Archiv der Kategorie: portugiesische Literatur

Ana Margarida de Carvalho erhält Grande Prémio Romance APE

Ana Margarida de Carvalho: Que importa a fúria do marDer mit 15.000 Euro dotierte Romanpreis des portugiesischen Schriftstellerverbandes geht in diesem Jahr an die Autorin Ana Margarida de Carvalho. Sie wird für Ihren im letzten Jahr erschienenen Debütroman  O que importa a fúria do mar (Teorema) ausgezeichnet und setzte sich einstimmig gegen insgesamt 107 eingereichte Romane durch.

Die Romanhandlung setzt im Jahr 1934 nach einem berühmten Arbeiteraufstand in Marinha Grande ein. In der Eingangsszene wirft Joaquim, einer der Protagonisten, einen Stapel Postkarten aus einem Zug, in der Hoffnung, dass jemand diese aufhebt und seiner Frau übergibt. Joaquim war nach der Revolte festgenommen worden und wird einer der ersten politischen Gefangenen des berüchtigten Gefängnisses Tarrafal auf Cabo Verde werden, das damals eingerichtet wurde.

 

Interview mit Ana Margarida de Carvalho im Público

 

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Herbstzeit – Lesezeit, Teil 3

Kein Herbst ohne einen neuen Schmöker von José Rodrigues dos Santos. Der portugiesische Nachrichtensprecher erfreut seinen Verlag, die Leser und damit natürlich auch die Buchhändler im Wechsel mit einem historischen Roman (im letzten Jahr porträtierte er das Leben des  armenischen Ölmagnaten und Mäzens Calouste Gulbenkian) und einem Krimi à la Dan Brown.

José Rodrigues dos Santos: A chave de SalomãoIn A Chave de Salomão, eben in Portugal erschienen und schon bei uns vorrätig, steht einmal mehr der schon aus früheren Krimis bekannte Historiker Tomás de Noronha im Mittelpunkt. Er wird verdächtigt, Frank Bellamy, einen Direktor der CIA, der tot im Technologiezentrum CERN gefunden wird, ermordet zu haben. Natürlich ist er nicht der Mörder, soviel darf verraten werden, aber seine Unschuld kann er nur beweisen, wenn er selbst den Täter findet.

José Rodrigues dos Santos: A chave de Salomão, bei TFM für 29,90 EUR

Alle weiteren Titel von José Rodrigues dos Santos haben wir natürlich auch in der Regel auf Lager oder können sie bestellen.

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Herbstzeit – Lesezeit, Teil 2

José Saramago: AlabardasVor wenigen Wochen ist gleichzeitig in Portugal, Spanien und Brasilien das nachgelassene Romanfragment Alabardas von José Saramago erschienen.

Als Saramago 2010 verstarb, hat er ca. 30 Seiten des Romans hinterlassen, der Handlungsverlauf, in dessen Zentrum eine Waffenfabrik steht, stand ungefähr fest, ebenso war das Profil der beiden Protagonisten Artur Paz Semedo, der in der Fabrik angestellt ist und seiner Frau, einer überzeugten Pazifistin, klar.

Begleitet wird die Erstausgabe des Texte durch zwei Essays von Roberto Saviano und Fernando Gómez Aguilera. Die Illustrationen der Ausgabe stammen von Günter Grass.  Als Bestandteil der Werkausgabe von José Saramago sollte das Werk in den Bücherregalen von Sammlern nicht fehlen.

Die bekannten Romane von José Saramago erscheinen nach und nach, wie hier von uns berichtet, in neuem Layout und sind natürlich auch bei TFM erhältlich.

José Saramago: Alabardas, Porto Editora, bei TFM für 21,80 EUR

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Prémio LeYa geht an Afonso Reis Cabral

Der Oktober ist ein Monat der Preisverleihungen.

Der mit 100.000 Euro dotierte Prémio LeYa, der von der gleichnamigen portugiesischen Verlagsgruppe für bisher unveröffentlichte Texte verliehen wird, geht in diesem Jahr an den erst 24jährigen Autor Afonso Reis Cabral.

Er erhält den Preis für den Roman O meu irmão (dt. Mein Bruder), in dessen Mittelpunkt zwei Brüder stehen, von denen einer am Down-Syndrom erkrankt ist.

Die Jury unter Vorsitz von  Manuel Alegre lobte zum einen die realistische und bisweilen harte Darstellung des Zusammenlebens, andererseits aber auch den lyrischen und oft humorvollen Ton des Textes.

Afonso Reis Cabral wurde 1990 in Lissabon geboren und wuchs in Porto auf. Schon in der Schule hat er erste literarische Versuche unternommen. Kurioserweise ist er entfernt mit Eça de Queirós, dem großen portugiesischen Romanautor des 19.Jahrhunderts, verwandt. Er studierte in Lissabon Lusitanistik und arbeitet im Augenblick beim portugiesischen Verlag Alêtheia.

Der Roman O meu irmão  erscheint im kommenden Jahr bei LeYa.

Weitere Informationen zur Preisträgerin in der portugiesischen Presse:

Público

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Saramago-Titel in neuer „Verpackung“

Mit recht großer medialer Aufmerksamkeit sind die Rechte an der Veröffentlichung der Werke des portugiesischen Nobelpreisträgers José Saramago Anfang 2014 von seinem langjährigen Verlag, Editorial Caminho zu Porto Editora gewandert. Der neue Verlag hat sich verpflichtet, die Kulturarbeit der José Saramago Stiftung in den nächsten Jahren zu unterstützen.

Die ersten Titel wurden bei der vor kurzem zu Ende gegangenen Lissabonner Buchmesse präsentiert und sind inzwischen auch bei uns eingetroffen. Das graphische Konzept stammt vom Design Büro Silva!Designers. Die pastellfarbenen Einbände in Klappenbroschur kommen ohne Titelbild aus. Statt dessen wurden berühmte portugiesische Kulturschaffende gebeten, den jeweiligen Titel per Hand zu schreiben. Mitgewirkt haben die Schriftsteller Lídia Jorge, Valter Hugo Mãe, Dulce Maria Cardoso, Gonçalo M. Tavares, Baptista-Bastos, Mário de Carvalho, Eduardo Lourenço,  der Architekt Álvaro Siza Vieira und der Maler Júlio Pomar.

Den Entstehungsprozess kann man in diesem Video sehen. Wie gefällt Ihnen das Konzept? Alle Titel gibt es natürlich ab sofort in unserer Buchhandlung oder online.

Bisher erschienen sind:

José Saramago: As pequenas memóriasJosé Saramago: A cavernaJosé Saramago: Ensaio sobre a lucidezJosé Saramago: A noite

 

 

 

 

 

 

 

 

José Saramago: As intermitências da morteJosé Saramago: História do cerco de LisboaJosé Saramago: Manual de pintura e caligrafiaJosé Saramago: A viagem do elefante

 

 

 

 

 

 

 

 

José Saramago: O homem duplicado

 

 

 

 

 

 

 

 

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Bücher zum 25. April – Teil 2

Der 40. Jahrestag der Portugiesischen Nelkenrevolution steht kurz bevor. Die gestern an dieser Stelle begonnene Reihe mit Buchempfehlungen wird hier fortgesetzt.

In Portugal erscheinen anlässlich des Jubiläums eine ganze Reihe von Neuerscheinungen,  Sachbücher, Reportagen und Bildbände sind darunter, aber auch neue Romane, die sich mit der Zeit um den 25. April 1974 auseinandersetzen.

Lídia Jorge: Os memoráveisEiner davon ist das vor wenigen Wochen erschienene, lange erwartete Buch Os Memoráveis von Lídia Jorge. Im Roman wird die in Washington tätige portugiesische Journalistin Ana Maria Machado mit einer Reportage über den 25. April beauftragt. Sie nimmt die Herausforderung an, kehrt nach Portugal zurück und interviewt mit zwei weiteren Kollegen einige der Hauptfiguren der portugiesischen Nelkenrevolution und versucht dabei herauszufinden, was aus den Zielen und Mythen der Revolution geworden ist. Auf einer zweiten Ebene spielt die persönliche Geschichte von António Machado, dem Vater der Journalistin, eine  wichtige Rolle.

Lídia Jorge liest am 2. Mai in Saarbrücken im Rahmen der Tagung  „Wir haben sie so geliebt, die Nelkenrevolution. Der portugiesische 25. April 1974 in Literatur, Film und Theater“. Nähere Informationen dazu hier.

Os rapazes dos tanquesFotografische Zeitdokumente bietet der von Alfredo Cunha und Adelino Gomes herausgegebene Band Os Rapazes dos TanquesDie beiden Autoren haben die Männer wieder gefunden, die am 25. April in den Panzern saßen und den Verlauf der Nelkenrevolution entscheidend mitgeprägt haben, danach aber teilweise in Vergessenheit gerieten, so z.B. José Alves Costa, der sich weigerte mit seinem Panzer auf die Einheit von Santarém zu schießen. Die Autoren haben ihn ihn getroffen, nachzulesen hier in einem Vorabdruck aus dem Buch, den die portugiesische Zeitung Público veröffentlicht hat.

Wie immer sind die besprochenen Bücher bei uns in der Buchhandlung oder online bestellbar.

Lídia Jorge:  Os Memoráveis

Cunha/Gomes: Os Rapazes dos Tanques

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João Ricardo Pedro neu in deutscher Übersetzung und auf Lesereise

Im vergangenen Jahr stand wegen des Buchmesseschwerpunkts die brasilianische Literatur mit sehr vielen Neuerscheinungen in deutscher Übersetzung im Fokus. Die Frühjahrsprogramm der deutschen Verlage versprechen nun nach längerer Flaute wieder einige Übersetzungen portugiesischer Autoren, die wir in loser Folge hier ankündigen werden.

João Ricardo Pedro: Wohin der Wind uns trägtEben bei Suhrkamp erschienen ist von João Ricardo Pedro der mit dem Prémio Leya ausgezeichnete Roman O teu rosto será o último, der in der Übersetzung von Marianne Gareis den deutschen Titel Wohin der Wind uns weht trägt.

Als der Roman 2012 in Portugal erschien, hat er dort einiges Aufsehen erregt. João Ricardo Pedro, der vorher nicht als Autor in Erscheinung getreten war, hat den Roman während einer Phase längerer Arbeitslosigkeit, innerhalb von zwei Jahren geschrieben. Das Ergebnis ist ein drei Generationen umspannender Rom über Musik und Gewalt, über die Liebe und das Schicksal, dessen Handlung am 25.April 1974 im Alentejo beginnt.

João Ricardo Pedro stellt seinen Roman in den nächsten Tagen in Berlin, München und Leipzig vor, hier die Termine:
31.03.2014, 19:30 Uhr, Literaturhaus Leipzig, Der Autor im Gespräch mit Claudia Gatzemeier. Übersetzung: Cornelia Döll, Lesung des deutschen Textes: Andreas Dyszewski
01.04.2014, 19:00 Uhr,Ibero-Amerikanisches Institut Berlin, Begrüßung vom Verlag: Frank Wegner, Moderation: Claudia Kramatschek, Übersetzer: Markus Kremer, Lesung des deutschen Textes: Carsten Andörfer
02.04.2014, 19:30 Uhr, München,Buchhandlung Kunst- und Textwerk, Ligsalzstr. 13,  Moderation und Übersetzung: Wanda Jakob, Lesung des deutschen Textes: Sebastian Winkler

Original und deutsche Übersetzung gibt es wie immer in unserer Buchhandlung.

João Ricardo Pedro: Wohin der Wind uns weht trägt. Suhrkamp, 18,95 EUR

João Ricardo Pedro: O teu rosto será o último, Leya, 9,80 EUR

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Prémio Literário Correntes d’Escritas geht an Manuel Jorge Marmelo

Das größte Literaturfestival Portugals, die Correntes d’Escritas im nordportugiesischen Póvoa de Varzim, wurde heute eröffnet. Die Bekanntgabe des Preisträgers des mit 20.000 Euro dotierten Prémio Literário Casino da Póvoa erfolgte traditionell im Rahmen der Eröffnungszeremonie.

In diesem Jahr standen ausschließlich Belletristik-Titel zur Auswahl. Die Jurymitglieder Isabel Pires de Lima, Carlos Quiroga, Patrícia Reis, Pedro Teixeira Neves und Sara Figueiredo Costa. haben sich für

Manuel Jorge Marmelo: Uma mentira mil vezes repetidaManuel Jorge Marmelo und sein Werk Uma mentira mil vezes repetida

entschieden. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und wird am letzten Tag des Festivals verliehen. Michael Kegler hat das Buch vor kurzem für nova cultura! rezensiert.

Aus insgesamt 180 eingereichten Werken hatte die Jury neben dem Siegertitel noch folgende auf die Shortlist gewählt:

A Instalação do Medo, Rui Zink,
A Luz é Mais Antiga que o Amor, de Ricardo Menéndez Salmón,
A Maldição de Ondina, António Cabrita,
A Sul. O Sombreiro, de Pepetela,
A Vida no Céu, José Eduardo Agualusa,
Caligrafia dos Sonhos, Juan Marsé,
Dentro de Ti Ver o Mar, Inês Pedrosa,
Diário da Queda, Michel Laub,
Metade Maior, Julieta Monginho,
O Filho de Mil Homens, Valter Hugo Mãe,
O Retorno, Dulce Maria Cardoso,
Pai, Levanta-te, Vem Fazer-me um Fato de Canela, Manuel da Silva Ramos,
Quando o Diabo Reza, Mário de Carvalho,
Um Piano Para Cavalos Altos, Sandro William Junqueira,

An der 15. Ausgabe des Literaturfestivals nehmen bis Samtag 62 Schriftsteller teil. Mit dabei sind unter anderem Ondjaki, Miguel Sousa Tavares, Lídia Jorge, Michel Laub und Ungulani Ba Kha Khosa. Die komplette Teilnehmerliste mit biobibliographischen Informationen wird hier zur Verfügung gestellt.

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Alexandra Lucas Coelho erhält Grande Prémio Romance APE

Alexandra Lucas Coelho: E a noite rodaDer mit 15.000 Euro dotierte Romanpreis des portugiesischen Schriftstellerverbandes geht in diesem Jahr an die Autorin Alexandra Lucas Coelho. Sie wird für Ihren im letzten Jahr erschienenen Roman  E a noite roda (Tinta da China) ausgezeichnet und setzte sich nach drei Jurysitzungen einstimmig gegen Afonso Cruz, Jaime Rocha,  Mário de Carvalho und  Patrícia Portela durch, die ebenfalls auf der Shortlist gestanden hatten.

Alexandra Lucas Coelho wurde 1967 in Lissabon geboren, studierte Theater- und Kommunikationswissenschaften und arbeitet seit 1998 als Journalistin für die portugiesische Tageszeitung Público, unter anderem war sie Korrespondentin in Jerusalem. Seit 2010 lebt sie in Rio de Janeiro. E a noite roda ist ihr erster Roman. Er erzählt die in Jerusalem beginnende Geschichte von Ana und Leon, die sich am Vorabend des Todes von Yassir Arafat kennenlernen.

Zuvor hat Alexandra Lucas Coelho bereits Reiseliteratur und journalistische Sachbücher veröffentlicht. Für ihre Reportagen wurde sie mehrfach ausgezeichnet.

Ihr neuestes Buch Vai, Brasil ist eben in Portugal erschienen und ist ein Reisebuch im besten Sinne mit Reportagen über Brasilien.

Alexandra Lucas Coelho: E a noite roda
Alexandra Lucas Coelho: Vai Brasil

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Prémio LeYa geht an Gabriela Ruivo Trindade

Der mit 100.000 Euro dotierte Prémio LeYa, der von der gleichnamigen portugiesischen Verlagsgruppe für bisher unveröffentlichte Texte verliehen wird, geht in diesem Jahr zum ersten Mal an eine Schriftstellerin – die in London lebende Portugiesin Gabriela Ruivo Trindade.

Sie erhält den Preis für den Roman Uma outra voz, der aus der Sicht verschiedener Erzählfiguren die Geschichte einer Familie aus dem Alentejo erzählt. Handlungsorte sind neben der alentejanischen Stadt Estremoz unter anderem Lissabon und Afrika. Von der Jury unter Vorsitz von Manuel Alegre wurden vor allem die starken Frauenfiguren, aber auch die ungewöhnliche Erzählweise, die Fiktion mit Fotografie mischt, hervorgehoben.

In einer ersten Stellungnahme zeigte sich die Autorin überrascht und natürlich auch erfreut über die Preisverleihung. Sie hatte das Manuskript bereits früher bei einem portugiesischen Verlag eingereicht, dort war es jedoch abgeleht worden, unter anderem mit dem Hinweis darauf, dass es zu lang sei. Gabriela Ruivo Trindade hatte den Roman daraufhin noch einmal überarbeitet und für den Wettbewerb eine deutlich verkürzte Version eingereicht, die dem Text offensichtlich gut getan hat.

Der Roman Uma outra voz erscheint im kommenden Jahr bei LeYa.

Weitere Informationen zur Preisträgerin in der portugiesischen Presse:

Público

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