, zur Titelliste bitte hier entlang.

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