Archiv der Kategorie: literaturpreise

Nobelpreis für Literatur geht an László Krasznahorkai

Ill. Niklas Elmehed © Nobel Prize Outreach

Den Nobelpreis für Literatur geht in diesem Jahr an den ungarischen Autor László Krasznahorkai. Er erhielt die Nachricht bei einem Besuch in Frankfurt.

Er wird ausgezeichnet „für sein fesselndes und visionäres Werk, das inmitten apokalyptischer Schrecken die Kraft der Kunst bekräftigt“

Das Werk von László Krasznahorkai erscheint in deutscher Übersetzung bei S. Fischer. In Portugal wurde gerade der Roman Herscht 07769 im Verlag Cavalo de Ferro veröffentlicht. In Brasilien liegen bisher noch keine Übersetzungen vor.

Alles Titel sind natürlich bestellbar.

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Prémio Camões 2025 geht an Ana Paula Tavares

Ana Paula Tavares, Edition Delta, Buchmesse Leipzig 2023
Ana Paula Tavares, Edition Delta, Buchmesse Leipzig 2023

Großartige Neuigkeiten! Der Prémio Camões, der bekannteste Literaturpreis der portugiesischsprachigen Welt, geht in diesem Jahr an die angolanische Dichterin und Historikerin und Literaturwissenschaftlerin Ana Paula Tavares. Damit wird zum ersten Mal eine Schriftstellerin aus Angola ausgezeichnet. Der Preis wurde 1988 von den Regierungen Brasiliens und Portugals ins Leben gerufen und ist der höchstdotierte Literaturpreis der portugiesischsprachigen Welt. Alljährlich wird mit ihm ein portugiesischsprachiger Schriftsteller ausgezeichnet. Zuletzt erhielt 2024 die brasilianische Autorin Adélia Prado Auszeichnung.

Ana Paula Tavares wurde 1952 in Lubango, Angola geboren. Nach dem Schulabschluss studierte sie Geschichte in Luanda und arbeitete ab 1973 als Lehrerin. Ende der 1970er Jahre zog Ana Paula Tavares nach Lissabon, wo sie lusoafrikanische Literatur studierte und in afrikanischer Geschichte promovierte.
Ana Paula Tavares veröffentlichte ihre ersten Gedichte nach der Unabhängigkeit Angolas und gehört wie Conceição Lima aus São Tomé und Príncipe zur postkolonialen Generation lusoafrikanischer Dichterinnen.

Ana Paula Tavares, Gedichtband, Edition Delta

In deutscher Übersetzung von Tobias und Juana Burghardt liegen bei Edition Delta zwei Gedichtbände vor

Fieberbaum – Árvore da Febre, erschienen 2010

Wie feine Adern in der Erde & Wildes Wasser, erschienen 2021

Auf Portugiesisch erschien zuletzt 2023 ein Gesamtausgabe ihrer Gedichte: Poesia Reunida seguido de Água Selvagem

Alle lieferbaren Titel von Ana Paula Tavares finden Sie bei uns in der Buchhandlung oder auch online.

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Teolinda Gersão ausgezeichnet – Grande Prémio APE/DGLAB

Der mit 15.000 Euro dotierte Romanpreis des portugiesischen Schriftstellerverbandes (Grande Prémio APE/DGLAB) geht in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal an Teolinda Gersão. Sie wird für ihren im letzten Jahr erschienenen Roman Autobiografia não escrita de Martha Freud (veröffentlicht bei Porto Editora) ausgezeichnet und setzte sich in einer einstimmigen Juryentscheidung unter Vorsitz von José Manuel de Vasconcelos durch. 1995 war sie zum ersten Mal für A casa da cabeça de cavalo ausgezeichnet worden.

Die Jury betont, dass „der Roman nicht nur die kulturelle Bedeutung der Erinnerung hervorhebt, sondern zugleich auch ein großartiges psychologisches Porträt einer Frau ist, die sich schließlich gegen die patriarchalische Macht aufgelehnt hat.“

Teolinda Gersão wurde 1940 geboren und studierte an den Universitäten von Coimbra, Tübingen und Berlin. Sie war Lektorin für Portugiesisch an der Technischen Universität Berlin und Professorin an der Universidade Nova de Lisboa, wo sie Deutsche Literatur und Vergleichende Literaturwissenschaft lehrte.

Als Autorin von mehr als 20 Büchern hat sie bereits zahlreiche Literaturpreise erhalten, ihr Werk wurde in viele Sprachen übersetzt, auch ins Deutsche. Zur Zeit sind hierzulande aber keine Übersetzungen mehr im Handel.

Autobiografia não escrita de Martha Freud und andere Romane und Erzählungen von Teolinda Gersão gibt es natürlich bei uns in der Buchhandlung.

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Prémio Literário Correntes d’Escritas geht an Andreia C. Faria

Das größte Literaturfestival Portugals, die Correntes d’Escritas im nordportugiesischen Póvoa de Varzim wurde heute traditionell mit der Bekanntgabe des Preisträgers des mit in diesem Jahr 25.000 Euro dotierten Prémio Literário Casino da Póvoa eröffnet. Er wird im jährlichen Wechsel an eine Prosa- oder Lyrikwerk verliehen, in diesem Jahr ist die Lyrik-Kategorie an der Reihe.

Der Preis geht in diesem Jahr nach Portugal. Ausgezeichnet wird Andreia C. Faria für ihren Lyrikband Canina, der 2022 in Portugal im Verlag Tinta da China erschienen ist. Die Jury hob insbesondere die sprachliche Dichte des Werks hervor.

Nominiert waren außer der Preisträgerin auch Werke von João Luís Barreto Guimarães, Luísa Freire, Adília Lopes (1960-2024), Jorge Gomes Miranda, João Melo, Ricardo Gil Soeiro, Paulo Tavares, Eucanaã Ferraz, Bernardo Pinto de Almeida und Nuno Júdice (1949-2024)

Die 1984 in Porto geborene Dichterin Andreia C. Faria hatte zuvor bereits andere Literaturpreise erhalten.

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Prémio Vergílio Ferreira geht an Djaimilia Pereira de Almeida

Der von der Universität Évora vergebene Prémio Vergílio Ferreira  geht  in diesem Jahr an die Schriftstellerin Djaimilia Pereira de Almeida.

Copyright: Humberto Brito

Der Preis ist mit 4000 Euro dotiert und wird seit 1996 jährlich für das Gesamtwerk eines portugiesischsprachigen Autors oder einer Autorin aus dem Bereich Literatur oder Essay verliehen. Die Preisverleihung findet im März statt.

Zuletzt wurden u.a. Ondjaki, Helena Carvalhão Buescu, Ana Luísa Amaral, Carlos Reis, Nélida Piñon und Gonçalo M. Tavares ausgezeichnet.

Die Jury begründete die Preisvergabe an Djaimilia Pereira de Almeida, die unter anderem mit den Romanen Esse Cabelo und Lisboa, Luanda, Paraíso bekannt wurde, mit der entscheidenden Rolle, die sie bei der Erneuerung der zeitgenössischen portugiesischen Erzählung gespielt hat, indem sie Geschichten und Figuren geschaffen hat, die Fragen der Identität, der Vertreibung und des Kolonialismus problematisieren.

Von Djaimilia Pereira de Almeida sind schon zwei Romane in deutscher Übersetzung von Barbara Mesquita im Unionsverlag erschienen:

Im Auge der Pflanzen (Original: A Visão das Plantas)

Seebeben (Original: Maremoto)

In Portugal erschien zuletzt Ende letzten Jahres O Livro da Doença.

Alle Bücher von Djaimilia Pereira de Almeida sind bei uns in der Buchhandlung vorrätig oder bestellbar.

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Prémio Oceanos 2024

Und weiter geht es mit Literaturpreisen. Gestern Abend wurde der Prémio Oceanos in den Kategorien Lyrik und Prosa verliehen. Ausgezeichnet wurde in der Lyrik-Kategorie:

Uma Colheita de Silêncios des in diesem Jahr verstorbenen portugiesischen Autors Nuno Júdice, erschienen 2023 bei Publicações Dom Quixote.

Den Preis als bester Roman erhielt Caminhando com os mortos der brasilianischen Autorin Micheliny Verunschk, erschienen bei Companhia das Letras, die bereits für ihren vorangegangen Roman O Som do Ruído da Onça den Prêmio Jabuti erhalten hatte.

Der prämierte Roman zeigt, wie sich der Hass auf Frauen und Minderheiten durch die Jahrhunderte zieht, insbesondere wenn er durch religiösen Fanatismus geschürt wird.

Der Prêmio Oceanos ist je Kategorie mit 150.000 Reais dotiert.

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Prêmio Jabuti 2024: Die Preisträger im Überblick

Der Prêmio Jabuti ist der bedeutendenste brasilianische Literaturpreis und wird in 20 verschiedenen Kategorien vergeben. Die Preisträger wurden gestern m Rahmen der Preisverleihung bekanntgegeben.

In der Kategorie „literarischer Roman“ wurde in diesem Jahr Salvar o Fogo von Itamar Vieira Junior ausgezeichnet. Der zweite Roman des vielfach preisgekrönten Autors aus Bahia erzählt die Geschichte von Moisés, der mit seinem Vater und seiner Schwester Luzia in Tapera do Paraguaçu lebt, einem Dorf, dessen Land der Kirche gehört. Die Brüder sind alle auf der Suche nach einem besseren Leben weggegangen, aber Luzia war gezwungen, zu bleiben, um sich um den Vater und den Jungen zu kümmern. Sie arbeitet als Wäscherin im Kloster und erzieht Moisés streng mit dem Ziel, ihn in die Priesterschule anzumelden und ihm somit die Bildung zu verschaffen, die keiner von ihnen haben konnte. Die Erfahrung dieser Ausbildung prägte den Jungen jedoch so sehr, dass er schließlich unerwartet von zu Hause weggeht. Im kommenden Frühjahr erscheint der Roman in der Übersetzung von Barbara Mesquita bei S.Fischer.

Den Jabuti in der Kategorie Lyrik erhält der in Berlin lebende Dichter Ricardo Domeneck für sein neuestes Buch Cabeça de galinha no chão de cimento.

Buch des Jahres und gleichzeitig Preisträger in der Kategorie „Crónica“ wurde Sempre Paris von Rosa Freire d’Aguiar, die in den 1970 und 80er Jahren als Korrespondentin in Paris gelebt hat und anhand von Erinnerungen, Tagebuchaufzeichnungen und Interviews das Leben in dieser Zeit stimmungsvoll nachzeichnet.

Als bester Unterhaltungsroman wurde O crime do bom nazista von Samir Machado de Machado ausgezeichnet, und als beste Reportage Baviera Tropical von Betina Anton über das Leben des Nazi-Verbrechers Josef Mengele in Brasilien.

Alle anderen Preisträger (u.a. für Kinderbuch, Übersetzung, bestes Cover etc.) lassen sich hier einsehen.

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Prémio José Saramago 2024 geht an Francisco Mota Saraiva

Copyright: Neusa Ayres/Fundação Circulo de Leitores

Francisco Mota Saraiva ist der Gewinner des in diesem Jahr zum 13. Mal verliehenen Prémio Literário José Saramago. Er erhielt den Preis heute für den Roman Morramos ao menos no porto, der im kommenden Jahr veröffentlicht wird. Der Preis wird seit 2022 für ein bisher unveröffentlichtes Werk eines Autors oder einer Autorin verliehen, der/die bis zum Zeitpunkt der Abgabe des Manuskripts jünger als 40 Jahre alt ist. Mit der Preisvergabe (Dotierung 40.000 EUR) ist die Veröffentlichung des Werks in Portugal und Brasilien verbunden. Der Roman erscheint in Kürze bei den Verlagen Porto Editora und Globo.

Francisco Mota Saraiva wurde 1988 in Coimbra geboren. Der studierte Jurist lebt in Lissabon, arbeitet dort als Anwalt und Berater und schreibt nebenbei. Im Jahr 2021 und 2023 erhielt er Literaturstipendien und wurde für seinen ersten Roman Aqui onde canto e ardo , der in diesem Herbst bei Gradiva erschien, mit dem Prémio Revelação Agustina Bessa-Luís ausgezeichnet.

Die Preisträger der vergangenen Jahre sind Paulo José Miranda (1999 – „Natureza Morta“), José Luís Peixoto (2001 – „Nenhum Olhar“), Adriana Lisboa (2003 – „Sinfonia em Branco“), Gonçalo M. Tavares (2005 – „Jerusalém“)  und valter hugo mãe (2007 – „O remorso de Baltasar Serapião“), João Tordo (2009-„As três vidas“) und Andréa del Fuego (2011-„Os Malaquias“) , Ondjaki ( 2013-Os Transparentes), Bruno Vieira Amaral (2015- As primeiras coisas) ,  Julian Fúks (2017- A resistência), Afonso Reis Cabral (2019 -Pão de açucar ) und zuletzt Rafael Gallo (2022 – Dor Fantasma).

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Prémio LeYa geht an Nuno Miguel Silva Duarte

Der mit 50.000 Euro dotierte Prémio LeYa, der von der gleichnamigen portugiesischen Verlagsgruppe für bisher unveröffentlichte Texte verliehen wird, geht an den portugiesischen Autor Nuno Miguel Silva Duarte.

Er erhält den Preis für den Roman Pés de Barro, der in Kürze veröffentlicht wird.

Der Roman spielt in den 1960er Jahren zum Zeitpunkt des Baus der Ponte 25 de Abril in Lissabon.

Nuno Miguel Silva Duarte, der seit rund drei Jahrzehnten in der Werbebranche tätig ist, bezeichnet es als „gewagt“, sich für den LeYa-Preis zu bewerben, und war von der Nachricht über die Auszeichnung sehr überrascht. „Für jemanden, der gerne schreibt und davon träumt, eines Tages ein Buch zu veröffentlichen, ist das wie ein Lottogewinn, zwischen mehr als tausend Leuten und wenigstens ein paar hundert, die sehr gut schreiben… Ich weiß nicht, ob jemand, der sich für einen solchen Preis bewirbt, wirklich eine große Chance hat, zu gewinnen“, sagte er gegenüber der portugiesischen Tageszeitung PÚBLICO, immer noch fassungslos und glücklich über die Auszeichnung

Der Prémio Leya ist der größte Literaturpreis für unveröffentlichte Romane in portugiesischer Sprache. In diesem Jahr gab es die Rekordbeteiligung von 1123 Einreichungen aus 15 Ländern.

Den zweifellos größten Erfolg hatte bisher der Roman Torto Arado von Itamar Vieira Junior, der 2018 mit dem Prémio Leya ausgezeichnet wurde und in der Folge zum Bestseller wurde und zahlreiche weitere Preise erhalten hat.

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Prémio Fernando Namora geht an Hugo Gonçalves

Im Herbst werden traditionell viele Literaturpreise verliehen, das ist auch in diesem Jahr nicht anders.

Der portugiesische Autor Hugo Gonçalves wird mit dem Prémio Fernando Namora ausgezeichnet. Er erhält den mit 15.000 Euro dotierten Preis für den Roman Revolução, der im letzten Jahr bei Companhia das Letras Portugal (Penguin) erschienen ist.

Die Jury unter Vorsitz von Guilherme d’Oliveira Martins hob den flüssigen, direkten und kommunikativen Stil des Romans hervor.

Revolução spielt im Umfeld der portugiesischen Nelkenrevolution (1974) und erzählt die Geschichte von drei Geschwistern der Familie Storm, die auf unterschiedlichen Seiten der Zeitgeschichte stehen. Maria Luísa, die älteste Tochter wird von der PIDE verfolgt und ist untergetaucht, Frederico der jüngste Sohn ist davon besessen, seine Unschuld zu verlieren, bevor er zum Kolonialkrieg eingezogen wird und versucht möglichst wenige aufzufallen, und Pureza die mittlere Tochter sieht ihr traditionelles Weltbild vom revolutionären Prozess bedroht…

Wir haben das Buch unter anderem schon in unserem Lesezirkel besprochen, und auch dort wurde es fast einhellig sehr positiv aufgenommen.

Alle Bücher von Hugo Gonçalves, der unter anderem auch als Drehbuchautor arbeitet, was man auch seinen Romanen durchaus anmerkt, gibt es bei uns in der Buchhandlung.

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