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Neue Bücher im Herbst – Teil 2 – Übersetzungen

Wie versprochen geht es hier mit unserer kleinen Reise durch die Verlagsprogramme weiter. Der Herbst hält einige Neuerscheinungen portugiesischsprachiger Autorinnen und Autoren bereit, die schon einen kleinen Vorgeschmack auf den Portugal-Schwerpunkt der Leipziger Buchmesse im nächsten Frühjahr geben – aber auch aus Brasilien gibt es Neues:

Germano Almeida: Der treue VerstorbeneIm Oktober erscheint bei Transit Der treue Verstorbene (Original: O fiel defunto) aus der Feder des kapverdischen Autors Germano Almeida, übersetzt von Michael Kegler.

Auslöser der Geschichte ist die Ermordung des berühmtesten Schriftstellers der Inseln, der unmittelbar vor der Präsentation seines lang erwarteten neuen Buches von seinem besten Freund erschossen wird.
Was wie ein Krimi beginnt, nimmt jedoch bald einen weitaus spannenderen Weg. Almeida entfaltet das durch den Mord ausgelöste opulente Geschehen, von der Aufbahrung des Toten im Palast des Volkes bis zum Staatsbegräbnis mit Präsident, Premier und anderer Prominenz. Gleichzeitig erzählt er von der Freundschaft der beiden Männer sowie in die Vorgeschichten der anderen beteiligten Personen, besonders der zwischen ihnen, dem Toten und seinem Mörder, stehenden Frau.

Sophia de Mello Breyner Andresen: Der ZigeunerchristusDer Elfenbein Verlag gibt mit dem kleinen Lyrik-Band Der Zigeunerchristus (Original: O Cristo Cigano), übertragen von Sarita Brandt einen Vorgeschmack auf das Werk von Sophia de Mello Breyner Andresen. Für das kommende Jahr sind mit Die Muschel von Kos und andere Gedichte und Exemplarische Erzählungen zwei weitere Veröffentlichungen geplant.

 

Nach dem großen Erfolg von Tagtraum und Trunkenheit einer jungen Frau im vergangenen Jahr erscheint bei Penguin mit Aber es wird regnen der zweite Teil der Erzählungen  (Original: Todos os Contos) von Clarice Lispector, herausgegeben von Benjamin Moser, übersetzt von Luis Ruby.

Clarice Lispector: Aber es wird regnenAuch er zeigt die brasilianische Ausnahmeautorin wieder als einzigartige Chronistin des weiblichen Lebens und seiner Abgründe: Eine junge Frau entdeckt nach vielen Demütigungen das ekstatische Glück des Lesens. Ein Hausmädchen versinkt in traurigen Gedanken, um gestärkt in den Alltag zurückzukehren. Eine Beobachterin taucht in fremde Menschen ein und wird zu deren Fleisch. In 44 Geschichten, entstanden auf dem Höhepunkt ihrer literarischen Karriere  paaren sich widersprüchlichste Gefühle und kühne Bilder mit philosophischer Erkenntnis. Lispector macht uns staunen – nicht zuletzt über die Kompliziertheit des Lebens.

Angélica Freitas: Der Uterus ist groß wie eine Faust. GedichteSchon erschienen ist bei Elif der Lyrikband Der Uterus ist groß wie eine Faust (Originaltitel: Um útero é do tamanho de um punho) von Angélica Freitas, übertragen von Odile Kennel.

Der zweite Band der brasilianischen Dichterin hat sie endgültig zu einer der wichtigsten Dichterinnen Brasiliens gemacht. Für den Band erhielt sie den Prêmio APCA de poesia und war Finalistin beim Prêmio Portugal Telecom.
Nahm sie sich in ihrem ersten Band „Rilke Shake“ den poetischen Kanon vor, so dekonstruiert sie nun das Konzept „Frau“. „Die Frau ist eine Konstruktion“, schreibt sie, „die Frau muss im Grunde/ein Wohnkomplex sein/alles ist gleich/alles gleich verputzt/nur jeweils anders gestrichen.“

Wir freuen uns auf Ihre Bestellungen und merken auch gerne vor:

Germano Almeida: Der treue Verstorbene  24,00 EUR

Sophia de Mello Breyner Andresen: Der Zigeunerchristus 6,00 EUR

Clarice Lispector: Aber es wird regnen ,22,00 EUR

Angélica Freitas: Der Uterus ist groß wie eine Faust, 20,00 EUR

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Prémio Camões 2018 geht an Germano Almeida

Der Prémio Camões, der bekannteste Literaturpreis der portugiesischsprachigen Welt, geht in diesem Jahr an den kapverdischen Schriftsteller Germano Almeida. Der Preis wurde 1988 von den Regierungen Brasiliens und Portugals ins Leben gerufen und ist mit 100.000 Euro dotiert. Alljährlich wird mit ihm ein portugiesischsprachiger Schriftsteller ausgezeichnet. 2017 wurde der portugiesische Autor Manuel Alegre ausgezeichnet.

Die Entscheidung der Jury, der in diesem Jahr Manuel Frias Martins, Leyla Perrone Martins, José Luís Jobim, Ana Paula Tavares und  José Luís Tavares angehörten, wurde einstimmig gefällt.

Germano Almeida wurde 1945 auf der Insel Boa Vista geboren. Er  studierte Rechtswissenschaft an der Universität in Lissabon, arbeitet als Rechtsanwalt, ist Schriftsteller und führt einen eigenen Verlag auf den Kapverdischen Inseln. Sein literarisches Werk, das zahlreiche Romane und Erzählungen umfasst, wurde in mehr als  wurde in über zehn Sprachen übersetzt. In deutscher Übersetzung (von Maralde Meyer-Minnemann) ist der Roman Das Testament des Herrn Napumoceno im Unionsverlag erschienen.

In wenigen Tagen wird in Portugal der neueste Roman von Germano Almeida O Fiel Defunto veröffentlicht, der dann auch bei uns lieferbar sein wird.

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Germano Almeida und Mia Couto neu in deutscher Übersetzung

Germano Almeida: Das Testament des Herrn NapumocenoGleich zwei lusophone Autoren hat der Schweizer Unionsverlag in seinem neuen Programm. Wieder aufgelegt wurde der Roman Das Testament des Herrn Napumoceno des kapverdischen Autors Germano Almeida. Der Titel war ursprünglich schon 1997 in deutscher Übersetzung von Maralde Meyer-Minnemann erschienen, dann aber einige Jahre vergriffen. Jetzt ist er die passende Reiselektüre für die wachsende Anzahl von Touristen, die die kapverdischen Inseln entdecken. „Wer sich zur Testamentseröffnung des honorigen Herrn Napumoceno, Handelskaufmann auf den Kapverdischen Inseln, versammelt hat, findet es überhaupt nicht amüsant, was der Verstorbene als letzten Willen hinterlassen hat. Staunend erfährt die Nachwelt von einer leiblichen Tochter, gezeugt auf dem prächtigsten Büromöbel von ganz Mindelo, die von ihm als Haupterbin eingesetzt wird. Den Zeugen offenbaren sich kleine und große erotische Geheimnisse, geschäftliche Transaktionen und politische Neigungen. Ein wunderbar komischer, sinnlicher Roman von den Kapverdischen Inseln, der mit Ironie und Heiterkeit wie beiläufig ein Bild der Gesellschaft zeichnet.“ – schreibt der Verlag. Bei uns ist das Buch natürlich auch im portugiesischen Original lieferbar.

Mia Couto: Das Geständnis der LöwinNachdem im Frühjahr bereits der Roman Das schlafwandelnde Land neu veröffentlicht wurde, erscheint jetzt mit Das Geständnis der Löwin (A confissão da leoa) in der Übersetzung von Karin von Schweder-Schreiner ein weiterer Roman des mosambikanischen Autors Mia Couto in deutscher Übersetzung. Im Mittelpunkt steht hier der Jäger Arcanjo, der sich in ein mosambikanisches Dorf begibt, das von menschenfressenden Löwen heimgesucht wird. Der Roman des letztjährigen Camões-Preisträger war in Portugal und Mosambik ein großer Erfolg und wird hoffentlich auch hier viele Leser finden.

Mia Couto: Das Geständnis der Löwin,Unionsverlag 2014, gebunden, 19,95 EUR

Germano Almeida:Das Testament des Herrn Napumoceno,Unionsverlag 2014, Taschenbuch, 10,95 EUR

 

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Reise auf die Kapverden

Die Kapverdischen Inseln werden als Reiseziel immer beliebter. Längst sind es nicht mehr nur die Individualtouristen, die die langen Sandstrände für sich entdeckt haben. Für die passende literarische Reisebegleitung sorgt jetzt der von Hans-Ulrich Stauffer – der schon viele Jahre als Honorarkonsul von Cabo Verde in der Schweiz tätig ist –  herausgegebene Band Reise auf die Kapverden. Geschichten fürs Handgepäck , der soeben im Unionsverlag erschienen ist. Die Anthologie, an der verschiedene Autoren und Übersetzer mitgewirkt haben, enthält unter anderem Texte von Germano Almeida, Amílcar Cabral, Baltasar Lopes und Maria Isabel Barreno. „Als die Beagle in der Bucht von Praia ankerte“, heißt der Text von Charles Darwin, der ebenfalls in den Band aufgenommen wurde. Viele Texte erscheinen erstmals in deutscher Übersetzung, einige wurden bereits vorher in anderen Verlagen oder Zeitschriften veröffentlicht.

Der lesenswerte Anhang enthält Informationen zu den Autoren, und ein Nachwort gibt eine kurze Einführung in die kapverdische Literatur, die hierzulande im Gegensatz zur Musik (Cesaria Evora, Lura, Teofilo Chantre) immer noch kaum bekannt ist.

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