Archiv der Kategorie: literaturpreise

Prémio Oceanos 2024

Und weiter geht es mit Literaturpreisen. Gestern Abend wurde der Prémio Oceanos in den Kategorien Lyrik und Prosa verliehen. Ausgezeichnet wurde in der Lyrik-Kategorie:

Uma Colheita de Silêncios des in diesem Jahr verstorbenen portugiesischen Autors Nuno Júdice, erschienen 2023 bei Publicações Dom Quixote.

Den Preis als bester Roman erhielt Caminhando com os mortos der brasilianischen Autorin Micheliny Verunschk, erschienen bei Companhia das Letras, die bereits für ihren vorangegangen Roman O Som do Ruído da Onça den Prêmio Jabuti erhalten hatte.

Der prämierte Roman zeigt, wie sich der Hass auf Frauen und Minderheiten durch die Jahrhunderte zieht, insbesondere wenn er durch religiösen Fanatismus geschürt wird.

Der Prêmio Oceanos ist je Kategorie mit 150.000 Reais dotiert.

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Prêmio Jabuti 2024: Die Preisträger im Überblick

Der Prêmio Jabuti ist der bedeutendenste brasilianische Literaturpreis und wird in 20 verschiedenen Kategorien vergeben. Die Preisträger wurden gestern m Rahmen der Preisverleihung bekanntgegeben.

In der Kategorie „literarischer Roman“ wurde in diesem Jahr Salvar o Fogo von Itamar Vieira Junior ausgezeichnet. Der zweite Roman des vielfach preisgekrönten Autors aus Bahia erzählt die Geschichte von Moisés, der mit seinem Vater und seiner Schwester Luzia in Tapera do Paraguaçu lebt, einem Dorf, dessen Land der Kirche gehört. Die Brüder sind alle auf der Suche nach einem besseren Leben weggegangen, aber Luzia war gezwungen, zu bleiben, um sich um den Vater und den Jungen zu kümmern. Sie arbeitet als Wäscherin im Kloster und erzieht Moisés streng mit dem Ziel, ihn in die Priesterschule anzumelden und ihm somit die Bildung zu verschaffen, die keiner von ihnen haben konnte. Die Erfahrung dieser Ausbildung prägte den Jungen jedoch so sehr, dass er schließlich unerwartet von zu Hause weggeht. Im kommenden Frühjahr erscheint der Roman in der Übersetzung von Barbara Mesquita bei S.Fischer.

Den Jabuti in der Kategorie Lyrik erhält der in Berlin lebende Dichter Ricardo Domeneck für sein neuestes Buch Cabeça de galinha no chão de cimento.

Buch des Jahres und gleichzeitig Preisträger in der Kategorie „Crónica“ wurde Sempre Paris von Rosa Freire d’Aguiar, die in den 1970 und 80er Jahren als Korrespondentin in Paris gelebt hat und anhand von Erinnerungen, Tagebuchaufzeichnungen und Interviews das Leben in dieser Zeit stimmungsvoll nachzeichnet.

Als bester Unterhaltungsroman wurde O crime do bom nazista von Samir Machado de Machado ausgezeichnet, und als beste Reportage Baviera Tropical von Betina Anton über das Leben des Nazi-Verbrechers Josef Mengele in Brasilien.

Alle anderen Preisträger (u.a. für Kinderbuch, Übersetzung, bestes Cover etc.) lassen sich hier einsehen.

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Prémio José Saramago 2024 geht an Francisco Mota Saraiva

Copyright: Neusa Ayres/Fundação Circulo de Leitores

Francisco Mota Saraiva ist der Gewinner des in diesem Jahr zum 13. Mal verliehenen Prémio Literário José Saramago. Er erhielt den Preis heute für den Roman Morramos ao menos no porto, der im kommenden Jahr veröffentlicht wird. Der Preis wird seit 2022 für ein bisher unveröffentlichtes Werk eines Autors oder einer Autorin verliehen, der/die bis zum Zeitpunkt der Abgabe des Manuskripts jünger als 40 Jahre alt ist. Mit der Preisvergabe (Dotierung 40.000 EUR) ist die Veröffentlichung des Werks in Portugal und Brasilien verbunden. Der Roman erscheint in Kürze bei den Verlagen Porto Editora und Globo.

Francisco Mota Saraiva wurde 1988 in Coimbra geboren. Der studierte Jurist lebt in Lissabon, arbeitet dort als Anwalt und Berater und schreibt nebenbei. Im Jahr 2021 und 2023 erhielt er Literaturstipendien und wurde für seinen ersten Roman Aqui onde canto e ardo , der in diesem Herbst bei Gradiva erschien, mit dem Prémio Revelação Agustina Bessa-Luís ausgezeichnet.

Die Preisträger der vergangenen Jahre sind Paulo José Miranda (1999 – „Natureza Morta“), José Luís Peixoto (2001 – „Nenhum Olhar“), Adriana Lisboa (2003 – „Sinfonia em Branco“), Gonçalo M. Tavares (2005 – „Jerusalém“)  und valter hugo mãe (2007 – „O remorso de Baltasar Serapião“), João Tordo (2009-„As três vidas“) und Andréa del Fuego (2011-„Os Malaquias“) , Ondjaki ( 2013-Os Transparentes), Bruno Vieira Amaral (2015- As primeiras coisas) ,  Julian Fúks (2017- A resistência), Afonso Reis Cabral (2019 -Pão de açucar ) und zuletzt Rafael Gallo (2022 – Dor Fantasma).

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Prémio LeYa geht an Nuno Miguel Silva Duarte

Der mit 50.000 Euro dotierte Prémio LeYa, der von der gleichnamigen portugiesischen Verlagsgruppe für bisher unveröffentlichte Texte verliehen wird, geht an den portugiesischen Autor Nuno Miguel Silva Duarte.

Er erhält den Preis für den Roman Pés de Barro, der in Kürze veröffentlicht wird.

Der Roman spielt in den 1960er Jahren zum Zeitpunkt des Baus der Ponte 25 de Abril in Lissabon.

Nuno Miguel Silva Duarte, der seit rund drei Jahrzehnten in der Werbebranche tätig ist, bezeichnet es als „gewagt“, sich für den LeYa-Preis zu bewerben, und war von der Nachricht über die Auszeichnung sehr überrascht. „Für jemanden, der gerne schreibt und davon träumt, eines Tages ein Buch zu veröffentlichen, ist das wie ein Lottogewinn, zwischen mehr als tausend Leuten und wenigstens ein paar hundert, die sehr gut schreiben… Ich weiß nicht, ob jemand, der sich für einen solchen Preis bewirbt, wirklich eine große Chance hat, zu gewinnen“, sagte er gegenüber der portugiesischen Tageszeitung PÚBLICO, immer noch fassungslos und glücklich über die Auszeichnung

Der Prémio Leya ist der größte Literaturpreis für unveröffentlichte Romane in portugiesischer Sprache. In diesem Jahr gab es die Rekordbeteiligung von 1123 Einreichungen aus 15 Ländern.

Den zweifellos größten Erfolg hatte bisher der Roman Torto Arado von Itamar Vieira Junior, der 2018 mit dem Prémio Leya ausgezeichnet wurde und in der Folge zum Bestseller wurde und zahlreiche weitere Preise erhalten hat.

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Prémio Fernando Namora geht an Hugo Gonçalves

Im Herbst werden traditionell viele Literaturpreise verliehen, das ist auch in diesem Jahr nicht anders.

Der portugiesische Autor Hugo Gonçalves wird mit dem Prémio Fernando Namora ausgezeichnet. Er erhält den mit 15.000 Euro dotierten Preis für den Roman Revolução, der im letzten Jahr bei Companhia das Letras Portugal (Penguin) erschienen ist.

Die Jury unter Vorsitz von Guilherme d’Oliveira Martins hob den flüssigen, direkten und kommunikativen Stil des Romans hervor.

Revolução spielt im Umfeld der portugiesischen Nelkenrevolution (1974) und erzählt die Geschichte von drei Geschwistern der Familie Storm, die auf unterschiedlichen Seiten der Zeitgeschichte stehen. Maria Luísa, die älteste Tochter wird von der PIDE verfolgt und ist untergetaucht, Frederico der jüngste Sohn ist davon besessen, seine Unschuld zu verlieren, bevor er zum Kolonialkrieg eingezogen wird und versucht möglichst wenige aufzufallen, und Pureza die mittlere Tochter sieht ihr traditionelles Weltbild vom revolutionären Prozess bedroht…

Wir haben das Buch unter anderem schon in unserem Lesezirkel besprochen, und auch dort wurde es fast einhellig sehr positiv aufgenommen.

Alle Bücher von Hugo Gonçalves, der unter anderem auch als Drehbuchautor arbeitet, was man auch seinen Romanen durchaus anmerkt, gibt es bei uns in der Buchhandlung.

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Nobelpreis für Literatur geht an Han Kang

Ill. Niklas Elmehed © Nobel Prize Outreach

Den Nobelpreis für Literatur geht in diesem Jahr an die südkoreanische Autorin Han Kang.

Sie wird ausgezeichnet für „ihre intensive poetische Prosa, die sich mit historischen Traumata auseinandersetzt und die Zerbrechlichkeit des menschlichen Lebens aufzeigt.“

Das Werk von Han Kang erscheint in Deutschland im Aufbau Verlag. In Portugal erscheint die Romane von Han Kang im Verlag Dom Quixote, in Brasilien bei Todavia.

Alles Titel sind natürlich bestellbar. Ihr bekanntester Roman A Vegetariana hatte u.a. auch bereits den Man Booker International Prize erhalten.

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Prémio FIL geht an Mia Couto

Die größte Buchmesse der spanischsprachigen Welt im mexikanischen Guadalajara ehrt in diesem Jahr den mosambikanischen Schriftsteller Mia Couto. Er erhält den mit 150.000 Dollar dotierten Premio FIL de Literatura en Lenguas Romances, der alljährlich an einen Autor oder eine Autorin vergeben wird, der/die in einer romanischen Sprache publiziert.

Der Prémio FIL ist einer der weltweit wichtigsten und höchstdotierten Literaturpreise.

Die Bücher von Mia Couto, der 1955 als Sohn portugiesischer Eltern im mosambikanischen Beira geboren wurden, erscheinen in Portugal bei Editorial Caminho und in deutschsprachigen Raum im Schweizer Unionsverlag (in der Übersetzung von Karin von Schweder-Schreiner).

Die Jury des FIL würdigt das gesamte literarische Schaffen und hat im Fall von Couto besonders die „sprachliche Innovation“ seines Werks, das Chronik, Kurzgeschichte und Roman umfasst.

Alle Bücher von Mia Couto gibt’s natürlich bei uns in der Buchhandlung. Sein neuester Roman A Cegueira do Rio ist für Oktober angekündigt.

Auf Deutsch erschien zuletzt der sehr empfehlenswerte autobiographisch inspirierte Roman Der Kartograf des Vergessens.

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Mia Couto erhält Grande Prémio do Conto APE

Der mosambikanische Autor Mia Couto erhält den Grande Prémio do Conto des portugiesischen Schriftstellerverband. Er wird für seinen Erzählband mit dem schönen, nahezu unübersetzbaren Titel Compêndio para desenterrar nuvens ausgezeichnet. Das von Editorial Caminho herausgegebene Werk besteht aus zweiundzwanzig Geschichten, die sich mit dem Leid der Menschen befassen, unter anderem auch mit den Stimmen der Frauen, deren Leben durch Krieg, Hungersnot, Dürre und „toxische Machtverhältnisse“ zerrüttet ist, heißt es in einer Erklärung des Schriftstellerverbands. Die Erzählungen sind noch nicht in auf Deutsch erschienen, aber wer sich mit dem bekanntesten mosambikanischen Schriftsteller beschäftigen möchte und nicht portugiesisch spricht, hat trotzdem eine große Auswahl von Möglichkeiten.

Ein wesentlicher Teil des herausragenden Romanwerks liegt in deutscher Übersetzung von Karin von Schweder-Schreiner im Unionsverlag vor.

Alle portugiesischen und deutschen Ausgaben gibt es natürlich bei uns.

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Prémio Camões 2024 geht an Adélia Prado

Der Prémio Camões, der bekannteste Literaturpreis der portugiesischsprachigen Welt, geht in diesem Jahr an die brasilianische Lyrikerin Adélia Prado. Der Preis wurde 1988 von den Regierungen Brasiliens und Portugals ins Leben gerufen und ist der höchstdotierte Literaturpreis der portugiesischsprachigen Welt. Alljährlich wird mit ihm ein portugiesischsprachiger Schriftsteller ausgezeichnet. Zuletzt erhielt 2023 der portugiesische Übersetzer und Essayist João Barrento die Auszeichnung.

Adélia Prado wurde 1936 in Divinópolis, Minas Gerais, geboren. Sie hat einen Abschluss in Philosophie. Ihre ersten Gedichte veröffentlichte sie in Zeitschriften ihrer Heimatstadt und in Belo Horizonte. Ihr persönliches Debüt hatte sie erst 1975, als sie Carlos Drummond de Andrade ihre neuen Gedichte schickte. Beeindruckt von den Texten, schickte er die Gedichte an den Verlag Imago. Der unter dem Titel „Bagagem“ veröffentlichte Gedichtband erregte wegen seiner Originalität und seines Stils die Aufmerksamkeit der Kritiker.

Alle lieferbaren Titel von Adélia Prado finden Sie bei uns in der Buchhandlung oder auch online.

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Dulce Maria Cardoso erhält Grande Prémio Crónica APE

Der mit 15.000 Euro dotierte Literaturpreis des portugiesischen Schriftstellerverbandes (Grande Prémio APE/DGLAB) für die beste Kurzprosa geht in diesem Jahr bereits an Dulce Maria Cardoso Sie wird für die im Band Autobiografia Não Autorizada 2 (Verlag Tinta da China) versammelten „crónicas“ ausgezeichnet, die regelmäßig in der Zeitschrift Visão erscheinen.

„Was ich dort erzähle, basiert auf der Wahrheit, das heißt aber nicht, dass es die Wahrheit ist. Es ist mein Leben, ich bin zu einer Figur geworden, es ist mein fiktionalisiertes Leben, wenn auch nur durch die Erinnerung, die immer eine Mischung aus Fiktion und Fantasie ist“, sagte Dulce Maria Cardoso 2021 gegenüber der portugiesischen Nachrichtenagentur Lusa anlässlich der Veröffentlichung des ersten Bands von Autobiografia Não Autorizada.

Dulce Maria Cardoso ist eine der bekanntesten portugiesischen Autorinnen der Gegenwart. Ihre Romane O Retorno und Eliete. A Vida Normal liegen auch in deutscher Übersetzung von Steven Uhly im Secession Verlag für Literatur vor und sind eine absolute Leseempfehlung.

Alle Titel von Dulce Maria Cardoso im Original und in deutscher Übersetzung gibt es natürlich bei uns in der Buchhandlung.

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