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Lissabon 1941 – Stadt der Spione, Hafen der Hoffnung

Buchcover von 'Lissabon 1941' von Alexander Smoltczyk, mit einem historischen Bild einer Straße in Lissabon.

Lissabon war im Sommer 1940 für viele Exilanten und Flüchtlinge die letzte Hoffnung. Viele warteten dort auf eine Fahrt nach Übersee. Doch allein der Weg nach Portugal war schon schwierig bis aussichtslos.

Alexander Smoltzczyk, der seit vielen Jahren hauptsächlich für den Spiegel arbeitet, hat folgt in seiner packenden Erzählung Lissabon 1941 dem Schicksal von Josephine Baker, Otto von Habsburg, Salvador Dali, Heinrich Mann, Hannah Arendt, Marc Chagall, Ian Fleming und vielen anderen.

Ein wichtiges Kapitel widmet sich Aristides de Sousa Mendes, dem portugiesischen Konsul von Bordeaux, der sich über die aus Lissabon kommenden Vorschriften, keine Visa für staatenlos gewordene jüdische Flüchtlinge zu erteilen, hinwegsetzte und somit Tausende vor den Nazis gerettet hat.

Einmal in Lissabon angekommen, treffen die Flüchtlingen aber auch auf sich belauernde britische Spione und deutsche Agenten. Rohstoffeinkäufer suchten große Mengen an Sardinen für Hitlers Heer zu kaufen und wichtiger noch: das seltene und nicht zu ersetzende Wolfram für Granaten, das vor allem in der Serra da Estrela zu finden ist.

Alexander Smoltczyk verwebt die vielen Einzelschicksale zu einem spannenden, chronologisch erzählten Sachbuch – Eine Leseempfehlung!

Alexander Smoltczyk: Lissabon 1941, dtv, 26 EUR

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Erika Fatland: Seefahrer

Die norwegische Sozialanthropologin Erika Fatland ist zwei Jahre lang auf Frachtschiffen auf den Routen der portugiesischen Seefahrer gereist. Das daraus entstandene Buch Seefahrer mit dem Untertitel „Eine Reihe durch Portugals vergangenenes Weltreich“ ist das sehr lesenswerte Ergebnis dieser Reise.

Die Autorin spannt in ihrem umfangreichen (über 700 Seiten starken) Reisebericht einen Bogen von der Zeit der Seefahrer zum heutigen politischen, kulturgeschichtlichen und gesellschaftlichen Erbe der Kolonialzeit. Die Reise führt nach Portugal, Madeira , auf die Azoren, nach Ceuta, Kap Verde, Guinea-Bissau, Ghana, São Tomé und Príncipe, Äquatorialguinea, Angola, Mosambik , Tansania, Kenia, Dubai, Bahrain, Oman, die Malediven, Indien, Sri Lanka, Malaysia, Japan, Indonesien, Osttimor, St. Helena und natürlich Brasilien.

In einigen Ländern und Gebieten, die Erika Fatland besucht, gehört die portugiesische Ära der fernen Vergangenheit an und nur schwache Spuren erinnern noch daran. An anderen Orten wird sich noch sehr intensiv und schmerzhaft an die portugiesische Epoche erinnert.

Eine große Leseempfehlung für alle, die sich für die portugiesische Geschichte interessieren aber gleichzeitige interessante Reisereportagen aus der Gegenwart lesen. Eine portugiesische Übersetzung gibt es bisher noch nicht.

Erika Fatland: Seefahrer, aus den Norwegischen von Daniela Stilzebach, Insel, 30 EUR

Am Dienstag, 20. Mai stellt Erika Fatland das Buch bei den Kolleg*innen in der Buchhandlung Land in Sicht in Frankfurt vor.

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