Der blinde Fluss (Originaltitel: A Cegueira do Rio) ist der neueste Roman des mosambikanischen Schriftstellers Mia Couto, der jetzt in deutscher Übersetzung von Barbara Mesquita im Unionsverlag erschienen ist.
Im Mittelpunkt stehen zwei Brüder in den Wirren der Weltgeschichte am Beginn des Ersten Weltkriegs. Mia Coutos Roman geht von zwei historischen Ereignissen aus, zum einen dem Maji-Maji-Aufstand 1905-1907, der von deutschen Kolonialtruppen niedergeschlagen wurde. Das andere Ereignis ist der deutsche Überfall auf den portugiesischen Militärposten Madziwa im August 1914, der den Beginn des Ersten Weltkriegs in Afrika markiert.Durch den Krieg und die darauffolgende Hungerkatastrophe starben zwischen zwei- und dreihunderttausend Menschen.
Doch natürlich ist bei Mia Couto die historische Ebene nur der Ausgangspunkt. Der afrikanische Hilfssoldat Nataniel versucht gemeinsam mit seinem Bruder, in den Untiefen zwischen den Kolonialmächten zu navigieren, wo Ungeheuer aller Art lauern. Beinahe unbemerkt geht etwas Seltsames in den Dörfern und Garnisonen vor sich: Aus Berichten, Karten und Büchern verschwinden die Buchstaben, und Stück für Stück scheint sich die Macht der Europäer zu verflüchtigen.






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