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Erika Fatland: Seefahrer

Die norwegische Sozialanthropologin Erika Fatland ist zwei Jahre lang auf Frachtschiffen auf den Routen der portugiesischen Seefahrer gereist. Das daraus entstandene Buch Seefahrer mit dem Untertitel „Eine Reihe durch Portugals vergangenenes Weltreich“ ist das sehr lesenswerte Ergebnis dieser Reise.

Die Autorin spannt in ihrem umfangreichen (über 700 Seiten starken) Reisebericht einen Bogen von der Zeit der Seefahrer zum heutigen politischen, kulturgeschichtlichen und gesellschaftlichen Erbe der Kolonialzeit. Die Reise führt nach Portugal, Madeira , auf die Azoren, nach Ceuta, Kap Verde, Guinea-Bissau, Ghana, São Tomé und Príncipe, Äquatorialguinea, Angola, Mosambik , Tansania, Kenia, Dubai, Bahrain, Oman, die Malediven, Indien, Sri Lanka, Malaysia, Japan, Indonesien, Osttimor, St. Helena und natürlich Brasilien.

In einigen Ländern und Gebieten, die Erika Fatland besucht, gehört die portugiesische Ära der fernen Vergangenheit an und nur schwache Spuren erinnern noch daran. An anderen Orten wird sich noch sehr intensiv und schmerzhaft an die portugiesische Epoche erinnert.

Eine große Leseempfehlung für alle, die sich für die portugiesische Geschichte interessieren aber gleichzeitige interessante Reisereportagen aus der Gegenwart lesen. Eine portugiesische Übersetzung gibt es bisher noch nicht.

Erika Fatland: Seefahrer, aus den Norwegischen von Daniela Stilzebach, Insel, 30 EUR

Am Dienstag, 20. Mai stellt Erika Fatland das Buch bei den Kolleg*innen in der Buchhandlung Land in Sicht in Frankfurt vor.

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Paulo Moura: Ferner Westen

Eine weitere Frühjahrsneuerscheinung ist vor kurzem bei uns eingetroffen. Das Reisereportagen-Buch Ferner Westen von Paulo Moura ist in einer sehr schönen Ausgabe im Hamburger Mare Verlag erschienen und wurde von Kirsten Brandt ins Deutsche übersetzt.

Paulo Moura ist ein bekannter portugiesischer Journalist, der sonst als Kriegsberichterstatter ferne Länder bereist. Für Ferner Westen (Originaltitel: Extremo Ocidental), hat er sich 2016 auf den Weg gemacht, die eigene Heimat zu erkunden: mit dem Motorrad immer an der Küste entlang, von der Costa Verde bis in den Südosten der Algarve. Die Reisereportagen sind zunächst in der portugiesischen Tageszeitung Público erschienen, später dann im Buch Extremo Ocidental.

Er begleitet die Hafenarbeiter von Lissabon und die Fischer von Sesimbra bei ihrer harten Arbeit und erzählt von den portugiesischen Literaten, die im 19. Jahrhundert den vornehmen Badeort Figueira da Foz für sich entdeckten. In Tamera trifft er auf eine Kolonie deutscher Aussteiger, im kleinen Dorf Afife stößt er auf ein verlassenes Tanztheater.

Ferner Westen ist eine interessante Lektüre für Portugalreisende, die sich auch abseits bekannter Pfade bewegen wollen.

Original und Übersetzung gibt es wie immer bei uns in der Buchhandlung.

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