Schlagwort-Archive: edney silvestre

Sommerkrimis

Zum Start der Urlaubssaison sind gleich drei neue Krimis erschienen, die sich mit Brasilien oder Portugal beschäftigen.

Edney Silvestre: Der stumme ZeugeIm Mittelpunkt des neuen Krimis Der stumme Zeuge (Originaltitel: A felicidade é fácil, übersetzt von Kirsten Brandt) von Edney Silvestre steht die Vetternwirtschaft unter dem früheren brasilianischen Präsidenten Collor de Mello.  Maike Albath hat das Buch für Deutschlandradio Kultur sehr positiv rezensiert und konstatiert, dass man nach der Lektüre „die aktuellen Geschehnisse in Brasilien in einem anderen Licht“ sehe.  Die Verquickung von Polizei, Politik und Justiz ist leider kein neues Phänomen.

Patrícia Melo: Trügerisches LichtAuch in Patrícia Melos neuem Krimi Trügerisches Licht (Originaltitel: Fogo-fátuo, übersetzt von Barbara Mesquita) geht es um ein Brasilien, das immer mehr ins Chaos stürzt. Angesiedelt ist die Handlung in der glamourösen Medienwelt, wo während einer Theatervorstellung der Serienstar Fábbio Cássio einem geschickt inszeniertem Mord zum Opfer fällt. Patrícia Melo ist die hierzulande bekannteste brasilianische Krimiautorin und wurde schon mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet. Neben anderen Autoren findet der neue Roman auch in einem Interview mit Michi Strausfeld im Deutschlandradio Kultur Erwähnung.

Luis Sellano: Portugiesisches ErbeMit Portugiesisches Erbe. Ein Lissabon-Krimi erscheint erstmals ein Städte-Krimi. Der Autorenname Luis Sellano lässt einen portugiesischen Autor vermuten. Das ist allerdings nicht der Fall. Hinter dem Pseudonym versteckt sich der Autor Oliver Kern aus Baden-Württemberg. Wie so häufig, war der Verlag der Meinung, dass sich zum Portugal-Thema auch ein portugiesischer Name gehört. Inhaltlich geht es um den ehemaligen Polizeikommissar Henrik Falkner, der von seinem Onkel ein Haus mit Antiquitätenladen in Lissabon erbt und erfährt, dass dieser Onkel hauptsächlich Stücke gesammelt hat, die mit Kriminalfällen in Verbindung stehen. Sicher eine eher amüsante und leichte Urlaubslektüre für Lissabon-Urlauber.

Alle drei Titel finden Sie natürlich in unserem Sortiment oder können Sie online in unserem Webshop bestellen.

Edney Silvestre: Der stumme Zeuge, Limes 2016, 19,99 EUR

Patrícia Melo: Trügerisches Licht, Tropen 2016, 14,95 EUR

Luis Sellano: Portugiesische Erbe, Heyne 2016, 14,95 EUR

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter brasilianische autoren, brasilianische literatur

Buchmesse 2014, Teil 3 – Noite brasileira, 10.10. Instituto Cervantes

Viele erinnern sich noch an das letzte Jahr, als Brasilien Ehrengast der Frankfurter Buchmesse war und mit einer großen Autorendelegation hier vertreten war.

Wir freuen uns, dass es ein wenig Kontinuität gibt und auch in diesem Jahr wieder brasilianische Schriftsteller in Frankfurt zu Gast sein werden. Am Freitag, dem 10. Oktober findet ab 19.30 Uhr eine Noite Brasileira – Nacht der brasilianischen Literatur im Instituto Cervantes, Staufenstraße 1 statt.

Es lesen und diskutieren Ana Martins Marques, Cuti, Eduardo Spohr, Edney Silvestre und Bernardo Kucinski. Michael Kegler führt durch den Abend und übersetzt ins Deutsche. Im Anschluss wird der Dokumentarfilm Le Pont de Cratyle / A ponte de Crátilo von Maelys Meyer mit Carola Saavedra und den Übersetzern Maria Hummitzsch und Carola Saavedra uraufgeführt.

Der Eintritt ist frei.

Informationen zu den Autoren:

Ana Martins Marques, copyright: Rodrigo Valente

Ana Martins Marques, copyright: Rodrigo Valente

Ana Martins Marques

Die Lyrikerin Ana Martins Marques wurde 1977 in Belo Horizonte geboren, studierte Literaturwissenschaften und absolvierte ihre Masterprüfung in Brasilianischer Literatur an der Universidade Federal de Minas Gerais. 2009 veröffentlichte sie ihren ersten Gedichtband A vida submarina, gefolgt von Da arte das armadilhas 2011, für das sie mit dem Prêmio Alphonsus Guimaraens der Fundação Biblioteca Nacional ausgezeichnet wurde.

In Deutscher Übersetzung erschien bisher ihr Gedicht „Uhr“ (übersetzt von Markus Sahr) in Die Horen Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik, nº 251, Ein Spaziergang durch die Literatur Brasiliens. (Wallstein Verlag, 2013).

Bernardo Kucinski

Bernardo Kucinski, arquivo pessoal

Bernardo Kucinski, arquivo pessoal

Der Journalist Bernardo Kucinski wurde 1937 in São Paulo geboren, war Mitherausgeber der Zeitschrift Veja sowie der Zeitung Gazeta Mercantil, Brasilienkorrespondent für The Guardian sowie des Latin America Political Report, Mitbegründer verschiedener alternativer Zeitungen, darunter Amanhã, Opinião, Movimento und Em Tempo, sowie der Website Carta Maior. Sein 2011 veröffentlichter erster Roman K. Oder die verschwundene Tochter wurde in mehrere Sprachen übersetzt, auf Deutsch erschien er in der Übersetzung von Sarita Brandt im Transit Verlag 2013. Für seinen 2014 veröffentlichten Erzählband Você vai voltar para mim erhielt er den Prêmio Clarice Lispector, der Fundação Biblioteca Nacional. Anfang 2014 war Bernardo Kucinski im Rahmen der Kampagne „Nunca Mais“ zum Gedenken an den Militärputsch in Brasilien vor 50 Jahren auf einer Lesereise in Deutschland.

Cuti, copyright: Petra Noack (TFM)

Cuti, copyright: Petra Noack (TFM)

Cuti

Luiz Silva – Cuti – wurde 1951 in Ourinhos, Bundesstaat São Paulo geboren. Er studierte brasilianische und französische Literatur und ist einer der wichtigsten Vertreter der afrobrasilianischen (er nennt sie schwarzbrasilianische) Literatur. Er war Mitbegründer der Bewegung Quilombhoje-Literatura sowie der Schriftenreihe Cadernos Negros. Seine jüngsten publizistischen Werke sind Literatura negro-brasileira (2010), Lima Barreto (2011) sowie Quem tem medo da palavra negro (2011). In deutscher Übersetzung ist Cuti als Dichter in mehreren Anthologien vertreten, zum Beispiel in Schwarze Poesie (übers.: Johannes Augel, Edition diá 1988 – als Ebook wiederveröffentlicht 2013).

Edney Silvestre, copyright: Leo Aversa

Edney Silvestre, copyright: Leo Aversa

Edney Silvestre

Edney Silvestre wurde 1950 in Valença, Bundesstaat Rio de Janeiro geboren. Als langjähriger Journalist war er Korrespondent der Zeitung O Globo sowie des Senders TV Globo in New York, heute lebt er in Rio de Janeiro und ist Moderator der Sendung GloboNews Literatura. Sein erster Roman Se eu fechar os olhos agora (2009) wurde mit dem Prêmio Jabuti ausgezeichnet und in bisher sieben Sprachen übersetzt. Auf Deutsch erschien er unter dem Titel Der letzte Tag der Unschuld in der Übersetzung von Kirsten Brandt bei Limes 2013. Er veröffentlichte außerdem die Romane A felicidade é fácil (2011) , Vidas provisórias (2013) und Boa noite a todos (2014).

Eduardo Spohr

Eduardo Spohr, copyright: Biblioteca Nacional do Brasil

Eduardo Spohr, copyright: Biblioteca Nacional do Brasil

Eduardo Spohr wurde 1976 in Rio de Janeiro geboren, studierte an der PUC-Rio und spezialisierte sich nach seinem Abschluss auf digitale Medien. Er war Reporter für Cadê Notícias sowie iG und arbeitete für verschiedene Internet-Portale. Heute ist er Berater für grafische Projekte und Drehbücher und lehrt kreatives Schreiben. Sein erster Roman A batalha do Apocalipse (2010) erschien unter dem Titel Armageddon. Der Krieg der Engel in der Übersetzung von Susanne Lötscher 2012 bei Heyne. In Brasilien veröffentlichte er außerdem die Romantrilogie Os filhos de Éden.

Der Abend wird gemeinsam veranstaltet und unterstützt von: Kulturministerium (MinC) und Ministerium für Auswärtiges (MRE) Brasiliens, Brasilianischer Verlegerverband CBL, Brasilianische Nationalbibliothek, Stiftung Editora Universidade Estadual Paulista (UNESP), Brasilianisches Kulturzentrum in Frankfurt (CCBF), Frankfurter Buchmesse, Instituto Cervantes, Buchhandlung TFM.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter brasilianische autoren, brasilianische literatur, buchmesse

Lesungen mit Luiz Ruffato und Edney Silvestre

Für alle, die während der Buchmesse nicht genügend Gelegenheit hatten, brasilianische Autoren live zu erleben, gibt es in den nächsten Tagen noch zwei Gelegenheiten.

Der als Eröffnungsredner der Buchmesse gefeierte Luiz Ruffato nimmt am von der Frankfurter Roman Fabrik organisierten Metropolitan-Festival und repräsentiert dort „seine Stadt“ São Paulo.

Luiz Ruffato: Es waren viele PferdeEr liest aus seinem Roman Es waren viele Pferde am 30. Oktober, 20.00 Uhr  im Literaturhaus Darmstadt und am 31.Oktober 20.30 Uhr in der Frankfurter Romanfabrik (Eintritt 8,00 EUR/ermäßigt 4,00 EUR).  Michael Kegler moderiert und übersetzt.

Außerdem nimmt Luiz Ruffato am 1.November, um 18.00 Uhr gemeinsam mit dem englischen Autor Stephen Kelman (der London vertritt) an einem von Dieter Bartetzko (FAZ) moderierten Podium um Frankfurter Architekturmuseum teil (Eintritt frei).

Edney Silvestre setzt die erfolgreiche Reihe Die letzte diesjährige Lesung der erfolgreichen Reihe

Edney Silvestre: Der letzte Tag der Unschuldfort und liest am 5. November, um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei/Zentralbibliothek Frankfurt, Hasengasse 4. Der Eintritt ist hier wie immer frei. Kirsten Brandt moderiert und übersetzt. Edney Silvestre stellt seinen in diesem Jahr in deutscher Übersetzung erschienenen Kriminalroman Der letzte Tag der Unschuld (Se eu fechar os olhos agora) vor.  Die Erzählung beginnt mit einem waschechten Krimi-Szenario in einer Kleinstadt nahe Rio de Janeiro: zwei Jungen finden eine Frauenleiche. Daraus entwickelt sich jedoch ein spannendes Gesellschaftsbild Brasiliens am Beginn der 1960er Jahre mit sexueller Gewalt, Rassismus, Korruption und opportunistischen politischen Allianzen.

BrasiLesen ist eine Iniatitive des Centro Cultural Brasileiro de Frankfurt (CCBF e.V.), dem Generalkonsulat von Brasilien, Litprom, der Literarischen Agentur MertinTFM-Centro do Livro und Empório VidaBio.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter brasilianische autoren, brasilianische literatur, Brasilien 2013, frankfurt, Veranstaltungen