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Machado de Assis: Das babylonische Wörterbuch

Seit letztem Jahr gibt es die bibliophilen Manesse-Bändchen in neuem Design. Geblieben sind das handliche gebundene Format, die farbige Fadenheftung,  Schutzumschlag und Lesebändchen.

Das babylonische Wörterbuch von Machado de Assis ist nun in Übersetzung von Marianne Gareis und Melanie P. Strasser neu in der Reihe erschienen. Versammelt sind in diesem Band dreizehn ausgewählte Erzählungen, allesamt in Neu- oder Erstübersetzung. Joaquim Maria Machado de Assis, berühmtester Klassiker Brasiliens und Vorbote des Magischen Realismus, stellt in seinen Erzählungen ironisch alle Konventionen auf den Kopf. Lustvoll spielt er mit den Erwartungen seiner Leser und lotet Grenzen aus: von Gut und Böse, Vernunft und Wahnsinn, bürgerlichem Schein und Sein. Abgerundet wird die Anthologie durch ein Nachwort von Manfred Pfister.

In der selben Reihe noch im alten Design ist weiterhin der bekannte Roman Dom Casmurro lieferbar.

Machado de Assis: Das babylonische Wörterbuch, Manesse 2018, 20 EUR

erhältlich bei uns in der Buchhandlung.

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Marianne Gareis und Michael Kegler erhalten Übersetzerpreis

Der Straelener Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW wird in diesem geteilt und geht an die beiden Übersetzer Marianne Gareis und Michael Kegler. Wir freuen uns sehr und gratulieren herzlich.

Jurybegründung:

Der Straelener Übersetzerpreis zeichnet in diesem Jahr zu gleichen Teilen zwei Übersetzer aus dem brasilianischen Portugiesisch aus: Marianne Gareis und Michael Kegler.

Marianne Gareis

Machado de Assis: Dom CasmurroDer Roman Dom Casmurro des Brasilianers Joaquim Maria Machado de Assis (1839 – 1908) gewinnt in dieser Neuübersetzung eine Lebendigkeit, die die blitzende Ironie und die subtile Menschenkenntnis dieses Meistererzählers in aller Frische hervortreten lässt. Indem Marianne Gareis dem Original genau nachspürt und auf die feinsten Nuancen horcht, gibt sie den deutschsprachigen Lesern einen Roman in die Hand, der in seiner spielerischen Leichtigkeit und überraschenden Lakonie zu Beginn des 20. Jahrhunderts kaum seinesgleichen hat. In ihrer Treue zum Original zeigt die Übersetzung, dass ein mit gutem Grund „klassischer“ Roman keiner forcierten sprachlichen Auffrischung bedarf, um den Bogen zum Heute zu schlagen.

Michael Kegler

Luiz Ruffato: Es waren viele PferdeEs waren viele Pferde (Eles eram muitos cavalos) des brasilianischen Autors Luiz Ruffato (*1961), eine „literarische Installation“ in 69 Miniaturen, die an einem einzigen Tag des Jahres 2000 in der Megacity São Paulo spielt, ist ein sprachlicher Überfall auf den Leser. Vom Übersetzer fordert der rasante Text ein atemloses Tastenspiel in allen Registern. Michael Kegler ist es gelungen, das harte Flackern und die nervöse Sprunghaftigkeit des Großstadtszenarios mit sicherem Gespür für Rhythmus und Sprachmelodie ins Deutsche zu bringen. So öffnet er uns Lesern, mit dem Einfallsreichtum seiner sprachlichen Mittel, einen Blick auf eine Lebenswelt, die unabweislich heutig ist, so beunruhigend wie faszinierend.

Die Jury teilt den Preis, da die beiden Übersetzer der ganzen Spannbreite der brasilianischen Literatur zwischen erster spielerischer Moderne und harter, keiner Gewissheit sicheren Gegenwartsliteratur überzeugend Ausdruck verschafft haben.

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Geschenktipps Teil 2 – bibliophile Schätzchen

Kurz vor dem dritten Advent gibt es hier noch ein paar Geschenktipps für Kurzentschlossene.

Das Brasilien-Jahr hat uns neben den bereits vorgestellten Bildbänden eine ganze Reihe von sehr schön gestalteten Anthologien und (modernen) Klassikerausgaben beschert, die auf dem einen oder anderen Gabentisch nicht fehlen sollten.

Machado de Assis: Dom CasmurroBei Manesse ist mit Dom Casmurro ein weiterer Titel von Machado de Assis erschienen. In der Übersetzung von Marianne Gareis lernen wir die Liebesgeschichte von Bento und Capitu kennen, in der auch ein zweiter Mann eine Rolle zu spielen scheint. Wie üblich zeichnen sich die kleinen Manesse-Bände durch eine bibliophile Ausstattung – Leineneinband, Lesebändchen und Fadenheftung aus. Hier bekommt man einen Einblick in die aufwendige Produktion.

Rio - Eine literarische EinladungBerühmt ist auch die Salto-Reihe aus dem Berliner Wagenbach Verlag. Die in rotes Leinen gebundenen, fadengehefteten Bände erscheinen seit 1987, in diesem Sommer wurde der 200. Band veröffentlicht. Der von Marco Bosshard und Marcos Machado Nunes herausgegebene Band Rio – eine literarische Einladung stellt die cariocas in unterschiedlichen, größtenteils bisher unveröffentlichten Erzählungen u.a. von Luiz Ruffato, João Gilberto Noll, Nélida Piñon, Carlos Drummond de Andrade und Caetano Veloso vor.

Wenn der Hahn krähtIn rotes Leinen gehüllt und mit Lesebändchen versehen ist auch der von Luisa Costa Hölzl und Wanda Jacob bei Edition fünf herausgegebene Band Wenn der Hahn kräht, in dem  u. a. die brasilianischen Schriftstellerinnen Ana Paula Maia, Beatriz Bracher, Cíntia Moscovich und Andréa del Fuego in Geschichten von Liebe und Ver­strickungen, Tradition und Moderne, Macht und Unterdrückung, Geld und Armut, Glaube und Hoffnung in einer Gesellschaft im Aufbruch berichten.

Abschließend sei noch auf die beiden wirklich schönen und amüsanten Bände von Moacyr Scliar aus dem Lilienfeld Verlag verwiesen. In Halbleinen, mit Fadenheftung und Lesebändchen gibt es den aberwitzigen Roman Die Ein-Mann-Armee in der Moacyr Scliar: Die Ein-Mann-ArmeeÜbersetzung von Karin von Schweder-Schreiner, in dem der Utopist Mayer Guinzburg mit seinen tierischen Mitstreitern, den Genossen Schwein, Ziege und Henne allein versucht,  die kommunistische Republik „Nova Birobidjan“ zu errichten.

Moacyr Scliar: Kafkas LeopardenIn der selben Aufmachung , übersetzt von Michael Kegler, ist ebenfalls bei Lilienfeld der Roman Kafkas Leoparden erschienen, in dem es um einen Geheimauftrag Trotzkis, den jungen russischen Juden Benjamin und einen Zettel von einem Schriftsteller namens Franz Kafka geht…

Alle hier genannten Bände bestechen natürlich nicht nur durch Aussehen und Haptik, sondern  glänzen auch mit den „inneren Werten“.

Noch bis zum 21.12. können sie diese und viele andere Bücher  bei uns in der Buchhandlung erwerben. Ab 22.12. machen auch wir eine Weihnachtspause und öffnen wieder am 6. Januar.

Machado de Assis: Dom Casmurro, 22,95 EUR
Rio – eine literarische Einladung, 15,90 EUR
Wenn der Hahn kräht, 18,90 EUR
Moacyr Scliar: Kafkas Leoparden,  18,90
Moacyr Scliar: Die Ein-Mann-Armee , 19,90 EUR

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Buchmesse 1 – Brasilienprogramm

In knapp zwei Wochen beginnt die Frankfurter Buchmesse (15.-19.Oktober). Gastland ist in diesem Jahr die Türkei, doch natürlich beschränken sich das wie immer umfangreiche Veranstaltungsangebot nicht nur auf den Länderschwerpunkt.

Kurz vorstellen möchte ich in diesem Artikel daher Veranstaltungen mit brasilianischer Beteiligung. Der omnipräsente Paulo Coelho, dessen neuer Roman O vencedor está só – ein Krimi – gerade in Brasilien und Portugal erschienen ist, spricht auf der Eröffnungskonferenz der Buchmesse am 14. Oktober (11.00-12.00 Uhr). Am Donnerstag, den 16.10. von 15.30-16.00 Uhr nimmt Paulo Coelho auf dem Blauen Sofa zwischen Halle 5 und 6 Platz und wird seinen Roman Brida vorstellen, der jetzt in deutscher Übersetzung von Maralde Meyer-Minnemann bei Diogenes erschienen ist. Donnerstag ist ein Fachbesuchertag, aber das Ganze lässt sich auch im Internet per Live-Stream verfolgen.

Ebenfalls am 16. 10. von 16.15 Uhr-17.15 Uhr im Forum Dialog (Halle 6.1 E913) findet eine vom brasilianischen Generalkonsulat in Frankfurt präsentierte Veranstaltung zum 100.Todestag von Machado de Assis statt. Die Vortragenden sind Prof. Dr. Thomas Sträter von der Universität Heidelberg und Prof. Dr. Berthold Zilly vom Lateinamerikainstitut der FU Berlin.

Am Samstag, den 18.10. stellt Prof. Dr. Moniz Bandeira von 10.15-11.15 Uhr ebenfalls im Forum Dialog (Halle 6.1E913) sein neues in Brasilien erschienenes Buch Fórmula para o Caos – A derrubada de Salvador Allende (1970-1973) vor. Präsentiert wird die Neuerscheinung Prof. Dr. Levi Bucalem Ferrari, dem Präsidenten des brasilianischen Schriftstellerverbandes (UBE) – eine Veranstaltung in portugiesischer und spanischer Sprache.

Von 16.00-17.00 Uhr spricht Prof. Dr. Berthold Zilly am brasilianischen Nationalstand (Halle 5.1E943) über den von ihm übersetzten Roman Tagebuch des Abschieds (Memorial de Aires) von Machado de Assis, der zur Buchmesse im Verlag Friedenauer Presse erscheinen wird.

Wiederum im Forum Dialog (Halle 6.1 E913) diskutieren von 17.45-18.30 Uhr Prof. José Castilho und Jéferson Assumpção über die brasilianische Buchpolitik (Veranstaltung in portugiesischer Sprache).

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