Lídia Jorge erhält Grande Prémio Romance APE

Der mit 15.000 Euro dotierte Romanpreis des portugiesischen Schriftstellerverbandes (Grande Prémio APE/DGLAB) geht in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal an Lídia Jorge. Sie wird für ihren im letzten Jahr erschienenen Roman Misericórdia (veröffentlicht bei Dom Quixote) ausgezeichnet und setzte sich in einer einstimmigen Juryentscheidung unter Vorsitz von José Manuel de Vasconcelos durch. Eingereicht wurden insgesamt 86 Romane.
Lídia Jorge ist eine der bekanntesten portugiesisischen Autorinnen der Gegenwart. Einige ihrer Werke wurde bereits in deutscher Übersetzung (Übersetzt von Karin von Schweder-Schreiner, meist erschienen im Suhrkamp Verlag) veröffentlicht, sind im Augenblick jedoch nicht mehr lieferbar.

Mit dem jetzt prämierten Roman Miséricordia, der auch zuvor schon von der Kritik vielfach gelobt wurde, setzt Lídia Jorge ihrer Mutter ein Denkmal, die 2020 in einem Pflegeheim an Covid verstorben ist.

Der Roman konzentriert sich jedoch nicht auf das Biografische, sondern lässt die alte Frau, im Roman Dona Alberti genannt, selbst sprechen, indem sie ihre Erlebnisse und Gedanken tagebuchartig in ein Diktiergerät spricht. Dona Alberti, die schlecht sieht und nur noch wenige Dinge selbst erledigen kann, beurteilt die Umstände und Menschen um sie herum mit großer Klarheit, mit Wärme, aber auch mit kritischer Distanz. Sie will Zeugin sein, als sich das Heim, das Hotel Paraíso heißt, in eine Isolierstation verwandelt, die von anonymen Gestalten in Schutzanzügen geführt wird

Miséricordia und andere Romane und Erzählungen von Lídia Jorge gibt es natürlich bei uns in der Buchhandlung.

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