Lídia Jorges Roman Miséricordia wird zu einer immer größeren Erfolgsgeschichte und wird nun auch im Ausland gewürdigt. Die französische Übersetzung von Elisabeth Monteiro Rodrigues, erschienen bei Éditions Métailié, erhielt heute den Príx Médicis für den besten ausländischen Roman, ebenfalls ausgezeichnet wurde die südkoreanische Autorin Han Kang.
Um so gespannter sind wir natürlich auf die deutsche Übersetzung. Hier ist allerdings noch etwas Geduld gefragt, der Titel wird wohl erst 2025 erscheinen.
Und weiter geht es mit Literaturpreisen. Heute wurden die 10 Finalisten für den Literaturpreis Prêmio Oceanos (je 5 Titel aus Lyrik und Prosa) bekanntgeben. Nominiert sind:
Lyrik
Alma Corsária, Cláudia Roquette-Pinto (Editora 34) Diário da encruza, Ricardo Aleixo (Segundo Selo) Entre costas duplicadas desce um rio, Guilherme Gontijo Flores (Ars et Vita) O gosto amargo dos metais, Prisca Agustoni (7Letras) Paraíso, Pedro Eiras (Assírio & Alvim)
Die beiden Gewinner des mit je 150.000 Reais dotierten Preises werden im Dezember ausgezeichnet. Die Unterteilung in eine Lyrik- und eine Prosakategorie ist in diesem Jahr neu. Im vergangenen Jahr wurden drei Prosawerke von Alexandra Lucas Coelho, Micheliny Verunschk und João Paulo Borges Coelho ausgezeichnet.
Im Herbst werden traditionell viele Literaturpreise verliehen, das ist auch in diesem Jahr nicht anders.
Die portugiesische Autorin Lídia Jorge wird mit dem Prémio Fernando Namora ausgezeichnet. Sie erhält den mit 15.000 Euro dotierten Preis für ihren viel gelobten Roman Miséricordia, der im letzten Jahr bei Publicações Dom Quixote erschienen ist.
Die Jury unter Vorsitz von Guilherme d’Oliveira Martins hob den Humanismus und die Großzügigkeit in der Beschreibung einer Verlusterfahrung hervor und bezeichnete Miséricordia als ein herausragendes Werk im umfangreichen Schaffen von Lídia Jorge.
Der Roman geht auf eine Bitte der Mutter der Autorin zurück, die während der Corona-Pandemie verstorben ist. Lídia Jorge zufolge handelt es sich jedoch nicht um ein „morbides“ Buch. Vielmehr sei es ein „Buch über die Schönheit des Lebens, die sich einstellt, wenn man im Begriff ist zu gehen“, über die „wunderbaren Formen des Widerstands, zu denen Menschen am Ende ihres Lebens fähig sind.“ Miséricordia hat zuvor unter anderem schon den großen Preis des portugiesischen Schriftstellerverbands erhalten und war auch auf der Shortlist für den Prix Fémina in Frankreich in der Kategorie bester internationaler Roman. Eine deutsche Übersetzung gibt es bisher noch nicht, aber sie ist nach unserer Information bereits in Planung.
Heute ist schon der 1. November, so richtig kühl ist es zwar noch nicht, aber die Tage sind merklich kürzer, Zeit also, um es sich auf dem Sofa, im Bett oder wo auch immer mit einem Buch gemütlich zu machen.
Daher hier ein erste Tipps zu Neuerscheinungen des Herbstes:
Der literarische Herbst bietet unter anderem neue Kurzprosa von Mia Couto, Dulce Maria Cardoso und bisher unveröffentlichte Texte von António Lobo Antunes. Mia Coutos Buch trägt den gleichsam schönen wie schwer übersetzbaren Titel Compêndio para Desenterrar Nuvens und versammelt Erzählungen und crônicas, die zuvor in der portugiesischen Wochenzeitung Visão erschienen sind, auch die Texte aus dem Band Autobiografia Não Autorizada 2 von Dulce Maria Cardoso wurden zuvor in Visão veröffentlicht genauso wie As Outras Crónicas von António Lobo Antunes. Alle drei sind zum einen gut für Lernende der portugiesischen Sprache geeignet, können aber vielleicht auch Anregung sein, auch einen guten Zugang zu den Romanen der jeweiligen Autorinnen und Autoren zu finden.
Eben erschienen ist die Übersetzung (Deutsch von Nicolai von Schweder-Schreiner) von Via Ápia, des fantastischen Romans vonGeovani Martins aus Brasilien. Der Roman, der kurz vor Beginn der Olympischen Spiele in der Favela Rocinha in Rio de Janeiro spielt, erzählt die Geschichte von 5 jungen Männern Zwischen Arbeitslosigkeit, stupiden Jobs, der strapaziösen Suche nach dem nächsten Joint und tosenden Funkpartys, versuchen die Anfang Zwanzigjährigen gerade, sich irgendwie ins Erwachsenenleben zu kämpfen – als eine Militärpolizeieinheit die Favela besetzt.
Im nächsten Jahr feiert Portugal den 50. Jahrestag der Nelkenrevolution. Dazu passt der neue Roman Revoluçãovon Hugo Gonçalves. Die Handlung des Familiendramas begleitet das Schicksal der Familie Storm vor und nach dem 25. April begleitet, eine spannende, herausfordernde Zeit, bei der die Kinder der Familie auf unterschiedlichen Seiten der „Barrikaden“ stehen…
Und natürlich gibt es keinen Herbst ohne einen neuen Schmöker des portugiesischen Autors und Nachrichtensprechers José Rodrigues dos Santos. Der historische Roman O Segredo de Espinosa basiert frei auf der Lebensgeschichte des Philosophen Spinoza, der 1632 als Bento de Espinosa als Sohn sephardischer Juden in Amsterdam geboren wurde.
Seit 2014 findet bei uns in der Buchhandlung in regelmäßigen Abständen von 4-6 Wochen ein portugiesischsprachiger Lesekreis statt.
Weiter geht es am Mittwoch, 1. November (kein Feiertag in Hessen) um 19.00 Uhrhier in der Buchhandlung. Unsere literarische Reise führt uns diesmal nach Macau, denn wir sprechen dann über den Roman O Jogo das Escondidas des portugiesischen Autors Fernando Sobral.
Die spannende Handlung spielt in den 1920er Jahren, Macau ist ein Gebiet, das von den Portugiesen ignoriert wird, aber von mächtigen internationalen Interessen begehrt ist. Als Heimat von Piraten, Zufluchtsort für Spione und wichtiger Hafen für den Drogenhandel ist die östlichste Überseekolonie ein Ort mit wenigen Regeln und vielen politischen Intrigen. Leutnant Félix Amoroso, ein dubioser Geheimagent im Dienste des Staates, und Benedito Augusto, ein obskurer Franziskanerpater, kommen dorthin, um die Vergangenheit zu vergessen…
Anmeldungen für den Lesekreis (falls Sie nicht ohnehin schon regelmäßig teilnehmen) gerne per Mail an info@tfmonline.de
Das Buch ist bestellt und wird in Kürze eintreffenn. Wir nehmen gern Vorbestellungen entgegen.
Buchhandlung TFM, Frankfurt
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Desde 2014 encontrámo-nos regularmente na TFM para falar sobre livros de autores de língua portuguesa. A próxima tertúlia encontra-se no dia 1 de novembro às 19h00. Vamos falar sobre o livroO Jogo das Escondidas do escritor português Fernando Sobral, um romance pleno de suspense, mas também uma história de amor e de lealdade, na qual um certo Portugal de há um século espelha, paradoxalmente, um certo Portugal de hoje.
Vamos receber o livro brevemente e aceitamos encomendas.
Der portugiesische Autor Jacinto Lucas Pires, der im Oktober ein Literaturstipendium derPortugiesischen Botschaft/Instituto Camões in Berlin erhält, kommt zur Frankfurter Buchmesse.
Wir freuen uns auf eine Lesung mit Gespräch am Freitag, dem 20. Oktober, 20.00 Uhr bei uns in der Buchhandlung.
Moderation und Übersetzung: Michael Kegler. Der Eintritt ist frei. Wir danken der Portugiesischen Botschaft/Instituto Camões für die Unterstützung.
Jacinto Lucas Pires schreibt Romane, Kurzgeschichten, Theaterstücke, Drehbücher, komponiert und textet Musik. Sein letzter Roman, Oração a que faltam joelhos (Porto Editora, 2020), wurde mit dem John-dos-Passos-Preis ausgezeichnet. Während der Pandemie veröffentlichte er auch einen Band mit Erzählungen: Doutor Doente (Húmus, 2021).
Der literarische Herbst startet mit einigen wenigen Neuerscheinungen auf dem Gebiet der Übersetzungen, die wir Ihnen hier gern nach und nach vorstellen möchten. Wir freuen uns sehr, dass mit Eliete. Das normale Leben nun der zweite Roman der großartigen Dulce Maria Cardoso in deutscher Übersetzung von Steven Uhly erschienen. Wie schon das erste Buch Die Rückkehr (Originaltitel: O Retorno), das glücklicherweise nun auch endlich wieder lieferbar ist, wurde das Buch im Secession Verlag veröffentlicht.
Cascais in der Gegenwart ist nicht mehr das, was es einmal war: ein glamouröser Ort, wo die Reichen sich zum Spiel trafen und die Mächtigen große Politik machten. Eliete, eine gewöhnliche Portugiesin in ihren Vierzigern, hat ihr ganzes Leben dort verbracht, hat die Tragödie ihres Vaters erlebt, der mitten in der Nelkenrevolution einen tödlichen Autounfall erlitt, die Spannungen zwischen ihrer verwitweten Mutter und ihrer Großmutter, die den einzigen Sohn verlor, die Armut, die erst endete, als Portugal Teil der EWG wurde. Wir erleben den inneren Monolog einer Frau, die ihre besten Jahre hinter sich hat. Einsam und unverstanden inmitten von Menschen, die sie liebt, für die sie sorgt, begibt sie sich auf die Suche nach Leidenschaft und landet doch nur bei Tinder. Doch da geschieht etwas: Die Großmutter lüftet in ihrer fortschreitenden Demenz ein Geheimnis, das Elietes Leben über das Unmittelbare hinaushebt…
Im Roman geht es um zwei Menschen, die einst ein Paar waren, treffen sich zehn Jahre nach ihrer Trennung. Sie, die Lissabonnerin, führt ihn, den Fremden, auf verschiedenen Wegen durch ihre Stadt, während sie ihre Erinnerungen freilegen.
Bei dem Versuch, eine gemeinsame Vergangenheit zu finden, stimmen nur wenige Wege überein. Ihnen bleiben die Namen bestimmter Straßen, bestimmter Städte – Buenos Aires, Berlin, Marseille, Beirut -, die zu intimen Topografien werden, die nicht mehr besucht werden können, wie der Name der Tochter, die sie nie hatten.
Der Preis, den es seit 2014 gibt und der mit 10.000 Euro dotiert ist, unterstützt die literarischen Werke in portugiesischer Sprache und zeichnet Autorinnen und Autoren unter 40 Jahre aus. Er wird alle 2 Jahre verliehen. Zuletzt wurde 2021 A Lição de Sonâmbulo von Frederico Pereira ausgezeichnet.
Der Preis, den es seit 2014 gibt und der mit 10.000 Euro dotiert ist, unterstützt die literarischen Werke in portugiesischer Sprache und zeichnet Autorinnen und Autoren unter 40 Jahre aus. Er wird alle 2 Jahre verliehen. Zuletzt wurde 2021 A Lição de Sonâmbulo von Frederico Pereira ausgezeichnet.
Die Bekanntgabe des neuen Preisträgers oder der Preisträgerin erfolgt im September.
Alle Bücher sind natürlich bei uns in der Buchhandlung bestellbar oder ggfs. vorrätig.
Der portugiesische Autor Jacinto Lucas Pires erhält das von derPortugiesischen Botschaft/Instituto Camões in Berlin und dem Instituto Camões initiierte, einmonatige Literaturstipendium in Berlin. Bisherige Stipendiat*innen waren Patrícia Portela, Rui Cardoso Martins, Isabela Figueiredo, Miguel Cardoso , Afonso Cruz, Judite Canha Fernandes und Cláudia Galhós
In Berlin will Jacinto Lucas Pires ein Kapitel seines neuen Romans schreiben, in dem es um den Besuch eines Liebespaares in der deutschen Hauptstadt geht, bei dem beide in die Kunstszene der Stadt eintauchen.
Jacinto Lucas Pires schreibt Romane, Kurzgeschichten, Theaterstücke, Drehbücher, komponiert und textet Musik. Sein letzter Roman, Oração a que faltam joelhos (Porto Editora, 2020), wurde mit dem John-dos-Passos-Preis ausgezeichnet. Während der Pandemie veröffentlichte er auch einen Band mit Erzählungen: Doutor Doente (Húmus, 2021).
Im Theater arbeitet Jacinto Lucas Pires mit verschiedenen Gruppen und Regisseuren zusammen. Aberto 24 Horas, sein letztes Stück, wurde am 11. Juni 2022 in der Casa das Artes de Famalicão vom Ensemble unter der Regie von Jorge Pinto uraufgeführt.
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