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Portugal auf der Leipziger Buchmesse 2026 – Teil 2

Leipziger Buchmesse 2026 Programmübersicht

Ende März findet wieder die Leipziger Buchmesse statt. Portugal ist mit einem eigenen Stand in Halle 4 Stand C300 vertreten und bietet ein tolles Programm mit zahlreichen Autorinnen und Autoren, die nach Leipzig reisen werden. Wir sind auch die ganze Zeit vor Ort und beraten Sie gern zu Büchern und Autor*innen.

Hier folgt das Programm für das Wochenende:

Samstag 29.03.2025
Messe – Halle 4 Stand C300

Samstag, 21.03.2026

10.30 – 11.30 Uhr / Halle 4, Stand C300

EIN GESPRÄCH MIT LÍDIA JORGE UND CARLA PAIS

Ist wahre literarische Inspiration ohne Qualen und Brüche möglich?

Moderation: Sabine Kieselbach

Lídia Jorge: Erbarmen

Die Frage, ob Inspiration und Kreativität vollständig von Schmerz, Leid oder Verlust abhängig sind, wird kontrovers diskutiert. Es gibt allerdings auch Befürworter, die zwar weniger zahlreich, aber ebenso vehement sind, dass ein inspiriertes Werk untrennbar mit Glück und Optimismus verbunden ist und von diesen abhängt. Dies ist das Thema, das wir den beiden Schriftstellerinnen mit Moderation der Journalistin Sabine Kieselbach (DW) zur Diskussion vorschlagen.

Lídia Jorge: Die Stunde der Nelken, Übersetzung: Marianne Gareis, Secession 2026

Erbarmen, Übersetzung: Steven Uhly, Secession, 2025

11.45 – 12.45 Uhr / Halle 4, Stand C300

DAS POETISCHE WERK VON JÚlIO POMAR: POESIE, MUSIK, FREUDE

Vorstellung: Toby Ashraf, Musik: Pedro Matos

Júlio Pomar ist einer der bedeutendsten portugiesischen Maler des 20. Jahrhunderts, dessen hundertster Geburtstag nun gefeiert wird. Neben seinem einzigartigen und vielgeschätzten bildnerischen Werk ist uns kürzlich auch Pomar als Dichter begegnet, dessen Schriften es verdienen, bekannt gemacht zu werden. Der Journalist Toby Ashraf stellt uns den Menschen Júlio Pomar vor und Pedro Matos macht uns mit seiner vertonten Poesie bekannt.

14:30 – 15:30 Uhr
EIN GESPRÄCH MIT ALICE BRITO UND FRANCISCO MOTA SARAIVA

Hat Literatur die Kraft, die Welt zu verändern: Traum oder Wirklichkeit?

Moderation: Elena Witzeck

Zwei Autoren verschiedener Generationen, die sich mit disruptiven Themen beschäftigen, sie jedoch unterschiedlich behandeln. Wir schlagen ein Gespräch vor, in dem sie ihre Meinung über die Kraft der Literatur, die Welt zu verändern, äußern und darüber sprechen, ob ihre Bestrebungen ein Traum oder Realität sind. Das Gespräch wird von der Journalistin Elena Witzeck (FAZ) moderiert.

Alice Brito: Die Frauen der Fonte Nova, Übersetzung: Markus Sahr. Wallstein Verlag, 2026

15.45 – 16.30 Uhr / Halle 4, Stand C300

VON MEINER SPRACHE AUS SIEHT MAN DAS MEER

Die Sprache ist ein ehrlicher und unverfälschter Spiegel der Kultur eines Volkes, jeder Laut, jeder Rhythmus und jeder Ausdruck erzählen lange Geschichten über seinen historischen Weg, der es in die Moderne geführt hat. Der Satz des Autors Vergílio Ferreira „Von meiner Sprache aus sieht man das Meer” sagt viel, ja sehr viel über Portugal aus: wo es schon überall gewesen ist, was es gesehen hat und wie es durch die Kontakte, die ihm das unermessliche Meer geschenkt hat, geprägt wurde.

Vielleicht noch eindringlicher als Prosa ist die Poesie mit ihrer Musik, ihrem Rhythmus, ihrer Fähigkeit, in einem einzigen Vers das Ergebnis langwieriger Überlegungen oder eines beschwerlichen Weges zusammenzufassen, und sie vermag uns in dieser kurzen Sitzung zu erzählen, wie sich dieses Land der Welt öffnet, wie es mit dem Fernen in Beziehung tritt, wie es sich von dem überzeugen lässt, was die Nation bereichert.

Die folgenden Auszüge zeigen die Seele nicht eines Volkes, sondern der vielen, die dieselbe Sprache sprechen.

Lyrik von Eugénio de Andrade, Fernando Pessoa, José Carlos Ary dos Santos, Miguel Torga und Sophia de Mello Breyner Andresen

Lesung: Ricardo Domeneck


20.00 – 20.50 Uhr / NaTo
, Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig

EIN ABEND MIT LÍDIA JORGE UND FRANCISCO MOTA SARAIVA

Inspirieren oder hemmen die radikalen Veränderungen, die wir durchleben, ihr Schaffen?

Moderation: Elena Witzeck

Ob wir nun die heutige Zeit als eine Phase des Übergangs oder als eine Phase des Umbruchs betrachten, so ist doch unbestreitbar, dass sich die Realität in einigen wesentlichen Aspekten und mit einer Geschwindigkeit verändert, die wir vor etwas mehr als einem Jahr noch nicht erwartet hätten.

Historisch gesehen haben tiefgreifende Veränderungen enorme Auswirkungen auf die Kunst, und es ist nicht ungewöhnlich, dass das künstlerische Schaffen selbst den Wandel beschleunigt. Historisch gesehen kann eine unerwartete Veränderung, wie wir sie derzeit erleben, gegensätzliche Auswirkungen auf das literarische Schaffen haben: Es kann zum Stillstand kommen, damit zumindest der Schriftsteller tief durchatmen kann, oder es kann sich bis zu einem fast schwindelerregenden Tempo beschleunigen.

Ob die Veränderungen, die die Welt derzeit durchläuft, unsere Autoren inspirieren oder zurückschrecken lassen, ist der Ausgangspunkt für eine Debatte, die wir für sehr interessant halten und die von der Journalistin Elena Witzeck (FAZ) geführt wird.

Lídia Jorge: Die Stunde der Nelken, Übersetzung: Marianne Gareis, Secession 2026

Lidia Jorge
Erbarmen, Secession Verlag, 2025
Übersetzung: Steven Uhly

Sonntag 22.03.2025
Messe – Halle 4 Stand C300

Metamorphosen 64

11.30 – 12.30 Uhr

HOMMAGE AN DICHTER PORTUGIESISCHER SPRACHE: MUSIK, EMOTION, CHARME

Vorstellung der Zeitschrift Metamorphosen

Vorstellung: Ingo Držečnik, Musik: Higino Andrade. Lesung: Noah Moisan

Portugal ist ein Land der Dichter, die die Sprache zu einem Kunstwerk erheben und sie als feste Brücke zu allen Kontinenten nutzen.

Diese Veranstaltung ist der Poesie in portugiesischer Sprache gewidmet, mit Klängen, Rhythmen, Aromen und exotischen, fernen und nahen Erinnerungen.

Der Verleger Ingo Držečnik präsentiert die neueste Ausgabe der literarischen Zeitschrift Metamorphosen, die den Dichtern gewidmet ist, die auf Portugiesisch schreiben. Noah Moisan rezitiert Gedichte, die zum Nachdenken anregen, Higino Andrade begleitet am Kontrabaß.

Lyrik von Conceição Evaristo, Florbela Espanca, José Alberto Postiga, José Luís Barreto Guimarães, Mia Couto, Natália Correia, Sebastião da Gama, Ricardo Domeneck und Sophia de Mello Breyner Andresen

Metamorphosen, Zeitschrift für Literatur. Meine Heimat ist die portugiesische Sprache, Elfenbein Verlag, 2025

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Portugal auf der Leipziger Buchmesse 2026 – Teil 1

Ende März findet wieder die Leipziger Buchmesse statt. Portugal ist mit einem eigenen Stand in Halle 4 Stand C300 vertreten und bietet ein tolles Programm mit zahlreichen Autorinnen und Autoren, die nach Leipzig reisen werden. Wir sind auch die ganze Zeit vor Ort und beraten Sie gern zu Büchern und Autor*innen.

Hier ein erster Überblick für die ersten beiden Tage – das Programm fürs Wochenende folgt in Kürze.

Donnerstag 19.03.2025
Messe – Halle 4 Stand C300

Francisco Mota Saraiva: Morramos ao menos no Porto

11:30 – 12:15 Uhr
VORSTELLUNG VON FRANCISCO MOTA SARAIVA


Gespräch mit dem Autor über sein Buch: Morramos ao menos no Porto
Moderation/Übersetzung: Michael Kegler

Francisco Mota Saraiva, ein junger portugiesischer Autor, der bereits mehrfach ausgezeichnet wurde, u.a. mit dem Prémio der Fundação Eça de Queirós und zuletzt mit dem renommierten Prémio Saramago.

Carla Pais: Um Cão deitado à fossa

14:30 – 15:15 Uhr
VORSTELLUNG VON CARLA PAIS

Gespräch mit der Autorin über ihr Buch Um Cão Deitado à Fossa, Moderation: Benjamin Meisnitzer

Carla Pais debütierte vor etwa 10 Jahre in der Welt der Literatur gab und erhielt im letzten Jahr den renommierten Prémio Leya für ein noch unveröffentlichtes Buch, das im Laufe des Jahres erscheint..

15:30 – 16:30 Uhr
VORSTELLUNG DES WERKS VON YVETTE K. CENTENO

Mit dem Übersetzer Markus Sahr

In der Stunde des Todes leuchten die Sterne am hellsten, Übersetzung: Markus Sahr, Leipziger Literaturverlag

Yvette K. Centeno: geb. 1940, Professorin für Germanistik und vergleichende Lite­ra­tur­wissenschaft an der Lissaboner Uni­versidade Nova, For­schun­gen zu Fernando Pessoa sowie zu Symbologie, Theater und Gesellschaft, übersetzte Brecht, Goethe, Stendhal, Shake­speare und Celan ins Portugie­sische, erhielt für ihr um­fang­reiches Werk den Prémio Jacinto do Prado Coelho (Preis der Literatur­kritiker) und den Prémio de Poesia der Zeit­schrift Mulheres, lebt in Lissabon.g

Donnerstag, 19.03.2026

18.00 – 18.50 Uhr / NaTo

Karl-Liebknecht-Str. 46

04275 Leipzig

EIN ABEND MIT ALICE BRITO UND CARLA PAIS

Schreiben: Katharsis, Ästhetik oder soziale Waffe. Woran glauben Sie?

Moderation: Benjamin Meisnitzer

Literatur kann aus Sicht des Lesers und sicherlich auch aus Sicht des Autors unterschiedlichen Zwecken dienen. Es ist interessant festzustellen, dass die Sichtweisen dieser beiden Protagonisten – des Lesers und des Autors – auf ein und dasselbe Werk sehr unterschiedlich sein können. Gemeinhin werden Katharsis, Ästhetik oder soziale Waffe als Hauptfunktionen eines literarischen Werks angesehen. Als Ausgangspunkt für eine hoffentlich lebhafte Debatte möchten wir von Alice Brito und Carla Pais erfahren, welche Ziele sie erreichen möchten, wenn sie sich an den Tisch setzen, um ein neues Buch zu beginnen. Die Moderation der Diskussion übernimmt Benjamin Meisnitzer, Professor an der Universität Leipzig.

Freitag 28.03.2025
Messe – Halle 4 Stand C300

Alice Brito: Die Frauen der Fonte Nova

10:30 – 11:15 Uhr
Halle 4, Stand C300

VORSTELLUNG VON ALICE BRITO

Gespräch mit der Autorin über ihr Buch Die Frauen der Fonte Nova

Ein kompromissloses Debüt über starke Frauen im unterdrückten Portugal der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts!. Alice Brito gelingt es mit »Die Frauen der Fonte Nova«, uns vor einem präzisen historischen Hintergrund eine starke, realistische Erzählung über kämpferische Frauen zu liefern, in der Humor und Ernsthaftigkeit zugleich das Drama dieser Leben von jeglicher Sentimentalität befreien.

Moderation: Markus Sahr

11:30 – 12:15 Uhr
VORSTELLUNG VON „HERR ELLIOT UND DIE VORTRÄGE“ aus dem Werk „Das Viertel“ von Gonçalo M. Tavares

Mit dem Verleger Reto Ziegler und dem Übersetzer Michael Kegler

Der in Luanda, Angola, geborene Schriftsteller Gonçalo M. Tavares, portugiesischer Staatsbürger, ist dem deutschen Publikum durch die zahlreichen Übersetzungen seiner Werke und seine wiederholten Besuche in Deutschland, die er für Lesungen und Diskussionen mit seinem Publikum unternommen hat, bestens bekannt.

Dieses Mal wird Herr Eliot und die Vorträge vorgestellt, der 10. Band seiner langen Reihe „Senhores”, deren offizieller Titel „Das Viertel” lautet. Darin lädt der Autor den Leser mit erhabener Ironie und einer fast poetischen Synthese dazu ein, die Welt zu „dekonstruieren”.

Lídia Jorge: Die Stunde der Nelken

14:30 – 15:15 Uhr
VORSTELLUNG VON LÍDIA JORGE

Gespräch mit der Autorin über ihr Buch Die Stunde der Nelken

Moderation: Benjamin Meisnitzer

Drei Jahrzehnte nach dem 25. April 1974, dem Tag der portugiesischen Revolution, soll die in den USA lebende Ich-Erzählerin Ana Maria Machado, Tochter eines linken portugiesischen Journalisten, für die CNN eine Fernsehreportage über die sogenannte »Nelkenrevolution« machen. Die junge Generation Portugals will eigentlich nichts mehr wissen von dieser Vergangenheit und sieht die »Helden« der Revolution eher als Verräter an ihren eigenen Idealen. Doch dies ändert sich für Ana Maria und zwei ihrer ehemaligen Kommilitonen, als sie sich gemeinsam an die Reportage für die CNN begeben. Ausgehend von einer Photographie mit den Protagonisten des Umsturzes porträtieren sie einige der damaligen Akteure.

Lídia Jorge setzt mit diesem Roman all jenen Menschen ein Denkmal, die im April 1974 heldenhaft für ihr Land kämpften und nun größtenteils desillusioniert sind, und sie zeigt den Widerspruch zwischen den großen, heroischen Augenblicken der Geschichte und dem späteren Realitäts-Clash auf.

15.30 – 16.00 Uhr / Halle 4, Stand C300

LANDSCHAFTEN UND LITERARISCHE INSPIRATION: REISEN DURCH DIE HALBINSEL VON SETÚBAL

Vorstellung: Dagmar Paul, Turismo de Portugal

Es ist fast unmöglich, sich der Faszination einer Landschaft zu entziehen, sei sie nun natürlicher oder kultureller Art.

Insbesondere an einem Ort, an dem der Einfluss des Menschen nur gering ist und das intensive Blau des Ozeans auf das strahlende Grün der Berge trifft, prägt dies zwangsläufig die dort entstehenden künstlerischen Werke. Es ist diese inspirierende und zum Nachdenken anregende Wirkung, die die Halbinsel Setúbal im Laufe der Zeit auf unzählige Literaten ausgeübt hat, die sich von der Kraft und Großartigkeit der Landschaft, die sich vor ihren Augen ausbreitete, anstecken ließen.

António Lobo Antunes: Wörterbuch der Sprache der Blumen

16.15 – 17.15 Uhr / Halle 4, Stand C300

Hommage an António Lobo Antunes

Mit Maralde Meyer-Minnemann und Michael Kegler

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Prémio LeYa geht an Carla Pais

Carla Pais Prémio Leya

Der mit 50.000 Euro dotierte Prémio LeYa, der von der gleichnamigen portugiesischen Verlagsgruppe für bisher unveröffentlichte Texte verliehen wird, geht in diesem Jahr an die portugiesische Autorin Carla Pais.

Sie erhält den Preis für den Roman A Sombra das Árvores no Inverno, der Anfang 2026 veröffentlicht wird. Der Roman beschäftigt sich mit der Flüchtlingskrise und ihren Folgen.

Carla Pais ist erst die zweite Autorin (nach Gabriela Ruivo Trindade) in der Geschichte des Prémio Leya, die ausgezeichnet wird. Laut portugiesischer Presse hatte sie den Roman unter einem männlichen Pseudonym zum Preis eingereicht. Sie folgt auf Nuno Duarte, der den Preis im vergangenen Jahr für Pés de Barro erhielt.

Carla Pais wurde 1979 in Regueira de Pontes (nahe Leiria) geboren und lebt heute in Frankreich. Sie hat bereits einige Bücher veröffentlicht, darunter die Romane Mea Culpa (2018, Finalist des Prémio APE) und Um Cão Deitado à Fossa, das die Preise Cidade de Almada 2018 und SPA erhielt.

Der Prémio Leya ist der größte Literaturpreis für unveröffentlichte Romane in portugiesischer Sprache. In diesem Jahr gab es wieder eine Rekordbeteiligung von 1460 Einreichungen aus 22 Ländern.

Den zweifellos größten Erfolg hatte bisher der Roman Torto Arado von Itamar Vieira Junior, der 2018 mit dem Prémio Leya ausgezeichnet wurde und in der Folge zum Bestseller wurde und zahlreiche weitere Preise erhalten hat.

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