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António Lobo Antunes (1942-2026)

Der portugiesische Verlag Dom Quixote teilt in einem heute früh veröffentlichen Kommuniqué mit, dass António Lobo Antunes verstorben ist.

António Lobo Antunes, Ray-Güde Mertin, José Cardoso Pires, José Saramago
António Lobo Antunes, Ray-Güde Mertin, José Cardoso Pires, José Saramago bei einer Lesung in Frankfurt, copyright: TFM

António Lobo Antunes ist einer der bekanntesten portugiesischen Autoren. Sein erstes Buch Memória do Elefante (Deutsch: Elefantengedächtnis) erschien 1979, kurz danach folgten Os Cus de Judas (Der Judaskuss) , Conhecimento do Inferno (Einblick in die Hölle) 1980 und Explicação dos Pássaros (Die Vögel kommen zurück), alles Romane, die durch seine Erfahrungen als Arzt im Kolonialkrieg in Angola geprägt sind. Dieses Thema ist auch in vielen seiner folgenden Romane präsent, die bis vor wenigen Jahren in fast jährlichem Rhythmus erschienen.

António Lobo Antunes: Wörterbuch der Sprache der Blumen

Das Werk von António Lobo Antunes erscheint in Portugal im Verlag Dom Quixote und wird auch in Deutschland seit vielen Jahre gepflegt. Die Übersetzungen ins Deutsche stammen fast ausnahmslos von Maralde Meyer-Minnemann und werden im Luchterhand Verlag veröffentlicht. Vor wenigen Tagen erschien mit Wörterbuch der Sprache der Blumen (Originaltitel: Diccionario da Linguagem das Flores) ein neuer Roman.

Viele Jahre lang war er António Lobo Antunes für den Literaturnobelpreis im Gespräch. Daraus ist leider nichts geworden, seine Romane werden bleiben. Einen Überblick über das Gesamtwerk finden Sie hier.

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Urbano Tavares Rodrigues (1923-2013)

Der portugiesische Schriftsteller Urbano Tavares Rodrigues ist heute im Alter von 89 Jahren in Lissabon gestorben. Er wurde in Moura geboren, studierte Romanische Philologie in Lissabon, durfte während der Salazar-Diktatur jedoch nicht unterrichten und ging daher nach Frankreich, wo er unter anderem als Lektor an den Universitäten von Montpellier und Aix-en-Provence lehrte. In den 60er Jahren wurde er in Portugal mehrfach verhaftet, da er im Widerstand gegen die Diktatur aktiv war.

Nach der Nelkenrevolution kehrte er nach Portugal zurück, er promovierte in den 80er Jahren in Literaturwissenschaft und hatte bis zu seiner Pensionierung 1993 einen Lehrstuhl an der Universität in Lissabon inne. Sein Werk, das vom französischen Existentialismus beeinflusst ist,  umfasst zahlreiche Romane, Erzählungen und Essays, für die er mit diversen Literaturpreisen ausgezeichnet wurde.

In deutscher Übersetzung von Curt Meyer-Clason erschien 1997 der Roman „Die Hitzewelle“ (A vaga do calor).

Urbano Tavares Rodrigues war mit der 1998 verstorbenen Schriftstellerin Maria Judite Carvalho verheiratet.

Die portugiesische Presse berichtet ausführlich, unter anderem hier:

Público

Diário de Notícias

Expresso

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