
Am 14. März ist Indiebookday – Der Feiertag des unabhängigen Verlegens – und dieses Jahr könnte er nicht wichtiger sein.
Dieser Tag wurde 2013 vom Mairisch Verlag ins Leben gerufen, die Idee dahinter ist, an diesem Tag in einer Buchhandlung des Vertrauens ein Buch zu kaufen. Soweit so simpel, Wichtig ist nur: Es sollte aus einem unabhängigen/kleinen/Indie-Verlag stammen. Nach dem Kauf sollte ein Foto des Covers, des Buches in einem sozialen Netzwerk oder einem Blog der Wahl mit dem hashtag „#indiebookday“ gepostet werden.
Das Plakat für den diesjährigen Indiebookday stammt von Karen Köhler und es nimmt ganz Bezug auf die drei Buchhandlungen (Golden Shop in Bremen, Rote Straße in Göttingen und Zur schwankenden Weltkugel in Berlin), die nachträglich vom Kulturstaatsminister Wolfram Weimer aus der Nominiertenliste für den Deutschen Buchhandlungspreis 2025 gestrichen wurden.
Den Deutschen Buchhandlungspreis gibt es bereits seit 2015, er wurde von der damaligen Kulturstaatsministerin Monika Grütters ins Leben gerufen und zeichnet seitdem inhabergeführte Buchhandlungen mit Sitz in Deutschland, die ein literarisches Sortiment oder ein kulturelles Veranstaltungsprogramm anbieten, die innovative Geschäftsmodelle verfolgen oder sich im Bereich der Lese- und Literaturförderung engagieren. Es gibt Preisgelder in drei verschiedenen Stufen (7000 EUR/15.000 EUR/25.000EUR). Für die Auswahl der Nominierten (in der Regel 118 Buchhandlung) wird eine Fachjury bestimmt. Wir selbst haben den Preis bisher dreimal erhalten, 2015, 2020 und 2022 und die Verleihung jedesmal als ein große Wertschätzung unserer Arbeit empfunden.
Doch in diesem Jahr ist alles anders, nicht nur hat sich der Auswahlprozess ungewöhnlich lange hingezogen, sondern es waren auch nur 115 Buchhandlungen statt 118 auf der Liste. Erstmalig in der Geschichte des Buchhandlungspreises folgt der Kulturstaatsminister nicht der Entscheidung der Jury, sondern verweigerte die Verleihung an drei Buchhandlungen, die von der Jury ausgewählt und auch zuvor schon mit Buchhandlungspreisen ausgezeichnet wurden. Alle drei betroffenen Buchhandlungen gehören dem politisch linken Spektrum an. Wolfram Weimer hatte zu mehreren von der Jury ausgewählten linken Buchhandlungen Anfragen an den Verfassungsschutz gestellt und sich dabei auf das „Haber-Verfahren“ berufen.Was genau die ausgezeichneten linken Buchhandlungen aus Sicht Wolfram Weimers disqualifiziert hat, wurde weder der Öffentlichkeit noch den betroffenen Buchhandlungen und wohl noch nicht einmal dem Ministerium selbst mitgeteilt. Die betroffenen Buchhandlungen erfuhren von der Streichung nur aus der Presse.
In der Folge hat der Buchhandlungspreis wohl eine noch nie dagewesene Aufmerksamkeitswelle erfahren. Zahlreiche Medien (etwa hier, hier oder hier) haben überwiegend sehr kritisch kommentiert, es gibt zum Glück eine unglaubliche Solidaritätswelle in der Buchbranche und auch außerhalb mit den ausgeschlossenen Buchhandlungen, der wir uns nur anschließen können. Die ausgeschlossenen Buchhandlungen bereiten eine Klage vor.
Besuchen Sie also Ihre Lieblingsbuchhandlung, am besten nicht nur am Indiebookday.





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